DM-Mehrkampf in Berlin vom 30.8. bis 1.9.2002
DM-Straßenlauf (100 Km) in Rheine-Elte am 31.8.2002
Presseberichte aus Niedersachsen und Bremen

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BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 30. August 2002
Krajenski träumt vom Titelgewinn
Helmstedt. Die deutsche Meisterschaft der 100-Kilometer-Läufer findet am Samstag in Rheine statt. Aus dem Landkreis Helm-
stedt starten Volker Krajenski vom SV Emmerstedt und Frank Volkmer vom TSV Lelm. Für den 36 Jahre alten Krajenski ist die
Meisterschaft der Saisonhöhepunkt. Das Ziel ist eine Medaille und eine Laufzeit unter der persönlichen Bestzeit von 6:43:19 Std.
Damit würde Krajenski seinen eigenen Landesrekord verbessern.
Da trotz des wenige Wochen später stattfindenen Europacups bis auf Michael Sommer fast alle deutschen Topläufer am Start sind
dürfte es sehr schwer für Krajenski werden. Vor der Meisterschaft hatte er sein Training umgestellt. Die Taktik sieht jetzt so aus:
"Ich werde das Rennen etwas langsamer angehen als früher. Bis Kilometer 80 möchte ich ein gleichmäßiges Tempo laufen."
Nach drei zweiten Plätzen bei deutschen Meisterschaften wünscht sich der Läufer endlich auch den Titelgewinn. (arg)

LANDESZEITUNG FÜR DIE LÜNEBURGER HEIDE vom 30. August 2002
Die Qualen sollen sich lohnen
Amelinghausener Läufer bei DM
Amelinghausen (lüb). Die knapp 300 km lange Anreise ins Münsterland werden die sieben Ultralangläuferinnen und -läufer des
MTV Amelinghausen entspannt im Auto bestreiten, doch dann will jeder von ihnen noch einmal 100 km per pedes zurücklegen.
Aber die Qualen sollen sich lohnen. Bei der Deutschen Meisterschaft im 100-km-Straßenlauf im westfälischen Rheine-Elte am
morgigen Sonnabend haben sich die Athleten des MTV viel vorgenommen.
Ausnahmsweise wird diesmal aber nicht ihre Vorzeige-
läuferin Ricarda Botzon im Mittelpunkt stehen. Sie betrachtet die DM als Training für die zwei Wochen später steigende 100-km-
Europameisterschaft im niederländischen Winschoten, wo sie ihren Einzeltitel verteidigen will. In Rheine will die Brietlingerin "nur"
60 km absolvieren - so ist es zumindest geplant.
"Nur falls eine unserer anderen drei Frauen vorzeitig ausfällt, würde sie wohl die gesamte Strecke absolvieren", sagt der Ameling-
hausener Lauftreffleiter Dr. Rüdiger Carlberg. Denn für die Mannschaftswertung müssen drei Läuferinnen ins Ziel kommen. Neben
Botzon gehen für den MTV Margitta Goldbeck, Dr. Sulico Berndt und Marion van Schwamen an den Start. Diese Drei starten mit
großen Ambitionen: Zwischen Platz drei und sechs in der Teamwertung lautet das Ziel. Durchaus machbar, denn bereits vor zwei
Monaten präsentierten sie sich beim Sechs-Stunden-Lauf in Amelinghausen in Topform.
Die drei Männer des MTV, Manfred Goldbeck, Eckhard Schulz und Carlberg, streben in der Mannschaftswertung einen Mittelfeld-
platz an. Doch ihr oberstes Ziel heißt wie auch bei allen anderen Läufern: Durchkommen. Schließlich sind 100 km eine verdammt
lange Strecke - zumindest zu Fuß.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 30. August 2002
Highlight des Jahres für Christian Gustedt und Juliane Barth
Deutsche Mehrkampf-Meisterschaften in Berlin: Arminia Vöhrum mit zwei Leichtathleten vertreten
Vöhrum. Für zwei Leichtathleten des TSV Arminia Vöhrum steht an diesem Wochenende der Höhepunkt der Saison auf dem Pro-
gramm: Die Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Berlin. Viel fehlte nicht und nur ein Vöhrumer wäre in Berlin zugegen gewe-
sen. Doch kurz vor Meldeschluss überbot Juliane Barth als Gaststarterin bei den Hessischen Meisterschaften die Einzelqualifika-
tionsnorm für den Siebenkampf (4580 Punkte) in der weiblichen Jugend B. Bis dato stand die Saison für das 17jährige Talent unter
keinem guten Stern. Verletzungen und Krankheiten ließen keinen planmäßigen Aufbau zu.
