Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid
Presseseite (Niedersachsen & Bremen)

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OSTFRIESEN ZEITUNG vom 5. Juli 2002
Bunjes hofft auf eine Medaille
Deutsche Meisterschaften beginnen heute Nachmittag in Wattenscheid
Wattenscheid (kj). Die 102. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Männer und Frauen am Wochenende in Wattenscheid bilden den nationalen Höhepunkt der Freiluftsaison. Gleichzeitig findet hier die entscheidende Qualifikation für die Europameister-
schaften in München statt. Im Rahmen dieser Titelkämpfe werden auch die Deutschen Jugend-Staffelmeisterschaften ausgetragen.
Insgesamt kämpfen 1417 Aktive aus 217 Vereinen in 44 Wettbewerben um die begehrten Medaillen. Etwa 80 von Ihnen haben gute Chancen, eines der begehrten Tickets für die EM zu erreichen.
Eine von ihnen ist Andrea Bunjes vom SV Holtland. Sie und Teamgefährtin Christine Nannen wollen im Hammerwurf überzeugen. Dabei sind die Zielsetzungen der beiden sehr unterschiedlich. “Andrea will eine Medaille, vor allen Dingen aber die endgültige
Qualifikation für die EM. Christines Ziel ist die Teilnahme am Finale der besten Acht” sagt Trainer Klaus Beyer.
Andrea Bunjes hat sich in diesem Jahr erheblich gesteigert und ist neben der Frankfurterin Susanne Keil die einzige Werferin, die zweimal die EM-Norm (65,00) übertroffen hat. Mit hervorragenden 65,79 Metern stellte Bunjes einen neuen Niedersachsenrekord auf und belegt in der aktuellen Rangliste den zweiten Platz.
“Während der dritte Platz im Vorjahr etwas überraschend war, ist diese Platzierung in Wattenscheid das Minimalziel. Für Christine
geht es vor allem darum, den Endkampf zu erreichen. Dafür wird sie wohl um die 55,00 Meter werfen müssen” erklärt der Coach
die Möglichkeiten.
Roland Isenecker vom TV Norden stellt sich der Konkurrenz im Diskuswurf. Er erzielte erst vor einigen Wochen mit 57,24 Metern eine neue persönliche Bestleistung und möchte einen guten Wettkampf absolvieren.
Seine Vereinsgefährten Nik Alberding, Steffen Weber, Thomas Christians und Johannes Peters haben sich mit der 4x400m Staffel bei der Jugend einiges vorgenommen. Sie konnten in 3:24,56 Minuten bereits überlegen die Landesmeisterschaft gewinnen und haben dabei den über 30 Jahre alten Bezirksrekord (TV Norden, 3:24,2) nur knapp verfehlt. Bei Bedarf steht André Siewert als Er-
satzläufer zur Verfügung. “Vielleicht schaffen sie die Bestmarke ja bei den Deutschen Meisterschaften” so Trainer Edzard Albering,
der selber Läufer in der Rekordstaffel von 1972 war. “Wenn die Jungs diese Zeit schaffen, sollten sie eigentlich in den Endlauf kommen” beurteilt der Coach die Chancen. Favoriten in dieser Konkurrenz, in der insgesamt 31 Staffeln gemeldet haben, sind die Teams der LG Nike Berlin, Bayer Uerdingen/Dormagen und des SC Neubrandenburg.

NEUE PRESSE HANNOVER vom 5. Juli 2002
Mertens stößt ums EM-Ticket
Ein weiter Stoß mindestens über die 19,90-Meter-Marke und ein Platz auf dem Treppchen – das sind für Michael Mertens
(LG TKH/96) die Vorgaben, wenn er sich bei den Freitag beginnenden deutschen Meisterschaften in Wattenscheid noch sein
Ticket zur EM in München sichern will. Noch fehlen dem Olympia-Starter von Sydney sechs Zentimeter an der Qualifikation, und vier nationale Konkurrenten um die drei Tickets hat er auch. “Michael hat die Routine, und vor allem hat er sich kontinuierlich gesteigert”, sagt 96-Leichtathletik-Chef Ralf Jurgeit.
