Porträts und Berichte von Leichtathleten aus der Region (Seite 2)

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Dieter Hartmann (LG Bremen-Nord) 11.12.2001
Heiko Gottschalk (OSC Bremerhaven) 28.12.2001
Stephanie Ringel (VSK Osterholz / SOL) 13.02.2002
Waltraud Bayer (LG Bremen-Nord) 06.03.2002
Falk Ohlenbusch (1.Triathlon Club Oldenburg e.V. 'Die Bären') 14.03.2002
Sigrid Mundt / Elke Feddersen-Biller (LAV Zeven) 27.3.2002
Frank Themsen (LG Bremen-Nord) 03.04.2002
Christian Reiter (LG Bremen-Nord) 04.04.2002
Hans-Hermann Neblung (TuS/LAV Zeven) 27.04.2002
Johann Pick (Osterholz-Scharmbeck) 01.06.2002
Liane Winter (VfL Wolfsburg) 01.07.2002
Joachim Hickisch (LAV Zeven) 06.07.2002 (Link zur Home-Page der LAV Zeven)
Cäcilia Apel-Kranz (LG Kreis Verden) 05.07.2002
Marga Petersen (Ottersberg) 05.07.2002
Kirsten Bolm (Scheeßel / LT DSHS Köln) 10.07.2002
Thomas Bartholomè (LC Hansa Stuhr) 17.07.2002
Thorben Bock (TSV Kirchlinteln) 29.07.2002
Volker Peitzmeier (LG Weserbergland) 08.08.2002
Sören Ludolph (LG Nordheide) 14.08.2002
Bernd Loddeke (TV Langen) 17.08.2002
Kati Eickhorst (LG Bremen-Nord) 07.09.2002
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Als Organisations-Senior immer noch gefragt
Bei den Pfadfindern begonnen: Seit 50 Jahren ist Dieter Hartmann dem Langstreckenlauf verbunden
Von unserem Mitarbeiter Matthias Thode
Bremen-Nord. Wenn Dieter Hartmann nicht gerade in Spanien, Neuseeland, Hawaii oder Island unterweg ist, bleibt der Schreibtisch in seinem für Vereinsarbeit eingerichteten Keller-Büro nicht ganz leer. Beim Vegesacker Citylauf, beim Halb- marathon-Lauf und auch jetzt wieder beim Nikolaus-Cross organisiert der 64-jährige Ausmessung, Beschilderung und Absperrung der Strecke. Neben Dutzenden Veranstaltungen der LG Bremen-Nord war er früher auch für Absperrungen beim Bremen-Marathon verantwortlich. In diesem Bereich ist die Erfahrung und das Engagement des LGN-Seniors in seinem Verein immer noch sehr gefragt.
Seit 50 Jahren ist Dieter Hartmann von der LG Bremen-Nord dem Langstreckenlauf verbunden. Auch wenn er seit geraumer Zeit weniger als Läufer oder Trainer aktiv ist, hilft der Rentner mit seiner großen Erfahrung immer noch bei zahlreichen Lauf- veranstaltungen seines Vereins als Streckenverantwortlicher mit.
Als 14-jähriger begann Dieter Hartmann 1951 mit dem Cross- und Orientierungslaufen bei den Pfadfindern. Bis 1966 galt seine größte sportliche Liebe allerdings dem Feldhandball beim Vegesacker TV. Danach konzentrierte er sich aber immer mehr auf den Langstreckenlauf. Ab 1974 nahm er bei zahlreichen Wettkämpfen, Meisterschaften und Volksläufen für die Leichtathletik-Sparte des Vegesacker TV teil. “Wir waren jeden Sonntag zu einem Volkslauf gefahren. Warm- und auslaufen
gab es damals noch nicht. Auch im Training wurde aus der Hose heraus volle Pulle gelaufen”, beschreibt Dieter Hartmann die damalige Vorbereitungsphilosophie vieler Freizeitathleten.
Als Lauftreffleiter war für den Nordbremer ab 1984 dann aber Umdenken und Dazulernen in Sachen Trainingslehre angesagt. Nach mehreren Versuchen war es dem Vorsitzenden Wilhelm Brand nämlich gelungen, Dieter Hartmann für die LG Bremen- Nord zu gewinnen.
Zweimal die Woche traf sich die leistungsbezogene Läuferschar, die rasch auf eine Größe von fast 100 Aktiven anwuchs,  zum gemeinsamen Training. ”Wir haben uns zusammen warm gelaufen und Gymnastik gemacht. Danach haben wir uns in drei Gruppen mit unterschiedlichem Lauftempo aufgeteilt”, schildert Dieter Hartmann die grundsätzlichen Veränderungen in der Trainingsgestaltung.
Neben der sportlichen Leitung und Betreuung kamen auf den gelernten Maler aber noch zahlreiche organisatorische Tätig- keiten als Lauftreffleiter hinzu. Sämtliche Anmeldungen für die Meisterschaften sowie die Planung der Anreisen liefen über ihn. Dazu sorgte Hartmann mit Weihnachts- und Grillfeiern und Kohl- und Pinkeltouren für den gesellschaftlichen Zusammenhalt seiner Truppe. Neben dem körperlichen Beruf und der Vereinsarbeit blieben seine Ambitionen als “Laufsenior” somit zusehens auf der Strecke. 1992 war für ihn endgültig Schluß mit Volksläufen.
Im vergangenen Jahr hatte er auch die Verantwortung für die Laufgruppe an
Torsten Naue übertragen. “Torsten ist für die Sportler der richtige ständige Ansprechpartner. Ich bin einfach zu oft verreist”, weiss Dieter Hartmann, der seit vier Jahren im Ruihestand ist, seine alten Aufgaben in den richtigen Händen.

NORDSEE ZEITUNG vom 28. Dezember 2001
Marathon als Entspannungsquelle
Feuerwehrbeamter ist in seiner Freizeit passionierter Läufer - Wettkampforte in aller Welt
bestimmen die Urlaubsplanung
(ell) Heiko Gottschalk legt im Jahr zwischen 2000 und 2500 Kilometer zurück. Nicht etwa mit dem Auto oder dem Fahrrad, sondern zu Fuß. “Im Alter von 40 Jahren bin ich zur Lauferei gekommen, und seitdem lässt es mich nicht mehr los", erzählt  der Feuerwehrmann. Der 58-jährige ist begeisteter Marathonläufer.
Seit 1965 ist der Bremerhavener bei der Berufsfeuerwehr. "Anfangs war ich 20 Jahre lang im Rettungsdienst, heute bin ich im Einsatzdienst tätig", sagt Gottschalk. Sport spielt in seinem Leben eine große Rolle: "Bevor ich mit dem Laufen anfing, habe  ich Handball, Tischtennis und Fußball gespielt." Zusätzlich engagiert er sich seit 15 Jahren als nebenamtlicher Schwimmaus- bilder an der Landesfeuerwehrschule.
Seinen ersten Marathon lief Gottschalk in Bremen. Das wichtigste bei der 42,195 Kilometer langen Strecke sei es, seine Kräfte richtig einzuteilen. "Beim ersten Lauf bin ich zu schnell gestartet, hatte nach 20 Kilometern einen richtigen Einbruch", sagt Gottschalk. "Das passiert dir aber nur einmal, danach lernst du, dich besser einzuschätzen." Mittlerweile hat Gottschalk  an 29 Läufen teilgenommen, noch viele weitere sollen folgen.
Intensive Vorbereitung
Schon Wochen vor einem Marathon läuft der Sportler mindestens 70 Kilometer in der Woche, bei jedem Wetter. "Entweder allein oder mit der Laufgruppe des OSC”, erzählt er. Dafür stehen mindestens
vier Paar Laufschuhe vor der Tür. "Es gibt nichts schöneres, als morgens durch den Park zu laufen und die Natur zu genießen", meint der 58-jährige. "Danach hat man  so schön den Kopf frei."
Gottschalk ist schon in vielen Städten an den Start gegangen, zum Beispiel in Hamburg, Berlin, New York, Honolulu oder Neuseeland. Marathonläufe im Ausland verbindet das Ehepaar mit einem Urlaub. "Ich bin sozusagen als Maskottchen immer mit dabei", erzählt Ilse Gottschalk lächelnd. "New York ist einfach der Traum eines jeden Läufers", schwärmt ihr Mann über seinen liebsten Wettkampfort. "Auf den Straßen der Bronx oder Manhattans zu laufen, tausende Zuschauer stehen an der Straße und applaudieren, das ist einfach ein tolles Gefühl."
Die Zeit läuft bei Heiko Gottschalk immer mit, dient als Ansporn. "Natürlich möchte ich eine gute Zeit hinlegen, aber wenn ich merke, es läuft irgendwie nicht so gut, lasse ich auch mal locker", erklärt er. Gerade das findet seine Frau so toll an ihm:
"Er hat zwar ein Ziel, ist aber nicht vom Ehrgeiz zerfressen."

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 13. Februar 2002
Ein Traum geht in Erfüllung
Für Stephanie Ringel geht es heute ab in Richtung Australien / “Bleibe am Ball”
Von unserem Mitarbeiter Reinhard Bohling
Osterholz-Scharmbeck. Die zierlich wirkende 17-jährige Stephanie Ringel sitzt bereits auf ihren gepackten Koffern. Heute Mittag fliegt das Leichtathletiktalent der SOL (VSK Osterholz) von Frankfurt, über Kuala Lumpur (Malaysia) und Sydney nach Perth. Die Hauptstadt des westaustralischen Gliedstaates am Swan River wird für die Osterholz-Scharmbeckerin zehn Monate lang “ihre Heimat" sein.
Das Sprachvokabular und Land kennenlernen, Erfahrungen sammeln sowie sportlich anders trainieren ... ein Traum geht in Erfüllung. Die Gymnasiastin aus der elften Klasse knüpfte erste Kontakte über die AFS-Organisation. Hinsichtlich inter-
kultureller Begegnungen mussten Formulare ausgefüllt werden. Es standen vor acht Monaten je Person fünf Länder zur Aus-
wahl. "Meine Vorstellungen deckten sich mit denen von Australien. Als zweite Wahl hatte ich Neuseeland auf dem Wunsch-
zettel", ist der jungen vielseitigen Athletin die Vorfreude deutlich anzusehen.
Auf dem Shenton-College wird die wissbegierige Kreisstädterin die Schulbank drücken. Gespannt ist die erfolgreiche A-Jugendliche auf ihre Familie Bacher, welche österreichische Vorfahren hat und deren Tochter Emma in jüngerer Vergang-
enheit längere Zeit in Göttingen weilte. “Es ist meine freie Entscheidung in die Fremde zu ziehen. Ein erweiterter Horizont kann
doch nicht schaden, oder? ", lacht die fünffache niedersächsische Landesmeisterin mit schelmischen Augenaufschlag.
Im Weitsprung sowie Vier- und Siebenkampf holte sich der Schützling von SOL-Trainer Reinhard Wagner 1998 bei den A-Schülerinnen Meisterwimpel. Ein Jahr darauf klappten Titelgewinne im Weitsprung und Siebenkampf. Als Lieblingsdiszi-
plinen bezeichnet die weltoffene Leichtathletin den Weitsprung und Sprint.
Einen Karriereknick befürchtet die blauäugige Schülerin nicht. "Nach meiner Rückkehr bleibe ich am Ball.
An meinen Schwächen im Kugelstoßen und Hochsprung kann ich auch auf dem fünften Kontinent arbeiten ", gibt sich die
168 Zentimeter lange Braunhaarige durchaus selbstbewusst.
Seit sieben Jahren ist Stephanie Ringel - “meine Schwester Kristin hat mich mitgenommen” - im sportlichen Metier aktiv. “Ich
war schon als Kind flink auf den Beinen”, amüsiert sich die Mehrkämpferin.
Bei den norddeutschen Hallen-Meisterschaften in Neubrandenburg agierte die Griechenland-Liebhaberin kürzlich auf vier Wettkampfebenen.
Im 60-m-Lauf bedeuteten 7,96 Sekunden eine persönliche Bestzeit. In der Weitsprungkonkurrenz erreichte sie 5,59 Meter und sprang damit weiter als in der Sommersaison 2001.
“Die 9,38 Sekunden im 60-m-Hürdensprint waren in Ordnung. Es geht aber noch schneller. 1,55 Meter im Hochsprung sind jedoch miserabel”, merkt das Leichtgewicht (55 Kilogramm) zwar überaus kritisch an, ist in Gedanken jedoch wohl schon
auf dem Trip ans andere Ende der Welt...
Zur Person:
Name:
Stephanie Ringel / Geburtstag: 27. Oktober 1984 / Stärken: Offen und freundlich, aber manchmal auch sehr
direkt / Schwächen: Ab und zu egoistisch oder recht stur / Wünsche: Im Sport erfolgreich sein / Ziele: Abitur und späteres
Studium der Sportwissenschaften / Lieblingsspeise: Alles was mit Nudeln zu tun hat / Andere Sportinteressen: Spiele
gern Volley- und Basketball.

