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Stand: 16. Juli 2004

Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig
(Presse)-Berichte -- Schwerpunkt: Niedersachsen und Bremen

10./11. Juli 2004

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 13. Dezember 2003
Prämie und Bonus-Karte
Bereits 2000 Tickets für Leichtathletik-DM verkauft
Rund sieben Monate sind es noch, dann ist das Stadion an der Hamburger Straße bereits zum zweiten Mal nach 2000 Schau-
platz der deutschen Meisterschaften der Leichtathleten. Karten für dieses Sportereignis gibt es bereits jetzt, und wer sich die
besten Plätze sichern will, tut angesichts von bereits mehr als 2000 verkauften Karten gut daran, sich frühzeitig darum zu
kümmern.
Besondere Konditionen gibt es für Gruppen, die mehr als zehn Karten kaufen wollen, denn wie das Organisationskomitee in
seiner jüngsten Sitzung am Montag beschlossen hat, gibt es ab sofort beim Kauf von zehn Eintrittskarten eine elfte kostenlos
dazu. Dieses Angebot gilt aber nur bei der Vorverkaufsstelle der Tourist-Information Braunschweig. Karten können hier auch
telefonisch unter der Rufnummer 05 31 / 2 73 55 30 bestellt werden. Außerdem wurde ein Vereinswettbewerb ins Leben gerufen,
wonach diejenigen Vereine eine Prämie erhalten, die die meisten Eintrittskarten verkaufen.
Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf von vier bis 49 Euro. Gekauft werden können die Karten in Braunschweig bei der Tourist-
Information am Burgplatz, in der Konzertkasse Schild, in der Konzertkasse Bartels in der Schlosspassage sowie beim Braun-
schweiger Zeitungsverlag, Hamburger Straße 277. Darüber hinaus können Karten bundesweit platzgenau im Internet über
www.ticketonline.de gebucht werden. Weitere Informationen erteilt die Geschäftsstelle der Deutschen Leichtathletikmeister-
schaft 2004, Hamburger Straße 210, 38122 Braunschweig, Telefon 05 31 / 300 98 11, Fax: 05 31 / 300 98 66,
E-Mail:
dm2004braunschweig@arcor.de

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 21. Januar 2004
Olympia macht Lust auf Leichtathletik
Straßenbahn wirbt als rollende Litfaßsäule für die deutschen Meisterschaften am 10./11. Juli
Von Hans-Dieter Schlawis
Augen auf: Eine auf den Namen "Olympia" getaufte Straßenbahn macht seit heute Werbung für die deutschen Leichtathletik-
Meisterschaften, die am 10. und 11. Juli im Stadion an der Hamburger Straße ausgetragen werden. Mit einem Glas Sekt
stießen gestern Rita Girschikofsky, Präsidentin des niedersächsischen Leichtathletikverbandes, Otto Schlieckmann, Mitglied
des Veranstaltungsvorstandes, und Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann auf die rollende Litfaßsäule an und läuteten damit die
heiße Vorbereitungsphase für das sportliche Großereignis ein.
Schon im Jahr 2000 waren die besten deutschen Läufer, Springer und Werfer zu Gast in Braunschweig. 40 000 Zuschauer
waren damals begeistert von der Veranstaltung, die auch diesmal wieder ein ganz dickes Plus bietet: Die deutsche Meister-
schaft ist gleichzeitig Olympiaqualifikation für die Spiele von Athen, alle Stars müssen also in Braunschweig antreten. "Die Titel-
kämpfe sind einer der Höhepunkte des Jahres", sagte Hoffmann, der sich von den beiden Tagen auch Rückenwind verspricht bei
der Bewerbung Braunschweigs als Kulturhauptstadt Europas. "Die deutschlandweiten Schlagzeilen sind uns natürlich sehr will-
kommen." Mit rund 200 schreibenden Journalisten werden auch ARD und ZDF erwartet, die stundenlang live von der Meister-
schaft berichten.
"Wir haben bereits mehr als 3500 Eintrittskarten verkauft", sagte Schlieckmann, der sich natürlich für die beiden tollen Tage je-
weils ein volles Stadion erhofft, damit Braunschweig seinen Ruf verteidigen kann, das "Zürich des Nordens" zu sein. In Zürich
findet alljährlich im Letzigrund-Stadion ein stimmungsvolles Meeting mit allen Stars statt.
Angeschrieben wurden in den zurückliegenden Wochen etwa 500 Helfer aus der ganzen Region. "Wir haben schon weitgehend
Zusagen erhalten", so Schlieckmann. Nicht nur Wettkampfrichter werden bei so einer Mammutveranstaltung dringend benötigt,
um das Programm für Athleten und Zuschauer zu einem Erlebnis zu machen - insgesamt 400 Helfer gilt es zu finden.
Wer demnächst "Olympia" an sich vorbeifahren sieht und so richtig Lust auf Leichtathletik bekommt, erhält ständig Karten über
Ticket-Online ( 01 80 / 5 95 30 00), beim Braunschweig-Kongress (05 31-2 73 55 30) und allen Vorverkaufsstellen unserer Zeit-
ung. Für Gruppen halten die Veranstalter einen Rabatt bereit: Wer zehn Eintrittskarten einer Kategorie kauft, erhält eine elfte
kostenlos dazu. Tageskarten gibt es im Vorverkauf zwischen 4 und 28 Euro, Dauerkarten zwischen 6 und 49 Euro.

Presseinformation vom 26. Februar 2004 (Vom DLV)
Braunschweig ideal für Neuauflage der Titelkämpfe
“Braunschweig hat vor vier Jahren schon bewiesen, dass es ein idealer Austragungsort für die Deutschen Meisterschaften ist”,
erklärt DLV-Generalsekretär Frank Hensel mit Blickrichtung 10. und 11. Juli. “Wir hoffen, den Veranstaltungserfolg von damals
wiederholen zu können und wünschen uns eine gute Stimmung bei einem vollen Haus.” Der Spitzenfunktionär im Deutschen
Leichtathletik-Verband sieht es als entscheidenden Vorteil, dass man auf Bewährtes zurückgreifen kann. “Wir brauchen somit
das Rad nicht neu erfinden, wenn es um die Vorbereitung der Meisterschaften geht.”
Neue Akzente sollen aber nicht zu kurz kommen. DLV-Veranstaltungsmanager Siegfried Schonert plant bei verschiedenen Ver-
anstaltungen im Sommer und natürlich auch in Braunschweig eine Aktion unter dem Motto “Deutschland sucht den Super-
sprinter”, die sich nicht zuletzt an die Jugendlichen richten soll. Außerdem wird das Projekt “Kinder stark machen” wieder in die
DM eingebettet.
Der Vorverkauf für das 450.000 Euro teure und von der Stadt Braunschweig mit 75.000 Euro bezuschusste Event ist ebenfalls
schon angelaufen. “Wir befinden uns noch in einem sehr frühen Stadium”, sagte Siegfried Schonert, “aber wir können mit den
Zahlen bis jetzt zufrieden sein. Unser Ziel ist es, insgesamt optimale Rahmenbedingungen zu schaffen.”  Dazu tragen nicht un-
wesentlich die vielen freiwilligen Helfer aus der Region bei, wie Rita Girschikofsky, die Präsidentin des Niedersächsischen
Leichtathletik-Verbandes verdeutlichte: “Es werden 400 bis 500 Ehrenamtliche bei den Deutschen Meisterschaften im Einsatz
sein, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.”

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 27. Februar 2004
Braunschweig als Trendsetter für den DLV
Vorverkauf für Titelkämpfe läuft gut – Speerwerfer Raymond Hecht schwärmt von Stadionatmosphäre
Von Ute Berndt
Braunschweig. An Braunschweig denkt er gern zurück, und deswegen war er auch gestern wieder angereist. "Vor vier Jahren
habe ich hier mein Olympiaticket bekommen, obwohl ich nach einer Leistenoperation nicht unter den ersten drei gelandet bin",
erzählt Speerwerfer Raymond Hecht, der das Vertrauen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes dann mit Platz vier in Sydney
rechtfertigte. Ehrensache sei es da gewesen, DLV-Generalsekretär Frank Hensel zu helfen, vier Jahre später für die nächsten
Deutschen Meisterschaften in der Löwenstadt zu werben. "Ich erinnere mich auch an die Zuschauer", schwärmt der Magde-
burger. "Das war toll, alles war voll, und die Leute sind mitgegangen." Es sei das Schlimmste für einen Athleten, vor leeren
Rängen oder desinteressiertem Publikum anzutreten.
Dass so etwas bei den Titelkämpfen am 10./11. Juli in Braunschweig passieren könnte, fürchten die Organisatoren nicht. 4200
der 20 000 Sitzplätze an den beiden Meisterschaftstagen sind schon abgesetzt. "Das sind unglaubliche Vorverkaufszahlen fünf
Monate vor den Wettkämpfen", schwärmt Hensel, Braunschweig setze da einen Trend. "Das ist eine Dimension, die uns im
DLV bislang unbekannt war." Auch hinsichtlich des Stadions und des Umfeldes sind die Verbandsverantwortlichen voll des
Lobes über die Bedingungen in Braunschweig: "Da sind im Jahr 2000 Maßstäbe gesetzt worden, die wir diesmal noch über-
treffen wollen", sagt DLV-Veranstaltungsmanager Siegfried Schonert. Sehr hilfreich sei es, dass fast alle Organisatoren und
Helfer schon von vor vier Jahren Meisterschaftserfahrungen mitbringen, betonte Hensel.
Bewährtes, wie die Sponsorenmeile und die Familienunterhaltung rund um das Stadion, sollen bei der 450 000 Euro kostenden
Veranstaltung beibehalten und noch ausgebaut werden. Für Kinder und Jugendliche der Region wird es schon im Vorfeld sport-
liche Mitmachaktionen geben, die die Lust auf Leichtathletik wecken sollen. Als Neuerung kündigte Niedersachsens Leicht-
athletik-Präsidentin Rita Girschikofsky den Ablauf bei den Siegerehrungen an. Sie werden diesmal gleich nach den Wett-
kämpfen an Ort und Stelle abgehalten. Girschikofsky dirigiert gemeinsam mit dem örtlichen Organisationschef Otto Schlieck-
mann (MTV Braunschweig) 450 Ehrenamtler aus Vereinen der Region, die die 1200 Athleten betreuen werden: "Wir wollen be-
weisen, dass die Leichtathletik in Niedersachsen jung ist und ein junges Team auf die Beine stellen." Raymond Hecht jedenfalls
ist schon voller Vorfreude, sein Olympiaticket wieder in Braunschweig lösen zu können. Diesmal allerdings will er es auf regu-
lärem Weg tun, mit dem Gewinn einer Medaille.

