Porträts und Berichte über Leichtathleten aus der Region (Seite 4)

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Heinz, Helmut und Frank Colsmann TuS Celle (Heinz + Helmut) - MTV Müden/Örtze (Frank) (12.11.2003)
Martin Ruthe TV Scheeßel (27.11.2003)
Torsten Husak Delmenhorster TV (6.12.2003)
Helmut Brüning Rot-Weiss Cuxhaven (13.12.2003)
Julius Müller Delmenhorst (16.12.2003)
Susanne Ritter LG Braunschweig (20.12.2003)
Hikmet Ciftci SG Osterholzer Leichtathleten (12.1.2004)
Heino Grewe-Ibert (Triathlet) VfL Wingst (23.1.2004)
Gudrun Wiemer Eintracht Delmenhorst (31.1.2004)
Wilfried Bergmann SV Georgsheil (28.2.2004)
Jacqueline Niemann SG Osterholzer Leichtathleten (6.3.2004)
Karl-Heinz Marg VSK Osterholz-Scharmbeck (17.3.2004)
Meike Lürßen LAV Zeven (20.3.2004)
Bernd Loddeke MTV Lüdingworth (23.3.2004)
Nele Dehnenkamp LAV Bokel / LG Wesermünde (17.4.2004)
Helmut Ermgassen TuS Hermannsburg (11.5.2004)
Sven und Jens Niederkrome LG Kreis Verden (?? Juni 2004)
Karen de Groot TV Falkenburg (?? Juni 2004)
Sören Ludolph LG Nordheide (23.6.2004)
Walter Gernikeitis ESV Eintracht Hameln / LG Weserbergland (25.6.2004)
Ralf Salih TV Langen (26.6.2004)
Sascha Cordes TSV Wiepenkathen (22.7.2004)
Johannes Raabe TSV Kirchdorf (22.7.2004)
Andrea Bunjes SV Holtland (31.7.2004)
Sarah Nöh Bremer LT (31.7.2004)
Jacob Minah LG Göttingen (3.8.2004)
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CELLESCHE ZEITUNG vom 12. November 2003
Läuferfamilie Colsmann topfit
“Noch mal gemeinsam zur EM”
Drei Generationen auf der Strecke. Für Frank (37), Helmut (65) und Heinz Colsmann (84) steht beim Laufen vor allem der
Spaß im Vordergrund. Trotz Bestenlisten und Trainingsplänen haben sie den Sport stets in erster Linie als Hobby verstanden.
Beim gemeinsamen Training stacheln sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Dass unterdessen auch der Erfolg nicht aus-
bleibt, ist für die drei nur zusätzliche Motivation.
“Ich habe den Traum, dass wir alle drei noch mal gemeinsam bei einer EM antreten. Das geht aber erst in drei Jahren”, sagt
Frank Colsmann und blickt zu seinem Großonkel Heinz, mit 84 Jahren das älteste Mitglied der “Läuferfamilie Colsmann”, um
grinsend hinzu zu fügen, “so lange musst du noch durchhalten.” Denn für die Wettkämpfe der Senioren ist der 37-jährige noch
etwas zu jung. “Man darf erst ab 40”, erklärt er. Der dritte im Bunde ist Franks Vater Helmut, der nach dem Ende seiner
Fußballer-Zeit weiter sportlich aktiv bleiben wollte. “Heinz ist Schuld, dass wir alle laufen”, so der 65-Jährige.
Gemeinsam ein gutes Gespann
Zusammen bilden die Colsmanns ein gutes Gespann und unterstützen sich untereinander so gut wie möglich. “Wir trainieren
oft gemeinsam. Das ist mit Frank zwar anstrengender, weil er jünger ist, aber man profitiert davon”, erklärt Heinz den zu-
sätzlichen Ansporn, “wenn Frank an der Strecke steht und mir die Zwischenzeiten ansagt.” Helmut stimmt ihm zu: “Man
motiviert sich gegenseitig.” Auch zu Wettkämpfen reisen die drei zusammen und übernehmen dann untereinander die Be-
treuung. Helmut: “Wir verstehen uns gut und einer ist für den anderen da.”
Unterdessen konnten die drei auch schon eine recht ansehnliche Titelsammlung erlaufen. Allen voran Heinz Colsmann. Seinen
ersten großen Erfolg feierte der 40-fache Träger des goldenen Sportabzeichens 1984 bei der Europameisterschaft der
Senioren in Bern, damals in der Altersklasse 65. “Ich weiß es noch wie heute”, erinnert er sich gerne an diesen Moment zu-
rück. “Über zehn Kilometer bin ich fünfter geworden, damit war ich nicht ganz zufrieden. Aber über 25 Kilometer bin ich
dann ganz groß rausgekommen.” Dem ersten Platz sollten noch einige folgen. Höhepunkt darunter war sicherlich der Gewinn
der Weltmeisterschaft in der Mannschaftswertung über zehn Kilometer im Jahr 2000 in Valladolid.
Mit solchen Erfolgen können Frank und Helmut noch nicht aufwarten. Helmut nimmt es gelassen: “Bei deutschen Meister-
schaften ganz nach vorne zu laufen, das haut bei mir nicht so hin, aber ich bin zufrieden. Das Wichtigste ist, dabei zu sein und
bestmöglichst abzuschneiden.” Sein Sohn stellt an sich allerdings ganz andere Ansprüche: “Ich strebe schon an, mit den
Schnellsten mitzuhalten. Wenn es mal nicht klappt, sagt man sich zwar: na gut, die sind erst 20 Jahre alt, aber ärgern tut es
mich dann doch.”