Jetzt besteht allerdings die Aussicht, dass sie in dem mit 80 Athletinnen sehr großen Starterfeld ihre wahre Leistungsfähigkeit be-
weisen kann. "Nach den intensiven Einheiten der vergangenen Wochen hoffe ich, dass ich die nötige Spritzigkeit wieder gewonnen
habe", sagt Barth. Das Vöhrumer Siebenkampf-Team hingegen schaffte die Qualifikationsnorm (12 000 Punkte) jedoch nicht, da
die drei Mädchen aus diversen Gründen keinen Mehrkampf gemeinsam bestreiten konnten.
Dabei ist dagegen Christian Gustedt. Der vielseitige Athlet wird im Zehnkampf starten, nachdem er sich im bisherigen Saisonver-
lauf auf den Weitsprung konzentriert hatte. Mit 6641 Punkten weist er im Feld der 27 gemeldeten Zehnkämpfer die elftbeste Vor-
leistung auf. Und die Deutschen Meisterschaften könnten dem 21-Jährigen gerade recht kommen, da der Vöhrumer erst sehr spät
zu seiner Form gefunden hat. "Da ich mich im ersten Teil der Saison auf den Weitsprung spezialisiert habe, hoffe ich, dass die
kurze Vorbereitungsphase von wenigen Wochen für die anderen neun Disziplinen ausreichend war", erklärt Gustedt. (kb)

LANDESZEITUNG FÜR DIE LÜNEBURGER HEIDE vom 2. September 2002
Titel für Botzon und die Mannschaft
Zweimal Gold für MTV
Amelinghausen (lüb). Europameisterin ist sie längst, jetzt hat sich Ricarda Botzon auch den nationalen Titel im 100-km-Lauf ge-
holt. Darüber hinaus gewann sie mit Dr. Sulico Berndt, Marion van Schwamen und Margitta Goldbeck auch noch die Mannschafts-
wertung bei der Deutschen Meisterschaft in Rheine - es war einfach ein goldener Tag für die Läuferinnen des MTV Amelinghausen.
Viel hatten sie sich vorgenommen. Doch gleich zwei Titel abzuräumen, damit hatten sie in ihren kühnsten Träumen nicht gerech-
net. Denn Ricarda Botzon war den Lauf eigentlich nur als Training für die EM in zwei Wochen angegangen und wollte vorzeitig aus-
steigen. Doch stattdessen stieg nach 40 km die Führende Maria Barg aus, und Botzon witterte die Chance zum Sieg.
"Da musste ich durchlaufen, denn dieser Sieg war immer ein Traum von mir." In 8:07:46 Stunden hatte sie im Ziel knapp zehn Mi-
nuten Vorsprung. Grenzenloser Jubel herrschte am Ende auch bei den anderen Amelinghausener Läuferinnen. Berndt (10:59:16),
van Schwamen (10:59:18) und Goldbeck (12:07:12) liefen allesamt eine Klasse-Zeit und machten den zweiten Titel perfekt.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 2. September 2002
Volker Krajenski deutscher Meister
Helmstedt. Das neue Training zahlte sich aus. Volker Krajenski (SV Emmerstedt) wurde am Samstag in Rheine neuer deutscher
Meister im 100-Kilometer-Straßenlauf. Krajenski brauchte 6:58:55 Stunden für die Strecke. Frank Volkmer vom TSV Lelm belegte
Platz 19 (8:43:05).
Wie zuvor geplant begann Krajenski verhalten (41 Minuten auf zehn Kilometer). Nach 25 Kilometern war er noch Siebter, nach 56
Dritter und nach 68 Zweiter. Bei Kilomter 86 ging er in Führung und gab diese nicht mehr ab.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 3. September 2002
Zehnkampf: Pfingsten glänzt bei DM in Berlin
Zwei lange Tage enden auf Platz acht
Norden / Berlin (il). Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Mehrkämpfer in Berlin erreichte Patrick Pfingsten mit
7 264 Punkten den achten Platz. “Das ist nach der langen Verletzungspause ein Riesenerfolg”, freute sich Trainer Hans-Bernd
Eilers vom TV Norden. Dass es letztlich nicht die angestrebten 7 400 Punkte waren, lag vor allem an den schwierigen Bedingung-
en. Die Berliner glänzten nach Meinung von Eilers nicht gerade mit einer organisierten und durchdachten Zeitplanung: So konnte
Pfingsten seinen 400-Meter-Lauf zum Abschluss des ersten Tages erst um 21.30 Uhr absolvieren.