WESER KURIER / DIE NORDDEUTSCHE vom 6. März 2002
Ihr nächstes Ziel ist der Hamburg-Marathon
Auch mit 62 Jahren läuft Altmeisterin Waltraud Bayer auf den langen Strecken noch ganz vorne mit
Bremen-Nord. In der Vorwoche wurde sie norddeutsche Crossmeisterin in ihrer Altersklasse W 60, nun sicherte sich Waltraud Bayer auch den überraschenden dritten Gesamtrang bei der Winterlauf-Serie im Bürgerpark.
Die Altmeisterin der LG Bremen-Nord, bereits 1981 zu Bremens Sportlerin des Jahres gewählt, taucht plötzlich wieder ganz vorne in den Ergebnislisten auf. Mit der 62-jährigen Waltraud Bayer sprach unser Mitarbeiter Matthias Thode.
Frage: Wie kommt es, dass Sie wieder so schnell unterwegs sind ?
Waltraud Bayer: Ich bin jetzt Rentnerin und habe meine Tätigkeit im Hort beendet. Ich brauche jetzt auch nicht mehr ständig mein Enkelkind zu betreuen.
Und dann war Ihr erster Gedanke, wieder laufen zu gehen ?
Ja, aber ich hatte vorher immer schon den Frauenlauftreff der LG Bremen-Nord geleitet und bin selbst ein- bis zweimal die Woche gelaufen.
Wie oft und wie viel trainieren Sie denn jetzt ?
Eigentlich jeden Tag. 80 bis 100 Kilometer die Woche auf der Finnbahn am Löh und am Burgwall. Dazu einmal Gymnastik bei der LG Bremen-Nord.
Seit wann haben Sie denn das Training wieder intensiviert ?
Seit September des letzten Jahres. Seitdem habe ich meinen Trainingsumfang kontinuierlich gesteigert.
Und seitdem laufen Sie gleich wieder vorne mit ?
Ja, mein erster Meisterschaftsstart nach acht Jahren war Ende September bei den deutschen Straßenlauf-Meisterschaften in Troisdorf. Einige Volksläufe in der näheren Umgebung und die Bremer Winterlauf-Serie hatte ich aber auch in den Jahren davor fast immer mitgemacht.
Jetzt beim letzten Rennen über die 20,1 Kilometer im Bürgerpark haben Sie sich aber ein wenig zurückgehalten, oder waren das noch die Nachwirkungen der Crossmeisterschaften ?
Kann sein. In den ersten beiden Runden bin ich mit Christine Dedner gelaufen, damit sie noch zum Sieg in der “Kleinen Serie”
kommt. Den dritten Gesamtplatz und meinen Altersklassen-Sieg habe ich geschafft. Mehr wollte ich nicht.
Was sind Ihre weiteren Ziele in dieser Saison ?
Der Hamburg-Marathon mit den Bremer Meisterschaften am 21. April. Zur Vorbereitung starte ich am kommenden Sonn-
abend beim 25-Kilometer-Lauf in Oldenburg und darauf bei den Straßenlauf-Landesmeisterschaften in Stuhr. Nach dem Marathon werde ich mal sehen, was sich anbietet – eine gute Halbmarathon-Zeit an der Lesum vielleicht.

NWZ-ONLINE vom 13. März 2002
An Gewicht verloren und klar gewonnen
Gespräch mit Falk Ohlenbusch, Triathlet vom 1. TCO “Die Bären”. Er gewann am Wochenende
die 10-km-Distanz beim 32. Straßenlauf des VfL Oldenburg
Von Jan Baumgärtner
NWZ : Sie kamen am vergangenen Sonnabend beim VfL-Straßenlauf sehr spät ins Marschweg-Stadion. Woran lag das?
Ohlenbusch: Ich hatte eigentlich gar nicht geplant zu starten. Dann wollte ich aber plötzlich sehen, wie ich in Form bin und wo
ich leistungsmäßig stehe.
NWZ : Am Ende standen sie ganz oben auf dem Siegerpodest. Im vergangenen Jahr reichte es bei Ihnen für den sechsten Platz. Wie erklären Sie sich, dass es in diesem Jahr so viel besser lief?
Ohlenbusch: Wahrscheinlich waren nicht so viele starke Läufer wie im Vorjahr am Start.
NWZ : Mit ihrer diesjährigen Zeit wären sie auch im vergangenen Jahr als Erster über die Ziellinie gelaufen...
Ohlenbusch: Das überrascht mich jetzt. Aber das mag sein, ich habe in diesem Jahr mehr trainiert und mein Gewicht reduziert.
Das bekommt mir sehr gut. Das merke ich nicht nur beim Laufen, sondern auch beim Schwimmen. Ich habe mich gut gefühlt und hatte am Ende sogar noch Luft. Ab dem vierten Kilometer war ich ja schon alleine an der Spitze. Wenn noch jemand dabei gewesen wäre, hätte ich vielleicht noch ein paar Sekunden mehr herausholen können.
NWZ : Es waren viele Athleten von den “Bären” am Start, aber auch andere Triathleten wie Sven Jansen von Hansa Stuhr, der über die 25-km-Distanz Erster geworden ist. Warum ist der VfL-Lauf bei den Triathleten so beliebt?
Ohlenbusch: Der Termin passt bei uns sehr gut in den Trainingsaufbau. Auch in den vergangenen Jahren waren die Triathleten
immer zahlreich vertreten und haben immer ganz gute Ergebnisse erreicht.
NWZ : Sie sprechen vom Training. Welche Ziele streben Sie denn in diesem Jahr an?
Ohlenbusch: Das ist ganz klar. Ich möchte mit meiner Mannschaft in der zweiten Bundesliga wieder ganz oben mitmischen
und eine gute Platzierung erreichen. Zudem sind die Landesmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften natürlich Wett-
kämpfe, bei denen ich gut abschneiden möchte.
NWZ : In der vergangenen Saison haben sie mit ihrer Mannschaft den Aufstieg in die Erste Bundesliga geschafft. Warum treten die “Bären” auch in diesem Jahr wieder nur in der Zweiten Liga an?
Ohlenbusch: Aus Kostengründen. Wir hätten unsere Reisekosten selber tragen müssen, da uns die Unterstützung gestrichen worden ist. Das wäre uns zu teuer geworden. Außerdem macht es wahrscheinlich sowieso viel mehr Spaß in der Zweiten Bundesliga oben in der Tabelle zu stehen, als in der Ersten unten.

LAV Zeven – Sigrid Mundt und Elke Feddersen-Biller nach jahrzehnte-
langer Arbeit verabschiedet
Von Joachim Hickisch
Seit dem Gründungsjahr 1980 ist die LAV Zeven (TuS Elsdorf, MTV Ostereistedt, MTSV Selsingen, VFL Sittensen, TuS Zeven) landes- und bundesweit nicht nur als Ausrichter von Pfingstsportfesten (2002 zum 21. Mal!) und Landesmeister-
schaften, sondern auch durch zahlreiche Topleistungen ihrer Leichtathleten bekannt.
Diese Leistungen waren fest mit den Namen Elke Feddersen-Biller und Sigrid Mundt verbunden, die nun nach vielen Jahren von ihren Ämtern zurücktraten und mit viel Beifall, aber auch mit Wehmut bei der letzten LAV-Hauptversammlung feierlich verabschiedet wurden.
Elke Feddersen-Biller, zunächst  Abteilungsleiterin beim MTSV Selsingen, später auch Übungsleiterin und Trainerin beim
TuS Zeven, führte von 1987 – 2002 die LAV Zeven als Koordinatorin und war somit im wesentlichen für den Erfolg der Leichtathletikvereinigung verantwortlich. Für ihre Verdienste um die Leichtathletik wurde Elke mit der DLV-Ehrennadel in Silber ausgezeichnet.
Wenn man stets von einem professionellen Ablauf Zevener Sportevents, vor allem der Pfingstsportfeste sprach, so war dies vor allem Sigrid Mundt zu verdanken. Keine Veranstaltung war so hektisch, als das “Siggi” sie im Wettkampfbüro nicht in geordnete Bahnen führen konnte. Neben ihrer fast 20-jährigen Mitarbeit im LAV-Vorstand als Wettkampforganisatorin er-
arbeitete “Siggi” sich aber auch einen exzellenten Ruf als Trainerin. Viele Zevener Talente, ob im Schüler- Jugend, Aktiven- oder Seniorenbereich hat sie mit ihrer Arbeit gefördert, als ein Beispiel sei nur Ingo Holsten genannt (Bestleistung Hochsprung
2,12 m, 1993 Jugend A). Auch Sigrid Mundts Leistungen wurden bereits vor Jahren vom DLV gewürdigt.
Auch wenn man Sigrid Mundt (55) und Elke Feddersen-Biller (63) ihren Rückzug ins Privatleben gönnt, der Leichtathletik in
Niedersachsens sind zwei bemerkenswerte Frauen verloren gegangen.

DIE NORDDEUTSCHE vom 3. April 2002
Hausbesuch bei Frank Themsen (LG Bremen-Nord)
Lieber in Kleidung als in Möbel investieren
“Dauerläufer” Themsen: Ein Hang zu gutem Schuhwerk
Von unserem Mitarbeiter Matthias Thode
Lesum. Hausbesuch bei Frank Themsen - das ist zumindest in diesem Jahr “nur” ein Wohnungsbesuch in Lesum. Denn für das Frühjahr 2003 plant der Langstreckenläufer einen Hausbau auf dem elterlichen Grundstück in Leuchtenburg. Doch noch muß sich der “Dauerläufer” der LG Bremen-Nord mit seiner Zwei-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoß begnügen, die er seit nunmehr zehn Jahren bewohnt.
Gleich im Flur, im Wohnzimmer und im kombinierten Arbeits- und Schlafzimmer fallen dem Besucher die Siegerpokale diver-
ser Volksläufe aus dem gesamten norddeutschen Raum ins Auge. “Ich weiß nicht, wohin damit. Im nächsten Jahr werden die dann bei meinen Eltern im Haus gelagert”, bringt Frank Themsen den vielen Pokalen nur noch eine geringe Wertschätzung
entgegen, “allerdings ist es besser, Pokale zu bekommen als gar nichts.”
Wenngleich sich bei dem 34-Jährigen in der Freizeit alles um Sport dreht, liegt seine eher spartanische Wohnungseinrichtung nicht in erster Linie an fehlender Zeit: “Ich lege mehr Wert auf die Kleidung. Dafür gebe ich auch viel Geld aus. Zum Beispiel habe ich fast 40 Paar Schuhe.” Noch nicht eingerechnet hat Frank Themsen dabei die Laufschuhe. Die braucht er nämlich ständig.
“Ich laufe jeden Tag. Auch wenn viele das nicht verstehen können. Ich mache höchstens vier, fünf Tage im Jahr keinen Sport, einen Tag vor einem Marathon zum Beispiel”, schildert er seinen Bewegungsdrang.
Frank Themsen liebt vor allem die langen Dauerläufe, die harten Tempoläufe auf der Bahn sind nur die notwendige Pflicht.
Dabei kommt ihm die Lage seiner Wohnung nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen sehr zu gute. Zu seinen Laufrevieren in
der Bremer Schweiz oder den Deichen an der Lesum sind es nur wenige Laufminuten.
Auch in der geräumigen Stube zieht der LG Nord-Sportler sein Training durch. Am Morgen und Abend absolviert er regel-
mäßig vor dem Fernseher sein siebenminütiges “Kurzprogramm” mit Gymnastik, Arm- und Rumpfkräftigungsübungen sowie Seilspringen.
Kommentar Webmaster: Gut das Frank in einer Erdgeschoß-Wohnung lebt. (Wegen dem Seilspringen)
An den Wochenenden fährt Frank Themsen zu den diversen Volksläufen. Insgesamt besucht er 30 Laufveranstaltungen im Jahr und kommt dabei auf 500 Wettkampfkilometer. Für seine umfangreiche sportliche Betätigung kommt ihm die freie Zeit-
einteilung seiner Arbeit trotz schwankender Wochenarbeitszeiten von 35 bis 55 Stunden sehr entgegen. Beruflich ist er zur
Zeit im Vertrieb von Laborartikeln wie Dampfsterilisatoren und Magnetröhren in ganz Norddeutschland von Göttingen bis Flensburg unterwegs.
Doch Abends zieht es ihn meistens wieder schnell nach Hause oder zu seiner Freundin. “Ich bin eigentlich ein eher häuslicher Typ”, merkt Frank Themsen trotz seiner 70 000 Autokilometer im Jahr an. So sind Kneipen- und Discobesuche nicht sein Ding. Viel lieber zieht er private Feiern oder ein gemütliches Essen bei seinem Lieblingsitaliener vor.
Zum Laufen kam Frank Themsen, der zuvor zehn Jahre beim SV Grün-Weiß Beckedorf und zwei Jahre beim SV Löhnhorst Fußball spielte, bei der Bundeswehr. “Da hatte man nur die Möglichkeit zum Saufen oder zum Laufen.” Er entschied sich für das Letztere und bestritt 1990 seinen ersten Marathon. Für weitere intensive Hobbys neben dem Sport verbleibt für den Langstreckler seitdem kaum Zeit.
Allenfalls noch Musik hören kommt in Frage, wobei Frank Themsen ein Faible für deutsche Schlager und ruhige Popmusik hat. Beim Lesen und Fernsehen hat ihn der Sport dann schon wieder. So greift er meistens zu Sportzeitschriften und im TV läuft der Sportkanal. Wenn im Sommer neben der täglichen Laufeinheit noch Zeit bleibt, holt Frank Themsen sein Rennrad
aus dem Keller.
Von Familienplanung will der Junggeselle noch nichts wissen: “Zum Glück habe ich noch keine Kinder, da kann ich das noch alles machen. Später möchte ich vielleicht mal welche haben, aber noch bin ich nicht so weit.” Also wird Frank Themsen
auch noch in den nächsten Jahren genügend Zeit haben, seine Runden durch Bremen-Nord und das angrenzende Umland zu drehen.
Zur Person:
Name:
Frank Themsen / Alter: 34 Jahre / Familienstand: ledig / Beruf: Kaufmann im Groß- und Außenhandel / Verein:
LG Bremen-Nord / Größte Erfolge: 1997: Norddeutscher Vizemeister mit der Halbmarathon-Mannschaft / 1998: Bremer
Marathon-Meister mit der persönlichen Bestzeit von 2:29:59 Stunden / Hobbys: Radfahren, Essen gehen, deutsche Sclager.