Als 18-jähriger hatte Frank mit dem Laufen angefangen. “Ich wog damals 84 Kilo”, merkt der Post-Angestellte, der ab dem
ersten Januar in Hamburg arbeiten wird, schmunzelnd an. Bereits zwei Jahre später lief er schon Zeiten, die auf Landesebene
für vordere Platzierungen genügten. Mit 24 dann der Schock: Rheuma, ausgelöst durch Zeckenbiss, lautete die Diagnose, die
seine Laufkarriere vorerst beendete. Heute ist Frank Colsmann 37 und seit vier Jahren wieder voll in seinem Element. “Ich
bin heiß aufs Laufen.” Inzwischen gehört er auf vier Strecken deutschlandweit zu den Top Ten.
“Bestenlisten sind für einen Läufer die wichtigste Lektüre”, sagt der Familienvater, macht eine kurze Pause und fährt fort:
“Und ich bin immer weit vorne, obwohl in meiner Altersklasse auch viele frühere Top-Athleten laufen.” Dafür ist natürlich viel
Training vonnöten. “Das mache ich schon relativ professionell, mit Trainingsplänen und so. Aber ohne Fleiß kein Preis.”
Im Frühjahr geht’s ins Trainingslager
Das Laufen ist für die Colsmanns mittlerweile zur liebsten Freizeitbeschäftigung geworden. “Ich reise gern, habe immer einen
gepackten Koffer unterm Bett. Aber egal, wo ich bin, überall wird gelaufen”, sagt Heinz, den es seit 20 Jahren im Frühjahr
stets für zwei bis drei Monate nach Teneriffa zieht – ins Trainingslager. “Ich bin bestimmt schon zweieinhalbmal um die Erde
gelaufen”, so der 84-jährige, der auch heute noch ein Trainingspensum von “70 Kilometern in der Woche” absolviert.
“Mir geht es einfach gut, wenn ich laufe, der ganze Tag ist irgendwie anders”, sagt Helmut, der nach einer Operation gerade
erst wieder in Schwung kommt. “Zeitweise sind wir jedes Wochenende auf Achse, manchmal sonnabends und sonntags.
Meine Hobbys sind Laufen und natürlich die Enkelkinder.”
Die werden auch gebraucht, damit die “Tradition” fortgeführt werden kann. “Ich habe schon für die vierte Generation ge-
sorgt”, so Frank, der bei seiner Tochter bereits läuferisches Talent entdeckt hat. “Sie ist fünf Jahre alt und flitzt auch schon
ganz gut”, schmunzelt er.

ROTENBURGER KREISZEITUNG vom 27. November 2003
Ruthe hat Großes vor
Scheeßels Zehnkampf-Chef wird "Jedermann 2003" und plant WM im Zwanzigkampf
Von Herward Schmidt
Scheeßel. Wenn das keine Belohnung für die Arbeit der letzten Jahre ist! Als "Jedermann 2003" wurde Martin Ruthe (TV
Scheeßel) ausgezeichnet. Die europäischen Ausrichter der Jedermann-Zehnkämpfe wählten den Allround-Leichtathleten für
sein langjähriges Engagement als rühriger Veranstaltungschef.
Martin, mit 32 Jahren der "mittlere" der drei mehrkämpfenden Ruthe-Brüder, freute sich über die Auszeichnung mächtig und
zeigte begeistert seine Trophäe: "Es ist kein Pokal, auf den das Emblem der jeweiligen Sportart geklebt wird, sondern ein
Wandrelief mit den drei Grundsportarten Laufen, Springen und Werfen."
"Jedermann 2003" ist der Scheeßeler nun nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz. Sein Vor-
gänger war der Österreicher, der Anfang vorigen Monats die Zwanzigkampf-WM in St. Pölten ausrichtete und bei der
Ruthes ältester Bruder Manfred (37) wie berichtet 14. wurde.
Martin Ruthe hörte als 19-Jähriger mit dem Fußballspielen auf und widmete sich dem Tischtennissport. Mit 25 Jahren begann
er mit der Leichtathletik, wobei ihm deren Vielseitigkeit besonders zusagte. Kein Wunder, dass er trotz guter Ergebnisse in
einzelnen Disziplinen zum Mehrkampf kam.
Hin und wieder liebäugelt der Junggeselle auch mit dem "offiziellen" Fünfkampf bei Sportfesten und Meisterschaften. Weit-
sprung, Speerwurf, 200 m, Diskuswurf und 1 500-m-Lauf sind kein Problem. Auch die beim Zehnkampf hinzukommenden
technisch schwierigen Hochsprünge mit und ohne Stab sowie die 100 und die 400 Meter werden gut bewältigt.
Doch die Jedermänner haben eine Schwierigkeit, den 110- m-Hürdenlauf. Das 1,07 Meter hohe Hindernis - oder besser:
"Steh-im-Wege" - haben nur die wenigsten früh trainiert und keine “Höhenangst” . Sie nehmen auf Grund der Verletzungs-
gefahr dann lieber Punktabzüge in Kauf und wählen die 91-cm- oder 76-cm-Hürden – das geht beim “normalen” Zehn-
kampf nicht
.
Als Veranstaltungsleiter hat Martin Ruthe sich viel vorgenommen: Im nächsten Jahr wird er in Scheeßel neben dem Jeder-
mann-Zehnkampf einen Zwanzigkampf als "Begleit-Wettkampf" anbieten. Frühestens 2005, wahrscheinlich eher 2006, plant
er ganz Großes - Ruthe will die Deutschen Meisterschaften im Zwanzigkampf ausrichten, ein Jahr später am liebsten auch die
Weltmeisterschaften. Und die Chancen dafür stehen schon auf Grund seines guten Rufes nicht schlecht.
