23. Ossiloop vom 4. bis 21. Mai 2004

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OSTFRIESISCHE NACHRICHTEN vom 9. März 2004
Ossiloop startet in diesem Jahr so früh wie noch nie
Erste Etappe von Leer-Loga nach Holtland am 4. Mai
Holtland. In knapp zwei Monaten, vom 4. bis 21. Mai, heißt es wieder “Loop mit van Leer na Bensersiel”. Es ist Ossiloop. Über
einen Zeitraum von drei Wochen schlängelt sich dann der Läuferlindwurm von Leer zum Küstenbadeort Bensersiel. Jeweils
dienstags und freitags wird in sechs Etappen die rund 68 Kilometer lange Distanz von Süd nach Nord bewältigt. Neben den “Ossi-
loopern”, die sich für die Gesamtstrecke angemeldet haben, haben Tagesläufer die Möglichkeit, an einzelnen Teilstrecken teil-
zunehmen.
Das Organisationsteam des SV Holtland ist eifrig dabei, den Ostfrieslandlauf vorzubereiten. Täglich gehen Meldungen bezieh-
ungsweise Anfragen ein und kurz vor dem Start werden sich noch zahlreiche Läuferinnen und Läufer in die Lauflisten einschreiben
lassen und ihre Startnummern anheften. Für viele Ossilooper gibt es ein herzliches Wiedersehen und so mancher Plausch ver-
drängt die Nervosität. Auch in diesem Jahr werden sich wieder viele “Neue” anmelden. “Die Anziehungskraft dieser Laufveran-
staltung ist noch immer ungebrochen und wer durch Presse, Mundpropaganda oder dem Internet vom Ossiloop gehört hat, ist
neugierig geworden und will mitlaufen”, sagt Cheforganisator Klaus Beyer.
Die “Condition”, eine Fachzeitschrift für den Laufsport, bezeichnete vor Jahren den Ossiloop als einen der originellsten Läufe
Deutschlands. Über einen Zeitraum von drei Wochen laufen mehrere hundert Menschen jeweils dienstags und freitags auf dem
Ostfriesland-Wanderweg zur Nordseeküste und durchqueren dabei alle markanten Landschaftsformen Ostfrieslands. So stehen
denn auch weniger Sieg und Platzierungen bei den Ossiloopern im Vordergrund, sondern die Kommunikation vor dem Start und
nach dem Zieleinlauf.
Unterlagen über den Ossiloop mit Anmeldeformular können ab sofort bei Klaus Beyer, Buchenweg 19 in 26835 Holtland ange-
fordert werden. Der Anforderung ist ein frankierter und adressierter Briefumschlag beizufügen. Telefonische Meldungen werden
nicht entgegengenommen; Meldungen werden erst dann bearbeitet, wenn die Startgebühren eingezahlt worden sind.
Informationen und Meldeformulare gibt es auch im
Internet beim SV Holtland

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 15. April 2004
Frauen lieben den Ossiloop
Leichtathletik: Anteil liegt viel höher als bei anderen Läufen
Ostfriesland (kb). Auf der ehemaligen Kleinbahntrasse, dem heutigen Ostfriesland-Wanderweg, wird vom 4. bis 21. Mai auch
die 23. Auflage des Ostfrieslandlaufes ausgetragen. Drei Wochen lang ist jeweils dienstags und freitags ab 19 Uhr “Renntag”. Die
sechs Etappen führen wie gewohnt von Leer nach Bensersiel und sind zusammen etwa 68 Kilometer lang. Die Organisation
dieser Laufveranstaltung erfordert eine große Zahl von Streckenposten. Schließlich müssen entlang des Wanderweges mehr als
100 Straßenüberquerungen gesichert werden. Zahlreiche Helfer sorgen dafür, dass die Veranstaltung reibungslos über die Bühne
geht und das Läuferfeld sicher von Leer zur Nordsee geleitet wird.
Der Ossiloop zieht Jahr für Jahr immer mehr Läufer in seinen Bann. Die steigenden Teilnehmerzahlen bestätigen dies. Beim
ersten Ossiloop 1982 kamen insgesamt 24 Läufer in die Gesamtwertung. Nach zehn Jahren hatte sich die Teilnehmerzahl ver-
zehnfacht. 220 Sportler bewältigen 1992 alle sechs Etappen. Explosionsartig gingen die Teilnehmerzahl in den vergangenen fünf
Jahren in die Höhe. Im Vorjahr schafften 813 Ausdauersportler alle Etappen.
Mit Tagesläufern und den späteren “Rausfallern” verzeichnete der Ossiloop 2002 die bisherige Rekordmarke. 1069 Teilnehmer
gingen damals im Julianenpark an den Start. Damit war erstmals die die 1000er Marke überboten. Inzwischen zählte der Veran-
stalter bei sechs Etappen mehr als 1000 Läufer.
An den bisher 22 Veranstaltungen haben nach Angaben der Organisatoren vom SV Holtland 6 961 Läufer teilgenommen. In dieser
Zahl sind auch die Sportler enthalten, die mehrmals beim Ossiloop dabei waren. Der Anteil der Männer ist dabei am größten.
Von den 6 961 Athleten waren 4 733 Männer (67,99 Prozent, 1 730 Frauen ( 24,85 Prozent) sowie 394 männliche Jugendliche
(5,66 Prozent) und 104 weibliche Jugendläuferinnen (1,49 Prozent). Der Frauenanteil ist beim Ossiloop höher als bei anderen
Laufveranstaltungen. Informations- und Anmeldeunterlagen gibt es bei Klaus Beyer (Buchenweg 19 / 26835 Holtland), wenn man
ihm einen frankierten und adressierten Briefumschlag zuschickt.