Presseinformation vom 29. April 2004 (Vom DLV)
DM Braunschweig: Guter Vorverkauf
Claudia Marx erwartet harten Kampf um Staffelplätze
In einer Pressekonferenz im Braunschweiger Eintrachtstadion zogen die Veranstalter eine Zwischenbilanz der Vorbereitungen
auf die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften, die am 10. und 11. Juli dort als entscheidende Olympia-Qualifikation ausge-
tragen werden. In allen Punkten sind die Ausrichter mit dem Stand der Vorbereitungen sehr zufrieden. Dies gilt besonders für
den Kartenvorverkauf: Rund 6000 Tickets für die DM sind bereits abgesetzt, darunter fast alle Plätze der teuersten Kategorie
auf Zielhöhe. Weitere regionale Werbemaßnahmen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt laufen gerade an und werden dazu
beitragen, dass es wie bei der letzten DM in Braunschweig vor den Olympischen Spielen 2000 zu gefüllten Rängen im
“schönsten Leichtathletik-Stadion Deutschlands” kommen wird.
Insgesamt etwa 400 freiwillige Helfer und Mitarbeiter werden an den beiden Meisterschaftstagen dafür sorgen, dass die Titel-
kämpfe, die einen Etat von 450.000 Euro verbrauchen, der erhoffte Erfolg werden. Wichtige Wirtschaftspartner der Region sind
mit im Boot und wollen ihren Beitrag dazu leisten. Veranstaltungsvorstand Otto Schlieckmann machte deutlich, dass die Braun-
schweiger Leichtathleten bemüht sind, eine mindestens genauso perfekte Meisterschaft zu organisieren wie vor vier Jahren. Er
ist sicher, dass die Konzentration auf zwei Tage mit Meetingcharakter die nationalen Titelkämpfe für die Fans attraktiver macht
und sich bewähren wird.
Die Deutsche Meisterin im 400m-Lauf, Claudia Marx (Berlin), nahm als Gast an dieser Pressekonferenz teil und berichtete von
ihren Erwartungen an die Wettkämpfe in Braunschweig. Bei der DM 2000 belegte sie krankheitsbedingt nur Rang sechs. “Eine
erhebliche bessere Platzierung ist in diesem Jahr Pflicht. Es wäre prima, wenn ich schon vor der DM die Olympianorm laufen
könnte. Falls nicht, wird das spätestens in Braunschweig gelingen.” Die Staffel-Europameisterin erwartet ein spannendes und
hochklassiges 400m-Finale, weil sich mehr als ein halbes Dutzend Läuferinnen Hoffnungen auf einen der begehrten Staffel-
plätze für Olympia machen. Nach einem erfolgreichen Trainingslager in der Türkei fühlt sich Claudia Marx auf dem richtigen
Weg, bei der Titelvergabe wieder ein Wort mitzureden und sich damit für die Olympischen Spiele zu qualifizieren.
Mehr Infos zur DM (beim DLV)

Presseinformation vom 22. Juni 2004 (Vom DLV)
Von Bydgoszcz nach Braunschweig
Europameister Ingo Schultz, der die deutsche Mannschaft am letzten Wochenende beim Europacup in Bydgoszcz als Kapitän
zum Sieg führte, zog am Dienstagnachmittag bei einer DLV-Pressekonferenz in den Räumen des Sponsorpartners NRG
Nashuatec eine positive Zwischenbilanz der Olympiasaison auf dem Weg zum nächsten großen Zwischenstopp, den Deutschen Meisterschaften am 10. und 11. Juli in Braunschweig. "Dieser Europacuperfolg war für uns riesig", sagte der 400-Meter-Läufer,
der auch einen Appell aussprach. "Man sollte dieser jungen Nationalmannschaft eine Chance geben. Wie man in Bydgoszcz
gesehen hat, ist sie nicht so schlecht wie manche denken. Es soll keiner etwas schön reden, aber die jungen Athleten haben
eine faire Chance verdient."
Wichtige Erkenntnisse nahm auch die siegbringende 4x400-Meter-Staffel aus Polen mit nach Hause. "Ich bin davon überzeugt,
dass wir läuferisch und wechseltechnisch noch Reserven haben und noch zwei Sekunden schneller sein können, wenn alles
optimal läuft", meinte Ingo Schultz. Damit würde auch der 19 Jahre alte deutsche Rekord (2:59,86 min) wackeln. Sich selbst
sieht der Bergedorfer auf dem richtigen Weg zu den Olympischen Spielen im August in Athen. "Die Leistungen sind in etwa so
wie vor drei Jahren, eine Zeit unter 45 Sekunden ist möglich", berichtete er. 2001 wurde Ingo Schultz in Edmonton Vize-Welt-
meister.
Der Europacup-Sieg der deutschen Männer am Wochenende in Bydgoszcz brachte auch für den Kartenvorverkauf zu den
Deutschen Meisterschaften in Braunschweig positive Akzente. Am gestrigen Montag fanden allein weitere 250 Tickets ihre Ab-
nehmer. "Damit haben wir jetzt rund 8.000 Tickets verkauft", stellte Veranstaltungsvorstand Otto Schlieckmann zufrieden fest,
"die Hälfte der Sitzplätze sind an beiden Tagen schon vergeben." Rita Girschikofsky, die Präsidentin des gastgebenden Nieder-
sächsischen Landesverbandes, sah in der Austragung der Meisterschaften auch eine Verpflichtung: "Das ist immer eine Her-
ausforderung. Unser Ziel ist es, den Menschen in der Region die Leichtathletik näher zu bringen." Dazu werden nach Ansicht
von DLV-Generalsekretär Frank Hensel auch die Athleten ihren Beitrag leisten. "Ich erwarte noch einmal einen Leistungs-
schub", sagte er im Ausblick auf die letzte Qualifikationschance für die Olympischen Spiele. "Allerdings haben viele Top-Ath-
leten ihre Normen schon erfüllt." Mit den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig könnte sich seiner Einschätzung nach
ein DLV-Team von rund 75 Athleten für die Spiele formieren und in Niedersachsen nach Athen verabschieden.
Ticket-Hotline: 01 80 - 5 95 30 00 /
Mehr Infos zur DM (beim DLV)