Am Sonntag sah es nicht viel besser aus: Da begann der abschließende 1 500 Meterlauf um 21 Uhr. “Das sind dann einfach zu
lange Tage”, sagte Eilers. Pfingsten lief die 1 500 Meter allerdings so gut, dass er sich von Platz neun auf Platz acht in der Ge-
samtwertung nach vorne schob. Damit verdrängte er sogar seinen Widersacher aus Juniorenzeiten, Peter Hargasser (Regensburg),
auf Rang neun.
Am Sonnabend war Patrick Pfingsten mit einer guten Zeit von 11,33 Sekunden über 100 Meter gestartet. Im Weitsprung blieb der
Norder Athlet mit 6,89 Metern deutlich hinter seiner üblichen Leistung von sieben Metern zurück. Auch in seiner Paradedisziplin -
dem Diskuswerfen - kam er mit 42,68 Metern nicht ganz an seine alte Leistung heran. Beim Stabhochsprung zeigte sich Pfingsten
bis 4,20 Meter sehr sicher. “Dann ist bei ihm der Faden gerissen, und es ging nichts mehr”, sagte Eilers. Die angestrebten 4,40
Meter erreichte der Norder Zehnkämpfer also nicht.
Nach dem verkorksten Stabhochsprung erholte sich Pfingsten aber noch einmal. Schon das Speerwerfen lief viel besser. Hier er-
reichte er eine Weite von 52,48 Metern. Trotz der späten Stunde schaffte er dann beim 1500- Meter-Lauf den Sprung auf Platz
acht. “Unter diesen Bedingungen sind die 7 264 Punkte schon toll”, meinte Eilers. Pfingstens Bestleistung in diesem Jahr lag bis-
lang bei 7 170 Punkten. Damit hat er sich bei dem Wettkampf in Berlin schon steigern können. Der neue Deutsche Meister Florian
Schönbeck kam auf 7 797 Punkte. “Der Abstand ist also gar nicht mehr so groß”, gibt sich Eilers zuversichtlich.

LANDESZEITUNG FÜR DIE LÜNEBURGER HEIDE vom 2. September 2002
Mit Gewissensbissen zum Gold
Amelinghausener Ultralangläuferinnen holen zwei DM-Titel für die LG Lüneburg
Amelinghausen (lüb). Es war wahrlich ein denkwürdiger Lauf, den die Amelinghausener Athletinnen von der LG Lüneburg am ver-
gangenen Sonnabend hinlegten. Nach 60 km wollte Ricarda Botzon eigentlich aussteigen - und wurde am Ende Deutsche Meister-
in. Dr. Sulico Berndt bewältigte ihren ersten 100-km-Lauf überhaupt, Marion van Schwamen verbesserte ihre Bestzeit um 35 Minu-
ten, Margitta Goldbeck gar um 50 Minuten. Jubeln durften sie am Ende alle. Denn neben Botzons Einzelgold nahmen sie auch
noch den Titel in der Teamwertung aus dem westfälischen Rheine mit nach Hause.
Eigentlich ging Ricarda Botzon den Lauf nur als Training für die in zwei Wochen anstehende EM an und wollte nach 60 km aus-
steigen. Doch nach 40 km stieg die Führende Maria Bak (Hersbruck) aus. Sie war beim Versuch, den Europarekord von 7:18 Std.
zu knacken, zu schnell angegangen.
Und Botzon witterte urplötzlich ihre Chance: "Es war schon immer mein Traum, Deutsche Meisterin zu werden." Für den Traum
nahm sie sogar ein schlechtes Gewissen in Kauf: "Ich hatte dem Bundestrainer versprochen, nicht durchzulaufen. Nach dem Lauf
habe ich mich nicht mal getraut, mit ihm zu sprechen."
Denn nun sind ihre Chancen auf die Titelverteidigung bei der EM drastisch gesunken. "Normalerweise braucht man drei Monate,
um sich nach einem 100-km-Lauf zu regenerieren", weiß die Brietlingerin. Doch nun bleiben ihr gerade mal 14 Tage. "Ich vermute,
damit habe ich mir die EM versaut, aber die Chance, einen deutschen Meistertitel zu gewinnen, kommt wahrscheinlich so schnell
nicht wieder." Ein kleiner Trost für den Bundestrainer: Zum Ende des Rennens drosselte Botzon bewusst ihr Tempo. In 8:07:46
Stunden blieb sie rund 36 Minuten über ihrer Bestzeit vom EM-Titel, hatte aber dennoch fast zehn Minuten Vorsprung auf die
Zweitplatzierte Anke Drescher (Hanau).