Er schickt noch weitere aussichtsreiche Athleten in den Wettkampf: Speerwerfer Stephan Steding, der erst vor zwei Wochen den zehn Jahre alten Niedersachsen-Rekord auf 73,53 Meter verbesserte. Und die 4x100-Meter-Staffel mit Oliver Feltz, Thorsten Vauth,
Oliver Farys und Rouven Schmidt.
Auch bei den Frauen hat die LG TKH/96 ihre Hoffnungen. “In den Endlauf will ich auf jeden Fall”, sagt Annika Meyer. Für eine Siebenkämpferin ist das schon viel, doch Meyer kann noch mehr erreichen. Ihre vor zwei Wochen erzielten 13,29 Sekunden waren die drittbeste Zeit in Deutschland.
Jana Ladewig, ebenfalls Landesrekord-Halterin, hat im Speerwerfen Chancen auf den Endkampf. “Jana ist ein Wettkampf-Typ. Sie braucht starke Konkurrenz, um sich zu steigern”, sagt TKH-Trainer Edward Kowalczuk. Nicole Marahrens, hannoversche Studentin
im Trikot der LG Weserbergland, will über 200 und vor allem 400 Meter eine Medaille holen.
Mit “Sorgenkind” Eike Onnen fährt LGH-Trainerin und Mutter Astrid Fredebold-Onnen nach Wattenscheid. Onnen sprang zuletzt höchst unbeständig. “Da ist vom Scheitern bei der Anfangshöhe bis hin zum 2,20-Meter-Satz alles drin”, sagt die Trainerin.

WOLFSBURGER NACHRICHTEN vom 5. Juli 2002
Wolfsburger 400-Meter-Staffel gilt als Top-Favorit
Zehn VfL-Athleten bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid - Dautzenberg und Figura
hoffen auf Einzelmedaille
Von Markus Kutscher
Die besten deutschen Leichtathleten kämpfen von Freitag an bis Sonntag in Bochum-Wattenscheid um die Medaillen und gleich-
zeitig um die Qualifikation für die Europameisterschaft in München (6. bis 11. August). Der VfL Wolfsburg ist mit zehn Sportlern im
Lohrheide-Stadion vertreten. Die besten Chancen auf einen Titelgewinn hat dabei die Wolfsburger 4x 400-m-Staffel.
In der Besetzung André Volkmann, Alexander Knitsch, Jens Dautzenberg und Lars Figura (Ersatzläufer Dirk Heinze) werden sich die von Experten als Favoriten gehandelten VfLer voraussichtlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der LG Olympia Dortmund liefern. Mit 3:09,98 min liefen die Wolfsburger erst kürzlich bei den Landesmeisterschaften in Delmenhorst deutsche Jahresbestleistung.
Ziel ist eine Medaille
"Unser Ziel ist ganz klar eine Medaille", sagt Dautzenberg. "Für mich ist aber Dortmund der Favorit." Ähnlich sieht es auch Schlussläufer Figura: "Es wird auf einen Zweikampf hinauslaufen. Wir freuen uns schon alle auf das Duell. Wenn uns der große Coup gelänge, wäre das natürlich super. Man darf im ersten Jahr aber auch nicht zu hohe Erwartungen an uns haben."
Dautzenberg, Figura und Knitsch waren erst Ende vergangenen Jahres aus Dortmund in die VW-Stadt gewechselt. Eine Konstel-
lation, die für zusätzliche Brisanz sorgt. "Natürlich wäre es schön, wenn wir drei Ex-Dortmunder gegen unseren alten Verein ge-
winnen würden. Unserem ehemaligen Chefcoach Thomas Krämer täte das richtig weh", glaubt Dautzenberg.
Der 28-Jährige gehört zusammen mit Figura (26) auch zum engeren Favoritenkreis über 400 m. "Ich fühle mich gut. Platz drei wäre
mein Wunschergebnis", ist Dautzenberg optimistisch. Der Titel ist praktisch schon an den Dortmunder Vize-Weltmeister Ingo Schultz vergeben. "Ingo läuft wie von einem anderen Stern", sagt Dautzenberg respektvoll.