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 5. Juli 2004
Ein Trio kann auf eine Medaille hoffen
Fünf Einzelstarter und eine Staffel der LG Braunschweig wollen den Heimvorteil nutzen
Von Hans-Dieter Schlawis
BRAUNSCHWEIG. Wird sich der Heimvorteil bei den deutschen Meisterschaften nutzen lassen? Die Starter der Leichtathletik-
Gemeinschaft Braunschweig hoffen sehr darauf. Immerhin drei von ihnen, Birte Bultmann, Susanne Ritter und Oliver Dietz,
haben Medaillenchancen. Vor allem die 29-jährige Birte Bultmann kann sich ihren ersten großen Titel holen. Über die 3000 m
Hindernis, erstmals bei einer DM ausgetragen, sind mit der Industriekauffrau 13 Läuferinnen gemeldet, die von der Leistung her
ganz nah beieinander liegen. Die Schnellste der Saison, Verena Dreier aus Sieg, startet nicht. Im vorigen Jahr führte die LG-
Athletin die Bestenliste auf dieser Strecke sogar an.
5000 m gut besetzt
Aber Birte Bultmann hat sich noch nicht offiziell entschieden, ob sie die 3000 m Hindernis und die 5000 m oder nur eine der
beiden Strecken läuft. "Ich entscheide mich erst kurz vor dem Start", sagt die 29-Jährige stereotyp, die lieber die längere
Strecke läuft. Doch da hängen die Trauben hoch, wenn Irina Mikitenko und Sabrina Mockenhaupt antreten, die beide mehr als
eine Minute vor der nationalen Konkurrenz herlaufen. Bultmann liegt von den Zeiten her auf Platz drei in der Meldeliste, Vereins-
kameradin Susanne Ritter auf Platz vier. Deren Chancen steigen, je kühler die Temperaturen sind - beim derzeitigen nord-
deutschen Sommer eine berechtigte Hoffnung. Dritte Braunschweigerin im Bunde ist Victoria Willcox-Heidner, die auf einen
Mittelfeldplatz hoffen darf.
Oliver Dietz dagegen richtet seine Blicke nach ganz vorn. Er hat gute Chancen aufs Treppchen und bestens trainiert. Der 27-
Jährige ist in der Form seines Lebens. 17 Läufer haben für die 5000 m gemeldet, hinter einige Namen müssen aber dicke
Fragezeichen gesetzt werden. Was ist mit Titelverteidiger Jan Fitschen, den Rückenschmerzen plagen? Wie ist Wolfram
Müller, der Schützling von Isabell Baumann, einzuschätzen, der noch keine ernstzunehmende Zeit in der Statistik hat?
Schüttelt Thorsten Gombert diesmal seine Phobie vor Meisterschaftsläufen ab? Erst wenn am Sonnabend, 10. Juli, um 19.20
Uhr der Startschuss fällt, lichtet sich der Nebel.
Staffel läuft Sonnabend
Zumindest mit einer Finalchance nimmt Carolin Dollas, die frischgebackene norddeutsche Meisterin, den Hochsprung-Wett-
bewerb auf. Sollte sie die Saisonbestleistung von 1,83 m bestätigen, müsste der Sprung unter die letzten acht klappen.
Die Braunschweiger Farben vertritt am 10./11. Juli neben den Einzelstartern noch die 4 mal 100 m Staffel der Frauen. Die
A-Jugendliche Teresa Emmrich, Carolin und Isabell Dollas sowie Sandra König wollen an den Start gehen. Sandra König, die
über die 100 und 200 m an der Norm für die DM gescheitert war, hat vom Leichtathletik-Verband dennoch die Möglichkeit er-
halten, über die 200 m anzutreten - quasi eine Wildcard für eine Lokalmatadorin. Ob sie die einlöst, wird sie aber erst am Sonn-
abend nach dem Staffel-Lauf entscheiden.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 6. Juli 2004
VfL hat zwei Olympia-Eisen im Feuer
Detlef Bock und Jens Dautzenberg wollen bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften alles klar machen
Von Stefani Franzke
WOLFSBURG. Vor einer ungewissen Zukunft steht die Leichtathletik beim VfL Wolfsburg. Während die besten Athleten des
Vereins bei der deutschen Meisterschaft am nächsten Wochenende in Braunschweig um zwei Tickets zu den Olympischen
Spielen im August in Athen und um vordere Platzierungen kämpfen, wird sich vermutlich entscheiden, ob die Abteilung ihre
Spitzenathleten auch im nächsten Jahr halten kann. "Volkswagen hatte uns Sportförderplätze zugesagt, als wir vor drei Jahren
anfingen, hier etwas aufzubauen. Dann ist diese Förderung in eine Zahlung umgewandelt worden. Dieses Geld ist nun vermut-
lich zum Jahresende aufgebraucht. Wie es dann weitergehen soll, wissen wir nicht", schildert Jörn Radmer, Leichtathletik-
Abteilungsvorsitzender beim VfL, die Situation.
Das hingegen sieht Axel Diedrich von der VW-Sportförderung ganz anders: "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir eine
Anschubfinanzierung leisten. Im März des vergangenen Jahres habe ich den Leichtathleten dann nochmal mitgeteilt, dass der
Vertrag nicht verlängert wird." Aber: "Wir fördern nach wie vor den Gesamtverein VfL. Da muss der Verein sich entscheiden,
welche seiner Sparten er fördern möchte", ergänzt Diedrich. Genau diese Gespräche würden derzeit im Verein laufen, sagt
Radmer. Und am Wochenende hoffe er auf eine Aussage.
Sportlich läuft es beim VfL gut, immerhin kann Kugelstoßer Detlef Bock das Ticket zu den Olympischen Spielen am Sonntag
(Beginn des Kugel-Wettbewerbs ist um 15.25 Uhr) mit mindestens Platz drei endgültig lösen und auch Jens Dautzenberg darf
sich berechtigte Hoffnungen auf einen Staffel-Platz im olympischen 4x400-Meter-Rennen machen. "Das wird was mit einer
Medaille", sagt ein optimistischer Bock. Einem Wettkampf in den Niederlanden in der vergangenen Woche ließ der Berliner
eine viertägige Trainingseinheit in Kienbaum folgen. Jetzt tritt der 29-Jährige bis zum Wochenende etwas kürzer, "lässt noch-
mal ein bisschen Luft ran", erklärt Bock gut gelaunt. Die Norm (20,30 Meter) hat er bereits überboten, doch die Konkurrenz ist
groß, nur eine Medaille in Braunschweig würde den Platz endgültig sichern.
Während bei 400-Meter-Läufer Jens Dautzenberg alles nach Plan läuft, er sich in Braunschweig endgültig die Nominierung für
den Staffel-Kader sichern kann, hat sein Vereinskollege Lars Figura Probleme. "Er hat Tage, wo es super läuft, dann geht es
wieder bergab. Er trainiert aber starke Umfänge. Woran es genau liegt, wissen wir nicht", sagt VfL-Trainer Werner Morawietz.
Doch Trainer und Athlet hoffen auf die Meisterschaft: "Da hat Lars bisher immer gute Leistungen gebracht." Bei der EM 2002
waren die beiden Wolfsburger 400-Meter-Läufer mit der Staffel in München Siebte geworden.
Eine Medaillenchance rechnet sich Morawietz in Braunschweig zudem für die 4x400-Meter-Staffel des VfL aus. Endlaufchancen
hat außerdem Dennis Roloff über die 800 Meter, im Hammerwerfen peilt Stefan Paukner einen Platz unter den ersten fünf Ath-
leten an, in den Endkampf könnte hier zudem Marcus Kahlmeyer gelangen. Achillessehnenprobleme zwangen 800-Meter-
Läuferin Berit Bauer gestern endgültig zur Absage der Meisterschaft. "Es geht nicht einfach nicht mehr. Sie kann nicht
schmerz- frei laufen", erklärt Morawietz.
Wer noch Karten für die Meisterschaft am Wochenende im Vorverkauf ergattern möchte, muss sich beeilen. Nur noch bis ein-
schließlich Mittwoch läuft der Vorverkauf. Die Ticket-Hotline: (01 80) 595 3000.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 7. Juli 2004
"Wir sehen hochklassige Wettbewerbe"
Frank Hensel, Generalsekretär des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, freut sich auf Braunschweig
Von Hans-Dieter Schlawis
Braunschweig. Frank Hensel, Generalsekretär des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, ist sich sicher: "Das werden ganz stimmungsvolle Meisterschaften wie vor vier Jahren. Wir werden hochklassige Wettbewerbe sehen. Ich freue mich auf Braun-
schweig." Drei Tage vor den deutschen Meisterschaften im Stadion an der Hamburger Straße steigt die Anspannung bei allen
Beteiligten: Die mehr als 1500 Athleten fiebern den Duellen entgegen, die Top-Leichtathleten stehen vor einer ernsten Stand-
ortbestimmung auf dem Weg nach Athen, die Veranstalter blicken schon mal gen Himmel. Endet der norddeutsche Frühwinter
wenigstens für diese zwei Tage?
Für die Sportler ist so ein nationaler Titelkampf immer etwas Besonderes, da ist sich Frank Hensel, der ehemalige Klasse-
Zehnkämpfer, sicher, hat er doch auch eine Goldmedaille zu Hause hängen. "Ein solcher Titel ist etwas fürs Leben, er hat et-
was Herausragendes für einen Sportler", sagt Hensel. Wettkämpfe, selbst gut dotierte, seien beliebig austauschbar, ein
Meistertitel aber habe einen hohen Stellenwert für Sportler, Vereine und Verbände. Sich auf den Punkt genau gegen starke
Konkurrenz durchzusetzen, das sei das Entscheidende. "So ein Titel erhöht natürlich auch den Marktwert." Wer antritt, gibt
also in Braunschweig sein Bestes, auch wenn die ganze Saisonplanung auf die Olympischen Spiele ausgerichtet ist.
Insgesamt, so Hensel, der ab 1. Oktober neben seiner jetzigen Position auch die Funktion des Sportdirektors beim DLV über-
nimmt und somit zur inhaltlichen Steuerung des Leistungssports zurückkehrt, befinde sich die Leichtathletik im Aufwind - ge-
messen an den Leistungen des vorigen Jahres mit der Pariser WM-Pleite. "Sport entwickelt sich nunmal in Zyklen. Außerdem
sind wir vorige Saison doch auch nicht in die Bedeutungslosigkeit versunken. Die Nationenwertung als Bezugssystem ge-
nommen, gehören wir immer noch zu den großen Drei." Dass Deutschland in bestimmten Disziplinen weit hinter der Weltspitze
herlaufe, sei nichts Außergewöhnliches. "Im Lauf herrscht nun mal eine drückende Dominanz der Afrikaner. Dass wir da nicht
mithalten, ist kein deutsches, das ist ein europäisches Problem." Es habe noch nie eine Nation gegeben, die in allen Diszi-
plinen gleich gut gewesen sei. "Gerade in den technischen Disziplinen wie Stabhochsprung, Speer oder Diskus sind wir aber
ganz vorn dabei", freut sich Hensel. Da wo die Technik-Komponente das rein Physische einschränke, seien die Chancen eben
höher. Das Braunschweiger Publikum profitiert davon: Im Stabhochsprung etwa haben vier Athleten die Olympianorm von 5,70m
geknackt, im Kugelstoßen drei, im Diskuswerfen vier, im Speerwurf gar sechs. Doch nur drei dürfen je Disziplin nach Athen.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 8. Juli 2004
Vernünftig-verrückte Extrem-Typen
Richtig spannend wird es am Wochenende bei den Stabhochspringern - Björn Otto will mit nach Athen
Von Stefani Franzke
Braunschweig. Björn Otto ist nicht sonderlich schnell, "mit dem Stab bin ich aber auch nicht langsamer". Beste Voraussetz-
ungen also, um ein erfolgreicher Stabhochspringer zu werden. Derzeit allerdings haben die deutschen "Stabies" durchweg Pro-
bleme. Egal, ob Tim Lobinger, Lars Börgeling, Daniel Ecker oder eben Björn Otto. Dabei hatte es bei dem 26-Jährigen in der
Hallensaison noch so gut geklappt. 5,81 Meter sprang er. Bestleistung.
Ein Urlaubssemester sollte die Vorbereitung auf das große Ziel - die Olympischen Spiele in Athen - erleichtern. Aber: "Es läuft
nicht", sagt der Dormagener. Magere 5,50 Meter hat er unter freiem Himmel in dieser Saison überwunden. Letzte Chance, das
Ticket nach Athen doch noch zu buchen, sind die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am Sonnabend und Sonntag in
Braunschweig. Nur wer hier eine Medaille holt, darf mit. Spannung pur bei den als ziemlich extrovertiert bekannten Athleten.
"Wir haben alle ne Macke", sagt Otto lachend. Es gehöre aber auch eine gehörige Portion Mut dazu, sich an einem Stab knapp
sechs Meter in die Höhe zu wuchten, um dann auf eine Schaumstoffmatte zu knallen. "Wir haben auch fast alle extreme
Hobbys", erzählt der Biologie-Student Otto, der selbst gern mit dem Gleitschirm unterwegs ist. Lars Börgeling ist begeisterter
Wave-Boader. "Wir sind Menschen, die vernünftig-verrückt sind, aber kein 08/15-Leben führen. Und ansonsten sind wir eine
lustige Truppe."
Während Danny Ecker, Tim Lobinger und auch Lars Börgeling am Dienstagabend beim Grand Prix in Lausanne am Start waren,
trainierte Björn Otto zu Hause in Dormagen, versucht weiter, seine Probleme in den Griff zu bekommen. "Es will einfach nicht
so", hadert der Leichtathlet. Der Einstich-Absprung-Komplex passt nicht 100prozentig. Aber: "Die Hoffnung stirbt zuletzt", gibt
sich Otto, der übrigens schon immer für LAV Bayer Uerdingen/Dormagen startet, kämpferisch. Ganz gelassen wolle er in den
alles entscheidenden Wettkampf gehen, "vielleicht habe ich mir in den vergangenen Wochen zu viele Gedanken gemacht".
Klar ist, dass der Stabhochsprungwettbewerb in Braunschweig ein echter Knüller wird. Nur wer die Nerven behält und eine
Medaille holt, darf am Saisonhöhepunkt teilhaben. Zwar seien die Stabhochspringer "eine Familie", wenn in Braunschweig aber
die drei Olympia-Plätze vergeben werden, "ist sich jeder selbst der Nächste", gibt sich der Dritte der Studenten-Weltmeister-
schaft des vergangenen Jahres keinen Illusionen hin. Ansonsten sei es aber ein ganz normaler Wettkampf für ihn.
Beruhigend ist für Otto, dass "auch die anderen nicht so drauf sind". 5,75 Meter werden seiner Ansicht nach für ein Olympia-
Ticket reichen. "Und auch 5,70 Meter im ersten Versuch reichen", wagt der Dormagener eine Prognose. Doch auch hier steht
zunächst die erste Hürde für alle Stabies: die Anfangshöhe. "Wenn ich die habe, werde ich ruhiger."

Presseinformation vom 8. Juli 2004 (Von Markus Steinbrück)
Drei LG-Nordheide-Staffeln im Konzert der Großen
Winsen. Mit einem Großaufgebot von 14 Aktiven ist die LG Nordheide als einziger Verein aus dem Landkreis Harburg beim
nationalen Saisonhöhepunkt der deutschen Leichtathletikszene vertreten. Bei den 104. Deutschen Leichtathletik-Meister-
schaften, die am Sonnabend und Sonntag im Stadion an der Hamburger Straße in Braunschweig stattfinden, steht für die
Spitzenkönner der Männer und Frauen neben dem Streben nach nationalen Meistertiteln auch die entscheidende Qualifikation
auf dem Weg zu den Olympischen Spiele in Athen auf dem Programm.
Seit vielen Jahren sind in diese Veranstaltung die
Deutschen Jugend-Staffelmeisterschaften integriert. Und für diese Titelkämpfe haben sich gleich drei schnelle Staffeln der LG
Nordheide qualifiziert. In diesem Ausmaß ein absolutes Novum für die LG aus Winsen und Umgebung! Neben gleich zwei
männlichen Staffeln über 3 x 1000 Meter hat trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Viertelmeilerin Klaudia Neubauer auch
das 4 x 400-Meter-Quartett der weiblichen Jugend A die Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) unterboten.
Die 1000-Meter-Staffeln ließ Trainer Gerd Prüsmann im bisherigen Saisonverlauf stets getrennt nach männlicher A- und B-
Jugend laufen. In Braunschweig werden unabhängig von der eigentlichen Altersklasse nun die drei schnellsten Jugendlichen die
erste Staffel bilden. So geht der Coach von einer erheblichen Steigerung der Saisonbestmarke von 8:01,60 min aus. Diese wird
auch vonnöten sein, um das erklärte Ziel “Endlaufteilnahme” zu realisieren.
Um dieses Finale der besten Zehn (Sonntag, 16.10 Uhr) zu erreichen, ist erfahrungsgemäß eine Zeit von mindestens 7:45 min
erforderlich. Dass Christian Bernau (1:53,77 min), Sören Ludolph (1:57,19 min) und Nils Lasse Gutzeit (1:59,27 min) derzeit in
guter Form sind, bewiesen sie vor Wochenfrist mit ihren 800-Meter-Zeiten bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Jena. In
einem Feld von insgesamt 39 Staffeln wird die zweite LG-Vertretung mit Markus Hiller, Nils Oksas und Max Neubauer weitgeh-
end chancenlos bleiben. Für sie zählt vor allem das Erlebnis der erstmaligen Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft. Die
Vorläufe finden am Sonnabendmorgen ab 9.55 Uhr statt.
Rang 25 unter 46 gemeldeten Mannschaften nimmt die 4 x 400-Meter-Staffel der LG Nordheide ein. Bei einem geforderten Wert
von 4:15,20 min gelang die Qualifikation mit dem neuen Kreisrekord von exakt 4:08,0 min. Die Jugend-DM-Vierte über 200
Meter, Jala Gangnus, und 800-Meter-Läuferin Corinna Hinck sind die festen Größen in diesem Quartett. Daneben werden vor-
aussichtlich Kathrin Costard und Inka Husmeier am Sonnabend um 11.25 Uhr zum Vorlauf antreten. Anna Brummund steht als
Ersatzläuferin bereit. Der Endlauf (Sonntag, 15.55 Uhr) bleibt für die LG-Mädels bei der Vielzahl der gemeldeten Staffeln ein
unerreichbares Ziel.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 9. Juli 2004
Andrea Bunjes kämpft um Titel und Olympia-Ticket
Leichtathletik: Die Hammerwerferin gehört zu den Favoritinnen bei der Deutschen Meisterschaft
Von Klaus Jakobs
Braunschweig. Die 104. Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen in Braunschweig bilden an diesem Wochenende
den nationalen Höhepunkt der Freiluftsaison. Gleichzeitig ist dies die entscheidende Qualifikation für die Olympischen Spiele
in Athen. Im Stadion an der Hamburger Straße stellen sich auch drei ostfriesische Leichtathleten aus drei Vereinen der Kon-
kurrenz.
Hammerwerferin Andrea Bunjes vom SV Holtland präsentiert sich derzeit in sehr guter Form. Die 28-Jährige belegt mit 70,26
Metern derzeit Rang zwei in der Deutschen Bestenliste. Sie schaffte es als erste Deutsche, die Olympianorm (67,50) zu über-
bieten. “Die letzten Trainingseinheiten sind sehr gut gelaufen, und die Ergebnisse waren sehr vielversprechend”, erzählt Bunjes.
Nach der Silbermedaille im vergangenen Jahr will die Wahl-Frankfurterin in Braunschweig erneut um den Titel kämpfen. Viel
wichtiger ist der Ostfriesin allerdings die endgültige Qualifikation für Athen. “Natürlich will ich bei der Titelvergabe ein Wörtchen
mitreden. Allerdings wäre ich auch mit Platz zwei oder drei zufrieden”, sagt Bunjes. “Die Nominierung für Olympia hat für mich
absolute Priorität.” Auch Heimtrainer Klaus Beyer traut seinem Schützling einiges zu. “Ich gehe davon aus, dass Betty Heidler
und Andrea um den Titel werfen, wobei Betty wohl die Favoritenrolle zusteht”, glaubt der Coach. “Aber Andrea ist gut drauf und
sieht dem Wettkampf positiv entgegen. Natürlich hoffe ich, dass sie es schafft, sich für Athen zu qualifizieren.” Neben Heidler
und Bunjes haben auch Simone Mathes (Kulmbach) und Kathrin Klaas (Frankfurt) die geforderte Norm überboten. Mit 67,97
und 67,88 Metern liegen sie allerdings deutlich hinter dem Führungsduo. Auch der Deutschen Rekordhalterin, Susanne Keil
(Frankfurt), kann man nach überstandener Verletzung wieder einiges zutrauen.
Mit guten Würfen konnte Roland Isenecker in den letzten Wochen überzeugen. Der Diskuswerfer vom TV Norden schaffte 2003
in Ulm mit 52,71 Metern den Einzug ins Finale und mit Rang acht die beste Platzierung bei einer DM. Auch in diesem Jahr hofft
der Modellathlet auf den Einzug in den Endkampf. “Die Konkurrenz ist in diesem Jahr besonders groß”, weiß Trainer Hans-
Bernd Eilers. “Aber dennoch könnte Roland erneut der Sprung ins Finale gelingen. Mit 54,98 Metern hat er bereits eine gute
Weite vorgelegt.”
Melanie Schütte vom SV Georgsheil ist momentan ebenfalls in guter Verfassung. Sie schleuderte den Diskus erst vor kurzem
auf ausgezeichnete 50,86 Meter und stellte damit einen neuen Bezirksrekord auf. Auch für die Georgsheilerin wäre eine Final-
teilnahme ein großer Erfolg.