OSTFRIESISCHE NACHRICHTEN vom 3. Mai 2004
Ossiloop: Jetzt schon über 930 Voranmeldungen
Irmi Hartmann bei den Frauen die Favoritin
Holtland. Einen neuen Teilnehmerrekord erwarten die Organisatoren des Ossiloops, der morgen gestartet wird. Schon jetzt
liegen über 930 Meldungen vor - 100 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Plus die Nachmeldungen und Tagesläufer
werden voraussichtlich mehr als 1100 Läuferinnen und Läufer an der Startetappe von Leer nach Holtland teilnehmen. Es wird am
kommenden Dienstag rappelvoll auf dem Sportplatz im Julianenpark und wenig später auf dem Dorfplatz in Holtland. Um 19 Uhr
wird der Schirmherr der ersten Etappe, der Leeraner Bürgermeister Wolfgang Kellner, den Startschuss für das größte Lauf-
spektakel Ostfriesland geben.
Der Zieleinlauf in Holtland ist abgeändert worden. Die Ossilooper kommen von der Brinkumer Straße und laufen auf der Düster-
straße zum Ziel in den Kaarkpad. Dort werden sie vom Bürgermeister der Samtgemeinde Hesel begrüßt. Die Führenden der vier
Laufklassen erhalten das “Gelbe Trikot" und ein Präsent der Samtgemeinde Hesel.
Bei den Frauen sind drei der zehn besten Läuferinnen des Vorjahres nicht dabei. Inga Jürrens plant eine Bahnsaison und Marie
Dresler vom LT Schafhauser Wald sowie Astrid Lübben haben nicht gemeldet. Bei den Männern hat Vorjahressieger Michael
Mäschig, LG Wilhelmshaven, noch nicht gemeldet. Auch Harry Jürrens und Stefan Oppenborn, die Zweit- und Drittplatzierten von
2003, haben sich noch nicht eingetragen.
Bei den Frauen geht die Norderin Irmi Hartmann als Favoritin mit der Startnummer eins ins Rennen. Sie ist erst zweimal beim
Ossiloop mitgelaufen, hat 1990 und 1998 aber alle Etappen gewonnen. Von der LG Uplengen ist die mehrfache Deutsche
Jugendmeisterin und Rekordhalterin früherer Jahre, Frieda Janhsen, erneut dabei. Im Vorjahr wurde sie Vierte der Gesamtwert-
ung. Klar, dass die Ossiloop-Rekordhalterin Hilde Steinke (Concordia Neermoor) wieder gemeldet hat. Sie ist die einzige Teil-
nehmerin, die bisher alle 132 Etappen der 22 Veranstaltungen gelaufen ist. Mit Steinke laufen 270 Frauen von Leer nach Benser-
siel.
In der Männerklasse gibt es bis jetzt keinen klaren Favoriten. Stark einzuschätzen sind die Leeraner Ralf Taube und Gerd
Wolzen sowie der für den TV Norden startende Holger Grigat. Der Läufer mit der größten Erfahrung, was das Etappenlaufen an-
geht, ist Reinhard Ludwig aus Aurich. Für seine 100ste Etappe wird Georg Brahms ausgezeichnet. Er lief früher für den SV
Stikelkamp und startet jetzt für die Werkstätten für Behinderte in Aurich.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 4. Mai 2004
Kleine Abkürzung für große Läuferschar
23. Ossiloop: Startschuss fällt heute um 19 Uhr im Leeraner Julianenpark / Neues Ziel in Holtland

Von Georg Lilienthal
Ostfriesland. Der erste Rekord beim 23. Ossiloop ist schon seit Monaten besiegelt. Die Läufer werden Bensersiel bereits am
21. Mai erreichen und damit so früh wie noch nie. Und aller Voraussicht nach ist es dann im Ziel auch so voll wie noch nie. Denn
vermutlich wird das Starterfeld heute zum Auftakt im Leeraner Julianenpark alle Rekorde sprengen. "Die erste Etappe von Leer
nach Holtland werden wohl mehr als 1100 Sportler mitlaufen”, prognostiziert Klaus Beyer. Die Hochrechnung des Organisators
beruht auf den Erfahrungen aus 22 Jahren. Weit über 900 Anmeldungen hatte er sonst noch nie drei Tage vor dem Startschuss.
Heute Mittag wird möglicherweise schon die 1000er-Marke überschritten sein. Dann kommen bis 18.30 Uhr die Nachmeldungen
vor Ort im Julianenpark hinzu. "Das sind mindestens 100 Leute”, sagt Beyer, so dass der Rekord von 1067 Läufern aus dem Jahr
2002 wohl übertroffen wird.
Der Großteil der Rekordschar freut sich am Ende vielleicht auch über eine persönliche Rekordzeit. Denn der Organisator hat sich
eine kleine Abkürzung bei der bislang 10,8 Kilometer langen Auftakt-Strecke ausgedacht. Die Athleten werden nun in Holtland
zum Dorfplatz geleitet und nicht mehr in die Schulstraße. "Das mögen 50 oder 100 Meter weniger sein als sonst”, schätzt Beyer.
Während das neue Ziel etwas mehr Platz bietet, soll der neue Termin Stress bei der Schlussetappe vermeiden. Denn der Freitag
vor Pfingsten garantiert Ende Mai Urlauberverkehr Richtung Bensersiel. Deshalb hat Beyer den Start um eine Woche vorgezogen.
Ansonsten setzt der "Vater des Ossiloops” bei den sechs Etappen mit insgesamt 68 Kilometern aber auf Bewährtes. Dazu ge-
hört sein Organisationsteam vom SV Holtland mit 50 bis 60 Leuten ebenso wie die Freunde und Helfer von Polizei und Feuer-
wehr.