DIE NORDDEUTSCHE vom 4. April 2002
Des Teams wegen zur LG Bremen-Nord zurück
Christian Reiter hat sich nach seinem Wechsel vom TvdB Bremen noch einiges vorgenommen
Von unserem Mitarbeiter Matthias Thode
Bremen-Nord. Seit Anfang des Jahres startet der Mittel- und Langstreckenläufer Christian Reiter wieder für die LG
Bremen-Nord. Bei den Bremer Crossmeisterschaften sorgte er mit einem Doppelsieg über die Mittel- und Langdistanz für ein
erstes Ausrufungszeichen, bei den Landesmeisterschaften im Straßenlauf in Stuhr erfüllte er ebenfalls seine und die Erwart-
ungen der Teamkollegen.
Wieviel die Nordbremer Leichtathletik-Gemeinschaft von ihrem Rückkehrer erwarten kann, auch darüber gab der 32 Jahre alte Christian Reiter im Gespräch Auskunft.
Frage: Sie sind 1995 von der Leichtathletik-Gemeinschaft Bremen-Nord zum TvdB Bremen gewechselt. Dort hat man von Ihnen aber nicht mehr so viel gehört und gelesen. Hatten Sie zwischendurch einige Pausen eingelegt?
Christian Reiter: Nein, wie hatten im Verein bloß keine so gute Presse und von daher gab es nichts zu lesen. Ich bin beim TvdB vor allem über die Mittelstrecke angetreten und habe in jedem Jahr gute Bahnläufe hingelegt. Den größten Erfolg hatten wir vor drei Jahren mit der 3x1000-Meter-Staffel mit dem Gewinn der deutschen Hochschulmeisterschaft.
Was waren die Gründe, nach Bremen-Nord zurückzukehren?
Ich will mich jetzt stärker auf die Langstrecke ausrichten und bei der LG Nord habe ich mit Torsten Naue Jan Oude-Aost
und
Frank Themsen mit dem ich schon immer sehr viel Kontakt hatte, eine starke Mannschaft im Rücken. Beim TvdB dage-
gen ist nicht mehr viel los.
Aber die Stadtbremer Vereine haben sich doch im vergangenen Jahr zum Bremer Leichtathletik-Team (BLT) zusammen ge-
schlossen.
Ja, aber auf den längeren Strecken gibt es eigentlich nur Jens-Uwe Krage der derzeit allerdings verletzt ist.
Sie wohnen in Worpswede, können Sie denn trotzdem mit den LG Nord-Aktiven trainieren?
Ich wohne mit meiner Frau Christiane in einem Häuschen in Worpswede und genieße die Ruhe, die wir dort haben. Da ich neben meinem Sport- und Englisch-Lehramtsstudium als Altenpfleger in Friedehorst arbeite, kann ich die Trainingstermine
gut abstimmen.
Montags und donnerstags laufe ich meistens mit Frank Themsen, dienstags ist Bahntraining. Ansonsten laufe ich immer, wenn es die Zeit zwischen dem Dienst und dem Lernen erlaubt.
Der Auftakt in diesem Jahr verlief ganz vielversprechend. Was ist in diesem Jahr noch von Ihnen zu erwarten?
Ziel sind die deutschen Marathon-Meisterschaften im September in Berlin. Dies ist das Highlight. Mal sehen, was dort mit einer starken Mannschaft möglich ist. Ansonsten plane ich noch die Landesmeisterschaften über die 5000 Meter auf der Bahn
und eine noch schnellere 10-Kilometer-Zeit auf der Straße als die 33:54 Minuten, die ich in Stuhr lief.

ZEVENER ZEITUNG vom 27. April 2002
Hans-Hermann Neblung tritt nach 35 Jahren etwas kürzer
Der Erfolgstrainer gibt die Abteilungsleitung in jüngere Hände
Zeven. Als vor zwei Jahren auf der gemeinsamen Jahreshauptversammlung des TuS Zeven  Abteilung Leichtathletik und der LAV Zeven die Ankündigung im Raum stand, dass einige der langjährigen Vorstandsmitglieder zum letzten Mal kandidieren, wurde es ganz still im Raum. Schneller als gedacht war der März 2002 da und aus der Ankündigung wurde Ernst.
Hans-Hermann Neblung stellte sich nach 35 Jahren TuS-Abteilungsleitung Leichtathletik nicht mehr zur Wiederwahl und
übergab sein Amt in die Hände von Rainer Dohrmann. Nach 35 Jahren zu gehen, heißt nicht nur, dass der dienstälteste Abteilungsleiter den TuS-Vorstand verlässt, der in Zeven eine Leichathletikhochburg schuf, sondern auch, dass man einfach mal dankeschön sagt im Namen aller Aktiven, deren Eltern und all deren, die einfach Freude daran hatten, dass hier in Zeven diese Sportart eine Bedeutung bekommen hat.
Vor 35 Jahren, als Hans-Hermann Neblung anfing, gab es in Zeven keine Leichtathletikanlage, die Orientierungsstufe war noch in der Planung. Trainingsmöglichkeiten gab es wenige - damals noch an der Gauß-Schule - und doch scharten sich bald Jugendliche um ihn, die Spaß und Freude an dem Sport hatten und mit denen er seine ersten Erfolge bei "Jugend trainiert für Olympia" feiern konnte. Der Sportplatz an der Kanalstraße wurde unter seiner aktiven Mitarbeit zu einer Leichtathletikanlage ausgebaut, die schon damals für große Wettkämpfe gedacht war.
35 Jahre war er vor allem aber als Trainer aktiv, hat viele Schüler, Jugendliche und Erwachsene trainiert und betreut, hat sie
zu Leistungen angespornt, sie auf unzähligen Wettkämpfen begleitet, Titel mit ihnen errungen und dann miterleben müssen, dass sie häufig auf ihrem Leistungshöhepunkt dem Sport den Rücken kehrten, so dass er wieder neu aufbauen musste.
35 Jahre Leichtathletik mit Hans-Hermann Neblung bedeutet auch, dass Zeven weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. 20 nationale Pfingstsportfeste mit zum Teil erstklassiger Besetzung (
Grit Breuer , Frank Busemann, Steffi Nerius um
nur einige zu nennen) haben dies bewiesen. Daneben holte er viele Landes-, Bezirks- und Kreismeisterschaften in die Stadt am Walde. Er schaffte es über alle Jahre einen Stamm von Helfern zusammenzuhalten und es ist auch ihm zu verdanken, dass alle gern in Zeven erschienen.
Die Arbeit mit den Aktiven jeden Alters war für Hans-Hermann Neblung immer eine besondere Herausforderung.
Die Freude die er beim Training, in den Freizeiten und bei den Siegen auf unterschiedlicher Ebene erlebte, waren schon ein besonderer Meilenstein seiner Freizeitbeschäftigung. Unterstützt wurde er in seinen Anliegen immer wieder von seiner Familie, von der Stadt und Samtgemeinde Zeven, von Zevener Geschäftsleuten und Firmen.
Sein Engagement und sein Einsatz für die Jugend sind immer wieder anerkannt worden, umso erstaunlicher ist es, dass man von Seiten des TuS-Vorstands keinerlei Kenntnis von seinem Abschied genommen hat, keinerlei Worte des Danks gefunden hat, obwohl er seine Erfolge für den TuS Zeven erzielt hat.
Und doch, trotz aller geopferter Zeit, ist ein solches Unterfangen allein nicht zu schaffen, braucht man ein Team, Menschen, auf die man sich verlassen kann. Und die hat er in Zeven gehabt. Sie sind irgendwann dazu gestoßen und haben dann zum
Teil jahrzehntelang ehrenamtlich mitgearbeitet.
Allen voran Elke Feddersen-Biller, die als Trainerin in Selsingen aktiv war, dann nach Zeven kam und hier ihre Arbeit für die Leichtathletik fortsetzte. Sie trainierte bis vor ein paar Jahren mit den Schülerinnen und Schülern und war maßgeblich am Zu-
sammenschluss der Vereine aus Sittensen, Selsingen, Elsdorf, Ostereistedt und damals noch Heeslingen beteiligt und hat die LAV auch viele Jahre als Vorsitzende geleitet. Irgendwann sollte Schluss sein und für sie war der Zeitpunkt nun gekommen. Zum Glück für alle, die ihr nachfolgen, hat sie sich nicht ganz verabschiedet, sondern steht nach wie vor gern mit Rat und Tat zur Seite.
Eine weitere Stütze sowohl des Trainings als auch des Wettkampfablaufs war Sigrid Mundt, die als Sportwartin und Leiterin des Wettkampfbüros viele, viele Stunden ihrer Freizeit dem Sport zur Verfügung gestellt hatte. Immer perfekt vorbereitet,
war sie ein Garant dafür, dass alle Meisterschaften und Sportfeste von der Annahme der Meldungen (teilweise waren es über 800 Athleten, die in mehr als 40 Disziplinen pünktlich an den Start gehen wollten) bis zum Ausdrucken der Urkunden für die Siegerehrungen hervorragend abliefen. Nach 20 Jahren hat sie aus privaten Gründen den Rückzug aus der LAV angetreten, ein Verlust, den nur ein Team auffangen kann.
Viele, viele Jahre hat Traudl Hauck den Einsatz der Kampfrichter bei den vielen Wettkämpfen organisiert. Sie hat dafür ge-
sorgt, dass Zeven über einen großen Stamm an Bereitwilligen verfügt, die immer wieder gern nach Zeven kommen, begeistert von der Atmosphäre und der guten Betreuung. Letzteres wird Traudl Hauck auch weiterhin übernehmen. Beide Bereiche zu organisieren und koordinieren, wurde ihr zu viel, aber den Bereich der Verpflegung von Aktiven und Kampfrichtern behält sie bei und darüber sind alle sehr froh.
Danke zu sagen, ist heute nicht mehr selbstverständlich, alle Mitglieder der LAV möchten es auf diesem Wege tun, denn ohne
ehrenamtliche Tätigkeit sind Sportvereine nicht mehr zu führen und der Trainingsbetrieb kaum aufrecht zu erhalten. Es wird in der LAV und in der Leichthathletik des TuS weitergehen, das hoffen alle Aktiven. Sicherlich wird manches anders ablaufen, aber allein durch die Tatsache, dass Hans-Hermann Neblung als Sportlicher Leiter und Leiter der Veranstaltungen weiter zur Verfügung steht, ist Kontinuität gewährleistet, so dass Zeven seinen Ruf als Leichthathletikhochburg nicht verliert.