WOLFSBURGER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 9. Juli 2004
Bock: “Gehe davon aus, dass ich eine Medaille hole”
Am Wochenende finden in Braunschweig die Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten statt. Aus Sicht des VfL Wolfsburg
besonders im Blickpunkt: Detlef Bock. Der Kugelstoßer will sich am Sonntag endgültig sein Ticket für Olympia sichern. WAZ-
Sportredakteur Andreas Pahlmann sprach mit dem 30-Jährigen, der seit zwei Jahren für den VfL startet.
WAZ: Herr Bock, wer kann Ihnen in Braunschweig das Olympiaticket noch weg nehmen?
Bock: Die Olympianorm von 20,30 Meter habe ich im Mai in Engers mit 20,44 Metern geschafft, außerdem haben nur Ralf
Bartels und Peter Sack so weit gestoßen. Es gibt drei Plätze im Olympiakader, von daher ist alles klar…
WAZ: Kein Konkurrent in Sicht?
Bock: Nur einer, Andy Dittmar aus Hörselgras.
WAZ: Dessen Bestleistung in diesem Jahr liegt bei 19,98 Metern…
Bock: Er müsste mich schlagen und dabei mindestens 20,30 Meter stoßen - aber daran glaube ich nicht. Ich gehe davon aus,
dass ich eine Medaille holen werde, dann ist alles klar.
WAZ: Ist der Titel drin?
Bock: Nein, Ralf Bartels ist nicht zu schlagen. Mit solchen Gedanken würde ich mich nur belasten.
WAZ: Haben Sie sich eine bestimmte Weite vorgenommen?
Bock: Nein - und wenn, würde ich es vorher auch nicht verraten. Aber mehr als neunzehneinhalb sollten es sein…
WAZ: Sie starten für den VfL, sind aber nie in Wolfsburg - wo trainieren Sie?
Bock: Im Stützpunkt am Berliner Olympiastadion und in Magdeburg beim Bundestrainer der Frauen, Klaus Schneider.
WAZ: Bundestrainer der Frauen?
Bock: Ja, Klaus Schneider ist mein alter Heimtrainer, der Kontakt ist nie abgerissen.
WAZ: Berlin ist Ihr Wohnort…
Bock: Ja, und ich arbeitete dort auch. In Steglitz, im größten OBI-Markt Europas im Wareneingang.
WAZ: Das klingt danach, als wäre die Arbeit auch Training für die Arme…
Bock: Nee, nicht wirklich.
WAZ: Wie lange läuft Ihr Vertrag beim VfL noch?
Bock: Wenn er nicht gekündigt wird, verlängert er sich immer um ein Jahr. Ich möchte nicht wechseln, will eigentlich noch vier
Jahre weiter machen – bis Olympia 2008 in Peking.

DEWEZET (Hameln) vom 9. Juli 2004
Cathleen Tschirch kämpft um das Ticket für Olympia
Braunschweig/Hameln. Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig am Wochenende stehen ganz im
Zeichen der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Athen. Ähnlich wie vor vier Jahren, als die nationalen Titelkämpfe im
Vorfeld der Olympischen Spiele von Sydney an beiden Tagen 41 000 Zuschauer ins Stadion an der Hamburger Straße lockten.
Auch in diesem Jahr waren Ende Juni bereits über 8000 Tickets abgesetzt. Die Frauen und Männer der LG Weserbergland
möchten sich so gut wie möglich verkaufen und insbesondere die Frauen bei der Vergabe der Titel ein Wörtchen mitsprechen.
Die letzten Ergebnisse waren beeindruckend, insbesondere über 100 m für Cathleen Tschirch. Diese guten Leistungen möchte
sie auch in Braunschweig unter Beweis stellen. Immer vorausgesetzt “dass alles passt”, dann ist sie im Endlauf für eine Über-
raschung gut und kann den Arrivierten Sina Schielke, Marion Wagner, Esther Möller und Gabi Rockmeier “das Leben schwer
machen”. Tschirch muss sich gegen 28 Damen über 100 m durchsetzen. Wenn es optimal läuft, könnte am Ende ein Platz in
der deutschen 4x100m Staffel herausspringen. Über 200m rechnet sie sich eine Endlaufchance aus, möchte aber auf jeden
Fall eine neue persönliche Bestzeit aufstellen.