Auch auf eine Teilnehmerin kann sich Klaus Beyer seit 22 Jahren verlassen. Hilde Steinke von Concordia Neermoor ist die einz-
ige Athletin, die alle 132 Etappen absolviert hat. "Sie ist auch diesmal wieder dabei”, freut sich Beyer. Dagegen verzichtet Vor-
jahressiegerin Inga Jürrens vom SV Harsweg auf die Teilnahme. "Sie will sich auf die Bahnsaison konzentrieren”, weiß der Orga-
nisator. Favoritin bei den Frauen ist deshalb die Norderin Irmi Hartmann. Sie startete bislang nur 1990 und 1998. In beiden Jahren
gewann sie sämtliche Etappen und besitzt deshalb die größten Chancen aufs Gelbe Frauen-Trikot. Bei den Männern ist eine
Prognose schwierig, denn die Favoriten scheinen zu pokern. Bis gestern hatte sich Vorjahressieger Michael Mäschig (Wilhelms-
haven) noch nicht angekündigt. Auch vom Zweitplatzierten Harry Jürrens (SV Harsweg) und vom Vorjahresdritten Stefan Oppen-
born lagen noch keine Anmeldungen vor. Aber die Läufer-Elite hat ja noch Zeit - bis heute um 18.30 Uhr im Julianenpark in Leer.
"Mein Ossiloop”
Seit Monaten wird trainiert, seit heute wird gelaufen - und natürlich auch geredet, geschwärmt oder vielleicht auch mal Kritik ge-
übt. Das einmalige Lauf-Spektakel der Region bewegt nicht nur rund 1000 Läufer, sondern auch Tausende am Wegesrand. Die
Ostfriesen-Zeitung interessiert sich deshalb für die Eindrücke, die Läufer und Zuschauer auf den 68 Kilometern von Leer bis
Bensersiel sammeln.
"Mein Ossiloop” lautet die Serie, mit der die OZ den Ostfriesland-Lauf in den nächsten zweieinhalb Wochen täglich begleitet.
Läufer wie Leser haben die Möglichkeit, ihre ganz persönlichen Erfahrungen beim Ossiloop zu schildern. Was hat Sie besonders
beeindruckt, begeistert oder vielleicht auch gestört? Egal, ob Sie etwas zu Athleten, Zuschauern oder Gegebenheiten am Rande
des Geschehens sagen möchten, melden Sie sich bei der OZ-Sportredaktion.
Sie können anrufen (Tel.: 04 91 / 97 90-2 80 bis -285), faxen (Fax: 04 91 / 9 79 02 01) mailen
sport@ostfriesen-zeitung.de
oder schreiben. Wir werden dann Ihre Meinung in der Rubrik "Mein Ossiloop” veröffentlichen.
"Loop mit - van Leer na Bensersiel”
23. Ostfrieslandlauf auf dem Ostfriesland-Wanderweg vom 4. bis 21. Mai
Ostfriesland (mw). Zum nunmehr 23. Mal heißt es in Ostfriesland wieder: Ossiloop. Wie in den vergangenen Jahren fällt der
Starschuss zum diesjährigen Ossiloop heute um 19 Uhr im Leeraner Julianenpark. Die Läufer werden nach 10,8 Kilometern Lauf-
strecke in Holtland das erste Etappenziel erreichen.
Am Ablauf des Ossiloops hat sich wenig geändert: An fünf weiteren Abenden werden die Läufer jeweils dienstags und freitags ab
19 Uhr auf den einzelnen Etappen in Richtung Bensersiel streben. Der Weg dorthin führt wieder über die ehemalige Kleinbahn-
trasse. Wenn am 21. Mai das “Meer in Sicht” kommt, ist das Ziel beim Hafentor des Ostanlegers zum Greifen nahe.
Vor der ersten Etappe sind ab 17 Uhr im Julianenpark Nachmeldungen möglich. Die Meldung zur Teilnahme an Einzeletappen ist
generell bis 30 Minuten vor dem jeweiligen Etappenstart möglich. In der Gesamtwertung werden allerdings nur die Läufer aufge-
führt, die für alle sechs Etappen registriert sind.
Oft steht bei den Ossiloopern weniger Sieg und Platzierung im Vordergrund, sondern die sportliche Herausforderung und die
besondere Atmosphäre. Diese wird unter anderem durch die vielseitigen Rahmenprogramme der Kommunen an den jeweiligen
Etappenzielen geprägt. Zum anderen ist es die Landschaft Ostfrieslands, die den Ossiloop zu dem macht, was er ist. Auf der
Strecke von Leer nach Bensersiel durchlaufen die Athleten alle markanten Landschaftsformen. Von der Geest geht es durch die
Fehnlandschaft bis in die Marschniederungen vor der Küste. Die letzten Kilometer, auf einem Deich runden den Landschaftslauf
quer durch Ostfriesland ab.
NDR beim Ossiloop
Leer.
Der Ossiloop zieht nicht nur Läufer und Zuschauer an, sondern auch die Medien. So hat sich für heute Nachmittag der
NDR bei Organisator Klaus Beyer angesagt. Um 17 Uhr soll auf NDR 1 ein Bericht über das Laufspektakel in Ostfriesland ge-
sendet werden.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 5. Mai 2004
Rekordschar wartet auf den Güterzug
23. Ossiloop: 1116 Läufer sorgen für einen neuen Teilnehmerrekord / Start mit 16 Minuten Verzögerung

Von Georg Lilienthal
Leer/Holtland. Ossiloop-Organisator Klaus Beyer hatte gestern Abend reichlich Zeit, den Anblick des Riesenfeldes zu genie-
ßen. 1116 Läufer hatten sich zum Start der ersten Etappe des Ostfriesland-Laufs im Leeraner Julianenpark hinter der Start-Leine
postiert. “Das ist absoluter Rekord”, verkündete Beyer. Anschließend musste er die große Schar noch länger per Mikrophon
unterhalten. Denn rekordverdächtig war auch die Wartezeit bis zum Startschuss. Ein Güterzug brachte den Ossiloop-Fahrplan
durcheinander und verzögerte den Startschuss um 16 Minuten.