Übrigens: Auch sportlich wurde Martin Ruthe eine Auszeichnung zuteil. Der Landschaftsgärtner wurde vom Hamburger SV
für seinen 30. Jedermann-Zehnkampf mit einem Pokal ausgezeichnet. Kein deutscher Athlet hat mehr Jedermann-Zehn-
kämpfe bestritten als er - auch ein Rekord.

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 6. Dezember 2003
Der Weltrekordler Jürgen Schult schaut auf Husak
Leichtathletik: Delmenhorster Diskuswerfer klopft an die Tür zur DLV-Spitze
Von Dieter Freese
Delmenhorst. Er läuft die ersten 30 Meter aus dem Stand unter vier Sekunden - als einziger im Kader. Torsten Husak ist
aber kein Sprinter geworden, sondern hat sich den Wurfdisziplinen in der Leichtathletik verschrieben. Seine Statur verrät das
auch. Der 17-Jährige ist 1,88 Meter groß und wiegt rund 105 Kilogramm. Am erfolgreichsten ist der Delmenhorster im
Diskuswurf. Der A-Jugendliche gehört mittlerweile dem deutschen D/C-Kader an. Dort steht er unter den Fittichen von
Jürgen Schult. Der 41-jährige Olympiasieger hält seit 1986 den Weltrekord mit 74,08 Meter. Die warf er - wie bei Männern
üblich - mit der 2-kg-Scheibe. Torsten Husak muss bei der A-Jugend mit dem 1,75 Kilogramm schweren Gerät werfen und
ist dort in seinem ersten A-Jugendjahr in Niedersachsen mit 45,67 Meter top. In Deutschland liegt er weiter hinten. Vorne ist
mit dem zwei Jahre älteren Robert Harting aus Berlin der einzige 60-Meter-Werfer (64,05) mit diesem Diskus.
Hinweis Webmaster:
Torsten Husak ist 2003 noch B-Jugendlicher, hat aber bereits Wettkämpfe mit dem 250 Gramm schwereren Diskus
der A-Jugend absolviert.
“Die 60 Meter hat Torsten auch irgendwann drin”, sagt Husaks Trainer Dr. Albrecht Günther, der seit 2000 mit seinem
Schützling spezielles Diskustraining betreibt. Übernommen hatte Günther das Talent von der mittlerweile beim Delmenhorster
TV nicht mehr tätigen Übungsleiterin Ute Rodiek. “Ich habe gesehen, dass er die körperlichen Voraussetzungen hat”, sagt
der Trainer, dem nachgesagt wird, dass er sich “immer die Rosinen heraus pickt”. Schon sein erster Hinweis an Torsten
Husak habe sofort eine deutliche Verbesserung gebracht. Der damals 14-Jährige ist dann sofort zu Rodiek gelaufen und hat
ihr mitgeteilt, dass er jetzt mit “Abo” Günther trainieren würde.
Ein Erfolgsduo wurde geboren, in dem der “väterliche Freund” als Trainer jederzeit Autorität verlangt. “Wenn er 18 wird,
werde ich ihm das Du anbieten”, schmunzelt Günther, der selbst schon Deutscher Vizemeister war.
DLV-Trainer Jürgen Schult, der neun seiner Schützlinge - auch Husak - an diesem Wochenende bei einer Sichtung hat, ist
noch etwas reserviert. “Torsten ist sicher ein gutes Talent, zu einem ganz Großen fehlen aber noch einige Zentimeter,” sagt
der Olympiasieger, der am Wochenende aber noch einmal ganz genau hinschauen will und sich vor Ort auch mit Husaks
Trainern unterhalten will.
Husak hat zwei Landesmeisterschaften vorzuweisen, wurde in diesem Jahr mit dem Diskus Norddeutscher Meister und bei
der DM in Fulda Achter. 2001 wurde er in den D-Kader des Landes Niedersachsen berufen, seit diesem Jahr gehört er
dem D/C-Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes an. Als B-Jugendlicher steigerte er sich mit dem 1,5 Kilogramm
schweren Diskus auf 52,36 Meter und war damit Neunter der Deutschen Bestenliste 2002.
Seine sportlichen Ziele? “Ich möchte zunächst einmal im Kader bleiben”, nennt Husak sein Nahziel. Ins Auge gefasst habe er
eine internationale Karriere, mit welchen Perspektiven dann auch immer...
Dafür muss er eine Menge seiner Freizeit opfern. Neben den Wettkämpfen stehen im Jahr 2004 mindestens Kader-Lehr-
gänge in Wiesbaden, Schweinfurt, Halle und Jena an. Er trainiert fünf Mal wöchentlich Technik, Kraft und Schnellkraft. Das
ist weniger als die Konkurrenz, die meist sieben Mal in der Woche trainiert. “Das ist zu viel”, meint Günther, der Überlastung
seines Schützlings vermeiden will und ihm nach Wettkämpfen oder Lehrgängen auch immer Zeit zur Regeneration gewährt.
Gibt es eine spezielle Ernährung? “Nein”, lacht Husak, ansonsten eher ein Typ der ruhigeren Art, “ganz normal.” Also nicht
Unmengen an Steaks oder Eiweißbomben - da ist auch schon einmal ein Burger drin. Derzeit hat ihm sein Trainer aber Cola-
und Chipsverbot erteilt. “Das ist passive Masse und die kann Torsten nicht gebrauchen.”
Muskel aufbauende Präparate, künstliche Eiweißzufuhr oder anderes aus den Chemielabors kommt nicht in Frage.