newsclick.de (gifhorn) vom 9. Juli 2004
Nach 300 Metern kommen die Schmerzen
Staffel des MTV Gifhorn startet am Samstag bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braun-
schweig
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BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 9. Juli 2004
Bummelmeile rund ums Stadion
Spiel, Spaß und Information für Besucher – Parkplätze ganz nah am Stadion Mangelware
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BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 9. Juli 2004
Sven Ottke und Nena unter den Ehrengästen
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BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 9. Juli 2004
Vorverkauf verlängert
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BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 9. Juli 2004
Titel und Tickets nach Athen
Viele Leichtathleten müssen am Wochenende in Braunschweig die Olympia-Norm noch erfüllen
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BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 9. Juli 2004
Die Alten müssen’s richten
DLV-Cheftrainer Dr. Bernd Schubert setzt in Athen nochmal auf erfahrene Athleten
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BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 9. Juli 2004
Die Hoffnung bleibt: Kopf frei für Heike Drechsler
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WESER KURIER vom 10. Juli 2004
Hoffnungen ruhen auf den Staffeln
Bremer Leichtathleten starten bei DM
Bremen (phm). Nur eine Woche nach dem erfolgreichen Abschneiden des Bremer Leichtathletik-Nachwuchses bei den
deutschen Jugendmeisterschaften in Jena steht mit den deutschen Einzelmeisterschaften in Braunschweig bereits der nächste
Saisonhöhepunkt an. Mit guten Aussichten reisen dabei vor allem die beiden Bremer 4 x 400-Meter-Staffeln in der männlichen
Jugend A an. Die Staffel des SV Werder Bremen, die voraussichtlich in der Besetzung Arlt, Makowka, Schmidt und Skalecki
an den Start gehen wird, nimmt in der Meldeliste Rang vierzehn ein. Dabei muss die Staffel aber aller Voraussicht nach auf die
starken Läufer Schwarzmeier, Uth und von Alemann verzichten, da diese über die 3 x 1000 Meter laufen.
Daher dürfte die Staffel des Bremer LT, die mit Felix Wedekämper, Julian Geißhirt, Ben Rehn und Eugen Wisotzki Rang 19 in
der Meldeliste einnimmt, noch stärker eingestuft werden. Auch in der weiblichen Jugend A ist der Bremer Leichtathletik-Ver-
band durch eine 4 x 400-m-Staffel vertreten. Für den SV Werder Bremen werden Melanie Hamann, Charlotte Matthias,
Franziska Neumann und Natalie Steinemann am Start sein und um den Einzug in die Endläufe kämpfen.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 10. Juli 2004
Grit Breuer läuft in Braunschweig
Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften starten heute -- DLV vergibt DM 2006 nach Ulm
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HILDESHEIMER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 10. Juli 2004
Der Mann, der bei der DM in Braunschweig die Fäden zieht
Leichathletik: Wolfgang Rost aus Wispenstein koordiniert den Ablauf
Wispenstein/Braunschweig (lo). Wenn Heike Drechsler am Sonntag im Braunschweiger Eintracht-Stadion zum Weitsprung
abhebt, haben viele Helfer hinter den Kulissen der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften schon Beachtliches geleistet. Zum
Beispiel ein Mann aus dem Sportkreis Hildesheim. Wolfgang Rost zieht bei den Titelkämpfen maßgeblich die Fäden. Der
Wispensteiner koordiniert das gesamte Geschehen, vom Aufwärmen der Athleten bis hin zur Siegerehrung. Rosts Handwerks-
zeug sind Walkie-Talkie, Uhr und ein ausgetüftelter Zeitplan, das A und O dieser Großveranstaltung. Nur pünktliche Starts
lassen die Veranstaltung für 1600 Teilnehmer und 20 000 Zuschauer gleichermaßen zu einem Sportvergnügen werden.
Der Ablauf sei minutiös geplant, so Rost, der sieben Helfer an seiner Seite hat. Drei davon im Innenraum, vier außerhalb der
Laufbahn wie auf dem Aufwärmplatz hinter der Osttribüne. Dort "sammeln" Kampfrichter die Sportler ein, die sich mit Laufen
und Gymnastik für den höchsten nationalen Wettstreit in einem separaten Bereich auf Betriebstemperatur gebracht haben. "Gut
20 Minuten vor dem Start werden die Sportler in die Katakomben des Stadions im Callroom gefilzt", erläutert Rost. CD-Player,
Radios und Handy werden eingesammelt, denn kein Klingeln soll am Start die Konzentration stören, sagt der 43-Jährige. Erst
zehn Minuten vor dem Startschuss betreten die Teilnehmer das Stadion. Diese Einschränkung helfe, dass es nicht zu unruhig
am Start, Wurfring oder beim Hochsprung werde, denn schließlich liefen vor der großen Zuschauerkulisse stets mehrere Dis-
ziplinen parallel. Gegen 17.30 Uhr, kurz vor dem Weitsprung Heike Drechslers, werden die Hürden für die 400 m der Männer
abgebaut, bereiten sich die Langsprinter auf die 400 m vor und der Speerwurf der Männer geht in die entscheidende Phase.
Auch in der so genannten Mixed Zone im Marathontor in der Nähe des Zieleinlaufs, wo Pressevertreter unmittelbar nach Sieg
oder Niederlage erste Kommentare der Sportler einfangen, werden Wolfgang Rost und seine Männer über den Zeitpunkt der
Interviews wachen.
Überhaupt stellten die Medien eine besondere Herausforderung für die Organisatoren dar, betont der Bauingenieur, der in Braun-
schweig seine siebten Meisterschaften als Funktionär bestreitet. "Manchmal wird der gesamte Ablauf vom Fernsehen gesteu-
ert", so der EDV-Wettkampfwart des NLV. Unter anderem wegen des zweiten Großereignisses an diesem Wochenende, der
Tour de France, rückten die Wettbewerbe weiter als gewohnt in den Abend hinein. So können die Sender live aus Frankreich
und aus dem Braunschweiger Stadion übertragen.
Er schlüpfe in die Rolle des Vermittlers zwischen Athleten und den Journalisten, sagt Rost. Die Athleten seien natürlich daran
interessiert, zur festgelegten Zeit zu starten, während die TV-Stationen manchmal früher oder später auf Sendung gehen und
trotzdem nicht auf den spannenden 100-m-Endlauf verzichten mögen. Auch bei den unmittelbar nach Wettkampfende geplanten
Siegerehrungen agieren alle Akteure nach der Uhr des Regisseurs der Meisterschaften.
Er ist seit langem mit der Leichtathletik verbunden. Bei der TG Freden begann Rost 1984 mit dem Faustball, bevor er 1985 eine
Leichtathletik-Abteilung aus der Taufe hob. Der ehemalige Mehrkämpfer ("Ab 400 Meter beginnt für mich der Marathon") be-
treute in Freden bis 1990 Schülergruppen und fungierte gleichzeitig als Sportwart. Seit 1988 gehört er dem Vorstand des Kreis-
Leichtathletik-Verbandes Hildesheim an. In dieser Funktion kam er 2000 zum Niedersächsischen Leichtathletik-Verband, der-
zeit als Vorsitzender der AG Wettkampfwesen und EDV. Als Aufsicht des NLV begleitet er an rund 26 Wochenenden im Jahr
Sportfeste und Titelkämpfe.
Unterscheiden sich die "Deutschen" von einer herkömmlichen Kreismeisterschaft? "Eigentlichen nicht. Es ist alles nur viel
größer, teurer und aufwändiger", erklärt Wolfgang Rost. Es sei faszinierend, als Leichtathletik-Fan in seiner Freizeit etwas
Sinnvolles tun zu können, hautnah am Geschehen zu sein und netten Leuten zu begegnen. Auf das Abschneiden der wenigen
Teilnehmer aus dem Bezirk Hannover und dem Kreis Hildesheim sei er vor allem gespannt, denn die Ergebnisse würden in die
Bezirks- und Kreis-Bestenlisten eingehen, so der Statistiker.
Bleibt noch Zeit, die Wettbewerbe zu verfolgen und mit den Stars der Laufbahn auf Tuchfühlung zu gehen? "In diesem Jahr nicht.
Diesmal habe ich wohl den besten Zuschauerplatz im Stadion, aber abends weiß ich doch nicht immer, wer gewonnen hat",
lacht Rost.
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BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG / newsclick.de vom 12. Juli 2004
Ungers Paukenschlag zum Abschluss
Zuschauer feierten in Braunschweig ein Leichtathletik-Fest – 77 Athleten haben jetzt die Olympia-Norm
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Steht am Ende eine 52 vorn, bleibt Breuer zu Hause
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Bock bucht endgültig Olympiaplatz
Wolfsburger Kugelstoßer reichen in Braunschweig 19,80 Meter und Platz drei
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Dietz läuft allen davon
Lokalmatador der LG Braunschweig gewinnt überlegen das 5000-Meter-Finale
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5,70 m – nicht mehr, nicht weniger
Stabhochspringer liefern den Zuschauern einen dreieinhalbstündigen Krimi
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Nach sechs Sprüngen war alles vorbei
LG-Hochspringerin Carolin Dollas genoss dennoch die deutschen Meisterschaften – Susanne Ritter Vierte
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Immer mit einem Auge auf die Speere
Leichtathletik: Ulrich Zaiß als Kampfrichter bei der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig im Einsatz
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OSTFRIESEN ZEITUNG vom 12. Juli 2004
Für Andrea Bunjes erfüllt sich ein Traum
Leichtathletik: Hammerwerferin vom SV Holtland wird Deutsche Meisterin und löst das Olympia-Ticket
Von Klaus Jakobs
Braunschweig. Die Sonne hielt sich am ersten Tag der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig eher be-
deckt, doch dafür strahlte Andrea Bunjes nach dem Hammerwurf-Finale umso mehr. Nach einer bis dahin hervorragenden Sai-
son absolvierte die 28-Jährige vom SV Holtland einen überzeugenden Wettkampf und sicherte sich am Ende mit 68,93 Metern
souverän den Titel.
Doch viel wichtiger als die erste Deutsche Meisterschaft war für die Ostfriesin die Erfüllung eines großen Traums: die Teilnahme
an den Olympischen Spielen in Athen. Seit Sonnabend steht fest, dass Bunjes vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV)
nominiert wird. “Daran dürfte es keinen Zweifel geben” sagt Rüdiger Nickel, der für den Leistungssport verantwortliche Vize-
präsident im DLV. Andrea Bunjes konnte ihr Glück direkt nach dem Wettkampf kaum fassen. “Ich kann das alles noch gar nicht
glauben. Das ist der absolute Wahnsinn”, schwärmt die gebürtige Neuburgerin (Gemeinde Jümme). “Von der Teilnahme an
Olympischen Spielen habe ich schon immer geträumt, das ist etwas ganz Besonderes.” Auch Heimtrainer Klaus Beyer war
begeistert. “Andrea hat einen guten Wettkampf gezeigt. Dabei hätte sie eigentlich im ersten Versuch bereits alles klar machen
können, doch der war leider etwas verunglückt”, erklärt der Coach. “Aber das Ergebnis ist natürlich toll. Dabei haben wir eigent-
lich gar nicht unbedingt mit dem Titel gerechnet.”
Für Bundestrainer Michael Deyhle kommt der Titelgewinn nicht überraschend. “Ich dachte schon, dass Andrea den Titel ge-
winnen kann. Sie ist eine von den wenigen Athletinnen, die sich vor so einem Wettkampf richtig heiß machen kann”, sagt
Deyhle. “Sie hat schon beim Aufwärmen gezeigt, dass sie heute die Nummer eins sein will. Sie ist verdient Deutsche Meisterin
geworden.” Silber ging an Susanne Keil von der LG Frankfurt (67,77), Bronze gewann die favorisierte Betty Heidler (Frankfurt;
67.20). Keil war wegen einer Verletzung nur verhalten in die Saison gestartet. Auch die Olympia-Norm (67,50) fehlte der WM-
Fünften von Paris noch. Doch sie zeigte eine starke Leistung und machte es bis zum Schluss spannend. Im letzten Durchgang
kam dann die Erlösung. Der Hammer landete bei 67,77 Metern und brachte neben der Vizemeisterschaft auch die Chance auf
Olympia. Nach dem Wettkampf fielen sich Bunjes und Keil überglücklich in die Arme. Dabei ließ die Frankfurterin ihren
Freudentränen freien Lauf. “Ich muss nur noch heulen.”
Nach der Europameisterschaft 2002 und der WM im letzten Jahr bereitet sich Andrea Bunjes nun intensiv auf das Unternehmen
Athen vor. “In den nächsten Wochen werde ich noch einige Testwettkämpfe bestreiten. Vor allem beim letzten wichtigen Meet-
ing in München werde ich sehen, wie weit ich bin”, so die Deutsche Meisterin. “Ich hoffe, dass ich dann in Athen einen guten
Wettkampf zeigen kann.”

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 12. Juli 2004
Erstmals im Kreis der Favoriten dabei
Leichtathletik: Melanie Schütte erreicht Rang acht / Isenecker verpasst Endkampf
Braunschweig (kj). Das Finale der besten Acht erreichen und im Kreise der Topathleten mitwerfen - darauf hoffte Diskuswerfer
Roland Isenecker im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften in Braunschweig. Doch dieses Vorhaben konnte der Routinier vom
TV Norden nicht in die Tat umsetzen. Obwohl Isenecker in diesem Jahr bereits mit guten Wettkämpfen und einer Bestleistung
von 58,98 Metern überzeugen konnte, verlief der Wettkampf nicht nach Plan. Dabei hatte der Norder mit technischen Problemen
zu kämpfen. So landete sein bester Versuch bei 48,17 Metern, erzielt im ersten Durchgang. Da der zweite Wurf ungültig ge-
geben wurde, musste Isenecker alles riskieren - und scheiterte. 47,13 Meter wurden für ihn gemessen. Aufgrund der starken
Konkurrenz waren 53,81 Meter erforderlich, um das Finale zu erreichen. “Ich bin mit dem Ergebnis natürlich nicht zufrieden”,
sagte Roland Isenecker nach dem Wettkampf. “Obwohl ich körperlich völlig fit bin, habe ich derzeit große technische Probleme.
Da fehlt es dann einfach auch an Selbstvertrauen.” Ein Grund dafür ist sicherlich, dass Isenecker in den vergangenen Wochen
aus beruflichen Gründen nur selten trainieren konnte. “Roland fehlt einfach die Sicherheit”, weiß auch Trainer Hans-Bernd Eilers.
Den Titel sicherte sich Michael Möllenbeck (TV Wattenscheid), der die Scheibe in seinem letzten Versuch auf 63,14 Meter
schleuderte.
Was Isenecker nicht schaffte, gelang Melanie Schütte. Die Diskuswerferin vom SV Georgsheil qualifizierte sich für den End-
kampf der besten acht Werferinnen und erreichte mit 49,68 Metern auch Rang acht. “Das ist ein sehr schöner Erfolg für
Melanie”, freute sich ihr Trainer Michael Mücher. Deutsche Meisterin wurde Frank Dietzsch (Neubrandenburg) mit 64,41 Metern.

ALLER ZEITUNG vom 12. Juli 2004
MTV-(Gifhorn)Staffel: Der große Tag beginnt mit einer Panne
Vor einer Riesenkulisse bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften zu laufen - für die vier A-Jugendlichen der MTV-Staffel
war es der bisher größte Erfolg ihrer sportlichen Laufbahn. Schlussläufer Benjamin Wegner schildert für die AZ seine persön-
lichen Eindrücke von diesem tollen Erlebnis.
Der große Tag beginnt mit einer kleinen Panne: Mit dem Einlaufen können wir erst mit leichter Verspätung beginnen, die Ath-
leten-Parkplätze sind doch den Stars vorbehalten. Die Anspannung ist bei allen spürbar, zumal unsere Startnummern noch
nicht da sind - die Gänge auf die Toiletten häufen sich. Etwa 4000 Zuschauer sind bereits im Stadion. Um 10.15 Uhr sollen wir
uns am Athletenzelt sammeln. Der dritte Vorlauf soll es sein, wir haben also noch etwas Zeit. Als Gegner stellen sich unter
anderem Bayer Uerdingen und der Hamburger SV heraus - mein Herz fängt nun doch an etwas schneller zu schlagen. Um
10.48 Uhr werden wir in den Call-Room geführt. Unsere Spikes werden auf die richtige Länge kontrolliert, und ich bekomme
noch einen Aufkleber auf das Bein. Mir schießt durch den Kopf: “Den hebst du dir auf!” Nach kurzer Wartezeit werden wir an
den Stadioneingang geführt und ich entdecke meine Familie, Nachbarn, Bekannte sowie Oma und Opa auf der Tribüne. Unser
Startläufer Steven entdeckt dafür noch einmal die Toilette. Kurz darauf werden wir vorbei an der gut besetzten Haupttribüne an
den Start geführt.
Dann der Start. Steven hat seine Kette, bisher immer sein Glücksbringer, nicht um. “Das hat mich irritiert”, meint er später
grinsend. Christian und Max laufen danach ebenfalls klasse, ich verbocke leider den Wechsel mit Max, kann aber zum Glück
zwei Plätze wieder gutmachen. Den Läufer vom Hamburger SV bekomme ich fast noch auf der Zielgeraden, doch es fehlt die
letzte Kraft. Ich bin im Ziel, sehe Max und mich auf der Stadionleinwand, mein Kopf dröhnt, Arme und Beine sind taub. Trotz-
dem bewegen wir uns gemeinsam in die Mixedzone. Ich verlasse sie jedoch sofort wieder und suche mir einen Platz hinter
einem Streugut-Kasten, wo sich mein Magen nach der Überanstrengung erleichtern kann. Nach einer halben Stunde Erholung
schreibe ich eine SMS an meine Freundin, die gerade auf dem Weg in den Urlaub ist: “Hab‘s überlebt! Ein wahnsinniges Er-
lebnis...”