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 1. Juni 2002
“Training ist für mich wie Blutwäsche”
Geher Johann Pick genießt bei unzähligen Kilometern die Natur in vollen Zügen
Von unserem Mitarbeiter Reinhard Bohling
Osterholz-Scharmbeck . Der Straßenlärm dringt gedämpft durch das Wohnzimmerfenster. In behaglicher Atmosphäre
breitet sich auf wenigen Quadratmetern künstlerisches Flair aus. Landschaftsbilder mit alter Maltechnik und Unikate neuer Schaffensweise nehmen den objektiven Betrachter gefangen. Johann Pick ist in seinem Element. “Ich arbeite mit unverdünnter
Ölfarbe vorrangig auf Hartfaseruntergrund. Das trocknet schneller", verrät der Pinselfreak und Sportgeher aus Passion in
einem Atemzug. Bei den ungezählten Trainingskilometern genießt der nunmehr 71-jährige gebürtige Rheinländer die hiesige
Natur in vollen Zügen. "Der eindrucksvolle Himmel ist in Norddeutschland nun mal das Wichtigste", offenbart der ehemalige Chemiearbeiter, der die vielen Eindrücke aus dem Gedächtnis heraus malerisch umsetzt. Dinge, die ihm nach eigenem Bekun-
den sehr viel geben.
"Das Sternzeichen Fisch beinhaltet Sensibilität. Der Boxsport passte in jungen Jahren eigentlich nicht zu mir", steht Johann
Pick diesem Lebensabschnitt sehr selbstkritisch gegenüber. "Du musst ein echter Kerl werden", hatte sein Vater stets gefor-
dert. Mit 17 absolvierte Pick-Junior in Paderborn seinen ersten Kampf. Während der Tätigkeit im Umfeld der britischen Rheinarmee kletterte der kleine explosive Fighter - "mein linker Haken war gefürchtet" - unter anderem voller Tatendrang für
Mönchengladbach, Viersen, Düsseldorf und Krefeld in den Ring.
Nur 32 Niederlagen gab es in 216 Kämpfen (Bantam/Halbweltergewicht), während der in Düren Geborene viermal unent-
schieden boxte. "Wie oft hatte ich sonntags blaue Augen. Mit 35 Jahren war die Karriere beendet", weint Johann Pick dem Faustkampf - die deutlichen Spätfolgen (Funktionsstörungen) bei manchen Boxern sind erschreckend - keine Träne nach. "Man muss den Menschen heute vielfach helfen aber nicht schlagen", lehnt der Lebensgefährte von der sportbegeisterten Anneliese Wolfram die Kraftprotzerei total ab.
Schon im Mai 1966 kam Johann Pick in die grüne Kreisstadt am Teufelsmoor. Die Sturheit mancher Mitbewohner und der Menschentypus hierzulande waren für den temperamentvollen Zopfträger ein Problem, mit dem der Oldie heute nachsichtig gut umgehen kann. "Ich bin sowieso ein Einzelkämpfer und trainiere gern allein", macht der Volksläufer und Wettkampfgeher aus seinen Ambitionen keinen Hehl. Akribisch hat der erfolgreiche Leichtathlet seit seinem ersten Volkslauf (1968 in Bassum)
Buch geführt. Nach 40 Minuten war er damals im Ziel des 10 000 m-Laufes. Bände voller Fotos und Urkunden, Medaillen und Silberpokale erzählen über die tolle Zeit mehr als es Worte vermögen. "Unsere Wohnung ist schon fast zu klein", amü-
siert sich der Dauerbrenner.
"Volle Pulle - zum Beispiel 2:37 Stunden über 25 Kilometer 1969 in Ovelgönne oder Bestzeit (1:45:30 Std.) 1971 im 20-Km
Europagehen (Platz zwei) bin ich immer gegangen", grient der Vertreter des exotisch anmutenden Gehersports. Ob Watt-
gehen in Otterndorf oder 36 Kilometer nonstop über die Insel Sylt (von List nach Hörnum) ... der scheinbar unverwüstliche Johann Pick war immer dabei.
Alle Erfolge des überzeugten Kilometerfressers aufzuzählen hieße Eulen nach Athen tragen. Durch eine Muskelverletzung im rechten Unterschenkel gehandicapt - “laufen konnte ich nicht" - hatte es der Routinier vor etwa 30 Jahren in Nordenham als Geher versucht. Der Bazillus blieb bis heute. "Auf meine alten Tage würde ich es heutigentags nicht einmal mehr schaffen, meine Top-Geherzeiten als Läufer zu erreichen ", lacht der untersetzte Osterholz-Scharmbecker.
Als Mitglied der LGU Brake sowie des Postsportvereins Bremen kämpfte sich das Kraftpaket bei Bremer und niedersächs-
ischen Titelkämpfen sowie deutschen Meisterschaften über die Distanzen. Der Lohn blieb nicht aus. "Noch nie wurde ich infolge unsauberen Gehens disqualifiziert und habe bisher nur zwei Verwarnungen von den Gehrichtern erhalten`, berichtet
das Energiebündel nicht ohne Stolz.
In einem Jahr absolvierte er mal 42 Wettkämpfe. "Siegen wurde zur Manie", erinnert sich der geläuterte Akteur mit Grausen. "In Münster rannte 1998 ein Flitzer vor mir splitternackt über den Stadtkurs. Es blieb kaum Zeit für's Schämen”, erzählt Johann Pick dagegen schmunzelnd und denkt mit Freude an manche Gänsehautstimmung" (Hannover-Marathon etc.) zurück.
Über das Kapitel Hunde könnte er ein umfassendes Buch schreiben: "Die scheinen was gegen unseren abstrakten Beweg-
ungsablauf zu haben". Durch den Alltagstrott kann Johann Pick erschöpft sein... "Training ist für mich jedoch wie Blutwäsche
und hält Kopf und Körper fit". So fünf bis zehn Kilometer - “nur nicht übertreiben" - marschiert er dann und fühlt sich wohl
wie in seinen leichtathletischen Glanzzeiten.
Zur Person:
Name:
Johann Pick / Geburtstag: 23. Februar 1931 / Stärken: Durchsetzungsfähig unter extremen Wettkampfbedingung-
en. Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft. Aus Fehlern lernen, um viele Dinge dann besser zu machen. / Schwächen: Oftmals
zu gutmütig / Wünsche: Ruhe und Frieden / Ziele: Weiterhin die sensible Bereitschaft bewahren, um ständig neue Erkennt-
nisse in wertvolle Lebenserfahrung umzusetzen. / Urlaubs-Hit: Die Insel Sylt samt Rauschen der Nordseebrandung. / Lieb-
lingsspeisen:
Alle Sorten Fleich und zwischendurch mal ein Bierchen
(bg)

WOLFSBURGER NACHRICHTEN vom 1. Juli 2002
Ex-Weltrekordlerin geht in den Ruhestand
Ein Leben für die Langstrecke: Marathon-Pionierin Liane Winter aus Wolfsburg lief die 42,195-
Kilometer-Strecke 50-mal in 18 Jahren
Von Katja Dartsch
Von Porzellan oder Nippes keine Spur: Die beiden schwarzen Vitrinen im Wohnzimmer von Liane Winter sind gefüllt mit Pokalen und Medaillen. An den Wänden hängen Schwarz-Weiß-Fotografien - keine Familienporträts, sondern Marathon-
Schnappschüsse. Auf dem Tisch: ein Schmerzmittel. Die vielen Gewaltläufe der vergangenen Jahrzehnte haben Spuren hinter-
lassen.
Im rechten Glasschrank steht eine Trophäe, auf die Liane Winter vom VfL Wolfsburg besonders stolz ist: Der Pokal des Boston-Marathons von 1975. Dem weltweit ältesten und traditionsreichsten Städte-Marathon, bei dem Winter den Welt-
rekord brach: 2:42 Stunden waren eine Sensation, insbesondere vor dem Hintergrund, dass vier Jahre zuvor die Teilnahme
für Frauen noch verboten war. Man traute dem "schwachen Geschlecht" schlichtweg nicht zu, die Strapazen eines 42,195-
Kilometer-Laufes durchzustehen.
Ab Montag ist sie in Rente
Der kleine Läufer, der einst auf dem Boston-Pokal thronte, ist vom Sockel abgebrochen. "Ich hab' ihn schon einmal reparie-
ren lassen, aber jetzt ist er wieder abgefallen", erklärt Liane Winter und streicht ihre Jogginghose glatt. 60 Jahre ist sie in der vergangenen Woche geworden und von Montag an Rentnerin. Zur Arbeit ist die ehemalige kaufmännische Angestellte des VW-Konzerns allerdings schon länger nicht gegangen: Altersteilzeit. "Ich bin ganz froh, dass ich vorgearbeitet habe. Sonst wäre ich jetzt vielleicht arbeitsunfähig geschrieben worden - das hätte ich nicht gewollt."
Zurzeit ist Winter auf eine Gehhilfe angewiesen. Die Waldläuferin, die einst nicht zu stoppen war, die noch mit 50 Jahren Marathon lief, kann sich jetzt nur unter starken Schmerzen von einem Raum ihrer kleinen Wohnung zum nächsten bewegen, auf das Wägelchen gestützt wie eine alte Frau. "Meine Hüfte ist Schrott", stellt sie nüchtern fest. "Sogar die 93-Jährige von nebenan überholt mich im Treppenhaus." Das Haar ist weiß, der Gang krumm - aber die Augen leuchten. Junge Augen hat
sie: rund, braun, wach. Flinke Augen, die erahnen lassen, wie die 1,80 Meter große, immer noch muskuläre Frau einst trium-
phierend vor der Laufkonkurrenz her ins Ziel gezogen ist.
Gelaufen ist Liane Winter vier Jahrzehnte lang wie eine Besessene. Jeden Tag hat sie trainiert, zweimal pro Woche joggte sie vom Eichelkamp bis nach Lehre. "Bei jedem Wetter, ob es 40 Grad heiß war oder Schnee lag. Ein bisschen bekloppt muss man da schon sein", sagt sie und schüttelt den Kopf. Der Pferdeschwanz schaukelt. Ein bestimmtes Trainingskonzept hat sie damals nicht verfolgt, "mal habe ich Steigerungsläufe gemacht, mal Pfadläufe, mal Spurts trainiert. Manchmal hatte ich auch keine Lust mehr und habe einfach Blumen, Pilze oder Kräuter im Wald gesammelt."
Letzter Marathon mit 50 "Ich hatte eine wahnsinnige Kondition, einen Ruhepuls von 40, eine Sechs-Liter-Lunge - und Ehr-
geiz", zählt Winter die Gründe für ihre jahrelange Erfolgsserie bei Straßen- und Crossläufen, bei Deutschen Meisterschaften, Volksläufen und Marathons im In- und Ausland auf. Anfangs ging sie auch über Kurzstrecken an den Start, spezialisierte sich dann aber auf Langstrecken. Bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft wurde sie beim 800-Meter-Lauf Vierte, 26 Jahre später, mit 48 Jahren, belegte sie erneut den vierten Rang bei der Deutschen Meisterschaft - allerdings im Ultralauf über 100
Kilometer.
50 Marathons ist sie gelaufen, keinen einzigen hat sie abgebrochen. Zum letzten Mal ging sie mit 50 Jahren an den Start, bei ihrem Lieblingsmarathon im Schwarzwald. Achtmal hat sie den mitgemacht, "die Leute dort kannten mich schon alle". Über-
haupt sei der Langstreckensport früher - vor dem Boom von City-Marathons und dem Eingreifen der Werbeindustrie - per-
sönlicher und freundschaftlicher gewesen als heute. "Man kannte sich, lief nebeneinander und gab sich Tipps. Erst ab Kilo-
meter 28 hat jeder sein eigenes Ding gemacht", so Winter. Mit vielen Läuferinnen von damals, Langstrecken-Pionierinnen wie
sie selbst, hat Liane Winter heute noch Kontakt. Briefe werden geschrieben, alte Fotos ausgetauscht, und es wird viel telefo-
niert. Zu ihrem Geburtstag in der vergangenen Woche kam sogar eine Gratulation aus Japan: von der Dolmetscherin, die
1979 für sie übersetzte.
"Es war eine tolle Zeit", sagt Liane Winter rückblickend. Obwohl es damals ein harter Kampf für Langstreckenläuferinnen gewesen sei, überhaupt zugelassen zu werden. Von teilweise erbitterten Papierkriegen mit Marathon-Veranstaltern weiß sie
zu berichten. Eine tolle Zeit auch, obwohl "keine Zeit war, eine Familie zu gründen. Das Private blieb auf der Strecke. Auch ein bisschen schade", räumt sie ein. Und auch die kaputte Hüfte lässt Liane Winter nichts bereuen. Sie beißt die Zähne zu-
sammen und hofft auf baldige Besserung: Im August bekommt sie ein neues Hüftgelenk. "Dann kann ich endlich wieder raus aus der Wohnung, draußen ein bisschen traben und Rad fahren."