Dr. Günther weiß als Arzt, welcher Schaden damit in den Organen angerichtet wird. Außerdem hat Torsten Husak als An-
gehöriger des Kaders unterschreiben müssen, dass er jederzeit für Dopingkontrollen erreichbar ist. “Wenn nötig, stehen die
auch Heilig Abend vor der Tür”, unterstreicht Günther die Intensität der Doping-Kontrollen auch beim DLV-Nachwuchs.
Torsten Husak wird wohl das letzte Jahr in Delmenhorst trainieren. Er bastelt nach seiner Mittleren Reife am Fachabitur und
strebt in Hannover eine Ausbildung im Polizeidienst an. Aller Voraussicht nach wechselt er deshalb 2004 an das Landes-
leistungszentrum.
Dem DTV will er aber treu bleiben und dort reift mit Marvin Groß bereits ein weiteres großes Talent heran. Albrecht Günther
kriegt glänzende Augen, wenn er von ihm spricht. Das wäre doch eine neue “Rosine” für ihn - schließlich hat er wieder freie
Zeit, wenn Torsten in Hannover in einer Wohngemeinschaft seinem zweiten Hobby, dem Gitarre spielen, frönt und sportlich
vornehmlich unter den Fittichen von Landestrainer Thorsten Frey steht. Ein guter Diskuswerfer muss über eine ausgeprägte
Brust- und Schultermuskulatur verfügen und außerdem in der Lage sein, seine Kraft optimal in die Beschleunigung der
Diskusscheibe umzusetzen. Zudem ist Beweglichkeit im Bereich der Hüfte, des Oberkörpers und der Schulterpartie von ent-
scheidendem Vorteil. Die Ausführung des Wurfes wird eingeleitet von einer anderthalbfachen Drehung des Athleten um die
eigene Körperachse auf einem Bein. Während der Phase wird die Geschwindigkeit aufgebaut. Die eigentliche Entscheidung
über das Gelingen eines Versuches fallt dann in der letzten Phase eines Wurfes, in der der Athlet die Scheibe aus dem Zwei-
beinstand wegschleudert. 70 Prozent der Geschwindigkeit des Diskus‘ resultieren aus dieser finalen Beschleunigung.

CUXHAVENER NACHRICHTEN vom 13. Dezember 2003
Ein Ausnahmetalent hört auf
Die Cuxhavener Senioren-Leichtathletik verliert mit dem Urgestein Helmut Brüning ein Aushängeschild
Mit einer hervorragenden Leistung bei der Kreismeisterschaft kürzlich in Schiffdorf beendete Helmut Brüning von Rot-Weiss
Cuxhaven seine aktive Leichtathletiklaufbahn. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr konnte er den Landesrekord im
Hammerwerfen der Senioren M 70 mit einer Weite von 42,53 Meter überbieten und holte sich damit gleichzeitig den Titel
des Kreismeisters.
Der Hammerwurf hatte es Helmut Brüning im Jahr 2003 ganz besonders angetan. Neben dem Kreismeistertitel holte er sich
auch die Bezirks-, die Landes- und die Norddeutsche Meisterschaft. Einzig bei der Deutschen Meisterschaft musste er sich
geschlagen geben. Aber auch im Hochsprung konnte er in diesem Jahr noch einmal den Landesrekord mit übersprungenen
1,36 überbieten.
Viele Titel geholt
Sechs Jahre lang ging Helmut Brüning für die Senioren-Leichtathleten von Rot-Weiss an den Start. In dieser Zeit holte er
viele Titel nach Cuxhaven: Landesmeister, Norddeutscher Meister, Deutscher Vizemeister im Hochsprung und Hammer-
werfen, zweimal Deutscher Meister im Hochsprung, daneben viele Kreis- und Bezirksmeistertitel und viele hohe Notierungen
in den Kreis-, Bezirks- und Landesbestenlisten. Die Senioren-Leichtathletikszene wird nach dem Beenden der aktiven Lauf-
bahn von Helmut Brüning nicht nur einen erstklassigen Sportler verlieren, sondern auch einen einzigartigen Sportsmann.
Helmut Brüning hat sich immer für die Gemeinschaft eingesetzt, war immer hilfsbereit und hat sich bei vielen Veranstaltungen
eingebracht. Dafür gebührt ihm an dieser Stelle ein ganz besonderer Dank.
Ganz verloren gehen wird er der Leichtathletikszene jedoch noch nicht: Helmut Brüning will den EWE-Athletics und anderen
Leichtathletikveranstaltungen weiterhin seine Unterstützung geben und stellt sich auch als Fahrer zur Verfügung.
Den Einsatz als Fahrer werden seine Leichtathletikkameraden von Rot-Weiss Cuxhaven im nächsten Jahr sicher gern in An-
spruch nehmen, waren sie doch in diesem Jahr wieder in ganz Deutschland unterwegs und konnten dabei zahlreiche Erfolge
verbuchen.

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 16. Dezember 2003
Delmenhorster Sport-Botschafter feiert heute seinen 65. Geburtstag
Julius Müller Geher errang 16 deutsche Titel – Tod von der Schippe gesprungen
Von Dietrich Köhler-Franke
Delmenhorst. Rekorde und Erfolge lösten sich ab mit Verletzungen und Krankheiten. Beim Einstieg 1959 bei der Bundes-
wehr ahnte niemand, dass der Delmenhorster sogar bei Olympia die deutschen Farben vertreten würde. Bei Gruppen-
märschen luden die Kameraden einst ihr Gepäck auf die Schultern des 1,90 Meter großen Müller, um bei strapaziösen den
Touren mithalten zu können.