Mit ihrer Zeit sicherte Botzon den Frauen von der LG Lüneburg den Sieg in der Mannschaftswertung. "Aber auch ohne Ricarda
hätten wir immerhin den zweiten Platz belegt", betont Dr. Rüdiger Carlberg, Lauftreffleiter vom MTV Amelinghausen. Denn die 3 an-
deren Athletinnen liefen wohl den Lauf ihres Lebens. Dr. Sulico Berndt (10:59:16), Marion van Schwamen (10:59:18) und Margitta
Goldbeck (12:07:12) legten allesamt Klasse-Zeiten vor.
Zwar fiel Goldbeck am Ende aus der Wertung, weil auch Botzon durchlief und nur die besten drei Läuferinnen gewertet wurden,
aber "ich habe mir extra während des Laufs das Okay von ihr geben lassen", so Ricarda Botzon. Damit war sie wenigstens schon
mal ein schlechtes Gewissen los . . .
Übrigens kam in Rheine gerade einmal die Hälfte der rund 200 gestarteten Läuferinnen und Läufer ins Ziel. Auch der Ameling-
hausener Eckard Schulze hielt durch und blieb in 12:36:16 Stunden immerhin 24 Minuten unter seiner bisherigen Bestzeit.
Manfred Goldbeck und Rüdiger Carlberg stiegen aus.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 4. September 2002
Juliane Barth erst optimistisch, dann enttäuscht
Nicht alles läuft nach Wunsch - Ordentlicher Wettkampf von Christian Gustedt
Vöhrum. Mit unterschiedlichen Leistungen kehrten die Vöhrumer Starter von den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der
Mehrkämpfer aus Berlin zurück. Die mit sehr viel Optimismus an den Start gegangene B-Jugendliche Juliane Barth erfüllte die Er-
wartungen nicht. Am ersten Tag des Siebenkampfs erzielte sie nur mit der Kugel (10,96 m) ein ordentliches Ergebnis. Übernervös
absolvierte sie die restlichen drei Disziplinen, beendete den ersten Tag als 41. von 74 Teilnehmerinnen.
Mit 5,22 m im Weitsprung eröffnete die 17-Jährige den zweiten Tag. Zum Speerwerfen trat Juliane Barth mit Schmerzen in der
Wade an, bereits nach dem ersten Versuch musste sie aufgeben. "Leider konnte ich durch die vielen Verletzungen und Krank-
heiten meine Ziele nicht annähernd verwirklichen. Ich hoffe, dass ich in der nächsten Saison mehr Glück habe und bessere Leis-
tungen zeigen kann", meinte eine total aufgelöste Juliane Barth.
Besser erging es Christian Gustedt im Zehnkampf der Junioren. "Auch wenn nicht alles nach Wunsch gelaufen ist, hat es sehr viel
Spaß gemacht", resümierte Gustedt, der einige Saisonbestleistungen erzielte. Mit 6297 Punkten erreichte der Armine Platz 16.
Innerhalb seines Zehnkampfes ragten 6,81 m im Weitsprung, 3,80 m im Stabhochsprung und die 4:33,22 Min. im 1500-m-Lauf her-
aus. Erschwerend kam in dem von Dennis Leyckes vom LAV Bayer Uerdingen/Dormagen mit 8122 Punkten gewonnenen Wett-
kampfs hinzu, dass die Zeitplanung nicht gut durchdacht war. An beiden Wettkampftagen wurden die abschließenden Laufdiszipli-
nen jeweils erst nach 21 Uhr absolviert. Eine so lange Wettkampfdauer trägt nicht zu Leistungssteigerungen bei.
"Schade, das Juliane dem nervlichen Druck trotz ihrer vierten Teilnahme an Deutschen Meisterschaften nicht gewachsen war. Die
vielen Probleme in der Vorbereitung haben keinen guten Siebenkampf zugelassen. Christian hat einen ordentlichen Wettkampf ab-
geliefert, in dem leider nur die überdurchschnittlichen Leistungen fehlten", meinte Arminen-Trainer Thomas Petermann.