Die Athleten standen, standen und standen, ehe sie endlich rannten, rannten und rannten. Als Erster erreichte schließlich nach
35:21 Minuten Gerd Wolzen (Germania Leer) das Ziel in Holtland. “Das ist super”, strahlte der 20-jährige Überraschungsge-
winner, der die Favoriten Holger Grigat und Peter Steinke (beide TV Norden) auf den letzten der 10,8 Kilometer abgehängt hatte.
Schnellste Frau war Vorjahressiegerin Inga Jürrens (Emden-Harsweg), die kurzfristig doch noch als Tagesläuferin gemeldet hatte,
aber nicht sämtliche Etappen mitlaufen wird.
Als Sieger wurden aber nicht nur die Schnellsten gefeiert. Beim Ossiloop haben alle gewonnen, die das Ziel erreichen. Ein Athlet
erhielt schon vor dem Start erste Glückwünsche. Der 61-jährige Georg Brahms vom SV Stikelkamp feierte Jubiläum und absol-
vierte gestern seine 100. Ossiloop-Etappe. “Ich war schon bei der Premiere vor 22 Jahren dabei”, erinnerte er sich vor dem Start
an die bescheidenen Anfänge. “Damals waren wir 24 Leute. Und jeder kannte jeden.” Seitdem ist der Ostfrieslandlauf gewachs-
en, das Laufpensum des einstigen Marathon-Mannes aber geschrumpft. “Heutzutage starte ich nur noch beim Ossiloop. Das ist
mein Sportereignis des Jahres.”  Solch eine Bedeutung hat die Veranstaltung noch nicht bei allen erreicht. “Ich bin eigentlich
leidenschaftlicher Fußballer”, lächelte der 13-jährige Christoph König aus Warsingsfehn kurz vor dem Startschuss. Das Laufen
rangiert erst an zweiter Stelle. Und weil die Schulnoten nicht ganz stimmten, musste er sich für ein Hobby entscheiden. “So
spiele ich in der C-Jugend von Fortuna Veenhusen.” Auf Laufstrecken ist er nur gelegentlich mit dem Papa unterwegs. Weil Vater
Antino König aus beruflichen Gründen gestern auf einen Start verzichten musste, vertrat der Filius die Familie. Im großen Pulk
war der kleine Mittelfeldmann von Fortuna Veenhusen mit einem bescheidenen Ziel unterwegs. “Ich will nicht Letzter werden.”
Wurde er auch nicht - und erfüllte sich damit seinen persönlichen Ossiloop-Wunsch genauso wie fast alle anderen Sportler. Und
so gab es im Ziel mehr als 1000 glückliche Gesichter.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 6. Mai 2004 (Auszug)
Probleme bei der Zeitnahme
Klaus Beyer lehnt eine Ergebniskorrektur ab
Leer/Holtland (cze). Probleme mit der Zeitnahme gab es bei der ersten Etappe des Ossiloops im Ziel in Holtland. Bei den
Männern bildete sich schnell eine längere Schlange, die erst einmal abgefertigt werden musste. Doch die Uhr lief weiter, so dass
die offiziellen Zeiten vieler männlichen Teilnehmer deutlich schlechter als die selber gestoppten sind. Je mehr Läufer warteten,
desto größer war der Unterschied. Bei den Frauen und Tagesläufern gab es dieses Problem am Dienstag nicht, weil sie zügig
abgefertigt wurden. Viele Sportler forderten deshalb eine Ergebnis-Korrektur.
Doch die lehnt Hauptorganisator Klaus Beyer ab: "Wichtig ist doch die Teilnahme. Natürlich ist das nicht schön. Leider ist die
Zeitnahme nicht zurückgegangen. Es lässt sich aber nicht mehr ermitteln, wo der Stau angefangen hat. Die Strecke wurde ge-
ändert. Da ist ein Vergleich mit den Zeiten der Vorjahre sowieso nicht möglich.”  Werner Schröter aus Warsingsfehn: "Der Ziel-
einlauf war chaotisch und mit dem bei anderen Etappen nicht zu vergleichen. Es kann nicht sein, dass Frauen in der Gesamt-
wertung vor uns gewertet werden, die nachweislich nach Männern das Ziel erreichten. Ich glaube, dass vielen Läufern Unrecht
getan wurde, die nicht eben zur Spitzengruppe gehörten. Auch der späte Start hat gestört. Das ganze Aufwärmen war umsonst,
wenn man so lange warten muss.”
Kommentar von Stefan Schewiola vom 6. Mai 2004
Zeitnahme beim Ossiloop, 1. Etappe
Warum keine elektronische Zeitmessung ? -- Mein Vorschlag:
Natürlich steht beim Ostfrieslandlauf das Lauferlebnis im Vordergrund und weniger die Laufzeiten. Aber ausgerechnet viele
"normale Hobby-Jogger", welche die 10,7 km der ersten Etappe mit rund einer Stunde bewältigten, wurden am vergangenen
Dienstag nicht richtig erfasst und kamen in den "Genuss" von Zeitaufschlägen von bis zu 5 Minuten! Gerade diese Freizeitläufer
haben lange auf das "Erlebnis Ossiloop" trainiert und freuten sich über ihre selbst gestoppte ggf. persönliche Bestzeit.