Müller begann seine Erfolge in der Meistermannschaft des Hamburger SV, schloss sich danach der Frankfurter Eintracht an,
für die er 1962 über die 50 Kilometer und dann im Einzel über 20 km erfolgreich war. Kurz zuvor hatte er die Leichtahtletin
Eliana Fiaschi, italienische Meisterin über 800m, in Rom zum Traualtar geführt. Seitdem genießt er in Italien, wo Gehen einen
wesentlich höheren Stellenwert besitzt, große Sympathien. Die “heißblütige” Römerin und der wortkarge Müller zeugten die
Söhne Stefan und Carlo sowie Tochter Roberta, die sich alle drei dem Leistungssport Gehen verschrieben und zahlreiche
Erfolge bis hin zu Deutschen Meistertiteln erreichten.
Beim ersten Anlauf 1964 auf eine Fahrkarte zur Olympiade hatte Julius Müller Pech. Wegen der Folgen eines Pferdetrittes
musste er bei der Ausscheidung gegen Athleten aus der damaligen DDR aufgeben. Müller Senior lieferte im Trikot des DTV,
TV Adelheide, Eintracht Frankfurt, Werder Bremen und Hamburger SV Höchstleistungen. 16 Deutsche Titel, Teilnahmen
mit Erfolgen im Nationalteam und auch noch 1979 bei der Senioren-Weltmeisterschaft sowie schon 1968 Olympiateilnahme
in Mexiko sorgten international für Aufsehen. Aber die Höhenluft in Mexiko bekam ihm nicht. Über die 20 Kilometer
Distanz brach er zusammen und wurde im Sauerstoffzelt behandelt.
Als Ausrichter von Städtewettkämpfen in Delmenhorst und als Nachwuchstrainer blieb Müller, der 1969 in Delmenhorst mit
einem erdrückenden Punktevorsprung vor den Motorsportlern Axel Falkenberg/Reinke Maarfeld sowie dem damaligen
Stuhrer Reiter Gerd Wiltfang zum Sportler des Jahres von den Lesern des Kreisblattes gekürt wurde, seinem Sport treu.
Fachzeitschriften ehren Müller noch heute, der als erster deutscher Geher sowohl über zehn Kilometer unter 44 Minuten als
auch über 30 Kilometer unter zweieinhalb Stunden blieb und in der deutschen Leichtathletik Meilensteine setzte.
Im Dezember 1988 sprang er dem Tod von der Schippe. Der Fuhrunternehmer und ehemalige Kohlenhändler prallte unver-
schuldet in der Nähe von Achim mit seinem schweren Lastwagen gegen einen schleudernden PKW, dessen zwei Insassen
getötet wurden. Müller und Beifahrer Klaus Beyer wurden schwer verletzt. Lange Zeit drohte der Verlust eines Beines. Nur
seine körperlich gute Konstitution ließ Julius überleben. Aber nach einem achtmonatigen Krankenhausaufenthalt leidet er
noch heute unter den Folgen, zumal auch in der jüngeren Vergangenheit weitere Krankheiten Sorge bereiten.
Julius Müller, der mit seiner Frau bereits zweimal eine Audienz beim Papst erhielt und in Italien auch den heutigen Fußball-
Teamchef Rudi Völler traf, hat sich inzwischen zurückgezogen und auch sein Fuhrunternehmen abgegeben. Die Bundesligisten
Werder Bremen, für den Ehefrau Eliana erfolgreich war, und HSV würdigen ihr Ehrenmitglied noch heute mit Einladungen. In
Delmenhorst dagegen ist es still geworden um das ehemals größte sportliche Aushängeschild der Stadt, das heute zum 65.
Geburtstag im kleinen Kreis gewiss manche Anekdote zum Besten geben und Erfolge Revue passieren lassen wird.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 20. Dezember 2003
Schlamm im Gesicht und einen Pilzkopf im Radio
Susanne Ritter fährt zur WM im Crosslauf
Von Christian Meyer
John Lennon fährt immer mit. Im Auto, wenn Susanne Ritter auf dem Weg zum Training ist, gehört der aus dem Radio
dudelnde Pilzkopf einfach dazu. Die Songs kennt sie in- und auswendig. Susanne Ritter ist häufig unterwegs zum Training -
meist zweimal täglich.
Der Fleiß der 25-Jährigen hat sich gelohnt. Jüngst qualifizierte sie sich bei den europäischen Titelkämpfen in Edinburgh als 22.
für die Weltmeisterschaft im Crosslauf. 6595 Meter über Stock und Stein spurtete die Athletin der LG Braunschweig in 23
Minuten und 29 Sekunden. Auf den schottischen Regen war wieder Verlass: Bei milden zehn Grad nieselte es. Ritter-Wetter.
Zumindest im Wettkampf. "Auf matschigem Boden bin ich einfach stärker", begründet die Bonner Lehramtsstudentin mit den
Fächern Deutsch und Latein.
Die Schlammspritzer im Gesicht gehören zum Crosslauf wie die Grasflecken auf den Hosen der Fußballer. Susanne Ritter ist
jemand, der schon als Kind lieber in die Regenpfützen gestiefelt ist, als stundenlang vor dem Fernseher zu hocken. Auf eine
einsame Insel würde sie außer ihrem Freund Tobias und einem Gedichtband deshalb vor allem warme Klamotten mitnehmen.
Nein, in der Halle ihre Runden zu drehen, das sei nichts für die gebürtige Hildesheimerin, die zu Beginn des Jahres zur LG
Braunschweig gewechselt war. "Mir macht es immer Spaß, draußen rumzurennen." Ein anderer Grund, warum sie den
Crosslauf so faszinierend findet: "Es geht nicht um Zeiten, sondern es gibt in jedem Rennen den absoluten Vergleich."