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 5. September 2002
“Ich war so alle” – DM mit Höhen und Tiefen
Mareike Witt beim Mehrkampf in Berlin Achte
Delmenhorst (abt). “Ich bin nur noch ins Ziel gestolpert.” Sieben Disziplinen an zwei Tagen waren für die Delmenhorster Leicht-
athletin Mareike Witt fast ein wenig zu viel. “Ich war so alle.” Die Finanzbeamtin, die für den TuS Syke startet, belegte in der End-
abrechnung mit 5 208 Punkten Rang acht bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Berlin. “Irgendwie war der Wurm drin”,
war Trainer Udo Meyer mit den Leistungen seines Schützlings nicht ganz zufrieden. Gründe sieht er im Wetter und fehlendem Trai-
ning von Mareike im ersten Halbjahr, weil sie ausbildungsbedingt in Rinteln weilte.
Bei der Auftakt-Disziplin, dem 100-Meter-Hürdenlauf, war die Zeit von 14,82 Sekunden noch okay. Mit 1,63 Meter im Hochsprung
blieb Mareike sechs Zentimeter unter ihrer Bestmarke. Ähnlich erging es ihr im Kugelstoßen. Hatte sie im Training deutlich über
elf Meter gestoßen, blieb ihre Bestweite 10,58 Meter. Beim 200-Meter-Sprint, vierte und letzte Disziplin am ersten Tag, blieb sie
mit 25,70 Sekunden 18 Hundertstel über ihrer Bestmarke und lag damit am Ende des Tages auf Rang zehn.
“Der erste Tag lief nicht gut”, Mareike Witt findet auch im Nachhinein ihre Leistungen “schrecklich”, glaubt, sich nicht richtig vorbe-
reitet zu haben. “Außerdem war ich ziemlich nervös.” Und ein klein wenig allein, denn Udo Meyer musste für kurze Zeit heim zu
einem Familienfest, Mareike fehlte die psychische Unterstützung. Und wer Mareike kennt, weiß, dass sie den Zuspruch braucht.
Der zweite Tag begann mit einem gewaltigen Sprung nach vorne und einer Weite von 5,83 Metern. Das bedeutete eine Verbesser-
ung ihrer persönlichen Bestleistung um 30 Zentimeter. Ein schwächerer Speerwurf mit 35,88 Metern folgte. Und dann noch der
800-Meter-Lauf. “Ich habe die ersten 600 Meter super durchgehalten”, erzählt Mareike Witt, “die letzten 200 Meter bin ich rück-
wärts gelaufen.” Wie sie ins Ziel gekommen ist, weiß sie eigentlich gar nicht mehr, nur noch, dass gleich Sanitäter kamen, weil
sie wohl gestürzt war. Blessuren erinnern sie noch an den Lauf. Aber auch die Zeit, ihre zweitschnellste Zeit, die sie jemals ge-
laufen ist: 2:21,20 Minuten.

OSTFRIESISCHE NACHRICHTEN vom 6. September 2002
Auricher Eduard Tjarks schafft seinen ersten 100-km-Lauf
Kälte und schwere Beine verhindern eine Zeit unter neun Stunden
Rheine. Mit 9 Stunden, 38 Minuten und 56 Sekunden beendete der Auricher Eduard Tjarks von der Laufgemeinschaft Ostfriesland
am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in Rheine-Elte seinen ersten 100-km-Lauf. Bei etwa 12 Grad und einem herr-
lichen Sonnenaufgang wurden rund 200 Teilnehmer auf die lange Reise durch das westfälische Läuferdorf Elte geschickt. 10 mal 10
km oder bildlicher dargestellt, eine Strecke von Aurich bis fast nach Delmenhorst stand für die Läufer auf dem Programm.
Während die Spitzenläufer mit 37 Minuten auf 10 km loslegten, pendelten sich die Rundenzeiten von Tjarks bei etwa 48 Minuten
für die 10-km-Runde ein. Nach 4 Stunden waren so rund 50 km absolviert und alles lief bis dahin optimal. Doch plötzlich zogen
sich die Wolken - die bis dahin für optimale Laufbedingungen gesorgt hatten - zusammen, es wurde kühl und ein kurzer, jedoch
kräftiger Regenschauer prasselte auf die Läufer nieder. Durch die Kälte verkrampfte sich bei Tjarks die Rückenmuskulatur derart,
dass bis km 70 nur ein hin und her zwischen gehen und laufen möglich war. Erst ein zusätzliches T-Shirt sorgte am Ende der Run-
de wieder für die nötige Körperwärme, so dass er die achte Runde wieder mit einer Durchgangszeit von unter 50 Minuten schaffte.