Und etwas Ehrgeiz hat jeder Teilnehmer, ob er es nun zugibt oder nicht. Da kann man die Enttäuschung gut verstehen, wenn
die Zeiten so stark differieren und seitens des Veranstalters Korrekturen nicht vorgenommen werden sollen.
Bei Laufveranstaltungen ab 500 Teilnehmern ist die "manuelle" Zeitnahme mit Stoppuhr und Einlauflisten oft überfordert. Beim
Ossiloop mit über 1 100 Läufer/innen ist dies "mit Stift + Papier" schon nicht mehr zeitgemäß ! Hier würde sich, bei Mehrkosten
von z.B. 5,00 EUR pro Teilnehmer, die elektronische Zeitmessung anbieten. Es gibt da mehrere Systeme auf dem Markt. Zum
Beispiel der "Championchip" - Infos:
http://www.mikatiming.de/f.02_dienstleistungen.htm
Die Vorteile:
* Entlastung für den Veranstalter, da er sich um die Zeitnahme nicht mehr direkt kümmern muß
* Kein "Gedrängel" beim Start, da die Netto-Zeitmessung erst später beginnt
* Freier Durchlauf im Ziel ohne "Staus"
* Exakte Ergebnisse durch eine Chiperkennung von nahezu 100 Prozent
* Brutto- und Nettozeiten für jeden Teilnehmer
* Kontrollpunkte mit automatischer Zwischenzeitnahme z.B. bei 5 + 10 km,
* Sehr schnelle Verfügbarkeit aller Zeiten, diese werden SOFORT für das Internet aufbereitet und können sogar dem Teilnehmer
  per SMS auf das Handy gesandt werden .... usw.
Stefan Schewiola, Aurich

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 8. Mai 2004
Ganz viel Beifall für Klaus Beyer
Ossiloop: Organisator entschuldigt sich für Männer-Stau der ersten Etappe
Von Uwe Prins
Holtland/Stikelkamp. Da sage noch einer, die Welt bestehe nur aus Meckerfritzen: Nachdem es auf der ersten Etappe des
Ostfrieslandlaufs am Dienstag beim Zieleinlauf der Männer zu einem gewaltigen Stau gekommen war, sich dadurch die Zeiten
vieler Teilnehmer verschlechtert hatten und mehrfach Kritik aufgekommen war, entspannte sich die Situation gestern Abend vor
dem Start zum zweiten Rennen von Holtland nach Stikelkamp. Organisator Klaus Beyer entschuldigte sich für die Panne, die
weiteren Sätze gingen im Beifall der erneut über 1100 Teilnehmer unter. Kaum ließ der Applaus nach, brandete er wieder auf:
Beyer betonte, dass die Zeiten aus organisatorischen Gründen nicht mehr korrigiert würden - und “dass es doch viel wichtiger ist,
von Leer nach Bensersiel zu laufen”.
Da bekamen viele schon eine Gänsehaut, ehe Bürgermeister Hinrichs Bruns die mehrere 100 Meter lange Schlange der Osssi-
looper auf die nächsten 10,7 Kilometer schickte. Mindestens genauso eindrucksvoll war der Empfang beim Gut Stikelkamp.
Hunderte von Zuschauern säumten den schnurgeraden Ziel-Einlauf durch die imposante Allee. Es wurde geklatscht, angefeuert,
gegrüßt; hier und da ertönten Hupen. Jutta Hecht, die 2001 ihre 100. und letzte Ostfrieslandlauf-Etappe in Holtrop absolvierte,
stand unter dem Zielbanner und hatte Tränen in den Augen. “Es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis”, lobte die 76-jährige Leeranerin
den neben sich stehenden und moderierenden Klaus Beyer. Der begrüßte nach 35:06 Minuten einen Tagesläufer im Ziel: Jörg
Valentin vom TV Norden hatte die Konkurrenz dominiert, von Beginn an ein hohes Tempo vorgelegt und damit für ein Kuddel-
muddel in der Gesamtwertung gesorgt: “Ich habe am Ende einfach nicht mehr mithalten können”, gestand der bisher führende
Gerd Wolzen (Germania Leer), der das Gelbe Trikot an Valentins Klubgefährten Holger Grigat abgeben musste. Der Norder kam
als Zweiter ins Ziel und hatte auf Wolzen fast eine Minute Vorsprung. “Hätte mir vorher jemand gesagt, ich bin Zweiter - ich hätte
einen Freudensprung gemacht”, meinte der Leeraner. “Aber jetzt muss ich erst mal verdauen, dass nun der Holger in Gelb
startet.”
Bei den Frauen wurde Irmi Hartmann (ebenfalls TV Norden) ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie feierte den 13. Etappensieg bei ihrer
14. Ossiloop-Teilnahme und baute ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auf die ehemalige Deutsche Meisterin Frieda Janhsen
auf drei Minuten aus. Auch die zweite Etappe hat gezeigt - der Ossiloop-Virus lebt. Viele Akteure bejubelten sich und ihre Leist-
ung im Ziel, und 15 Tagesläufer der ersten Etappe marschierten vor dem Start direkt auf das Organisationsteam des SV Holtland
zu, meldeten sich für die letzten fünf Rennen an und kommen damit in die Gesamtwertung. Auch sie gehörten zu den klatsch-
enden Ossiloopern und gaben Klaus Beyer damit Recht: Das Wichtigste ist eben, von Leer nach Bensersiel zu laufen.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 12. Mai 2004
Geburtstag in Jogging-Schuhen
Ossiloop: Bei der dritten Etappe waren wieder über 1 000 Läufer dabei

Von Jochen Brandt
Bagband/Holtrop. Holger Grigat, der Führende in der Gesamtwertung, war ihm auf den Fersen. Aber den Tagessieg ließ sich
Peter Steinke am Ende der dritten Etappe des Ostfrieslandlaufs nicht mehr nehmen. Mit langen Schritten und im grün-orangen
Werder-Trikot stürmte er ins Ziel. Meisterlich. Die 11,2 Kilometer von Bagband nach Holtrop hatte er in 37 Minuten und 11 Sek.
zurückgelegt - und sah am Ende noch nicht einmal erschöpft aus. Genau wie Grigat, der - wie immer mit Kopftuch - nur wenige
Sekunden später eintrudelte. Den Spitzenläufern des Ossiloops schien die Etappe überhaupt nicht in den Knochen zu stecken.