Um dort gut auszusehen, tankt Susanne Ritter im Ennert, einem Ausläufer des Siebengebirges, Kondition und feilt an der
Schnelligkeit. "Rauf und runter, das gibt Kraft", sagt sie. Und die braucht der Herr-der-Ringe-Fan, um sein ehrgeiziges Ziel
bei den Weltmeisterschaften am 20. und 21. März in Brüssel zu erreichen. In Sichtweite des Atomiums will sie besser sein als
bei der WM vor vier Jahren. Genauer gesagt: Ein Platz unter den ersten 72 soll es schon sein. Aber einfach werde das nicht.
"Beim Crosslauf ist es häufig unheimlich dicht", gibt sie zu bedenken. Und wenn sie Pech habe, sei es dann doch Platz 73.
Damit das nicht passiert, testet sie morgen bereits die Gegebenheiten in der belgischen Hauptstadt, tritt dort bei einem inter-
national gut besetzten Lauf an.
Ihre Weihnachtsferien verbringt die Leichtathletin aber mit ihren Eltern in Barienrode bei Hildesheim. Überhaupt: Freunde
und Familie sind "mir ganz wichtig". Statt große Partys zu feiern, trifft sie sich lieber im kleinen Kreis, geht gerne ins Kino
oder schaut mit Freunden eine DVD.

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 12. Januar 2004
"Hier sind die Trainingsmöglichkeiten besser"
Mittelstreckler Hikmet Ciftci kehrt zu Osterholzer Leichtathleten zurück / Start für Le Mans gewonnen
Osterholz-Scharmbeck. Die Temperaturen waren gestern zum Auftakt der Bremer Winterlaufserie (Sieger Jan Oude-Aost,
SV Werder) erträglich, und auch die Nässe sowie der matschige Untergrund bereiteten Hikmet Ciftci keine Probleme. 33:35
Minuten zeigten die Uhren an, doch das besaß für den Osterholz-Scharmbecker ebenso sekundären Charakter wie der
vierte Platz über die 9900-m-Distanz. "Ich habe mich durchaus geschont", lachte der 27-Jährige, denn sein Hauptaugenmerk
gilt dem 20. Cross-Meeting in Le Mans (16. bis 19. Januar).
Erhalten hatte der Kreisstädter die Einladung und Mitfahrgelegenheit zum internationalen französischen Spektakel für den
Sieg beim traditionellen Silvesterlauf in Fahrenhorst bei Stuhr als Bonbon. Zwar wird sich der zweifache hiesige Citylauf-
gewinner in der aktuellen Saison mehr der Langstrecke bis hin zum Halbmarathon zuwenden, aber bei der Jubiläumsveran-
staltung in Le Mans startet Ciftci im starken Feld über die 6100 Meter. "Das ist bei denen noch eine Mittelstrecke", sieht der
ehemalige Renner des BLT/TvdB Bremen die Situation gelassen.
Der passionierte Bahn- und Straßenläufer hat sich nun aber wieder der Startgemeinschaft Osterholzer Leichtathleten (SOL)
angeschlossen. "Hier sind die Trainingsmöglichkeiten einfach besser”, beurteilt Ciftci die Bedingungen realistisch, zumal er ja
kein Neuland betritt. SOL-Leichtathletik-Coach Reinhard Wagner koordiniert seit langem sein Krafttraining und achtet auf
den Laufstil. Der enge Kontakt zum Bremer Trainer Jan Petermann bleibt aber bestehen. "Zu den Beiden habe ich großes
Vertrauen, und die Leistungen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", freut sich der engagierte Läufer. Die drei-
wöchige Pause zwischen Saison 2003 und 2004 wurde denn auch längst abgehakt.
Selbst Heiligabend wurde trainiert, auch Silvester wurde gerannt - und wenn andere sich morgens noch mal im Bett um-
drehen, absolviert der Schwarzhaarige schon Sauerstoffläufe. Nach dem täglichen Broterwerb bei Atlas-Elektronik in
Bremen gehören oftmals Ausdauerläufe und Tempoeinheiten (sieben Mal 1000 Meter) zu den Übungselementen. Viele City-
äufe stehen 2004 im Terminkalender. Auf der Kunststoffbahn gilt das Augenmerk den Rennen über 5000 und 10 000 Meter.
Saisonhöhepunkte hat Hikmet Ciftci schon benannt: Die deutschen Crossmeisterschaften im Herbst auf der Bremer Galopp-
rennbahn und drei Wochen später der Halbmarathon in Istanbul, " da möchte ich ordentlich mitmischen ".
Ein weiterer Bericht über Hikmet Ciftci (Vom 28. August 2001)

NIEDERELBE ZEITUNG vom 23. Januar 2004
Neue Herausforderung für den "Eisenmann"
Heino Grewe-Ibert wird "Bildungsreferent und Jugendsekretär"
Von Frank Lütt
Die hiesige Triathlonszene ist mit seinem Namen fest verankert. Obwohl 1993 der Otterndorfer Volkstriathlon schon längst
eine feste Institution war, wurden Heino Grewe-Ibert und seine Mitstreiter bei der Gründung einer eigenen Abteilung beim
VfL Wingst anfangs belächelt. Das Lachen verging den Skeptikern aber schnell - und Grewe-Ibert kann heute zufrieden sein
ihm typisches breites Grinsen aufsetzen.
Mittlerweile hat Wingst als Triathlon-Hochburg einen nationalen Ruf. Und so ist es
nicht verwunderlich, dass der 48-Jährige sozusagen von höchster Stelle abgeworben wird: Heino Grewe-Ibert wird ab Mitte
diesen Jahres bei der Deutschen Triathlon-Union (DTU) in Frankfurt als festangestellter "Bildungsreferent und Jugend-
sekretär" tätig sein.