Die Hoffnung, die angepeilte Endzeit von unter 9 Stunden doch noch zu knacken, wurde bei km 91 - als die Beine plötzlich wieder
schwer und immer langsamer wurden - jäh zerschlagen. Mit 9:38:56 Stunden erreichte Tjarks als 50. der Gesamtwertung und 17.
der AK M 45 zwar abgeschlagen in der Meisterschaftswertung, aber dennoch überglücklich das Ziel.
Der Deutsche Meistertitel ging mit 6:58:55 Stunden an den mehrfachen Niedersächsischen Marathonmeister Volker Krajenski vom
SV Emmerstedt (bei Wolfsburg), der sich durch eine gleichmäßige Renneinteilung von Anfangsplatz sechs ganz nach vorne arbei-
tete. Zweiter wurde Thomas Miksch vom TV Kempten in 7:03:27 Stunden vor Wolfgang Schneider von der LGV Gießen (7:10:28),
der damit gleichzeitig Altersklassensieger der M 45 wurde.
Bei den Frauen siegte Ricarda Botzon von der LG Lüneburg in 8:07:46 Stunden vor der Hanauerin Anke Drescher mit 8:16:31 und
Elena Kabrina von der DJK Aachen, für die 8:42:56 Stunden gestoppt wurden

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 6. September 2002
Krajenski lag richtig
Neues Training zahlte sich aus
Von Arne Grohmann
Zwischen Kilometer 40 und 50 merkte Volker Krajenski vom SV Emmerstedt, neuer deutscher Meister im 100-Kilometer-Lauf, daß
in diesem Rennen etwas möglich war. Bei Kilometer 86 wusste er es genauer. Da überholte er den bisher führenden Läufer.
Der Konkurrent war nicht der schlechteste. Thomas Miksch aus Kempten hatte eine starke Saison gehabt und diverse Lang-
strecken-Rennen gewonnen. Doch beim Verpflegungsstand bei Kilometer 85 musste er zum Trinken stehen bleiben. Krajenski be-
richtete, was er in diesem Moment dachte: "Das macht man nicht, wenn man noch fit ist."
Krajenski, der bei Kilometer 50 noch Fünfter war und sich kontinuierlich nach vorne gearbeitet hatte, nutzte seine Chance.
In hohem Tempo zog er an Miksch vorbei. Der versuchte gar nicht mehr, dagegenzuhalten.
Der spätere Vizemeister Miksch (7:03:27 Stunden) hatte 30 Kilometer vor dem Ziel noch einen Vorsprung von mehr als fünf Minu-
ten auf Krajenski. "Ich konnte da nur auf einen Einbruch von ihm hoffen", erinnert sich der neue deutsche Meister (6:58:55).
Der folgende Leistungsabfall des Konkurrenten hätte in der Vergangenheit auch Krajenski passieren können. Gegen Ende der
Langstreckenläufe habe er sonst meist "massive Probleme" bekommen. Doch vor der Meisterschaft hatte Krajenski sein Training
umgestellt.
Mit den geänderten Übungseinheiten versetzte sich der Emmerstedter Läufer in die Lage, über einen längeren Zeitraum ein gleich-
mäßig hohes Tempo zu laufen. Dafür war das Anfangstempo deutlich niedriger als bei den übrigen Favoriten, die nach der ersten
Runde (zehn Kilometer) deutlich anzogen, später aber alle einbrachen. "Ich habe bis Kilometer 90 mein Tempo gehalten", berich-
tete Krajenski. Um sich angesichts des großen Vorsprungs auf den Verfolger vor Krämpfen zu schützen, habe er dann aus Sicher-
heitsgründen einen Gang zurückgeschaltet und das Tempo verlangsamt.
Sportlich hat Krajenski die Saison mit dem Meistertitel für beendet erklärt. Dennoch steht der Höhepunkt noch an: In zwei Wochen
erwartet Ehefrau Andrea das erste Kind.

VERDENER ALLER-ZEITUNG / Achimer Kreisblatt vom 6. September 2002
Apel-Kranz: “So blöd bin ich nicht wieder"
LGKV-Läuferin über Platz vier bei der Deutschen 100 km-Meisterschaft mächtig angesäuert
Achim (hes). “Ich fühle mich um den Lohn monatelangen Trainings gebracht", schimpft Cäcilia Apel-Kranz (LG Kreis Verden).