Figura ist Titelverteidiger
Immerhin wurde der "Außerirdische" bei den beiden vergangenen deutschen Titelkämpfen besiegt - von Lars Figura! Doch der Titel-
verteidiger plagte sich zuletzt mit Achillessehnenproblemen. Entsprechend zurückhaltend ist seine Prognose:
"Mal ist alles bestens, mal habe ich wieder Schmerzen. Es ist schwer zu sagen, wie ich in Form bin. Ingo ist auf jeden Fall der Top-Favorit. An ihm führt kein Weg vorbei."
Hoffnung auf den Endlauf macht sich die Sprintstaffel des VfL. Über 4x 100 m gehen Rafael Lucya, Christoph Stolz, André Volkmann und John Johnson an den Start. Johnson (100 m) und Stolz (Dreisprung) haben sich auch für ihre Einzeldisziplinen qualifiziert. Beide werden aber höchsten im hinteren Teilnehmerfeld landen.
Das Erreichen des Endkampfs ist dagegen das Ziel von Stefan Paukner im Hammer- und Beatrice Mau-Repnak im Speerwerfen.

WOLFSBURGER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 5. Juli 2002
Deutsche Meisterschaften in Wattenscheid
400 Meter das Prunkstück des VfL Wolfsburg
Zwei Medaillen sollen‘s schon sein. Die Leichtathleten des VfL Wolfsburg peilen bei den heute in Wattenscheid beginnenden und bis Sonntag dauernden Deutschen Meisterschaften Edelmetall an. Heiße Anwärter: Die 400-Meter-Spezialisten.
Allen voran Jens Dautzenberg. Über die Stadionrunde hat der VfLer gute Chancen, liegt in der DLV-Jahres-Wertung auf Rang drei. “Ein heißer Medaillen-Kandidat”, urteilt VfL-Pressewartin Manon Fröhling.
Und mit Lars Figura, immerhin Titelverteidiger auf der Stadionrunde, hat der VfL noch ein zweites heißes Eisen im Feuer. Fröhling: “Auch bei ihm ist alles drin.” Komplettiert wird das VfL-Starterfeld über die 400 m von Alexander Knitsch, der sich den Endlauf zum Ziel gesetzt hat.
Auch in der 4-x-400-m-Staffel wollen Dautzenberg, Figura und Knitsch eine Medaille. Der vierte Mann des VfL-Quartetts ist André Volkmann. “Unsere Staffel ist derzeit die schnellste in Deutschland”, weiß Fröhling, “eine Medaille soll‘s deshalb schon sein”.
Die will auch Hammerwerfer Stefan Paukner. “Ich traue ihm durchaus zu, dass er auf dem dritten Rang landen kann”, so Fröhling über den amtierenden Landesmeister.
Den Endlauf erreichen will die Herren-Sprint-Staffel des VfL. Neben Volkmann werden sich Christoph Stolz, Rafael Lucia und John Johnson auf die 4 x 100 m begeben. Johnson startet zudem in der Einzelkonkurrenz, “wird da wohl den Zwischenlauf erreichen”, so
Fröhling. Stolz hat sich zudem für die Dreisprung-Konkurrenz qualifiziert. “Doch ob er da startet, entscheidet sich erst kurzfristig”, sagt Fröhling, “es hängt von den Anfangszeiten der Sprint-Staffel ab”.
Denn: Im Dreisprung ist Stolz kein Kandidat für einen Spitzenplatz. “Rang 15 ist hier wohl realistisch”, meint Fröhling.
Als einzige Frau schickt der VfL Beatrice Mau-Repnak ins Rennen. Fröhling: “Sie startet beim Speerwerfen, obwohl sie eigentlich Mehrkämpferin ist.” Mau-Repnaks Ziel: Der Endkampf.
Über die DM wird das ZDF sowohl am Samstag (ab 15.30 Uhr) als auch Sonntag (ab 17.10 Uhr im Rahmen der Sportreportage) berichten.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 5. Juli 2002
Vier LG-Starter bei den deutschen Meisterschaften
Bultmann gegen die nationale Spitze
Mit zwei Frauen und zwei Männern ist die Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Braunschweig am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften in Wattenscheid vertreten.