Doch nun erst einmal ein Blick zurück: Der gebürtige Duisburger kam 1987 mit seiner Ehefrau Michaela und den beiden
Kindern Kathrin (heute 19 Jahre) und Lasse (17) in die Wingst. Nach und nach renovierten sie ein über 150 Jahres altes
idyllisch gelegenes Bauernhaus, das auch trotz der beruflichen Veränderung weiterhin Domizil der Familie bleiben wird.
Pionierarbeit Jugendpfleger
1990 trat Heino Grewe-Ibert in den Dienst der Samtgemeinde ‘Am Dobrock’ ein. Als Sozialpädagoge hat er den Sozialen
Beratungsdienst aufgebaut. Mitte vergangenen Jahres wurde er hauptamtlicher Samtgemeinde-Jugendpfleger. Durch sein
Engagement im Sport und auch allgemein in der Jugendarbeit bot sich Grewe-Ibert für diesen Posten förmlich an. "Eine
wahnsinnig spannende Aufgabe." Der Wingster schwärmt von der Vielfältigkeit seiner "Pionierarbeit", die unter anderem in
dem sanierten Cadenberger Jugendzentrum stattfindet. Deshalb werde er zum 30. Juni seinen Berufswechsel "mit einem
weinenden und einem lachenden Auge" vollziehen.
Die Deutsche Triathlon-Union klopfte schon vor langer Zeit bei Grewe-Ibert an, doch er war sich zunächst nicht sicher.
Nach seiner Entscheidung für den sportlichen Job bat er noch um Aufschub bei der DTU, weil er als Jugendpfleger nicht
abrupt aufhören wollte, sondern erst eine gesunde Basis in diesem Bereich für einen Nachfolger legen möchte. "Dafür ist mir
die Jugendpflege in der Samtgemeinde auch einfach zu wichtig."
Als Triathlet und Organisator hat Grewe-Ibert in seinem nun über zehnjährigen Wirken in Wingst und Umgebung viel vorzu-
weisen. Als Aktiver hat er bereits mehrere Male Iron-Man-Distanzen (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren
und 42,195 Kilometer Laufen) bewältigt. Der "Eisenmann" bewies auch bei seinen Vorhaben als Passiver, Macher und Ini-
tiator großes Stehvermögen. Gerade diese Hartnäckigkeit und Ausdauer zeichnen ihn aus. Dabei bewahrt der Wingster aber
immer einen kühlen Kopf. Wie im Wettkampf verfolgt er die Zielankunft mit einer ausgeklüngelten Taktik und Strategie.
Vielleicht hilft ihm dabei die Tatsache, dass recht früh sein Talent als Denksportler erkannt wurde. Immerhin spielte er zu
seiner Zeit in Nordrhein-Westfalen in der 2. Schach-Bundesliga. Hängepartien über fünf oder sechs Stunden liebte er beson-
ders. Körperlichen Ausgleich fand der junge Grewe-Ibert unter anderem bei der Leichtathletik, beim Fußball oder beim
Rudern auf der Wedau - "eigentlich habe ich alles an Sport gemacht".
Bei der Gründung der Triathlon-Abteilung des VfL Wingst hat sicherlich keiner dran geglaubt - selbst Grewe-Ibert ist davon
überrascht -, dass heute 80 vorwiegend jüngere Athleten dieser Sportart nachgehen. Veranstaltungen wie der Duathlon beim
Dobrock-Bergfest und der Schüler-Nord-Cup, in dieser Serie ist Wingst ein Auftragungsort, verdanken unter anderem dem
48-Jährigen seine Entstehung.
Der Triathlonverband Niedersachsen (TVN) hat die rasante und positive Entwicklung in Wingst erkannt und bereits 1995
dort den Triathlon-Stützpunkt Nord eingerichtet, den Heino Grewe-Ibert von Anfang an leitete. Auch beim KSK Küsten-
marathon zum Weltkindertag in Otterndorf ist er ein Mann der ersten Stunde im Organisationskomitee. Der Wingster ist
außerdem einer der Ideengeber und Motoren der Kreisschulmeisterschaft im Triathlon gewesen, bei der in den vergangenen
beiden Jahren jeweils über 2500 Starter in Wingst dafür sorgten, dass diese Titelkämpfe mindestens Europas größter
Schüler-Triathlon sind.
Als niedersächsischer Landesjugendwart, diesen Posten bekleidet Grewe-Ibert seit 2000, ist der angehende A-Lizenz-
Trainer auch für die Talentsichtung in ganz Niedersachsen zuständig. "Die DTU ist schon darauf aufmerksam geworden, dass
in Niedersachsen tolle Arbeit geleistet wird", beschreibt Grewe-Ibert und hat auch noch einen eindrucksvollen Beweis dafür:
Von acht Titeln bei der letztjährigen Deutschen Jugendmeisterschaft sind vier von Niedersachsen gewonnen worden." Grewe-
Ibert möchte das niedersächsische, oder vielleicht besser gesagt das Wingster Erfolgsmodell auf Bundesebene transferieren.
"Wir arbeiten erfolgreich mit einem Pyramiden-System: Oben Leistung und unten Breitensport, dazu gehören natürlich auch
Schulmeisterschaften." DTU-Präsident Dr. Klaus Müller-Ott war in den vergangenen beiden Jahren in Wingst und hat sich
von der Kreisschulmeisterschaft - und sicherlich auch von Grewe-Iberts Engagement - selbst ein Bild gemacht.
"Familien-Triathlon"
Zusammen mit den beiden Bundestrainern Ralf Ebli und Louis Delahaye will der 48-jährige Wingster die Fort- und Ausbild-
ung der Trainer, Jugendwarte und Schulsportbeauftragten in den 16 Landesverbänden forcieren. "Ich will Triathlon zu den
jungen Menschen bringen." Dazu gehöre es auch, besondere Veranstaltungen und Marketingstrategien zu entwickeln.