Bei den Deutschen Meisterschaften im 100 km-Lauf in Rheine-Elte wurde sie in 10:22:33 Stunden als 13. der Frauen und
Vierte der Altersklasse W45 registriert, obwohl sie mit der vor ihr gewerteten Konkurrentin gleichauf ins Ziel kam. “Ich hätte
sie, nachdem ich sie 25 Kilometer lang abgeschleppt habe, in einem Endspurt glatt abgehängt", schimpft sie noch heute, “so
blöd bin ich nicht wieder."
Schon mit dem Training für die Marathon-Landesmeisterschaften begann Cäcilia Apel-Kranz - nach dem Auslaufen der
Cross-Saison im Februar/März - mit ihren Vorbereitungen auf ihren zweiten 100 km-Lauf, die Deutschen Meisterschaften in
Rheine-Elte. Vor vier Jahren hatte die Heilpraktikerin aus dem Badener Moor diese Ultra-Distanz zum ersten Mal bewältigt
und zwar auf bergigem Kurs über Nacht in 11:44 Stunden. Für die 100 km-DM hatte sie aufgrund ihres guten Trainings-
standes und einiger Laufergebnisse wie zuletzt beim Marathon in Wellen und beim Bokeler Straßenlauf einer Zeit von unter
10:48 Stunden als realisierbar angepeilt.
Drittplatzierte mitgezogen
Die Durchgangszeiten in Rheine-Elte nach dem Start um 7 Uhr sprachen für ihr Vorhaben: Die Hälfte der Strecke, also die er-
sten 50 Kilometer hatte sie nach 5:01 Stunden gelaufen. In der achten der Zehn-Kilometer-Runden wollte die LGKV-Athletin
eine Konkurrentin abschütteln, doch die bat sie: "Bleib bei mir, allein komme ich nicht durch." Gemeinsam hatten die beiden
bei Kilometer 80 eine Durchgangszeit von 8:08 Stunden und gemeinsam überquerten sie unter Verzicht auf einen Endspurt
nebeneinander nach 10:22:32 Stunden den Zielstrich – Männer hätten wahrscheinlich nicht auf einen Schlussspurt verzichtet.
Auch wenn sie auf den zweiten fünfzig Kilometern langsamer als bei den ersten war, war sie mit ihrer Zeit sehr zufrieden. Der
Ärger begann erst danach als die vorläufigen Ergebnislisten ausgehängt wurden. Die Frau, die sie auf dem letzten Viertel der
100 km-Strecke unter Verzicht auf eine noch bessere Zeit “mitgeschleppt" hatte, Brigitte Rodenbeck (LG Braunschweig),
war mit 10:22:32 Stunden vor ihr als Gesamt-Zwölfte bzw. Altersklassendritte W 45 platziert und hinter Cäcilia Apel-Kranz
war eine Sekunde mehr (10:22:33) aufgeführt.
Als die Achimerin bei den aufsichtführenden DLV-Funktionären gegen 19 Uhr mündlich Protest einlegte und auch schriftlich
gegen die Wertung angehen wollte, wurde sie barsch mit “das ist doch sinnlos" und mit dem Hinweis, dass die Konkurrentin
2/100 Sekunden vor ihr einlief, abgeschmiert. Nachdem sie “eine Runde Rotz und Wasser geheult" hatte wollte sie auch nicht
mehr zur Siegerehrung gehen. Doch Gerhard Werner (LGKV), der die Qualifikationszeit von unter 13:00 Stunden für die
DM-Teilnahme nicht erbracht und im Rahmen der Veranstaltung die 50 km-Distanz laut Urkunde in 7:50:12 Stunden bewäl-
tigt hatte, überredete sie zur Teilnahme an der Ehrung.
Apel-Kranz schrieb ihrer Braunschweiger Konkurrentin am nächsten Tag einen geharnischten Brief. Die hatte sie bei der Sie-
gehrung gefragt, was sie für sie tun könnte, und die Achimerin hatte ihr ob dieser vermuteten Scheinheiligkeit geantwortet:
“Du? Du hast doch Deine Medaille." – Doch die angeblichen 2/100 Sekunden Differenz ließen sie nicht ruhen, denn es gab in
Rheine keine elektronische oder optische Zeitmessung. Sie rief beim dortigen Verantwortlichen an und ließ sich erklären, wie
die Zeitnahme durchgeführt wurde.