Birte Bultmann - seit Monaten in sehr guter Form - hofft über 5000 Meter auf einen ähnlichen Rennverlauf wie bei den nationalen Titelkämpfen über 10 000 Meter im April in Dessau. Nach verhaltenem Beginn fasste sie sich dereinst ein Herz und wurde über-
raschend Zweite. Angesichts der starken Konkurrenz mit den deutschen Spitzenläuferinnen Sabrina Mockenhaupt (Sieg), Kristina Fonseca-Wollheim (Frankfurt) und Melanie Kraus (Leverkusen) will die LG-Athletin allerdings nicht an ihrem Medaillenrang von Dessau gemessen werden. Eine einstellige Platzierung erhofft sich auf der gleichen Strecke auch Victoria Willcox-Heidner.
Im 24 Läufer starken Teilnehmerfeld über 3000 Meter Hindernis geht es für den erst 20 Jahre alten Dennis Jünemann vor allem da-
rum, Erfahrungen zu sammeln. Bei dem Vorjahreszehnten stehen eine weitere Steigerung und ein Mittelfeldrang auf dem Wunsch-
zettel. Unbekümmert kann der gleichaltrige Michael Herbst über 800 Meter an den Start gehen. Nach mehreren verletzungsbe-
dingten Rückschlägen sind die Titelkämpfe für ihn eine Standortbestimmung im Hinblick auf die deutschen Meisterschaften der Junioren Mitte August in Hamburg, bei denen er im vergangenen Jahr überraschend Dritter geworden war.
In Wattenscheid nicht dabei sein werden Sprinterin Sandra König, die weiter an Rückenbeschwerden leidet, und Luminita Zaituc, die sich auf ihren Marathonstart bei den Europameisterschaften in München (10. August) konzentriert.
(B. B.)

WESER KURIER vom 5. Juli 2002
Uralt-Rekord soll geknackt werden
Werder-Staffel startet bei DM
Von unserem Mitarbeiter Philipp Mehrtens
Bremen. Nach zwei Jahren ohne Bremer Beteiligung haben sich erstmals wieder Leichtathleten des Bremer Landesverbandes für die Deutschen Einzelmeisterschaften, die an diesem Wochenende in Wattenscheid ausgetragen werden, qualifiziert. Mit einer Zeit
von 41,98 Sek. unterbot die 4x100-m-Staffel des SV Werder Bremen die Qualifikationsnorm von 42,20 Sek. deutlich und darf sich nun zu den fünfzehn schnellsten Staffeln Deutschlands zählen.
"Natürlich fahren wir trotzdem nur als Außenseiter nach Wattenscheid. Dennoch ist gerade bei Staffelläufen durch gute Wechsel
viel möglich und vielleicht erreichen wir ja zumindest den Endlauf der besten Acht”, gibt sich Schlussläufer Henning Staar vor der Abreise optimistisch und kämpferisch zugleich.
"Allerdings müssten wir dafür wohl im Bereich des Bremer Landesrekordes laufen.” Dieser steht seit nunmehr 38 Jahren bei 41,54
Sek. und wird unter anderem vom legendären Olympiateilnehmer und mehrfachen Deutschen Meister Heinz Schumann gehalten.
Neben Staar komplettieren Olaf Kelterbom und Florian Blessin sowie die beiden Teilnehmer der Deutschen Jugendmeisterschaften Andrei Fabrizius und Torben Kleine, das Staffelquartett des SV Werder Bremen.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 8. Juli 2002
Bunjes unglücklich: Medaille verpasst
Hammerwerferin des SV Holtland nur Vierte bei DM
Von Klaus Jakobs und Uwe Prins
Wattenscheid. Ergreifende Bilder gab es nach der ersten Entscheidung am zweiten Tag der Deutschen Leichtathletik-Meister-
schaften am Sonnabend in Wattenscheid: Nach dem Ende des Hammerwurf-Wettbewerbs der Frauen fielen sich Susanne Keil
und Andrea Bunjes in die Arme und weinten. Keil ließ ihren Tränen vor Freude über den Sieg freien Lauf, Bunjes heulte vor Frust: Die Medaillenhoffnung des SV Holtland hatte zu viel riskiert und “nur” den vierten Platz belegt.