DEWEZET (Hameln) vom 12. Juli 2004
Riesen-Jubel! Staffel mit DM-Bronze - Tschirch sprintet in deutsche Spitze
Ass der LG Weserbergland wird über 200 Meter Dritte vor Nicole Marahrens
Braunschweig (eg/ub). Jubeln durften die Sprinterinnen der LG Weserbergland. Bei den Deutschen Leichtathletikmeister-
schaften in Braunschweig sicherte sich das Staffel-Quartett über 4 x 100 m in 45,46 Sekunden die Bronzemedaille hinter der
favorisierten LG Dortmund (44,51) und dem VfL Sindelfingen (45,34). Gestern Abend holte zudem Sprint-Ass Cathleen Tschirch
hinter Sina Schielke (23,73/Dortmund) und Birgit Rockmeier (23,79/Dortmund) in 23,94 Sekunden noch einmal Bronze vor ihrer
Teamkameradin Nicole Marahrens (24,22). Dagegen war Cathleen Tschirch trotz ihres hervorragenden vierten Platzes über die
100 m in 11,60 Sek. hinter Schielke (11,26), Gabi Rockmeier (11,35) und Birgit Rockmeier (11,53.) etwas enttäuscht. “Ich hätte
gerne eine Medaille gehabt, und es sollte eigentlich auch von der Zeit her etwas schneller gehen”, bedauerte die Vorzeige-
Sprinterin der LG Weserbergland, die sich aber dennoch Chancen für eine Olympia-Nominierung ausrechnet. Immerhin wurde
die deutsche Staffel-Schlussläuferin Marion Wagner (11,60) nur Sechste. Stephanie Thumann (LG Weserbergland) blieb mit
12,34 Sek. im Vorlauf hängen.
Das gleiche Schicksal ereilte ihre mit großen Ambitionen ins 400 m-Rennen gegangene Vereinskollegin Nicole Marahrens als
Vorlauf-Fünfte in 56,53 Sek. Die ehemalige WM-Teilnehmerin war hinterher völlig frustriert: “Ich hatte mal wieder meine Nerven
nicht im Griff und das Rennen praktisch nach 50 m schon verloren. Das war vorläufig mein letzter Start über die lange Sprint-
strecke. Ich werde mich jetzt auf die 200 m und 100 m konzentrieren und an meiner Schnelligkeit arbeiten”, sagte Marahrens.
Immerhin konnte sie sich mit Bronze in der Staffel trösten, in der sie sich an Position zwei nach Startläuferin Stephanie Thu-
mann den Frust von der Seele rannte. Der Wechsel zu Tschirch klappte reibungslos. Die Kurvenläuferin schaltete den Turbo ein
und brachte die LG-Staffel in die Medaillenränge. Schlussläuferin Michaela Halm übernahm den Stab von Tschirch als Zweite
und verteidigte diese Position bis 10 m vor dem Ziel u. a. gegen Grit Breuer (Magdeburg) und Lisa Schorr (Saarbrücken). Dann
musste sie noch die starke Stephanie Kampf (Sindelfingen) vorbeiziehen lassen. Cheftrainer Werner Scharf war auch mit seiner
zweiten Staffel zufrieden, die in der Besetzung Silke Rauchberger, Nina Giebel, Christina Köhring und Katharina Möllmann auf
47,37 Sekunden kam.
Bei den Männern gingen von der LG Weserbergland Martin Thimm und René Paul über 400 m Hürden an den Start. René Paul
wurde in seinem Vorlauf Sechster und kam in 53,19 Sekunden bis auf vier Hundertstel Sekunden an seine Bestzeit heran.
Martin Thimm blieb indes unter seinen Möglichkeiten. In 54,92 Sekunden wurde er in seinem Vorlauf nur Achter.

DEISTER-LEINE-ZEITUNG vom 12. Juli 2004
Helge Schwarzer zu schnell aus dem Startblock
Sarah Piesker Achte bei der DM
Braunschweig (sei). Bei den Deutschen Leichtathletik Meisterschaften im Eintrachtstadion Braunschweig blieben die drei
Athleten vom Deister hinter den Erwartungen zurück. Helge Schwarzer von der LG Wennigsen/Egestorf kam im Vorlauf über
110 Meter-Hürden einen Deut zu schnell aus dem Startblock. Der Starter hatte nichts gemerkt, wohl aber der Computer, der
einen Frühstart von 2/1000 Sekunden anzeigte. Für Schwarzer war die Disqualifikation kein Beinbruch. Vielmehr bestätigte ihn
das spätere Finale in der These, auch in Zukunft den Start offensiv anzugehen. Sieger Mike Fenner (LG Nike Berlin) setzten
sich nämlich mit 13,54 Sekunden aufgrund eines ebenfalls gewagten Starts vor dem gleichwertigen Jerome Crews (13,57 Se-
kunden/MTG Mannheim) durch und fährt zu den Olympischen Spielen nach Athen.
Sarah Piesker, ebenfalls LG, war mit ihrem ersten Start in der Frauenklasse nicht zufrieden. “Mein Leistungsvermögen im Drei-
sprung liegt bei Weiten um die 13 Meter”, erklärte die Athletin. In Braunschweig zog sie zwar in das Finale ein, kam aber bei
ihrem besten und zugleich letztem Satz nicht über 12,67 Meter hinaus. Am Ende belegte sie aber immerhin den achten Rang.
Es siegte Silvia Otto (Team Erfurt) mit 13,21 Metern vor Henny Gastel (SV Halle), die 13,14 Meter sprang.
Vom TSV Kirchdorf hatte sich Dirk Schwarzbach für die Deutschen Titelkämpfe qualifiziert. Er startete über 3000 Meter-Hinder-
nis, hatte aber mit seiner Zeit von 8:59,10 Minuten als Zwölftplatzierter keine Medaillenchance. Den Titel holte sich Filmon
Ghmirchai (LAV Asics Tübingen in 8:38,91 Minuten vor Christian Knoblich (8:40,01) von Quelle Fürth.

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 12. Juli 2004
Alle drei DM-Endläufe erreicht
Braunschweig (kat). Sensationelle Erfolge feierten die Sprinter der LG Wilhelmshaven bei den Deutschen Leichtathletik-
Meisterschaften in Braunschweig. Rainer Schulze erreichte über 100 und 200 m sowie mit der Staffel jeweils den Endlauf - dies
trotz schlechter äußerer Bedingungen. Neue persönliche Bestzeit lief Rainer Schulze in seinem Start über 100 m. Mit der Zeit
von 10,55 Sek. qualifizierte sich der Jadestädter als zeitschnellster Volauf-Dritter für den Endlauf. Hier kam er auf 10,58 Sek.,
was Rang acht bedeutete.
LGW-Trainer Klaus Dröge zeigte sich hochzufrieden auch mit dem Abschneiden der Staffel. Im A-Endlauf über 4x100 m liefen
Dennis Bresemann, Rainer Schulze, Lars Seinschedt und Lars Ruchel mit 41,58 Sek. eine neue Jahresbestzeit (2.). In der
Endabrechnung sprang für das LGW-Quartett Rang sieben heraus. Gestern Abend stand für Rainer Schulze noch der 200 m-
Sprint an. Im Vorlauf wurde der 22-Jährige in 21,49 Sek. Vierter, womit er sich wiederum für den Endlauf qualifizieren konnte.
Hier steigerte sich Schulze nochmals (21,43 Sek.), hielt gegen die deutschen Spitzenathleten mit und wurde Sechster. Ein
Deutscher Meistertitel ging nach Ostfriesland: Hammerwerferin Andrea Bunjes (SV Holtland) siegte mit 68,93 Metern. Gleich-
zeitig machte sie damit die Olympia-Qualifikation perfekt.

GÖTTINGER TAGEBLATT vom 12. Juli 2004 (Gekürzter Bericht der Online-Ausgabe)
Müller (LG Göttingen) mit DM sehr zufrieden
“Das war mit Abstand meine beste Deutsche Meisterschaft”, zeigte sich der LGer nach dem Rennen sichtlich zufrieden. Waren
in den letzten Jahren die Meisterschaftsrennen immer alles andere als optimal für ihn verlaufen, konnte sich der 26-Jährige
diesmal sowohl über Platzierung als auch die Zeit von 14:19,42 Minuten freuen: “Ich hatte eine 14:15 als Ziel, somit ist die Zeit
absolut in Ordnung.” Zwar sei der achte Platz als Zielvorgabe ausgegeben worden. “Aber wenn man sieht, dass in diesem Jahr
keiner ausgestiegen ist, dann kann ich auch mit dem zehnten zufrieden sein”, so Müller. Das Rennen hatte für ihn nahezu per-
fekt begonnen. Da keiner der Favoriten zu früh aufs Tempo drücken wollte, blieben die Rundenzeiten anfangs relativ konstant.
Allerdings musste der LGGer viel arbeiten, da es ständig Rempeleien gab. Erst nach 3000 m setzte die Spitze zu einer Tempo-
verschärfung an, die Müller nicht ganz mitgehen konnte. Anders als in den Vorjahren, konnte er aber sein Tempo weiter halten.
Dass die Zeit am Ende so gut wurde und sich der Abstand zum Sieger Oliver Dietz (13:53,06/LG Braunschweig) im Rahmen
hielt, war auch den mitgereisten Fans zu verdanken. “Die standen in der letzten Kurve. Deswegen wollte ich den Göttingern
noch einmal einen ordentlichen Spurt zeigen”, erklärt Müller seinen explosiven Antritt auf der letzten Runde, mit dem er sogar
namenhafte Athleten wie den Wattenscheider Carsten Schütz hinter sich ließ.