ACHIMER KURIER / Verdener Nachrichten vom 5. Juli 2002
Nächstes Ziel: Die DM über 100 Kilometer
Achimerin Cäcilia Apel-Kranz ein sportliches Multitalent / Nach dem Fußball auf Langlauf umgesattelt
Von unserem Mitarbeiter Carl Christian
Achim. Dieses Jahr ist ihr großes Ziel die für den 31. August (in Rheine-Elte) angesetzte Deutsche Meisterschaft über 100 Kilometer, doch auch Walking und Sprint gehören zum sportlichen Repertoire der Achimer Leichtathletin Cäcilia Apel-Kranz.
“Ein echter Wirbelwind", staunen Teamgefährten der LG Kreis Verden über die umtriebige 47-jährige Heilpraktikerin.
Ein Wirbelwind mit erstaunlicher läuferischer Bandbreite. Auf die 14,9 Sekunden über 100 m und die 2:58,11 über 800 Mtr.
ist das Multitalent mindestens genau so stolz wie auf die kürzlich erzielte persönliche Bestleistung im Halbmarathon. Als Heil-
praktikerin weiß sie, dass man nicht immer die gleichen Strecken und das gleiche Pflaster laufen soll - auch die Gelenke brauchen Abwechslung.
"Cilli", wie sie genannt wird, wirbelt aber nicht nur, sondern sie hat auch Erfolg. So trommelte die Achimerin vor ein paar Wochen Dörte Manitz (Wechold-Magelsen) und Sigrid Bracht (Bassen) herbei und das Terzett holte sich - wie berichtet - nicht nur die niedersächsische, sondern auch die norddeutsche Marathon-Mannschaftsmeisterschaft.
Cäcilia Apel wurde am 29. Januar 1955 in Dörbach im Kreis Bernkastel (heute Samtgemeinde Salmtal) geboren. In ihrer Kindheit lief sie gerne Kurzstrecken und machte Weitsprung, andere Möglichkeiten der Leichtathletik gab es nicht in der kleinen Gemeinde am Rande der Wittlicher Senke. So war es auch kein Wunder, dass sie gern und oft mit ihren Brüdern, aber auch in einer Mannschaft Fußball spielte; über Rheinland-Pfalz hinaus hat der FSV im nahen Salmrohr einen guten Namen.
Nach ihrer Schulzeit, zwei Jahre davon verbrachte sie in einer Klosterschule, wurde die Rheinländerin Diplom-Sozialpädago-
gin und arbeitete in ihrem Beruf als Behindertenpädagogin. Als 26-Jährige zog sie 1981 mit ihrem Mann Karl Kranz, der als
Flugingenieur zu Hapag-Lloyd wechselte, in den Bremer Stadtteil Hemelingen.( Hier spielte sie nicht nur erfolgreich Fuß-
ball beim SV, sondern machte zum Ausgleich und für die Kondition beim Lauftreff des TSV Osterholz-Tenever mit.
Sie bildete sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit auch fort und erhielt 1986 die Zulassung als Heilpraktikerin - 1987
wurde Tochter Prisca geboren.)

Auch nach ihrem Umzug nach Achim sieben Jahre später spielte sie weiter Fußball, vier Jahre noch beim FC Badenermoor und erwarb die B-Lizenz der Fußball-Übungsleiter. Als 38-Jährige machte sie mit dem Fußball, den sie 22 Jahre aktiv betrieb
 Schluss: "Man ist dann nicht mehr ganz so beweglich wie die Jungen und zu verletzungsanfällig."  
Mittlerweile hatte sie vom Achimer Lauftreff in der Zeitung gelesen und dort Anschluss gefunden. Doch immer wieder schnürt
sie ihre alten Treter, wenn es gilt, ihre Trainerlizenz zu erneuern. Doch dann passierte etwas, was bei Läuferinnen im Kreis Verden offenbar öfter vorkommt: So wie Birgit Schwers (Verden) und Birgit Kunze (Oyten) eine dritte Frau suchten und die Oytenerin Bärbel Schmidt fanden, so suchten auch Marieta Hinners (Achim) und Ursula Siewert (Bassen) und wurden im Badener Holz fündig.
Cäcilia Apel-Kranz ließ sich bei ihrem sportlichen Tun aber keinesfalls nur auf die Langstrecken fest, sie will vielseitig sein.
Sie schwimmt sehr gerne, sie begründete und begann am 11. Juni 2001 einen Walking-Treff - kürzlich organisierte sie ein
sehr gut besuchtes Seminar über Nordic Walking.
Aber nicht nur sportlich ist Apel-Kranz vielseitig. Die Katholikin ist stolz darauf, als einzige Nichttheologin zum Religions-
pädagogischen Arbeitskreis in Verden zu gehören. Die Achimerin hält Vorträge bei der Volkshochschule, "natürlich über
gesundheitliche Themen".
Und wegen ihrer Tochter, die die 10. Klasse des Gymnasiums besucht und Badminton spielt, ist sie auch Elternvertreterin. Einmal im Jahr kann sie aber keiner zu einem Termin bzw. Start verpflichten, dann zieht es die Karnevalistin in ihren Geburts-
ort Dörbach: "Früher habe ich dann Büttenreden gehalten, aber heute fehlt mir die Nähe zu den örtlichen Ereignissen und den Kapriolen in der Politik."
Nicht nur Lesen und Sprechen, sondern auch das Schreiben gehört zu den Steckenpferden der heute 47-Jährigen:
"Ich schreibe alles über meine Läufe auf. Alles, was ich während dem Lauf oder danach darüber dachte. Ein Riesenerlebnis
war der 100 km-Lauf 1998 in Biel und da interessierte mich nicht unbedingt die Zeit von 11:44 Stunden, sondern mein Durch-
halten." ( ) = Ergänzungen des Autors

ACHIMER KURIER / Verdener Nachrichten vom 5. Juli 2002
1947 in Dörverden Jahresweltbestzeit gerannt
Marga Petersen, Deutschlands Sprintkönigin der Nachkriegsjahre, lebt heute in Ottersberg
Von unserem Mitarbeiter Carl Christian
Ottersberg. "Jahresweltbestzeit in Dörverden" - so titelte vor fast genau 55 Jahren die örtliche Tageszeitung. Der Turn- und Sportverein Dörverden hatte damals seinen neuen Platz eingeweiht und auf der Laufbahn, "die sich nicht in allerbestem Zu-
stand befand", war Marga Petersen (SV Werder Bremen) die 100 m in Jahresweltbestzeit von 11,8 Sekunden gelaufen. Sie stellte damit auch den zwölf Jahre alten Deutschen Rekord ein.
Die 82-Jährige lebt heute in Ottersberg und kann sich darüber amüsieren, "was damals alles möglich war". Der Sport hat ihr viel gegeben, und so fühlte sich die Athletin nach Beendigung ihrer sportlichen Laufbahn den aktiven Wettkämpfern ent-
sprechend verpflichtet. Sie war viele Jahre Vorstandsmitglied der Gemeinschaft der Olympiakämpfer.
Seit dem Tod ihres Mannes 1997 lebt Marga Petersen in Ottersberg – in der Nähe ihres Sohnes Günter, der mit dem legen-
dären Olympiafünften von Tokio, Heinz Schumann, in einer Staffel der Bremer Turngemeinde (BTG) am 19. Juli 1964 in Karlsruhe den noch heute bestehenden Landesrekord von 41,4 Sekunden lief. Den Europacup im Bremer Weserstadion ließ sie sich nicht entgehen und derzeit überlegt sie, ob sie der jährlich ausgesprochenen Einladung zur Wahl der Sportler des Jahres wieder einmal folgt und nach Baden-Baden fährt.
Deutschlands unbestrittene Sprintkönigin der Nachkriegsjahre erblickte am 18. September 1919 als Margarete Kalensee in Bremen das Licht der Welt. Die junge Turnerin der Bremer Turngemeinde wurde beim Schulsport entdeckt, als sie für eine ältere, plötzlich erkrankte Läuferin unvorbereitet einsprang und im Kleid und mit Straßenschuhen allen davon lief. Marga Petersen wechselte daraufhin im Verein zu den Leichtathleten und wurde 1936 als 17-Jährige mit der 4 x 100 m-Staffel Gau-
meister. Zwei Jahre danach wurde ihr späterer Ehemann Ewald Petersen (Polizei SV Bremen) über 100 m, Bestzeit 10,9 Sekunden, niedersächsischer Vizemeister.
Mit Olympia wurde es 1940 noch nichts für die Kaderzugehörige, denn der Zweite Weltkrieg brach aus und die Spiele in Tokio finden nicht statt - doch das konnte Marga Petersen später nachholen. Nach Kriegsende wird die Bremer Turngemein-
de nicht so schnell wieder zugelassen, bei Werder Bremen wurde jedoch trotz Verbots eine Trainingsgemeinschaft für Leicht-
athleten zusammengetrommelt, der sich Sportler wie Marga Petersen anschlossen, die vorher keine Werderaner waren.
Marga Petersen wurde 1946 bei den Zonenmeisterschaften in Frankfurt über 100 m in 12,2 Sekunden und mit der 4 x 100
m-Staffel Deutsche Meisterin. Beide Titel verteidigte sie ein Jahr später in Köln in 12,0 und mit ihren Staffelgefährtinnen in 48,7 Sekunden erfolgreich.
Kein Wunder, dass sie zur Platzeinweihung am 31. August 1947 nach Dörverden eingeladen wurde. Über 100 m wurden für sie 11,6 Sekunden gestoppt, doch die Länge der Bahn am "Sportplatz Mull", wie ihn die Einheimischen noch heute nennen, wird angezweifelt. Die Bahn wurde nachgemessen: Tatsächlich war sie zwei Meter länger, aber etwas abschüssig - die Zeit wurde auf 11,8 Sekunden geändert. Die Sportjournalisten wählten trotzdem die Bremer Sprinterin zur Sportlern des Jahres 1947 (und damit zur Ehrentanzpartnerin des Tennisbarons Gottfried von Cramm).
Marga Petersen und die Werder-Staffel konnten 1948 (12,3/49,0 Sekunden) und 1949 in Bremen (12,1/48,3 Sekunden)
ihre Titel verteidigen. Im Zwischenlauf stellte das Werder-Quartett in 48,0 einen neuen Deutschen Rekord auf. Nach ein-
jähriger "schöpferischer Pause" holten Petersen (12,2) und die Staffel (48,4) 1951 in Stuttgart erneut die Deutschen Meister-
schaften. Marga Petersen, die 1951/52 bei fünf Länderkämpfen startete, erhielt am 21. Juli 1951 das "Silberne Lorbeerblatt".
Gleich zwei Mal lief Marga Petersen in Berlin am 1. März 1951 in der Halle über 50 m in 6,8 Sekunden Europarekord. Doch
dann ging ihr Traum in Erfüllung, die Bremerin nahm als Höhepunkt ihrer langen, so erfolgreichen Laufbahn an den Olymp-
ischen Spielen in Helsinki teil. In der Vorentscheidung lief sie die 100 m in 12,1 Sekunden. Die 4 x 100 m-Staffel mit ihr als Schlussläuferin gewann zeitgleich mit den USA in Weltrekordzeit von 45,9 Sekunden die Silbermedaille - dafür erhielt sie am 27. Oktober 1952 ein zweites, sonst üblicherweise nur einmal verliehenes "Silbernes Lorbeerblatt".     
Die 11,8 Sekunden von Dörverden (1947) sind noch heute der älteste Bremer Landesrekord und ihre 1949 gestoppten 11,8
Sekunden werden gemeinsam als persönliche Bestleistungen geführt - auch die am 6. August 1948 gelaufenen 48,0 Sekunden
der Staffel haben noch heute in Bremen Bestand. Zwischenzeitlich war sie 1948 unzulässig  windunterstützte 11,7 Sekunden
gerannt. (Auch ihre 200 m-Bestzeit von 25,8 Sekunden erreichte sie zwei Mal, 1947 und 1948. Zu Buche stehen auch
noch von 1947 ihre 5,32 m im Weitsprung.)
( ) = Ergänzungen des Autors
Weser Kurier vom 25. September 2002
In Bremen war nie eine schneller
Im Alter von 83 Jahren ist die Olympia-Zweite Marga Petersen gestorben
Von unserem Redakteur Olaf Dorow
Bremen. Vor einer Woche noch hatte sie Geburtstag gefeiert. Bestimmt ist dabei wieder darüber geredet worden, was
Marga Petersen so berühmt gemacht hat. Jene wilde Zeit nach dem Krieg, als sie die schnellste deutsche Frau war und 1952
mit der 4x100-m-Staffel Olympia-Zweite wurde. Am Sonntag ist sie, im Alter von 83 Jahren, gestorben.
Sie hatte sich rar gemacht in den letzten Jahren. Die einstige Kontoristin aus der Bremen-Neustadt verbrachte ihren Lebens-
abend in Ottersberg. Vor rund vier Jahren wurde sie, nach dem Tod ihres Ehemanns vom Sohn Günter überredet, dorthin zu
ziehen. Der Sohn lebt seit mehr als 20 Jahren mit seiner Familie in Otterstedt.
Marga Petersen ist das größte Talent, das die Bremer Leichtathletik je hatte. Obwohl sie bei Kriegsende schon 26 und
Mutter zweier Kinder war, stieg sie in Windeseile zu einer der elegantesten und schnellsten Sprinterinnen ihrer Zeit auf. 1948,
als die Olympischen Spiele in London noch ohne die Deutschen ausgetragen wurden, lief sie die 100 Meter in 11,8 Sekunden.
Das Sportfest fand genau an jenem Tag statt, als in London der 100-m-Endlauf der Damen lief. Die Goldmedaille bekam die
Holländerin Fanny Blankers-Koen. Ihre Zeit: 11,9 Sekunden.
Vier Jahre später in Helsinki hätte um ein Haar auch Marga Petersen einen Olympiasieg geschafft. Obwohl schon 33 Jahre
alt, ließ sie sich mit der deutschen Staffel nur von den Amerikanerinnen besiegen. Um einen Hauch war das US-Quartett
eher im Ziel. Als Marga Petersen danach wieder in Bremen eintraf, säumten Zehntausende die Straßen.
Die Sprinterin und ihre Erfolge, zu denen auch diverse Deutsche Meisterschaften zählen, sie stehen für die goldene Zeit der
grünweißen Leichtathletik. Großen Anteil daran hatte Richard Oßenkop, der nach dem Krieg in Bremen.von Haus zu Haus
zog und bald eine Trainingsgruppe zusammen hatte, die in Deutschland ihresglezchen suchte. Geübt wurde in der Pauliner
Marsch auf Platz elf, das fehlende Licht ersetzte die Lampe eines laufenden Motorrads.
Schnell war das "Fräulein-Wunder" von der Weser da und das schnellste war Marga Petersen. Von der erzählte man sich,
dass eine Tante, kaum zu glauben, schon vor dem ersten Weltkrieg die 100 Meter unter 13 Sekunden rennen konnte. Marga
Petersen konnte unter zwölf Sekunden rennen. Ihre Bestzeit von 11,8 Sekunden war damals, natürlich, Bremer Landesre-
kord. Heute, mehr als 50 Jahre später, steht dieser Rekord noch immer.