“Sie ist todunglücklich”, fasste Heimtrainer Klaus Beyer das Drama zusammen. Für Experten war klar gewesen, dass Susanne Keil (LG Frankfurt) und Andrea Bunjes den Titel unter sich ausmachen würden. Doch dem Druck, den sich die 26-Jährige selber auferlegt hatte, hielt sie nicht stand: Mit für sie enttäuschenden 61,67 Metern blieb sie hinter den Erwartungen zurück:
ebenso bitter war die Tatsache, dass zu Bronze ganze sechs Zentimeter fehlten.
Vier der sechs Versuche waren ungültig. “Sie war zu hektisch und konnte den Wurf einfach nicht bis zum Ende halten”, meinte Beyer. Bundestrainer Michael Deyle schloss sich dieser Analyse uneingeschränkt an. “Sie hat sich so auf Silber und Gold kon-
zentriert, dass sie nicht in den Wettkampf fand.” Zu all dem Frust gesellte sich eine kleine Portion Ungewissheit: Andrea Bunjes hat wie Keil die EM-Norm von 65 Metern zwei Mal überboten, doch am Sonnabend meldete sich Simone Matthes (62,38) mit dem Gewinn der Silbermedaille noch einmal zurück. “Ich werde dem DLV-Bundesausschuss Leistungssport auf jeden Fall Andrea Bunjes vorschlagen”, betonte Deyle.
Die Deutsche Meisterin Susanne Keil hat das Ticket für die EM sicher, eine weitere Fahrkarte wird das DLV-Gremium wohl an Manuela Priemer vergeben, die Sonnabend Bronze holte. Die 24-Jährige gehört zum Perspektiv-Kader, deren Mitglieder auch ohne EM-Norm berücksichtig werden können. Der dritte Platz geht wohl an Bunjes, das ließ auch DLV-Vizepräsident Rüdiger Nickel durchblicken: “Auch wenn wir hier ein besseres Ergebnis erhofft hatten, sie hat die Norm zwei Mal geschafft : Matthes gar nicht.”
Auch Bunjes´ Klubkameradin Christine Nannen war nicht sonderlich gut aufgelegt. Nachdem sie sich mit einem passablen 55-Meter-Wurf am Freitag für die zweite Runde qualifiziert hatte, blieb ihr nur der zwölfte Platz im Zwölferfeld. Die 20-Jährige konnte
ihre Nervosität nicht ablegen und kam über 53,09 Meter nicht hinaus. “Damit kann ich nicht zufrieden sein : und bin es auch nicht.”

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 8. Juli 2002
Steffen Weber trifft Olympiasieger beim Warm-Up
Norder 4x400-Meter-Staffel gestern Abend auf dem achten Platz im Endlauf / Roland Isenecker
verpasst Finale knapp

Wattenscheid (kj/up). Als Steffen Weber gestern Abend in den Innenraum des Wattenscheider Stadions kam, lief ihm eine
Gänsehaut über den Rücken: “Das ist so eine unglaubliche Atmosphäre hier”, freute er sich mit seinen Norder Staffel-Gefährten
Nik Alberding, Johannes Peters und Thomas Christians allein über die Tatsache, vor 18 000 Zuschauern auf die Bahn gehen zu dürfen. Mit 3:25:33 Minuten kamen die vier jungen Ostfriesen nicht über den achten Platz im Achterfeld des Endlaufs über 4x400
Meter hinaus, waren aber trotzdem zufrieden: Immerhin gehören zwei aus dem Quartett noch dem jüngeren Jahrgang an, zum anderen ist gegen die Kaderschmieden ohnehin kein Kraut gewachsen. Sieger SC Neubrandenburg (3:15:35) und Vizemeister FFC
Berlin (3:17:59) beispielsweise konzentrieren schließlich Nachwuchs-Talente aus der ganzen Republik in ihren Stützpunkten und Mannschaften.
Der Norder Trainer Edzard Alberding lobte das Team in den höchsten Tönen. Nach dem guten Vorlauf heute noch einmal so eine Zeit geschafft zu haben: davor ziehe ich meinen Hut.”