Mit zwei neuen Meistern (Vom 11.7.2004)
Zum Artikel (Auf der Home-Page des NLV)

Beifall von allen Seiten für BS (Vom 12.7.2004)
Zum Artikel (Auf der Home-Page des NLV)

Presseinformation vom 12. Juli 2004 (Von Markus Steinbrück)
Um zwei Hundertstel an der Siegerehrung vorbei
Winsen. Am Ende eines tollen Wochenendes war die Stimmung doch etwas gedrückt. Nach einer fulminanten Steigerung der
Saisonbestzeit um annähernd 20 Sekunden und dem Einzug in den Endlauf der zwölf besten Teams blieb der 3 x 1000-Meter-
Jugendstaffel der LG Nordheide bei den 104. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der ganz große Wurf verwehrt. Um die
Winzigkeit von zwei Hundertstelsekunden liefen Sören Ludolph, Nils Lasse Gutzeit und Christian Bernau in Braunschweig am
achten Platz vorbei und verpassten damit die so sehnlichst erhoffte Teilnahme an der Siegerehrung der besten Acht. Was wirk-
lich in ihnen steckt, hatten die drei Mittelstreckler aus der Winsener Trainingsgruppe von Gerd und André Prüsmann am Vortag
im Vorlauf demonstriert. Angereist mit einer Bestmarke von 8:01,60 min, steigerte sich das Trio beim Saisonhöhepunkt auf
hervorragende 7:42,27 min und qualifizierte sich mit der neuntbesten Zeit sicher für das Finale.
Startläufer Sören Ludolph (Amelinghausen) übergab den Staffelstab nach etwa 2:33 min als Führender an Nils Lasse Gutzeit
(Over). Dieser war nach seinem in 2:37 min absolvierten 1000-Meter-Abschnitt fix und fertig und brauchte fast eine halbe
Stunde, um sich zu erholen. Schlussläufer Christian Bernau aus Buchholz legte noch einmal 2:32 min drauf und machte den
größten LG-Staffelerfolg seit dem Jahre 2001 perfekt. Seinerzeit hatte eine A-Jugendstaffel den siebten Platz bei den Deutschen
Meisterschaften in Stuttgart belegt.
Mag es die nervliche Belastung eines DM-Endlaufes, die rund 18.000 Zuschauer im Stadion an der Hamburger Straße oder die
noch nicht abgeschlossene Erholung nach der Vorlaufleistung gewesen sein: Im Endlauf am Sonntagnachmittag lief es für das
LG-Trio nicht so leicht und locker. Stattdessen agierten Ludolph, Gutzeit und Bernau reichlich verkrampft und blieben um einein-
halb bis zwei Sekunden über ihren Vortageszeiten. Auf der Zielgeraden sprintete Christian Bernau mit drei weiteren Schluss-
läufern um den so begehrten achten Platz. Letztlich musste sich der 17-Jährige in 7:47,82 min um zwei lächerliche Hundert-
stelsekunden der LG Kindelsberg-Kreuztal geschlagen geben. Den 3 x 1000-Meter-Titel gewann TSV Bayer Leverkusen in
7:32,40 min. Nach dieser Niederlage war es für die LG-Läufer nur ein schwacher Trost, dass sowohl Ludolph als auch Gutzeit
erst dem jüngeren B-Jugend-Jahrgang 1988 angehören und damit noch drei weitere Jahre bei Deutschen Jugendmeisterschaften
startberechtigt sind.
Weitgehend chancenlos blieb die zweite 3 x 1000-Meter-Jugendtaffel der LG Nordheide. Nils Oksas (Amelinghausen), Max Neu-
bauer (Marschacht) und Markus Hiller (Winsen) erreichten das Ziel nach 8:27,96 min und ließen immerhin den Haldensleber SC
hinter sich. Die schnellste Einzelzeit des Trios markierte mit 2:44 min Nils Oksas. Als 1000-Meter-Ersatzläufer waren Jan
Hölandt (Ashausen) und Oliver Tödter (Winsen) mit von der Partie.
Zur besten niedersächsischen Mannschaft avancierte in Braunschweig auch die 4 x 400-Meter-Staffel der weiblichen Jugend A.
Das schnelle Quartett der LG Nordheide verbesserte den eigenen Kreisrekord um vier Sekunden und belegte in 4:04,20 min den
guten 20. Platz. Insgesamt bewarben sich 41 Staffeln um den Deutschen Meistertitel. Alle vier Läuferinnen aus Winsen und
Umgebung legten die Stadionrunde so schnell wie persönlich noch nie zurück. Vor Wochenfrist noch Jugend-DM-Vierte über
200 Meter, übergab Startläuferin Jala Gangnus nach exakt 56 Sekunden als Führende des zweiten Zeitvorlaufs an Kathrin
Costard (beide Winsen). Die 17-jährige Costard benötigte 63,8 sec. Auch Anna Brummund (Fliegenberg/64,8 sec) und Corinna
Hinck (Winsen/59,6 sec) lieferten eine tolle Leistung ab, so dass Trainer Gerd Prüsmann vollauf zufrieden bilanzierte: “Das war
schon optimal!” Aufgrund einer Erkältung musste Inka Husmeier (Scharnebeck) kurzfristig auf ihren Einsatz verzichten. Klaudia
Neubauer (Marschacht) hatte bereits im Vorfeld wegen einer Fußverletzung absagen müssen. Sie beobachtete das Geschehen
schweren Herzens von der Tribüne aus.
Zusammen mit allen Trainern, Betreuern, Eltern, Geschwistern und Trainingskameraden war die LG Nordheide mit einem Tross
von zeitweise 37 Personen in Braunschweig vor Ort. Am zeitgleich stattfindenden Jugendlager des Deutschen Leichtathletik-
Verbandes (DLV) nahm Dennis Rehr aus Rottorf teil. Der 15-Jährige hatte extra eine LG-Nordheide-Fahne gebastelt, die natür-
lich ausgiebig geschwenkt wurde. Als Kampfrichter aus dem Winsener Kreisgebiet waren Wolfgang Schirner (Starterteam),
Gattin Angela Schirner (Schiedsrichterin Weit- und Dreisprung), Katarina Kemper (alle Tostedt) sowie Florian Hörner (Buchholz)
im Einsatz.

Dank an 500 Helfer in BS (Vom 12.7.2004)
Zum Artikel (Auf der Home-Page des NLV)
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BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 13. Juli 2004
Viel zu viele Sorgenkinder
Nach Braunschweig nominiert der DLV morgen den Olympia-Kader
Von Stefani Franzke
BRAUNSCHWEIG. Braunschweig bot eine phantastische Kulisse für die 104. deutschen Leichtathletik-Meisterschaften.
Stadion, Zuschauer, Organisation: nur Komplimente von den Verantwortlichen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).
Nach der Meisterschaft 2000 im Stadion an der Hamburger Straße, damals auch mit Qualifikation für Olympia, hat die Stimm-
ung im Stadion erneut bewiesen, dass Braunschweig eine Sportstadt ist. Einzig das Leistungsniveau der deutschen Leicht-
athleten trübt die Stimmung im Rückblick ein wenig. Die Aussichten für Olympia in Athen sind wirklich nicht rosig. Das musste
auch Rüdiger Nickel, Vizepräsident Leistungssport des DLV, gestehen. Seine Erwartung an das bisher 77 Athleten große
Team: "Wir wollen erreichen, in Athen mehr Saisonbestleistungen unserer Starter zu sehen als im Vergleich zur Weltmeister-
schaft in Paris im vergangenen Jahr." Das ist die Zielvorgabe für die Olympia-Starter. Keine Rede von Medaillen. Zurückhaltung
ist angesagt. Nennt Nickel wenigstens einen heißen Medaillenanwärter? "Nein. Damit würde ich ein, zwei anderen Athleten
nicht gerecht werden", lässte sich der Rechtsanwalt keine konkrete Aussage entlocken.
Doch beim Fazit der deutschen Meisterschaften nennt Nickel die Disziplinen, die negativ aufgefallen sind: "Hochsprung Männer
und Frauen, Weitsprung Männer, Dreisprung Frauen, 800 Meter Frauen und Diskus Männer ohne Lars Riedel. Es gibt noch viel
zu tun bis zu den Olympischen Spielen."
Der Start eines leistungsstarken Athleten in Athen ist noch immer nicht endgültig: Dreispringer Charles Friedek muss am
1. August bei der Bayer-Gala in Leverkusen einen Leistungsnachweis bringen. Der Weltmeister von 1999 und Vize-Europa-
meister von München 2002 hatte sich am 11. Juni im norwegischen Bergen verletzt. Auch Claudia Gesell muss ihre Gesundheit
noch beweisen: Nur wenn die 800-Meter-Läuferin am 8. August in München beim Team-Challenge einen guten Eindruck macht,
darf sie mit zu den Olympischen Spielen. 77 Athleten wird der DLV dem NOK morgen vorschlagen. Und zwei Ausnahme-An-
träge stellen: Marathon-Läuferin Sonja Oberem hat ihren Leistungsnachweis erbracht und darf den Marathon gemeinsam mit der
Braunschweigerin Luminita Zaituc laufen, und Grit Breuer, nach einer Achillessehen-Operation dauerverletzt, soll unbedingt die
4x400-Meter-Staffel verstärken. Für einen Einzelstart wird das Leistungsvermögen der 32-Jährigen bis dahin nicht reichen.
Aus ist es wohl endgültig mit den Medaillenaussichten im Frauen-Stabhochsprung: Nach der Absage von Annika Becker, die
nach ihrem Trainingssturz im Winter noch nicht wieder fit ist, zog sich Yvonne Buschbaum beim Aufwärmen in Braunschweig
einen Achillessehnenriss zu. Auch für sie ist die Saison beendet. Dabei hatte die 23-Jährige gehofft, um eine Operation an der
Sehne herumzukommen.

WESER KURIER vom 13. Juli 2004
Staffel stellt neuen Landesrekord auf
Bremen (sfy). Die Voraussetzungen waren nicht unbedingt gut: Bei der deutschen Jugendmeisterschaft der Langstaffeln
musste das Team des BLT-Komet auf Ben Rehn und Eugen Wisotzki verzichten, zudem schien das herbstliche Wetter die
Athleten nicht unbedingt zu herausragenden Leistungen zu beflügeln.
Gleichwohl stellte die BLT-Staffel (Wedekämper, Geißhirt, Thyme, Kollhoff) in 3:29.8 Minuten einen neuen Landesrekord über
die 4x400 Meter des jüngeren B-Jugendjahrgangs auf. Gleich 14 Sekunden konnten die Bremer auf den alten Rekord von 1983
gut machen, ihre Leistung führte sie auf den 15. Platz in Braunschweig. Die 3 x 1000 Meterstaffel des SV Werder (Schwarz-
meier, Uth, Skalecki) belegte den 25. Rang in der männlichen Jugend A. Auf den 26. Platz liefen Werders 4 x 400 Meterstaffel
in der mJA (Schmidt, Makowka, Arlt, von Alemann) und der weiblichen Jugend A (Matthias, Neumann, Steinemann, Hamann).

DEWEZET (Hameln) vom 13. Juli 2004
“Ich freue mich riesig auf die Spiele in Athen”
Sprint-Ass Cathleen Tschirch von der LG Weserbergland für deutsche Olympia-Auswahl nominiert
Hameln (hb). Für Cathleen Tschirch von der LG Weserbergland geht ein Traum in Erfüllung. Die Top-Sprinterin wurde für ihre
guten Leistungen in dieser Saison belohnt und für die deutsche Olympiaauswahl in Athen nominiert. Die gebürtige Dresdenerin
(“Ich freue mich riesig auf die Spiele”) wird dort in der 4 x 100-Meter-Staffel an den Start gehen. “Ich habe insgeheim auf diese
Nominierung gehofft”, gesteht die 24-Jährige. Doch erzählt hat die schnelle Frau von ihren Träumen vorher lieber nichts. “Damit
kann man sich sehr unter Druck setzen, und am Ende klappt es dann doch nicht”, weiß Tschirch.
Die Nominierung indes kam nicht von ungefähr. Ihre Leistungskurve zeigte zuletzt steil nach oben. Ihre Bestzeit über 100 Meter
verbesserte sie in dieser Saison gleich um gut zweieinhalb Zehntelsekunden und schob sich in der aktuellen deutschen Besten-
liste auf Position drei. Für das Europacup-Finale im polnischen Bydgoszcz nominierte der Deutsche Leichtathletik-Verband
Cathleen Tschirch dann als Startläuferin für die Kurzstaffel. Eingekleidet also war sie damit schon einmal. Das Ticket für Athen
aber löste sie dann endgültig erst bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig am vergangenen Wochenende. Auf ihren
undankbaren vierten Platz über 100 Meter reagierte sie noch ziemlich angesäuert, jeweils eine Bronzemedaille mit der 4 x 100
m-Staffel sowie über 200 Meter (wir
berichteten ausführlich in unserer Montag-Ausgabe) versöhnten die Sprinterin schließlich.
Immerhin sprang ja quasi nebenbei eine Reise nach Athen heraus...