ACHIMER KURIER / Verdener Nachrichten vom 10. Juli 2002
Bolm beherrscht Hürdensprint
Dritter deutscher Titel / Für Europameisterschaft mehrfach qualifiziert
Von unserem Mitarbeiter Carl Christian
Scheeßel. Die Scheeßelerin Kirsten Bolm (LT DSHS Köln) beherrscht derzeit den nationalen Hürdensprint. Bei der DM in
Wattenscheid verteidigte die Scheeßelerin ihren Titel über 100 m Hürden in 13,03 Sekunden überlegen vor der jungen Tina Klein (MTG Mannheim/13,33) und der leicht verletzten Juliane Sprenger (LG Kindelsberg-Kreuztal/13,43).
(Die als Medaillen-Kandidaten gehandelten Mona Steigauf (USC Mainz/13,44) und Lokalmatadorin Sabine Braun (TV Wattenscheid/13,73) kamen auf die Plätze Vier und Fünf.) 
Die Junioren-Weltmeisterin im Hürdensprint 1994 (13,26 Sekunden), Kirsten Bolm, die 1993 und 1995 auch Deutsche Juni-
orenmeisterin im Weitsprung wurde, hatte später massive Rückenprobleme. Schlechte Trainingsbedingungen nahmen ihr zu-
dem die Lust, so dass sie ein Jahr aussetzte. Sie nahm dann aber 1997 das ihr als Juniorin gemachte Angebot eines Stipendi-
ums in den USA an. Doch mit den dortigen Trainingsplänen kam sie überhaupt nicht zurecht. Die Psychologie-Studentin em-
pfand die Saison 1998 als “schlechter als jede andere zuvor”.
Kirsten Bolms Schlüsselerlebnis war dann die Europameisterschaft in Budapest, für die sie sich nicht qualifizieren konnte. Ihre
Mutter ist Ungarin, viele ihrer Verwandten leben dort und sie wäre gerne in ihrer "zweiten Heimat" gestartet. Dann packte sie entschlossen die alten Trainingspläne ihres Vaters Michael wieder aus. Und es klappte, sie fuhr zur Weltmeisterschaft 1999 und 2001, verpasste zwischenzeitlich Olympia 2000 nur knapp.
Die seit Jahresbeginn 2001 für das Leichtathletik-Team Deutsche Sport-Hochschule (LT DSHS) Köln startende Kirsten Bolm musste sich entscheiden: Sollte die Psychologie-Studentin das vier Jahre dauernde Stipendium im Utah auf die angebot-
ene Promotion ausdehnen und den Sport aufgeben? Oder sollte sie den früh unter Anleitung ihres Vaters eingeschlagenen sportlichen Weg, zu zeigen was in ihr steckt, ohne Verzicht auf ihre Uni-Karriere weitergehen?
Die Bronzemedaille bei der Hallen-WM in Wien bestärkte ihren Entschluss, das USA-Studium im Herbst 2001 aufzugeben. In Amerika, in Scheeßel und auch in Köln musste sie alleine und unter schwierigen Bedingungen trainieren. Doch die 1,81 m große und 69 kg leichte Modellathletin fand eine gute Verbindung von Uni- und Sportkarriere. Sie führt ihr Studium in
Heidelberg weiter, wohnt in Seckenheim und trainiert zusammen mit der Nachwuchs-Hoffnung Nadine Hentschke bei Bundestrainer Rüdiger Harksen in Mannheim.
"Stabil unter 13 Sekunden laufen und mich für die Europa-Meisterschaften in München qualifizieren", das hatte sich Kirsten Bolm, nachdem sie in der Hallensaison von einer Bestzeit zur nächsten geeilt war, für 2002 vorgenommen. Bei ihrem ersten Freiluft-Start - und das noch nach dreiwöchiger Krankheit - unterbot sie Ende Mai in Jena in 12,97 Sekunden die DLV-
Norm (13,00) für die EM. Während sie beim Europacup 1999 als Sechste einlief und 2001 in Bremen schon auf den dritten Rang gekommen war, qualifizierte sich die 27-Jährige vor kurzem im französischen Annecy mit einem zweiten Platz in neuer persönlicher Bestzeit von 12,85 Sekunden (2000: 12,92) (automatisch) für die Europa-Meisterschaften in München (6.-11.
August).
Am Wochenende wurde Kirsten Bolm nach 2000 und 2001 zum dritten Mal in Folge Deutsche 100 m-Hürden-Meisterin. Und dass sie drei Hundertstel über den dreizehn Sekunden blieb, das lag nicht unbedingt am Gegenwind von 0,6 m/Sekunde, sondern eher daran, dass ihre Konkurrentinnen sie nicht genügend forderten (und ihre Ischiasbeschwerden vergessen ließen. “Am Morgen konnte ich kaum ein Bein bewegen", nach der Qualifikation ohne sie (46,56) lief sie im Endlauf als Schlussläuferin die 4x100m–Staffel des LT DSHS auf den vierten Platz (46,16).
Letzte Meldung: Vieles deutet darauf hin, dass die Hallen-Europameisterin, die gebürtige Nigerianerin Glory Alozie, in Wien noch nicht für Spanien startberechtigt war und Kirsten Bolm auf Platz zwei vorrücken würde. “Statt des nachträglichen Silbers wäre es mir lieber, wenn sie bei der EM in München nicht dabei wäre", scherzte die Scheeßel-
erin bei der DM in Wattenscheid.) 
( ) = Ergänzungen des Autors

DIEPHOLZER KREISBLATT vom 17. Juli 2002
Bartholomé will noch mal "beißen"
Wechsel nach Hannover / "Ein bisschen Bammel"
Syke
(dani). Es sah nach Abschied aus - es ist ein Neuanfang daraus geworden. Nachdem es in den vergangenen Monaten ruhig um Lauf-Ass Thomas Bartholomé geworden war, verkündet der Athlet des LC Hansa Stuhr in punkto Sport nun Großes: Anfang August wird der bis dato in Weyhe angestellte Kriminalkommissar nach Hannover versetzt und dort eine eigens für ihn geschaffene sportorientierte Planstelle beginnen. Der Sport spielt dann die Hauptrolle im Leben des 33-Jährigen.
"Mein Leben bestand ja nur noch aus Arbeit, Training, essen und schlafen - ich hatte es satt" - Thomas Bartholomé erinnert sich nur zu gut an seinen kräftezehrenden Alltag. Die Arbeit als engagierter Gesetzeshüter, gleichzeitig tägliches Training und Wettkämpfe, eben das Prozedere eines Leistungssportlers, haben im Laufe der Zeit ihren Tribut gefordert.
"Ich hatte irgendwann einfach keinen Bock mehr. Meine Leistungen konnte ich nicht mehr verbessern. Innerlich habe ich mich seit Anfang des Jahres zunehmend auf meinen Abschied vom Leistungssport vorbereitet."
Genau zu diesem Zeitpunkt kam der entscheidende Telefonanruf vom Zentralen Sportdienst der Polizei des Landes Nieder-
sachsen (ZSD). "Ich wurde gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, eine sportorientierte Dienststelle anzutreten. Das hat mich
natürlich sehr überrascht", erinnert sich der Achte der Deutschen Halbmarathon-Straßenmeisterschaften.
Auf eine kurze Bedenkzeit folgten Leistungs- und Gesundheitschecks am Olympiastützpunkt in Hannover. Bartholomé: "Ich musste in einem Läufer-Standardtest 16 Kilometer in Abschnitten von vier mal 4 000 Metern und immer kürzeren Zeiten zu-
rücklegen. In der vierten Stufe haben die Prüfer den Test nach der Hälfte abgebrochen. Ich war so richtig fertig."
Nach zehnwöchiger strikter Ruhepause wurde der Test wiederholt und - Thomas Bartholomé bestand. "Mir wurde daraufhin bescheinigt, dass ich nationales Spitzenniveau erreichen kann."
Die Entscheidung lag damit bei ihm - und wurde zugunsten seiner Leidenschaft getroffen: "Ich habe das Angebot sofort als die
Chance angesehen, meine Läuferträume zu erfüllen. In ein paar Jahren wäre ich zu alt dafür. Außerdem gehe ich damit kein Risiko ein."
In trockenen Tüchern ist die Versetzung nach Hannover seit Anfang Juli. Antreten wird der Syker seine neue Stelle, die neben
dem vorrangigen Sport Planungs- und Archivaufgaben beinhaltet, im August. Einer der ersten großen Pflicht-Wettkämpfe steht dann mit dem Athen-Marathon im November an: "Das ist natürlich ein Traum, dort laufen zu dürfen."
Trotz aller Freude und Euphorie gesteht Thomas Bartholomé auch ein wenig "Bauchkribbeln" ein. "Ich habe schon ein bis-
schen Bammel, was mich dort erwartet. Ich hoffe, dass ich in meinem Sport noch weit komme und dass mein Körper das mitmacht. Denn ich werde nicht nur mein Bestes, sondern alles geben . . ."