Schon die Vorbereitung zum Finale war ein Erlebnis für die Norder: In der Warm-Up-Phase hab´ ich Nils Schumann getroffen”, ver-
gisst Weber die Momente mit dem Olympiasieger wohl nie. Und Christians fügte hinzu: “Du gehst zum Klo: und wer ist da? Tim Lobinger.” Auch Stabhochspringer müssen mal. Die Stimmung im Stadion war gleichfalls beeindruckend: “Du hast den Eindruck, als ob die Zuschauer jeden einzelnen Sportler anfeuern und beklatschen.” Insgesamt kamen an den drei DM-Tagen über 38 000 Besucher. Im Vorlauf hatte sich die Norder Staffel souverän für das Finale gestern Abend qualifiziert. Mit 3:24:80 Minuten sicherten
sich die Ostfriesen einen der acht-Finalplätze, um den sich insgesamt 27 Staffeln aus ganz Deutschland beworben hatten.
Roland Isenecker, gleichfalls TV Norden, ging recht gelöst in den Diskuswurf-Wettkampf der Männer und verpasste den Endkampf
der besten Acht um etwas mehr als einen Meter. “Etwas mehr war schon drin, aber ich bin nicht unzufrieden”, meinte er am
späten Sonntag Nachmittag. Mit Heimtrainer Hans-Bernd Eilers hatte er sich eine Weite zwischen 53 und 55 Meter als Ziel
gesetzt: das erreichte er mit 53,50 Meter. Seine persönliche Bestleistung von 57,24 Metern, aufgestellt vor einigen Wochen, hätte gestern zum sechsten Platz gereicht: “aber die war nicht drin.” Isenecker verbesserte sich bei seiner zweiten DM-Teilnahme immerhin um vier Plätze, bei seiner ersten Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen hatte er als 13. den Vorkampf nicht über-
standen.

WOLFSBURGER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 8. Juli 2002
VfL-Plan geht auf: Zweimal DM-Edelmetall
Zwei Medaillen sollten es sein – und zwei Medaillen wurden es auch für die Leichtathleten des VfL Wolfsburg bei den Deutschen
Meisterschaften in Wattenscheid. Das Edelmetall gab’s wie erhofft über 400 Meter – Silber durch Jens Dautzenberg im Einzel,
Bronze durch die Staffel.
Dautzenberg (46,19 Sekunden) lief über die Stadionrunde ebenso persönliche Jahresbestzeit wie VfL-Kollege und Titelverteidiger Lars Figura (46,74 Sek.), der hinter Bastian Swillims (Wattenscheid/ 46,33) Vierter wurde. Der Titel, den souverän Ingo Schultz (Dortmund/44,97) holte, blieb für beide allerdings ebenso unerreichbar wie die Qualifikations-Norm (45,50) für die Europameister-
schaften vom 6. bis zum 11. August in München.
“Mit ihren DM-Platzierungen sind wir zufrieden, aber diese Zeit traue ich ihnen denn doch nicht zu – das schaffen ja nur sechs bis acht Leute in Europa”, urteilte Jörn Radmer, Leichtathletik-Abteilungsleiter des VfL. Eine Chance, die EM-Norm zu knacken, gibt’s
noch – beim Qualifikations-Sportfest in Leverkusen.
Dautzenberg hat sie noch nicht abgehakt, hofft weiterhin: “Ein Einzelstart in München wäre eine ganz große Sache…”
Dass er und Kollege Figura für die EM-Staffel nominiert werden, gilt dagegen nach dem Einzel-Einlauf bei den Deutschen Meister-
schaften als sehr wahrscheinlich. Zumal sie auch im VfL-Quartett einen starken Eindruck hinterließen. André Volkmann war hier als Startläufer zu schnell angegangen, aber dann bereitete Alexander Knitsch den Boden für Dautzenberg, der die Wolfsburger
vom fünften auf den dritten Platz führte, den Figura als Schlussläufer verteidigte.
Mit 3:08,03 Minuten verzeichneten die Wolfsburger (bisher 3:09,80) eine weitere neue Bestmarke. Spartenchef Radmer: “Eine tolle Zeit – ich dachte, dass man damit gewinnen kann.” Weil Dortmund (3:06,68 Min.) und Wattenscheid (3:07,01) aber sensationell liefen, platzten seine Träume von Gold oder Silber.
Die erfreuliche DM-Bilanz des VfL rundeten Stefan Paukner (70,19 Meter) als Vierter im Hammerwurf und Mehrkämpferin Beatrice Mau-Repnak (50,35 m) als Neunte des Speerwerfens ab. Abteilungsleiter Jörn Radmer zufrieden: “Die Jahre Wolfsburger Abstinenz
in der Spitzen-Leichtathletik sind vorbei!”