Ein flotter Spaziergang, mehr nicht.
Erschöpft sahen auch Wolfgang und Egon Harms nach dem Lauf nicht aus. Eher verschwitzt - und ziemlich zufrieden. Die beiden
Brüder aus Warsingsfehn sind in diesem Jahr zum dritten Mal dabei, und sie laufen fast immer zusammen. “45 Minuten hatten
wir ungefähr für die Etappe eingeplant”, sagte der 39-jährige Wolfgang Harms. Zwar hatte sein älterer Bruder Egon ihm diesmal
ein paar Sekunden abgenommen, aber darauf kommt´s den beiden überhaupt nicht an: “Wir laufen so gut es geht zusammen, wir
trainieren zusammen - und gemeinsam bestreiten wir auch Marathons.” Laufen, sagen, die beiden in den verschwitzen blauen
Jogger-Shirts, sei für sie zur Sucht geworden. Eine Leidenschaft, die in den Genen der Familie Harms stecken muss. Denn als
die beiden Männer schon am Pappbecher nippten, war Patrick, Sohn von Egon Harms, noch auf der Strecke. Von Bagband nach
Holtrop mit Jogging-Schuhen. Und das am Geburtstag. Patrick Harms ist gestern nämlich 15 Jahre alt geworden. Warum er sich
so eine Strapaze an seinem Geburtstag antut? “Weil´s einfach Spaß macht”, sagt er. Dabei treibt er sonst überhaupt keinen
Sport - zumindest seit einem Jahr. “Eine halbe Stunde bevor Papa zur ersten Etappe gefahren ist, habe ich ihm gesagt, dass ich
mitmachen will.” Seitdem ist er dabei, und er will bis nach Bensersiel durchhalten. Ohne Training, einfach so. Für die elf Kilo-
meter hat er gestern übrigens nur 1:06 Stunden gebraucht.
Lisa Bruns, Erwin Broszeit und die übrigen Helfer vom Roten Kreuz hatten diesmal nicht sonderlich viel zu tun. “Die zweite
Etappe war stressig”, sagt Broszeit. “Aber heute ist es schön kühl, da macht der Kreislauf länger mit.” Die Wolldecken, Getränke
und der Erste-Hilfe-Koffer lagen natürlich trotzdem im Pavillon parat.

OSTFRIESISCHE NACHRICHTEN vom 12. Mai 2004
23. Ossiloop: Holger Grigat gibt auf letztem Kilometer noch mal Gas
Träger des Gelben Trikots baut seinen Vorsprung gegenüber Gerd Wolzen aus / Tagesläufer Peter Steinke
gewinnt
   
Bagband/Holtrop (gaw). "Ich habe nach links geschaut und es war alles voller Läufer, ich habe nach rechts geschaut und es
war alles voller Läufer.” Klaus Beyer war vom riesigen Starterfeld äußerst beeindruckt. Rund 1100 Ossilooper schickte der Chef-
organisator gestern Abend auf die 11,2 Kilometer lange Strecke von Bagband nach Holtrop. Am Ende siegte ein Tagesläufer:
Peter Steinke (TV Norden). “Ich konnte die Schmach der ersten Etappe doch nicht auf mir sitzen lassen”, lachte der mehrfache
Ossiloopsieger. Vor einer Woche hatte Gerd Wolzen (Germ. Leer) gewonnen. Diesmal sah Wolzen nur die Hacken von Steinke
und vom Gesamtführenden Holger Grigat (TV Norden) noch dazu. Bis Kilometer 10 waren alle drei dicht beisammen. Wolzen
hatte viel Führungsarbeit geleistet bei einem nicht allzu hohen Tempo. Einen Kilometer vor dem Ziel zog Grigat an, Steinke ging
mit und Wolzen fiel zurück. Gut zehn Sekunden büßte er gegenüber Grigat ein und liegt jetzt etwa 45 Sekunden zurück. Die
Königsetappe am Freitag wird eine Vorentscheidung bringen.
Trockenes und kühles, für die Läuferinnen und Läufer ideales Wetter herrschte gestern während der dritten Etappe. Die vielen
Zuschauer vor allem in Spetzerfehn und Ostgroßefehn fröstelten ein wenig. Dafür spürten sie nicht so sehr den kräftigen Nord-
west-Wind, der dem Läuferfeld doch zu schaffen machte. “Der Wind war gut zu spüren”, berichtete Wolfgang Trebesch (MTV
Aurich), 11. der Gesamtwertung.