ACHIMER KURIER / Verdener Nachrichten vom 29. Juli 2002
Immer anspruchsvollere Ziele
Rekordjäger Thorben Bock nimmt die Deutsche Meisterschaft 2003 ins Visier
Von unserem Mitarbeiter Carl Christian
Kirchlinteln. "Ich hatte mir für diese Saison keine bestimmte Weite vorgenommen", klärt der für den TSV Kirchlinteln startende Leichtathlet Thorben Bock auf, "aber den Diskus-Kreisrekord wollte ich unbedingt haben." Der 16-jährige Armse-
ner hat sein Ziel erreicht, in diesen Tagen durfte er sich sogar doppelt freuen.
Zunächst hatte er die elf Jahre alte B-Jugend-Bestmarke (45,02 m) bei den Bezirksmeisterschaften in Soltau auf 45,10 Meter
verbessert, dann schlug er in der vergangenen Woche beim Abendsportfest in Oldenburg zu. Thorben Bock schraubte seinen
eigenen Rekord auf 46,97 Meter, gleichzeitig stieß er auf Platz drei der aktuellen niedersächsischen Bestenliste vor.
Thorben Bock, am 3. Februar 1986 in Rotenburg geboren, war schon als Kind sportlich interessiert. Wie fast jeder Junge spielte er gerne Fußball, dann wandte er sich auch dem Pferdesport zu. Doch dem Jungen und seinen Eltern gefiel der Um-
gangston beim Reiten und beim Fußball nicht so sonderlich. Freunde der Eltern rieten zur Leichtathletik. Und noch heute em-
pfindet die Erzieherin Silke Bock den Umgang der Leichtathleten untereinander als “sozial und ausgesprochen freundlich”.
Schon bald stellten sich die ersten Erfolge ein, so erzielte Thorben Bock im vergangenen Jahr drei große Erfolge bei den A-
Schülern: zusammen mit Michael Liebetruth, Lasse Beckmann und Nick van Heyningen in der 4 x 100 m-Staffel die Landes-
meisterschaft in der Rekordzeit von 46,76 Sekunden, den Kreisrekord im Blockwettkampf Wurf (2831 Punkte) und den Bezirksrekord in seiner Spezialdisziplin Diskuswerfen mit 51,65 Metern. Diese 51,65 m, die den 13. Platz in der Deutschen Bestenliste bedeuten, sieht der ehrgeizige Armsener als seinen bisher größten Erfolg an. Als seine ihn am meisten über-
raschende Leistung bezeichnet er seinen Kugelstoß vom 23. September 2000, als er sich (sprungartig) von 10,90 auf 12,08
Meter verbessern konnte - am Jahresende standen für Thorben Bock dann 14,05 Meter zu Buche.
Thorben Bock hat vor den Ferien die 10. Klasse der Realschule Kirchlinteln abgeschlossen - seine Lieblingsfächer waren - außer Sport natürlich - Informatik, Technik und Mathematik. So ist es nachvollziehbar, dass er ab August das Grundbildungs-
jahr "Technik" in der Berufsschule Dauelsen in Angriff nehmen wird. Einen konkreten Berufswunsch hat Thorben Bock noch nicht, aber "Bauzeichner oder etwas ähnliches" könnte er sich gut vorstellen (- Vater Helmut ist in der Elektrotechnik tätig). Als seine Freizeitbeschäftigung Nummer eins nennt Thorben Sport, aber auch den Computer, obwohl er das Internet-
Surfen aus Kostengründen gedrosselt hat. Seine Mutter würde es gerne sehen, wenn er noch etwas mehr liest, räumt er ein. (Musik? "Ja, am liebsten Punk Rock.")        
Thorben Bocks sportliche Vorliebe gilt in diesem Jahr dem Diskuswurf, an zweiter Stelle kommt Kugelstoßen, auch wenn er sich über 100 m von 12,54 auf 12,31 Sekunden und im Speerwurf von 39,35 auf 39,98 m verbessert hat. Auf die 80 m Hürden (12,52) und den Weitsprung (5,36) hat er wegen der erhöhten Verletzungsgefahr bisher verzichtet. "Unsere erfolg-
reichen A-Schüler werden sich im Jahr 2002 erstmals in der B-Jugend bewähren müssen", schrieb Kirchlintelns Trainer Claus
Dierks in seiner Saisonbilanz 2001. Das gilt insbesondere für die Diskuswerfer, bei denen nun 1,5 Kilo statt bisher ein Kilo-
gramm auf die “Reise” zu bringen sind, und die Kugelstoßer, die fünf statt zuvor vier Kilo aufgelegen müssen.
Doch die Umstellung auf die höhere Geräte-Gewichtsklasse hat Thorben Bock offenbar gut hinbekommen. So stehen mit der
Kugel den 14,05 m des A-Schülers Thorben Bock immerhin schon 14,07 m des B-Jugendlichen Thorben Bock gegenüber. Die Diskuswerte geben ebenfalls Anlass zur Zuversicht: 51,65 Meter und 46,97 Meter.
Thorben verrät nicht, dass er den Diskus ganz gerne schon über 47,72 m befördert hätte - es ist die Weite eines gleichaltrigen
Konkurrenten, den er schon mehrfach bezwungen hat. Stattdessen nennt er als neues Ziel, dass er seine Drehung technisch verbessern möchte. Und da Thorben Bock noch im ersten der beiden B-Jugend-Jahre ist, räumt er ein, dass er sich in der nächsten Saison mit einem Wurf über 47 Meter für die Deutschen Jugend-Meisterschaften 2003 qualifizieren möchte.
() = Ergänzungen des Autors

Volker Peitzmeier von der LG Weserbergland (Von Manfred Scholz)
Ein 58-Jähriger auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Karriere
Er zählt zu den erfolgreichsten Leichtathleten, die das Weserbergland hervorgebracht hat. Er wurde bereits Europameister
und mehrfacher nationaler Meister. Er ist schnellster 400-Meter-Läufer seiner Altersklasse in Deutschland. Die Rede ist von
Volker Peitzmeier, dessen sportliche Karriere auf ihrem vorläufigen Höhepunkt angelangt ist. Für 2002 hatte sich der 58-
jährige Hamelner, der für die LG Weserbergland startet und dessen Stammverein der VfL Hameln ist, viel vorgenommen und
es wird wohl seine  bisher beste Saison werden.
Eine Stadionrunde ist 400 Meter lang, und ein 400-Meter-Läufer kommt dort wieder an, wo er losgelaufen ist. Start und Ziel
sind identisch, ein Kreis schließt sich. Ein Kreis schließt sich auch für Volker Peitzmeier. Vor mehr als 40 Jahren hatte er als
sportlich talentierter Jugendlicher beim VfL Hameln mit der Leichtathletik begonnen. Zwei bis drei Mal Training in der Woche
reichten, um Bestzeiten von 10,9 Sekunden über 100 Meter, 22,3 Sekunden über 200 und 48,6 Sekunden über 400 Meter
zu erzielen. Damit gehörte er zu den vielversprechendsten Nachwuchsläufern Niedersachsens und darüber hinaus. Doch
Peitzmeier entschied sich 1964 gegen den Leistungssport und für ein Studium.
Dann war erst einmal Schluss mit Laufen – für ein Vierteljahrhundert. Seit 1990 trainiert Peitzmeier wieder regelmäßig, mit
Erfolg und vor allem Spaß. “Ich hatte das Gefühl, mich wieder mehr bewegen zu müssen, etwas für meine Gesundheit zu
tun.” Zunächst sei es eine einzige Quälerei gewesen. “Jede Runde tat weh. Aber bald kam auch wieder der Spaß dazu”, er-
zählt Peitzmeier. ”Und der Spaß am Laufen ist für mich inzwischen das Entscheidende.” Doch mit guten Leistungen kam auch
der alte Ehrgeiz zurück. Peitzmeier stieg wieder ins Wettkampfgeschehen ein. Auf Anhieb gewann er 1992 mit der 4x400-
Meter-Staffel des VfL Hameln die Deutsche Senioren-Meisterschaft der Altersklasse M 40.
Zwei Jahre später folgte in Athen im deutschen Nationaltrikot sogar der Gewinn der Europameisterschaft, ebenfalls in der
4x400-Meter-Staffel. Wieder zwei Jahre danach sein bislang größter Erfolg: Volker Peitzmeier wird im schwedischen Malmö
Europameister über 400 Meter und Europameister mit der deutschen Staffel. Auf internationalem Parkett folgte noch der
dritte Platz über 400 Meter bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Gateshead/England. Und je älter er wird, desto besser
wird er auch auf den kürzeren Strecken. Im vergangenen Jahr holte sich Peitzmeier den deutschen Meistertitel in seiner
Altersklasse außer über 400 Meter auch über 200 Meter. Im Winter diesen Jahres wurde er bei den ersten deutschen Hallen-
meisterschaften der Senioren Sieger über 400 und über 60 Meter, bei den Deutschen Meisterschaften in Weinheim holt er
sich den Titel über 400 Meter.
Den Grund für diese guten Leistungen im fortgeschrittenen Alter sieht Peitzmeier in den zweieinhalb Jahrzehnten Pause: “Mein
Körper hat im Vergleich zu Anderen noch Reserven, er wurde über die Jahre nicht so verschlissen.” Sein großes Ziel für die-
ses Jahr ist die Europameisterschaft im eigenen Lande, die vom 15. bis zum 25. August in Potsdam stattfindet. “Und eine Zeit
unter 56 Sekunden”, fügt er hinzu, aber die hat er schon bei der Deutschen  in Weinheim mit 54,96 Sekunden unterboten.
Wie lange er noch Zeiten und Platzierungen hinterher rennen will, weiß er nicht genau. Aber wann der Tag gekommen sein
wird, an dem er mit dem Leistungssport Schluss macht, das steht für Peitzmeier fest: “Leichtathletik hat für mich viel mit
Ästhetik zu tun, und wenn mir jemand sagt, dass es nicht mehr gut aussieht, wie ich laufe, dann höre ich auf.” Daran ist nach
Meinung seiner Trainer jedoch nicht zu denken, den Peitzmeier gehört noch lange nicht zum alten Eisen.

LANDESZEITUNG FÜR DIE LÜNEBURGER HEIDE vom 14. August 2002
Die Olympischen Spiele müssen es ja nicht sein
Sören Ludolph bleibt trotz seiner Erfolge bescheiden
Amelinghausen/Winsen.
Es war ein erfolgreiches Jahr für Sören Ludolph. Seine Trainingshose erzählt davon. Fünf Wimpel
sind auf das rechte Bein genäht, auf vieren steht "Niedersächsischer Schülermeister 2002", auf dem fünften in der Mitte
"Norddeutscher Jugendmeister 2002". Das ist er zwar nicht, "aber sie hatten keinen Norddeutschen-Schülermeister-Aufnäher
mehr", erzählt der 14-jährige Leichtathlet. Den Titel hat er mit der Cross-Mannschaft der LG Nordheide geholt, für die der
Amelinghausener startet. Den größten Erfolg feierte Sören Ludolph aber im bayerischen Illertissen:
Bei den Deutschen Schülermeisterschaften stellte er im Blockwettkampf Lauf mit 2631 Punkten einen neuen Landesrekord
auf und wurde damit Fünfter.
Die Landestitel, für die er die Wimpel erhielt, gewann er mit der Cross-Mannschaft, im Cross-Einzel, mit der 3 x 1000 m-
Staffel und im Blockwettkampf Lauf. Das Laufen ist seine Spezialdisziplin, überwiegend auf den Mittelstrecken 1000 und
2000 Meter. Im Blockwettkampf kommt dann noch Weitsprung, 100 m, 80 m Hürden und Wurf mit dem 200 g-Ball dazu.
Die Disziplinen "mache ich so unter der Hand nebenher", sagt Sören. Das heißt, er geht vor Wettkämpfen auch ins Mehr-
kampftraining. Aber eigentlich fühlt er sich auf der Laufbahn am wohlsten.
Fußball spielt der 14-Jährige auch, beim MTV Amelinghausen im Sturm der C-Junioren. Er kickte sogar in der Kreisauswahl.
Jetzt aber nicht mehr. "Ich sollte mich zwischen Leichtathletik und Fußball entscheiden", erzählt Sören - er wählte die Leicht-
athletik.
Zweimal in der Woche trainiert er in Winsen Laufen, an zwei weiteren Tagen geht er in Amelinghausen zum Fußballtraining.
Das kostet Energie. An seiner Halskette hängt ein chinesisches Schriftzeichen. "Das bedeutet Kraft", erklärt Sören, "ein Ge-
schenk von meiner Schwester Birte." Die 21-Jährige ist ebenfalls für die LG Nordheide erfolgreich, im Moment allerdings
verletzt. Bruder Gerrit (24) steht beim TuS Betzendorf im Fußball-Tor.
Viel Zeit, die Leichtathletik-EM in München am Fernseher zu verfolgen, hatte Sören nicht. Er besucht in der Realschule
Embsen die neunte Klasse. "Da haben wir im Moment Projektwochen", sagt er, "dafür muss ich viel tun." Den Silberlauf von
Dieter Baumann hat er aber gesehen. "Ich hätte gedacht, er wird Erster, aber da hätte er früher antreten müssen", meint er
fachmännisch und fügt frech hinzu: "Für sein Alter war das schon nicht schlecht."
Vielleicht kann Sören Ludolph ja einmal in Dieter Baumanns Fußstapfen treten. "Meine Klassenkameraden sabbeln mich
immer voll, dass ich bestimmt mal zu Olympia fahre." Er wäre schon mit weniger zufrieden: "Mein Ziel ist es, bei einer DM
nochmal unter die ersten Zehn zu kommen." Aber wer weiß, das linke Hosenbein ist noch frei.