WOLFSBURGER NACHRICHTEN vom 8. Juli 2002
Dautzenberg holte Silber - Bronze für die Staffel
Erfolgreiches Abschneiden des VfL Wolfsburg bei den Deutschen Meisterschaften - Vierter Platz
für Hammerwerfer Paukner
Von Markus Kutscher
Eine Silber- und eine Bronzemedaille - das ist die Ausbeute der Leichtathleten des VfL Wolfsburg bei den Deutschen Meister-
schaften in Bochum-Wattenscheid. Nach dem zweiten Platz von Jens Dautzenberg über 400 Meter am Sonnabend, belegte die 4x 400-m-Staffel am Sonntagabend zum Abschluss der Veranstaltung im Lohrheide-Stadion den dritten Platz.
Wie ein kleiner Junge freute sich Jens Dautzenberg über seinen Vize-Meistertitel. "Es ist optimal gelaufen", jubelte der 28-Jährige nach dem 400-m-Endlauf. Nur dem überragenden Ingo Schultz, der in 44,97 Sekunden eine europäische Jahresbestzeit aufstellte, musste er als Zweiter in 46,19 s den Vortritt lassen. "Der Ingo ist schon eine Erscheinung, wenn er so an einem vorbeirauscht", zollte Dautzenberg dem Dortmunder Respekt. "Schultz läuft wie von einem anderen Stern", setzte VfL-Trainer Werner Morawietz noch einen drauf. Im Vorlauf war Dautzenberg mit 46,27 s die schnellste Zeit gelaufen. Im Finale verbesserte er seine Jahresbest-
zeit noch einmal um acht Hundertstel Sekunden. "Jens wird in den nächsten Wochen eine Zeit unter 46 laufen. 45,70 bis 45,60 hat
er drauf", ist Morawietz überzeugt. Dautzenbergs Bestleistung liegt bei 45,93 s.
EM-Qualifikation geschafft
Auch Wolfsburgs zweites 400-Meter-Ass, Lars Figura, zeigte ein tolles Rennen. Nach 46,90 s im Vorlauf steigerte sich der ent-
thronte Titelverteidiger auf 46,74 s und belegte hinter dem Wattenscheider Bastian Swillims (46,33 s) Rang vier. "Ich gehe fest da-
von aus, dass sich Jens und auch Lars für die Europameisterschaften in München qualifiziert haben. Damit kommt die Hälfte der
4x 400-m-Staffel aus Wolfsburg", sagte der stolze VfL-Trainer.
In der Staffel zählten die Wolfsburger bei den DM zum engsten Favoritenkreis. "Eine Medaille in der Staffel wäre die Krönung", so Morawietz’ Hoffnung vor dem Start. Und seine Jungs sollten ihn nicht enttäuschen.
Zwar mussten sich André Volkmann, Alexander Knitsch, Jens Dautzenberg und Lars Figura in 3:08,03 min der LG Olmypia Dort-
mund (3:06,68) und dem TV Wattenscheid (3:07,01) geschlagen geben, dennoch war die Freude über Bronze riesig. "Die Jungs haben den 25 Jahre alten Vereinsrekord gebrochen. Der lag bei 3:08,90 min", strahlte Morawietz.
Einen hervorragenden Wettkampf absolvierte auch Stefan Paukner. Wolfsburgs Sportler des Jahres 2001 belegte im Hammer-
werfen mit 70,19 m den vierten Platz. Sieger wurde Ex-Weltmeister Karsten Kobs (76,05 m) vor seinem Leverkusener Klubkollegen
Markus Esser (75,36 m) und dem Frankfurter Holger Klose (74,68 m). "Damit sind wir sehr zufrieden", freute sich Morawietz, "Stefan hat das Optimale rausgeholt." Paukner bewies Nervenstärke: Erst mit seinem letzten Versuch verdrängte er Benjamin Boruschewski (Leverkusen) von Platz vier. Mehrkämpferin Beatrice Mau-Repnak belegte im Speerwerfen mit 50,35 m den 9. Rang.