OSTFRIESISCHE NACHRICHTEN vom 15. Mai 2004
Ossiloop: Bei Kilometerstein 12 zieht Grigat ab
4. Etappe von Holtrop nach Plaggenburg: Norder baut Poleposition auf Verfolger Wolzen um 15 Sekunden aus
Holtrop/Plaggenburg (wrs). Holger Grigat, der Mann im gelben Trikot, hat die Königsetappe, das 13,7 Kilometer lange Teilstück
zwischen Holtrop und Plaggenburg gewonnen. Er siegte in 46:30 Minuten und kam 15 Sekunden vor seinem ärgsten Verfolger,
dem Leeraner Gerd Wolzen, ins Ziel. Stefan Immega (Nige-Team) lief als Dritter ein. Grigat baute seinen Vorsprung in der Ge-
samtwertung auf knapp eine Minute auf Wolzen aus. Von einer Vorentscheidung wollte er noch nichts wissen: “Eine Minute ist
nicht viel. Es kann auf den beiden folgenden Etappen noch viel passieren.”  Die Entscheidung auf der vierten Etappe fiel bei Kilo-
meter zwölf. “Bis 11,5 Kilometer sind wir zusammen gelaufen. Danach wurde Wolzen langsamer und ich habe auf den letzten
beiden Kilometern noch einmal Dampf gemacht”, sagte Grigat.
In der Frauenwertung hat sich nichts geändert. Irmi Hartmann als Gesamtführende gewann vor Frieda Janhsen und Karin Graf.
Für Hartmann blieb die Uhr im Ziel bei 55:54 Minuten stehen. Sie feierten beim 16. Start den 15. Tagessieg.
Ossiloop-Organisator Klaus Beyer schickte wieder mehr als 1000 Frauen und Männer sowie zahlreiche Jugendliche auf die
Strecke. Nach seiner Ansicht war es mit 15 Grad Celsius etwas zu warm. Beim Start nahm Beyer einen Scheck in Höhe von
4000 Euro aller Raiffeisen- und Volksbanken aus Ostfriesland entgegen. Bankier Reinhard Schoon überreichte die Geldspende.

OSTFRIESISCHE NACHRICHTEN vom 19. Mai 2004
23. Ossiloop: Gerd Wolzen gewinnt seine zweite Etappe
5. Etappe von Plaggenburg nach Dunum: Holger Grigat nur Sekunden dahinter
Plaggenburg/Dunum (gaw). Gerd Wolzen (Germania Leer) hat nach dem Sieg zum Auftakt vor vierzehn Tagen seine zweite
Etappe beim 23. Ostfrieslandlauf gewonnen. Gestern Abend kam er in Dunum einige Sekunden vor dem Führenden und einzigen
Widersacher Holger Grigat vom TV Norden ins Ziel. “Es war heute nicht mein Tag, obwohl es vom Tempo her ging”, berichtete
Grigat, der während des Laufs mit leichten Wadenproblemen zu kämpfen hatte. Wolzen und Grigat waren die 11,8 Kilometer
lange Etappe ständig zusammengelaufen, hatten sich in der Führungsarbeit abgewechselt. Mit Abstand folgte der Drittplatzierte
Stefan Immega (NIGE-Team Esens). Mit dem schwierigen Untergrund auf der so genannten Crossetappe hatten alle drei zu
kämpfen. “Es war schwer zu laufen,” sagte Grigat. Schnelle Tagesläufer, die “Norder” Peter Steinke oder Jörg Valentin etwa,
liefen die 5. Etappe nicht mit.
Etwa 1000 Läuferinnen und Läufer, darunter knapp 70 Tagesläufer, waren gestern am Start. Das Feld ist nicht mehr so groß wie
noch in der vergangenen Woche. Dennoch ist es immer noch ein imposantes Bild, den endlos langen Läuferwurm zu beob-
achten. Etwa auf dem Alten Heerweg vor Middels.
Die Etappe gestern war eine zum Genießen. Die äußeren Bedingungen konnten kaum besser sein. Die liebliche Landschaft des
Harlingerlandes leuchtete im satten Grün, dazu ein strahlend blauer Himmel und ein kühlender Westwind bei ohnehin ange-
nehmen 17 Grad im Schatten: der Ossiloop ist seinem Ruf als Landschaftslauf einmal mehr gerecht geworden.
Im Ziel wurde die große Schar der Ossilooper wie in den Jahren zuvor vom Posaunenchor empfangen. Die Landfrauen hatten eine
Teetafel eingedeckt, an der viele sich das ostfriesische Nationalgetränk aus stilechten Pozellantassen schmecken ließen.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 22. Mai 2004
Dramatisches Finale auf dem Deich nach Bensersiel
Ossiloop: 20-Jähriger verpasst Gesamtsieg um 15 Sekunden
Von Horst Kruse und Georg Lilienthal
Bensersiel. Solch ein dramatisches Ossiloop-Finale gab es noch nie. Während bei den Frauen Irmi Hartmann (Norder TV)
gestern Abend auch die sechste Etappe von Dunum nach Bensersiel souverän gewann, blies bei den Männern Gerd Wolzen
(Germania Leer) zur Aufholjagd. Der 20-Jährige eilte dem Gesamtführenden Holger Grigat (Norder TV) nach drei Kilometern da-
von, baute seinen Vorsprung Sekunde um Sekunde aus und sorgte am Ende für die knappste Entscheidung der Ossiloop-
Geschichte. Wolzen gewann die Schluss-Etappe mit 35 Sekunden Vorsprung, Grigat jedoch die Gesamtwertung mit 15 Sekun-
den Differenz.
“Gerd Wolzen ist ein tolles Rennen gelaufen”, verteilte Grigat im Ziel ein dickes Kompliment an den Kontrahenten. “Es war heute
verdammt hart für mich, doch ich habe es geschafft, immer Sichtkontakt zu halten.” So schrumpfte zwar der Vorsprung von 51
Sekunden, aber die Moral des 30-Jährigen aus Hage blieb intakt. Für ihn war Bensersiel aber nur eine Zwischenetappe auf dem
Weg zu seinem Saisonziel. “Ich will mich in diesem Jahr noch für den Iron-Man-Triathlon auf Hawaii qualifizieren.” Anstrengend
genug waren aber auch die letzten Ossiloop-Kilometer, denn auf dem Deich nach Bensersiel blies ein kräftiger Gegenwind. “Ich
hatte das Gefühl, ich komme gar nicht voran”, sagte Tagessieger Gerd Wolzen, der die 10,6 Kilometer in 36:53 Minuten absol-
vierte. Auch der 16-jährige Jugendsieger Eike Hergen Berghaus stöhnte. “Ich hatte auf dem Deich das Gefühl, ich bekomme
einen Schlag mit dem Hammer auf dem Kopf”, schilderte der B-Jugend-Fußballer von Kickers Emden den Wind.