HILDESHEIMER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 13. Juli 2004
Jan Mörsch hofft noch auf Olympia
Leichtathletik-DM: Ritter zufrieden und Bloch blitzsauber
Hildesheim (wgk). Mit Susanne Ritter, Johanna Bloch und Jan Mörsch haben drei Hildesheimer, die allerdings nicht mehr für
Hildesheimer Vereine starten, an den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig teilgenommen. Und das mit
Erfolg, wenn für sie auch keine Medaille heraussprang: Jan Mörsch vom ASV Köln wurde Vierter über 200 m und Fünfter im
100-m-Finale. Susanne Ritter (LG Braunschweig) belegte Rang vier im 5000-m-Rennen. Johanna Bloch von der LG Hannover,
die noch der A-Jugend angehört, verpasste nur hauchdünn den Einzug ins Finale über 100-m-Hürden der Frauen.
Aus den drei 100-m-Vorläufen hatte sich Jan Mörsch als Zweiter seines Rennens mit der drittschnellsten Zeit (10,51 Sekunden)
für das Finale qualifiziert. 90 Minuten später hockte er zum Endlauf im Startblock. Bei einem Rückenwind von 1,4 m/s sprintete
er nach 10,40 Sekunden als Fünfter ins Ziel und kam damit sehr nah an seine Bestzeit von 10,36 heran. Deutscher Meister
wurde sein Vereinskamerad Ronny Ostwald in 10,22 vor dem 21-jährigen Marius Broening (LAV Tübingen/10,30), Till Helmke
(TSV Friedberg/10,31) und dem früheren Hannoveraner Alexander Kosenkow (TV Wattenscheid 01/10,33). Die Hoffnungen von
Jan Mörsch, vom Deutschen Leichtathletik-Verband als Ersatzläufer in der deutschen 4x100-m-Staffel für die Olympischen
Spiele in Athen nominiert zu werden, sind also noch nicht erloschen.
Über 200 m schrammte der Ex-Einträchtler als Vierter am Edelmetall vorbei. Tobias Unger (LAZ Salamander Kornwestheim)
legte die Distanz trotz leichten Gegenwindes in neuer Jahresbestzeit von 20,42 zurück, gefolgt von den beiden Shooting-Stars
Till Helmke (20,59) und Sebastian Ernst (FC Schalke 04/20,83). Mörsch wurde (nach 21,23 im Vorlauf) in 21,33 gestoppt. Hinter
ihm, wie schon über 100 m, der Niedersachsenmeister Rainer Schulze von der LG Wilhelmshaven.
Susanne Ritter aus Barienrode zeigte sich mit ihrem vierten Platz im 5000-m-Lauf überaus zufrieden, da sie seit vielen Wochen
wegen ihrer Pollenallergie keine Tempoläufe machen konnte. Das spannende Rennen lebte vom Zweikampf zwischen Irina
Mikitenko (Eintracht Frankfurt) und Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) an der Spitze des Feldes. Mockenhaupt, viele Runden im
Windschatten der Frankfurterin laufend, wehrte sich auch erfolgreich gegen Zwischenspurts ihrer erfahrenen Konkurrentin und
setzte sich als die Spurtstärkere auf der Zielgeraden in 15:20,82 Minuten gegen Mikitenko (15:23,02) durch. Dritte wurde Ulrike
Maisch (1. LAV Rostock), die mit 15:58,17 ebenfalls noch unter der 16-Minuten-Grenze blieb. Susanne Ritter, am Ende ohne
reelle Chance auf den Bronzerang, verteidigte verbissen und mit schneller Schlussrunde ihren vierten Platz (16:28,96).
Mit einer blitzsauberen Leistung wartete Hürdentalent Johanna Bloch (LG Hannover) auf. Im letzten von drei Vorläufen über den
100-m-Hürdenwald wurde sie Dritte in ausgezeichneten 14,03 Sekunden. Die 18-jährige Hildesheimerin, die ihr Leichtathletik-
ABC beim VfV erlernte, verpasste damit den Einzug ins Finale der besten acht Frauen nur um vier hundertstel Sekunden.
Deutsche Meisterin wurde die aus Scheeßel stammende Kirsten Bolm (MTG Mannheim) in der sehr guten Zeit von 12,82. Sie
sicherte sich damit die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen.

ROTENBURGER KREISZEITUNG vom 13. Juli 2004
"Es war wie russisches Roulette"
Kirsten Bolm mit Bestzeit nach Athen
Von Matthias Freese
Scheeßel. Was für ein Comeback! Fast zwei Jahre lang dauerte die Leidenszeit mit immer wieder aufbrechenden Verletz-
ungen. Doch "das große Risiko", das Kirsten Bolm eingegangen war, endete mit einer "Riesenfreude". Die in Scheeßel aufge-
wachsene 29-Jährige, die inzwischen für die MTG Mannheim startet, knackte bei den Deutschen Meisterschaften in Braun-
schweig die Olympia-Norm und holte sich gleichzeitig den Titel über die 100 m Hürden in neuer persönlicher Bestzeit von 12,82
Sekunden! "Ich hatte alles auf die DM gesetzt", erklärte Kirsten Bolm, die knallhart auf den Titelkampf hin trainiert und auf
andere Starts verzichtet hatte. Dabei erwies sich das Wetter allerdings als große Unbekannte. "Es war wie russisches Rou-
lette", beschrieb die Studentin die dauernd wechselnden Bedingungen in Braunschweig. Doch es lief - und wie.
Für Kirsten Bolm kam die neue Bestzeit, mit der sie sich das Athen-Ticket sicherte, gar nicht einmal so überraschend. "Ehrlich
gesagt, habe ich darauf spekuliert. Ich komme langsam wieder in Form. Und meine bisherige Bestzeit von 12,84 bin ich vor
zwei Jahren nicht in Top-Form gelaufen." Allerdings weiß die ehemalige Scheeßelerin auch, dass sie bis zu den Olympischen
Spielen "noch etwas tun muss. Die Auswertung des Laufes hat gezeigt, dass ich die letzten drei Hürden noch nicht so stark
wie früher gelaufen bin." Nach einigen erholsamen Tagen will sich Bolm nun bei den Meetings in Zürich und München für Athen
fit machen. Nach Griechenland wird sie dabei nicht allein fahren. Kurz vor Kirsten Bolm gelang auch ihrem Freund Jerome
Crews die Qualifikation über die 110 m Hürden. "Da hatte ich Tränen in den Augen und habe eine Erleichterung gespürt. Da-
durch bin ich regelrecht über die Bahn geflogen", fühlte sich Deutschlands beste Hürdensprinterin besonders motiviert.

DM Braunschweig: Großes Lob vom DLV Präsidenten (Vom 13.7.2004)
Zum Artikel (Auf der Home-Page des NLV)

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 15. Juli 2004
Olympia um 1,01 Meter verpasst
Speerwerfer Stephan Steding nach Verletzung dennoch gut in Form
Leichtathletik (tol). 101 Zentimeter trennten Speerwerfer Stephan Steding (Hannover 96) bei den 104. Deutschen Leichtath-
letik-Meisterschaften von der Silbermedaille und einem Ticket nach Athen. Im Duell der sechs Olympia-Kandidaten wurde er mit
81,77 Metern fünfter von 19 Werfern in Braunschweig.
“Natürlich hat es mich geärgert”, lautet das Fazit des 22-jährigen Schaumburgers, “aber bei den widrigen Bedingungen bin ich
froh 81,77 Meter geworfen zu haben.” Stedings Weiten im Vorkampf lauteten 74,15 - 79,83 - 78,54 Meter. Der Jüngste zog da-
mit als Sechster in den Endkampf der besten Acht. Mit seinem 81,77 Metern im vierten Wurf verbesserte er sich auf Platz 5.
“Von meinem fünften und sechsten Versuch hatte ich mir mehr erhofft. Die 101 Zentimeter wären sicherlich drin gewesen.” Die
Anlage in Braunschweig liegt nicht allen Werfern. Der Anlauf ist sehr weich und da der Rasen leicht erhöht ist, muss optisch
gegen einen Berg geworfen werden.
Insgesamt gesehen darf der Schaumburger sich freuen. Im Frühjahr konnte er durch eine Schulterverletzung zwei Monate nicht
trainieren. Ende Juni schaffte er mit 82,13 Metern die deutsche Olympianorm. Der Bundestrainer nominierte Steding jetzt für
einen Länderkampf in Manchester. Dieses Wochenende startet er bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften in Friedberg
und Ende Juli darf er noch einmal an den Deutschen Junioren-Meisterschaften in Heilbronn teilnehmen. Weiterhin möchte
Stephan Steding bei verschiedenen Meetings seine Bestleistung verbessern.

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 15. Juli 2004
Um fünf Uhr Aufbruch zur Operation Bronze
Osnabrück/Braunschweig. Dem schlechten Wetter getrotzt, eine Bronzemedaille und vier Platzierungen in den Top Ten:
Osnabrücks Leichtathleten konnten mit ihrem Abschneiden bei den nationalen Titelkämpfen in Braunschweig zufrieden sein.
Für den Höhepunkt sorgte dabei Barbara Brandenburg (LG Osnabrück), die im 5000 m Bahngehen Bronze holte.
In einem tempogeladenen Wettbewerb musste sich Brandenburg nur den zur Weltklasse zählenden Potsdamerinnen Melanie
Seeger (Meisterin, WM-Achte von Paris) und Sabine Zimmer geschlagen geben. Schon nach einer Runde hatte die vierfache
Mutter den dritten Platz erkämpf und gab ihn bis zum Ende nicht mehr ab. Am Ende strahlte sie mit ihrem Trainer Andreas
Wollherr um die Wette. "Barbara hat sich super geschlagen, zumal wir erst am Morgen anreisten und dabei schon um fünf Uhr
gestartet sind", meinte der Coach. Unter diesen Umständen war die Bronzemedaillengewinnerin mit der Zeit von 23:02,05 mehr
als zufrieden.
Die fünfte Finalqualifikation bei der zehnten DM-Teilnahme: Damit setzte Sarah Kuhlmann (ebenfalls LG) für Osnabrücker Ver-
hältnisse Maßstäbe. Die 26-Jährige Angestellte der Sparkasse Melle nutzte über 800 m ihre minimale Endlaufchance. Im ersten
Vorlauf wurde ihre couragierte Leistung belohnt - 2:09,23 Min. bedeuteten persönliche und niedersächsische Jahresbestleist-
ung. Im zweiten Vorlauf waren nur drei Rivalen schneller als Kuhlmann - am Ende hatte sie sich mit der achtbesten Zeit zum
dritten Mal nach 2000 (ebenfalls in Braunschweig) und 2002 (Wattenscheid) für ein 800-m-Finale qualifiziert. Im Endlauf selbst
lief es nicht mehr so gut, es machten sich die Achillessehnenbeschwerden im rechten Fuß bemerkbar. Schon im Frühjahr war
sie an der linken operiert worden. "Schade, bei den Zeiten im Finale hätte eine gesunde und topfitte Sarah sogar vorn mitlaufen
können", äußerte LG-Leiter Anton Siemer.
Kämpferisch stark präsentierte sich auch Kerstin Kahmann vom OFV Ostercappeln über 3000 m Hindernis. Sie erreichte Rang
acht und stellte in 10:53,53 Min. einen neuen Weser-Ems-Rekord auf. "Mit der Platzierung und der Bestzeit bin ich sehr zu-
frieden, zumal die Bedingungen nicht optimal waren. Es war ein sehr unruhiger Beginn mit Gedrängel vor jedem Hindernis.
Später ging es dann, doch der Wind war insgesamt sehr hinderlich", meinte die 31-jährige Geografin.
Etwas mehr ausgerechnet hatten sich die A-Jugendlichen der LG Osnabrück über 4 x 400 m. Nach vier Vorläufen stand fest:
Nur Platz neun in 3:26,78, drei Zehntel fehlten am ersehnten Einzug in den Endlauf. Tobias Rasper, Arne Brenneisen, Kai Horst-
mannshoff und Philipp Wachhorst waren enttäuscht - daraus machten sie keinen Hehl, hatten sie doch bereits eine Woche zu-
vor bei den Titelkämpfen über 4 x 100 m den sechsten Platz belegt. Siemer beruhigte die jungen Männer und sagte: "Platz
neun ist dennoch ein riesiger Erfolg, die Jungs können stolz sein, zumal alle Läufer Eigengewächse unserer LG sind und en-
gagiert trainierten."


Noch einmal Lob für Braunschweig (Vom 16.7.2004)
Zum Artikel (Auf der Home-Page des NLV)
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Die Ergebnisse von Braunschweig (Einzelne Wettbewerbe) / Gesamt weiblich (PDF) / Gesamt männlich (PDF)
Mehr Infos zur DM gibt es unter
www.leichtathletik.de  
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Stand dieser Seite: 16. Juli 2004
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