NIEDERELBE ZEITUNG vom 17. August 2002
“Ich möchte die Cuxland-Wertung gewinnen, egal wer am Start ist”
Der gebürtige Otterndorfer Bernd Loddeke ist in Top-Form / Start beim 3. Küstenmarathon am 15. September in
Otterndorf
Einfach platt sei er gewesen beim 1. Küstenmarathon vor zwei Jahren. "Nach der zweiten Runde hätte ich eigentlich ausstei-
gen müssen, ärgert sich Bemd Loddeke (TV Langen) heute noch über seine "indiskutable Leistung von zwei Stunden und 59
Minuten". Doch der 33-Jährige wollte in seiner Geburtsstadt Otterndorf nicht aufgeben, biss sich 42,195 Kilometer lang
durch. Es hatte ihn richtig gewurmt, dass zwei Athleten aus dem Landkreis Cuxhaven -- Peer-Rasmus Rupprecht vom VfL
Wingst und Klaus Dock (TSV Wanna) -- deutlich vor ihm im Ziel waren. Doch das soll ihm nicht noch einmal passieren: "Ich
möchte die Cuxland-Wertung gewinnen, egal wer am Start ist."
1,84 Meter groß und 66 Kilogramm leicht
Der 1,84 Meter große und 66 Kilogramm leichte Läufer hatte als Kind mit der Leichtathletik beim TSV Otterndorf in der LG
Hadeln begonnen. Alle Disziplinen habe er ausprobiert. Seine Spezial-Disziplin als Schüler war die Stadionrunde, die häufig
als härteste Laufstrecke bezeichnete 400-Meter-Distanz. Nach dem Ende der Schulzeit orientierte er sich um: Die Strecken
wurden länger. Loddeke wechselte zum Cuxhavener Sportverein (CSV), weil es dort damals die beste Jugendlaufmannschaft
bundesweit gab. "Trainer Horst Kenzler hat mich zu einem standfesten Mittelstreckler gemacht." 800, 1000 und 1500 Meter
standen zu der Zeit auf seinem Wettkampfprogramm.
Mit 19 Jahren den ersten Marathon bestritten
Ende der 80er Jahre kam Norbert Schepergerdes, einer der schnellsten Polizeibeamten Deutschlands, zum CSV. Und dieser
Vereinskollege hat Loddeke mehr oder weniger zufällig auf den Geschmack für die 42,195 Kilometer lange Marathonstrecke
gebracht: "Norbert wollte seinen ersten Marathon bestreiten. Und er fragte mich, ob ich nicht ein bisschen mittrainieren kön-
nte, damit er nicht immer alleine läuft." Ihm gefiel es immer mehr, lange Strecken zu absolvieren. Und so meldete nicht nur
Schepergerdes für seinen ersten Marathon bei der Norddeutschen Meisterschaft in Herzlake, sondern auch der damals erst
19-jährige Loddeke.
Das bis dahin in der Langläuferszene eher unbekannte Cuxhavener Duo überraschte: Loddeke wurde auf Anhieb mit 2:48
Stunden Dritter bei den Junioren. Schepergerdes kam bei den Männern in 2:25 Stunden als Zweiter ins Ziel. Nach der Fusion
dreier Cuxhavener Sportvereine zum Rot Weiss Cuxhaven bröckelte die Leichtathletikszene auseinander. So gründete sich
eine kleine, aber feine Läufergruppe beim MTV Lüdingworth: Neben Loddeke und Schepergerdes war der Ihlienworther
Maik Schwanemann dabei. Und dieses Dreigestirn sorgte für Furore, wurde unter anderem Niedersächsischer Mannschafts-
meister im Halbmarathon.
Start in der Bundesliga
Seit dem vergangenen Jahr starten Schepergerdes und Loddeke für den TV Langen in der Bundesliga. Der 33-jährige Ver-
waltungsfachangestellte des Landkreises Cuxhaven betonte aber: "Ich bin immer noch im MTV Lüdingworth. Wir wollten
aber einmal eine neue Herausforderung." Das 18-köpfige Langener Team, das alle Läufe von 100 bis 5000 Meter sowie alle
technische Disziplinen der Leichtathletik in der Bundesliga absolvieren muss, kam im ersten Jahr auf Anhieb auf den sechsten
Platz. Damit war die automatische Qualifikation für den diesjährigen Bundesliga-Endkampf geschafft, bei dem sie sogar nach
den über 30 Disziplinen zwei Ränge höher platziert waren. Nach dem Motto "Zurück zu den Wurzeln" hatte der in Altenbruch
lebende Loddeke über 1500 und 5000 Meter für wertvolle Punkte gesorgt.
In den vergangenen Wochen gewann er bei vielen Läufen in der Region. Er ist topfit, um beim Saisonhöhepunkt am 15. Sep-
tember, dem 3. KSK-Küstenmarathon zum Weltkindertag in Otterndorf, seinen Einbruch bei der Erstauflage dieses Spekta-
kels vergessen zu lassen. Im vergangenen Jahr lief er nicht in der Medemstadt, weil er an der Norddeutschen Mannschafts-
meisterschaft teilnahm.
Training neben dicker Berta
"Ich werde gemächlicher angehen als vor zwei Jahren, aber nicht bummeln. Und ab Kilometer 30 werde ich alles geben, was
drin ist", verrät er seine Taktik. Die Strecke durch die Otterndorfer Altstadt und Feriengebiete sowie entlang des meistbe-
fahrenen Schifffahrtsweges der Welt findet Loddeke sehr schön. Auch wenn sie seinem Laufstil nicht entgegenkommt. "Ich
mache lange Schritte. Beim sechsmaligen Überqueren des Deiches braucht man aber kurze, fast Trippelschritte." Doch Vor-
bereitung ist alles: In seinem Wohnort Altenbruch, direkt neben dem Leuchtturm ‘Dicke Berta’ trainiert er die Technik am
Deich.
In der jetzigen Vorbereitung absolviert der 33-Jährige übrigens pro Woche etwa 150 bis 160 Kilometer. "Da sind Tage mit
kürzeren, schnelleren Einheiten genauso dabei, wie längere, langsamere Stecken bis über 40 Kilometer." Die Uhrzeit für das
Training spielt keine Rolle. So stand er beispielsweise gestern im Morgengrauen auf und lief über Umwege 30 Kilometer bis
zur Arbeit ins Kreishaus. Er scherzt: "Wenn einige Kollegen noch müde dreinschauen, bin ich schon hellwach."
Loddeke ist selbstbewusst und glaubt sogar, wenn alles läuft, wie er es sich vorstellt, dass er seine bisherige Marathon-Best-
zeit von 2:40 Stunden unterbieten kann. Doch das ist nicht sein Hauptziel: Er will in seiner Geburtsstadt bester Läufer aus dem
Kreis Cuxhaven sein. Bleibt nur abzuwarten, ob der zweimalige Cuxland-Wertungssieger Peer-Rasmus Rupprecht aus Osten
an den Start geht. Aber der Altenbrucher Ausnahmeathlet wiederholt kämpferisch: "Ich will gewinnen, egal wer antritt.”

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 7. September 2002
Laufsport als Bereicherung des Lebens
Kati Eickhorst ist eine Spätstarterin auf der Langstrecke - Beim ersten Sieben-Meilen-Lauf verlaufen
Von unserem Mitarbeiter Matthias Thode
Platjenwerbe. In ruhiger, fast abgeschiedener Lage in Platjenwerbe befindet sich das Haus von Kati Eickhorst und Ehemann
Erwin. "Die meisten Gäste finden unser Haus nicht", erzählt die Langstrecken-Läuferin der LG Bremen-Nord, wenn ich aller-
dings Besuch erwarte, hänge ich ein Hinweisschild am Hintereingang auf."
Hauptgrund für die Wahl der Wohnlage war aber nicht die erwünschte Stille nahe des kleinen Platjenwerber Wäldchens, son-
dern Rücksichtnahme auf die Nachbarn: "Ein musikalisches Opfer unserer Kinder wegen und eine ziemliche Anstrengung für
uns, das freistehende Haus vor 33 Jahren zu bauen. In unserem damaligen Reihenhaus hätten wir das den Nachbarn nicht zu-
muten können. Alle drei Kinder von Kati und Erwin Eickhorst sind sehr musikalisch und verdienen auch heute noch ihr Geld
mit Musik. Nicht nur zum täglichen Üben war das Haus für Kinder und deren Bekannte ideal. " Wir haben im geräumigen
Wohnzimmer auch Konzerte und Generalproben mit bis zu 30 Gästen durchgeführt. Dafür haben wir dann die Essecke aus-
geräumt", blick Kati Eickhorst zurück. Das letzte "Hauskonzert" liegt allerdings schon fast zwei Jahre zurück.
"Meine Kinder sind aufgrund ihrer musikalischen Tätigkeiten viel unterwegs ", schildert sie die derzeitige Situation. Konstanze
wohnt in Lübeck und reist als Pianistin um die Welt, Tochter Katrin Eickhorst-Squire ist mit einem Neuseeländer verheiratet
und lebt jetzt auf der südlichen Halbkugel. Lediglich ihr Sohn Matthias aus Osterholz-Scharmbeck, Mitglied der Bremer Phil-
harmoniker, kann öfters vorbeikommen.
Bis auf den Steinway-Flügel im Wohnzimmer und einiger Schallplatten erkennt man heute aber nicht mehr viel vom früheren
musikalischen Treiben im Haus. Kati Eickhorst hat zwar selber nie gespielt, bezeichnet sich aber als sehr" musikbewandert".
Auf die "neue" sportliche Liebe zum Langstreckenlauf deutet nichts hin. "Neue Liebe ", weil die sportliche Karriere von Kati
Eickhorst erst 1994, im Alter von 62 Jahren, begann. "Ich habe zufällig erfahren, dass in Platjenwerbe ein Lauf stattfindet.
Von der Sportabzeichenabnahme hatte ich ein Paar Turnschuhe. Ich hatte aber keinerlei Ahnung, wie lang sieben Meilen
überhaupt sind ", schildert Kati Eickhorst ihre Ungewissheit vor dem ersten Langstreckenlauf, bei dem sie sich sogar verlauf-
en hat. Jrgendwie war mir das ziemlich peinlich, dass ich mitgelaufen bin und bin dann bewusst am Ziel vorbeigelaufen. Ich
wurde dennoch gewertet und die Zeit war noch nicht einmal so schlecht", erinnert sich die Platjenwerberin noch ganz genau
an ihr erstes Lauferlebnis.
Damit war Kati Eickhorst vom Laufvirus infiziert und schloss sich dem Frauenlauftreff von Waltraud Bayer und dann der
Leichtathletik-Gemeinschaft Bremen-Nord an. "Laufen ist für mich wichtig geworden. Es ist eine herrliche Freude", schwärmt
Kati Eickhorst, die fünf Mal pro Woche auf die Strecke geht. Gleich von ihrer Haustür aus ist sie im Grünen und läuft durch
Platjenwerbe, Richtung Brundorf oder an die Lesum. Neben diesen fünf Laufeinheiten geht sie zwei Mal die Woche noch zum
Frauenturnen und einmal zum Walking sowie zur Sportabzeichengruppe im Vegesacker Stadion.
Außerdem schwimmt Kati Eickhorst gerne, und am Wochenende steht dann ein Volkslauf auf dem Programm. "Ich bin mit
dem Laufen ja spät angefangen, da habe ich etwas nachzuholen", begründet die LG Nordlerin ihr umfangreiches sportliches
Treiben.
Ihre anderen Hobbys hat Kati Eickhorst durch das Laufen aber noch nicht ganz vergessen: "Ich koche und backe sehr gerne,
allerdings seit nunmehr 20 Jahren nur noch vegetarisch." Auch die alte elektronische Schreibmaschine ist bei der ehemaligen
Sekretärin in ihrem Arbeitszimmer gelegentlich noch unter Strom: “Ich habe noch einige alte Briefkorrespondenzen in unter-
schiedlichen Sprachen durch frühere Reisen."
Seit anderthalb Jahren nehmen auch die täglichen Besuche ihrer 92-jährigen pflegebedürftigen Tante in Friedehorst einen Teil
ihrer Zeit ein. Ansonsten kümmert sich Kati Eickhorst um den Haushalt des sechs Zimmer großen Hauses. Die Arbeit im
großzügigen Garten ist dagegen Hauptaufgabe ihres Mannes. Früher gab es auch mal “Besuch" von Rehen und Fasanen aus
dem angrenzenden Wäldchen, doch heute ist das Grundstück das Reich ihrer Katze Fanny und ihres Katers Felix.
"Mein Ziel ist es, möglichst noch lange laufen zu können. Ich bin glücklich und dankbar für diese Lebensbereicherung", denkt
Kati Eickhorst noch längst nicht daran, kürzer zu treten oder aufhören. Und schließlich gibt es auch noch neue Herausforder-
ungen: So lief sie im Juni diesen Jahres bei der Bahn-Eröffnung im Burgwall-Stadion erstmalig 5000 Meter auf der Bahn und
auch Starts bei Senioren-Meisterschaften sind für sie " durchaus denkbar".
Zur Person:
Name:
Kati Eickhorst / Alter: 70 Jahre / Familienstand: Verheiratet mit Erwin Eickhorst / Kinder: Matthias Eickhorst,
Katrin Eickhorst-Squire und Konstanze Eickhorst / Beruf: Sekretärin / Verein: LG Bremen-Nord / Größte Erfolge: Halb-
marathon-Bestzeit 1:52:11 Std. mit 64 Jahren, Marathon-Bestzeit 4:04 Std. mit 65 Jahren / Hobbys: Laufen, Briefe schrei-
ben, Kochen und Backen
(mde)

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