Frauensiegerin Irmi Hartmann hingegen lächelte. “Ich war auf dem Deich von tollen Männern umgeben, die mich gezogen haben.”
Die 41-Jährige nahm nach 1990 und 1998 erst zum dritten Mal am Ossiloop teil und gewann alle drei Läufe. “Als Mutter von drei
Kindern fehlte mir meistens die Zeit zur Teilnahme”, erklärte sie. Doch dafür genießt sie die Läufe ihrer Meinung nach mehr als
die Männer. “Bei denen ist das Konkurrenzdenken größer. Wir Frauen laufen nur aus Spaß.”

OSTFRIESISCHE NACHRICHTEN vom 22. Mai 2004
23. Ossiloop: Grigat auf dem Weg von Ostfriesland nach Hawaii
Triathlet nutzt ostfriesischen Kultlauf als Trainingseinheit für den “Ironman” im Juli in Frankfurt
Von Karsten Gleich
Norden. Mehr als 1000 Ostfriesen sind beim Ossiloop an den Start gegangen. Holger Grigat, der Mann im gelben T-Shirt vom
TV Norden, kam am Freitagabend als strahlender Gesamtsieger ins Ziel. Über Wochen wurde der Hager Läufer auf den sechs
Etappen von Leer nach Bensersiel von den Zuschauern gefeiert. Dabei ist für Grigat der Ossiloop eigentlich nicht viel mehr als
eine abwechslungsreiche Trainingseinheit. “Ich bereite mich auf den Ironman Mitte Juli in Frankfurt am Main vor”, verrät Grigat
seine Zukunftspläne. Sein Ziel ist ein Platz unter den besten 15 Athleten seiner Altersklasse und damit die Fahrkarte für den
legendären Ironman-Wettkampf auf Hawaii. Die als härtester Wettkampf der Welt bekannte Veranstaltung, fordert von den rund
2000 teilnehmenden Sportlern Höchstleistungen: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rennrad und abschließend
einen Marathon über 42,195 Kilometer sind die Anforderungen an die “stählernen” Männer. “Da ist man rund zehn Stunden ohne
Pause unterwegs”, weiß Grigat. Vor diesem Hintergrund scheint es fast normal, dass er nach der Königsetappe des Ossiloops
von Holtrop nach Plaggenburg, bei der er seinem Verfolger Gerd Wolzen noch 15 Sekunden davongelaufen war, sich gelassen
aufs Fahrrad setzt um noch einige Stunden zu trainieren.
Damit er in Frankfurt fit ist, investiert der Netzwerkadministrator, der bei der Leeraner Reederei Hartmann für die Computer zu-
ständig ist, wenigstens 20 Stunden in der Woche in sein Training. “In der Mittagspause beginne ich im firmeneigenen Kraftraum
meine erste Einheit”, beschreibt Grigat seinen Tagesablauf. Nach Feierabend setzt er sich gleich aufs Rennrad. “Ich fahre dann
bis zu 200 Kilometer, bevor ich anschließend noch ein bis zwei Stunden laufe”, erzählt Grigat, der im Winter oder bei schlechtem
Wetter das Radtraining gern mal auf den Ergometer vor dem Fernseher verlegt. In einer durchschnittlichen Trainingswoche fährt
der 30-jährige Sportler rund 500 Kilometer auf dem Rad, schwimmt rund 10 Kilometer und läuft rund 60 Kilometer. Für zusätz-
liche spezielle Trainingseinheiten fährt er ins Trainingslager nach Mallorca. “Da fahren wir mit mehreren Ironman-Teilnehmern täg-
lich mehrere hundert Kilometer Rad”, sagt Grigat.
Nach dem Ossiloop gönnt er sich bis Ende Mai etwas Ruhe. “Das heißt, ich trainiere normal weiter ohne Wettkämpfe”,
schmunzelt er. Am 28. Mai geht es dann zum Abschlusstraining in den Harz. “Über Pfingsten trainiere ich dort noch mal Berg-
touren. Daran mangelt es uns in Ostfriesland ja bekanntlich etwas”, scherzt Grigat und fügt hinzu: “Dafür gibt es nirgendwo sonst
so energischen Gegenwind und so endlos erscheinende gerade Strecken.”
Grigat ist stolz darauf, dass er es ohne Pillen an die Spitze des Extremsports geschafft hat. “Ich lebe vegetarisch und nehme
täglich sehr viele Kohlenhydrate zu mir.” Alkohol und Zigaretten sind selbstverständlich ein Tabu. “Dafür gönne ich mir bei langen
Radstrecken zwischendurch mal einen Schokoriegel oder eine Cola”, sagt der durchtrainierte filigrane Athlet. Im vergangenen
Jahr gehörten zu seinen größten Erfolgen eine gute Platzierung beim Marathon in Amsterdam sowie der viertbeste Marathonlauf
bei den Deutschen Meisterschaften. “Bislang habe ich eigentlich in dem Sport immer alles so erreicht, wie ich es wollte”, so der
zielstrebige Sportler. Einzig ein Sponsor fehlt dem Athleten für sein kostspieliges Hobby noch. Grigat: “Vielleicht hat eine Firma
Interesse einen Ironman nach Hawaii zu schicken.”
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