Wechselfehler
Nicht so gut lief es für die Sprinter. John Johnson schied über 100 m in 11,00 s im Vorlauf aus, und auch die 4x 100-m-Staffel ver-
passte den Finaleinzug. Die Zeit von 41,74 s reichten Rafael Lucya, Christoph Stolz, André Volkmann und Lars Figura nicht. "Leider hat es bei Rafael und Christoph einen Wechselfehler gegeben. Das war der Genickbruch", bedauerte Morawietz.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 8. Juli 2002
LG-Duo lief in nationale Spitze
Bronze-Gewinn kam völlig überraschend
Doppelten Grund zur Freude hatte die kleine LG-Delegation bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Wattenscheid. Zunächst sorgte die Deklamation Braunschweigs als Ausrichterstadt der nationalen Titelkämpfe 2004 für beste Stimmung. Und dann boten die sonst mehr im Schatten ihrer Klub-Kollegin Luminita Zaituc stehenden Langstrecklerinnen Birte Bultmann und Victoria Willcox-Heidner mit den Rängen drei und fünf über 5000 Meter unerwartete Leistungen.
In der Schlussrunde des von Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg; 15:46,92 Minuten) dominierten Rennens wehrte Birte Bultmann die zwischenzeitlich bedrohlich nahe gekommene Rostockerin Ulrike Maisch (Rang 4 in 16:24,21) ab und lief als strahlende Dritte hinter der Bonnerin Susanne Ritter (16:15,75) ins Ziel. "Heute hatte ich den ganzen Tag Magenprobleme. Ich konnte mir schon nicht mehr vorstellen, dass das noch gutgehen würde. Rang drei mit Bestzeit ist jetzt natürlich traumhaft. Ich weiß aber, dass ich noch schneller laufen kann und hoffe auf ein paar gute Rennen in den nächsten Wochen", erläuterte die 27-Jährige.
Für Victoria Willcox-Heidner ist der fünfte Platz in 16:36,76 Minuten die bisher beste Einzelplatzierung bei einer deutschen Meisterschaft.
Weniger zufrieden waren die LG-Nachwuchsläufer Dennis Jünemann und Michael Herbst. Im 3000-Meter-Hindernislauf blieb Jüne- mann in der vorletzten Runde am Ende der Spitzengruppe liegend am Balken hängen. Er schlug sich das Knie auf, kam zu Fall und musste aufgeben. In den ersten Runden hatte er sich noch mutig an der Spitze des Feldes gezeigt. Michael Herbst schied im  800-Meter-Vorlauf nach 1:54,75 Minuten aus.
(B.B.)

DEWEZET (Hameln) vom 9. Juli 2002
Marahrens holt DM-Bronze – aber EM-Ticket bleibt ungelöst
Wattenscheid (rd). Das Traumziel EM-Teilnahme in der 4 x 400 m Staffel ist für Nicole Marahrens in weite Ferne gerückt. Bei den deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid blieb die Top-Sprinterin der LG Weserbergland vor allem über 400 m hinter ihren eigenen Erwartungen zurück.
Zwar unterstrich die Studentin einmal mehr, dass sie zu den besten deutschen Sprinterinnen über die Lang-Distanzen gehört, im Endlauf über 400 m landete sie im Lohrheide-Stadion in 54, 16 Sekunden allerdings nur auf dem sechsten Platz. Für Nicole Marahrens eine Enttäuschung, denn damit konnte sie sich nicht für eine DLV-Nominierung für die anstehenden Europameister-
schaften vom 6. bis 11. August im Münchner Olympiastadion empfehlen. Siegerin wurde Birgit Rockmeier (LG Olympia Dortmund)
in 52, 03 Sekunden.
Im Vorlauf war Nicole Marahrens mit 53,83 Sekunden noch deutlich schneller gewesen. Eine absolute Topleistung bot die 25-
jährige von der LG Weserbergland dann im Endlauf über 200 m. In 23,64 Sekunden stürmte sie hinter Siegerin Gabi Rockmeier
(LG Olympia Dortmund/23,43 Sekunden) und deren Schwester Birgit (23, 55 Sekunden) auf den Bronzeplatz. Auch hier war sie in
23,52 Sekunden im Vorlauf schneller.
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