Bei der 100 km-DM haben drei Zeitnehmer mit der Hand mit einer “schreibenden Uhr" die Zeiten genommen. Wenn zwei
Läufer nebeneinander über den Zielstrich laufen, muss die Stoppuhr zwei Mal bedient werden, so dass schon aufgrund der
verschiedenen Reaktionszeiten die erste und die zweite Zeit Unterschiede von wenigen oder mehreren Hundertstel, manchmal
sogar zehntel Sekunden aufweist. Bei drei Stoppuhren wird die mittlerste Zeit zugrundegelegt und bei einem Straßenlauf die
angebrochene Sekunde auf die nächste volle aufgerundet. So kann auch die eine genommene Zeit 10:22:32 und die andere
10:22:33 korrekt sein – wenn, ja wenn die Reihenfolge des Einlaufs klar ist.
Nach Angaben des Veranstalters wurde die Reihenfolge des Einlaufs aber erst am Ende eines nach dem Zielstrich aufgebau-
ten Zielkanals festgestellt – und das ist verkehrt, denn über die Reihenfolge hätte am Zielstrich entschieden werden müssen.
Einspruch beim DLV eingelegt
Gegen diese fehlerhafte Auswertung hat Cäcilia Apel-Kranz nun beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) schriftlich
Einspruch eingelegt. Der DLV versicherte auf Nachfrage, dass der Einspruch ohne Protestgebühr nicht aus formalen Gründen
abgelehnt, sondern an die in Rheine anwesenden DLV-Verantwortlichen zur Stellungnahme weitergeleitet wird.     
Cäcilia Apel-Kranz in ihrem Einspruch an den DLV: “Als Sportlerin könnt’ ich mit der Vergabe des dritten Platzes an zwei
Läuferinnen gut leben.

DIE HARKE (Nienburg) vom 11. September 2002
Horst Feiler verblüfft weiterhin mit immer neuen Weltbestleistungen
Rheine
(DH). Laufveteran Horst Feiler verblüfft die Fachwelt mit immer neuen Weltbestleistungen. Jüngster Coup des Mannes vom
MTV Nienburg: Bei den Deutschen Meisterschaften im 100-Kilometer-Straßenlauf in Rheine stieß der 80-Jährige mit seiner Zeit
von 12:46:23 Stunden in unbekannte Sphären für die Altersklasse M 80 vor und unterbot die alte Bestzeit um fast drei Stunden.
Helmut Gnosa, der bisherige Rekordhalter, hatte bei seinem Lauf in Biel (Schweiz) allerdings die Nachteile von Dunkelheit und
schwerer Strecke in Kauf genommen. Feiler indes setzte auf die Veranstaltung in Rheine, bei der er auf Grund eines Limits von 13
Stunden quasi zum Weltrekord gezwungen wurde. Unter rhythmischem Applaus der Zuschauer lief der Nienburger gesund und
wohlbehalten ins Ziel.
Dort erwartete ihn bereits Guido Tinnemann vom VfR Nienburg, dem nach seinem beendeten Lauf ein Stein vom Herzen fiel, als
Feiler am Horizont der rund ein Kilometer langen Zielgeraden auftauchte. Denn die Organisatoren hatten zuvor vor Tinnemanns
Augen erbarmungslos eine stattliche Anzahl von Wettkämpfern aus dem Rennen genommen, weil sie das Limit für die letzte
Runde nicht geschafft hatten. Allesamt viel jünger als Feiler. Tinnemann selbst hatte zuvor eine harte Nuss zu knacken. In der
Altersklasse M 40 lag die Zeitbegrenzung bei elf Stunden. "Das habe ich seit Jahren nicht mehr geschafft", stöhnte der VfR-Mann
noch am Start. Doch trotz einer Schleimbeutelreizung kam er in 10:31:46 Stunden rechtzeitig ins Ziel.
Auf Feiler wartete letztlich noch ein Wermutstropfen: Der DLV als Veranstalter führte als höchste Altersklasse "70 Jahre und älter".
In dieser Kategorie wurde der Nienburger Zweiter, Meisterehren blieben ihm also verwehrt. Zudem muss der 80-Jährige deshalb um
die Anerkennung des Rekordes in der M 80 kämpfen. Aus Formgründen debattieren darüber Funktionäre am Grünen Tisch. "Und
das kann dauern", meint Tinnemann. "Hoffentlich nicht so lange, bis ein neuer Rekordhalter heranwächst."
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