"Familien-Triathlon" ist ein weiteres Projekt, das sich Grewe-Ibert auf die Fahnen geschrieben hat. Wie als Sportler ist auch
der neue DTU-Funktionär auf der Suche nach "neuen Reizen und Impulsen"..

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 31. Januar 2004
Gudrun Wiemer: “Wir müssen über den Tellerrand hinaus gucken”
Engagement: Delmenhorsterin geht ihren sportlichen Weg
Von Anke Bayer-Thiemig
Delmenhorst. Gudrun Wiemer, heute bei der Eintracht Delmenhorst, ist aus dem Sport nicht mehr wegzudenken, hat selbst
33 Mal das Sportabzeichen gemacht. "Wenn ich den Sport nicht hätte, würde ich mir etwas anderes Interessantes suchen”,
erklärt Gudrun Wiemer, die aus der Delmenhorster Sportszene nicht mehr wegzudenken ist. Erst kürzlich ist sie für ihr Enga-
gement mit der goldenen Nadel des Landessportbundes ausgezeichnet worden. Mehrere Ehrungen vom Stadtsportbund,
Niedersächsischen und Deutschen Leichtathletikverband hat sie im Laufe ihrer vielen Sportjahre empfangen. “Durch den
Sport sind viele Freundschaften entstanden”, weiß Gudrun Wiemer, die um ihre Person gar nicht so viel Aufwand machen
will. Eigentlich ist es ihr viel wichtiger, im Hingrund zu agieren. Doch wer die Turn-, Walking und Leichtathletikstunden bei ihr
besucht, sie ist täglich in der Halle oder auf dem Platz zu finden, weiß um die Herzlichkeit, die dort herrscht. Ohne sie geht es
wohl nicht. “Wir brauchen junges Blut”, Grudrun Wiemer verteilt Handzettel in Schulen, um Nachwuchsübungsleiter zu
finden.
Zwölf Jahre gehört sie dem Stadtsportbund an, ist dort stellvertretende Vorsitzende für Ältere und Frauen, beim Nieder-
sächsischen Leichtathletikverband-Kreis Delmenhorst, in dem sie über 30 Jahre mitwirkt, war sie bis vor zwei Jahren
Schülerwartin, übt heute das Amt der Seniorenwartin aus. Besonders beeindruckend plant Gudrun Wiemer den jährlichen
Frauensporttag. Letztes Jahr nahmen 245 Frauen teil, erstmals auch Behinderte. 32 Kurse wurden angeboten. “Ich möchte
in diesem Jahr besonders Ausländerinnen ansprechen”, erklärt Gudrun Wiemer, “wir müssen über den Tellerrand hinaus
gucken.”
Am liebsten wäre es der Sportlerin, alle unter einen Hut zu kriegen. Zuhause ist es ihr längst gelungen. Ihr Mann Heinz ist
selbst ein bekannter Leichtathlet und unterstützt seine Frau. Wenn das Telefon klingelt, und das tut es immer, dann weiß er,
das ist ein Gespräch für seine Frau. “Wir leben für den Sport”, lächelt die Engagierte. Früher sind die beiden mit ihrer
Tochter regelmäßig in den Skiurlaub gefahren, heute geht es über Weihnachten ins warme Lanzarote. Gudrun Wiemer wirkt
sehr zufrieden. Sie gehört zu den Frauen, die sich auch neuen Aufgaben stellen.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 28. Februar 2004
Mit Herzblut und einem Schuss Besessenheit
Leichtathletik: Wilfried Bergmann machte Georgsheil zu einer Werfer-Hochburg
Von Timo Sager
Georgsheil.   "Bahn 1: Bayer 04 Leverkusen. Bahn 2: ASV Köln. Bahn 3: SV Georgsheil.” Seit 25 Jahren hallt der Name
SV Georgsheil auf Leichtathletik-Meetings aus den Lautsprechern der Stadien in ganz Deutschland. Seit 25 Jahren laufen
Jugendliche des Vereins bei Meisterschaften am schnellsten, springen am höchsten und vor allem: Sie werfen am weitesten.
Seit 25 Jahren steht ein Name in Georgsheil für Leichtathletik: Wilfried Bergmann. Für seine Verdienste hat der 60-Jährige in
diesem Jahr vom Leichtathletik-Unterbezirk Ostfriesland den Hilko-Schaumburg-Preis bekommen.
“Am Anfang wusste noch niemand, wer wir sind”, erinnert sich Bergmann. “Wie oft habe ich gehört: Georgsheil? Wo ist
denn Georgsheil?” So ging es ihm selbst auch, als er 1964 aus dem Rheinland nach Ostfriesland kam. Als “Beute-Ostfriese”,
der Liebe wegen, wie er sagt. Für Pewsum ging er als Diskuswerfer und Kugelstoßer an den Start, stellte ostfriesische
Rekorde auf und wurde sogar norddeutscher Vizemeister. Für den OSC Berlin startete er zum Abschluss seiner Karriere gar
in der Leichtathletik-Bundesliga. “Das war nochmal eine tolle Sache.”
Bergmann erzählt das alles zwar begeistert, aber irgendwie lapidar. Er nimmt sich selbst nicht so wichtig. Nicht so wichtig
jedenfalls wie den Aufbau der Leichtathletik-Abteilung des SV Georgsheil, den er Ende der 70er Jahre aus dem Nichts be-
gann. Es gab auf dem Sportplatz keine Laufbahn, keine Sprung- oder Wurfanlage. “Ich habe aber immer gesagt, die Beding-
ungen sind zweitrangig. Es zählen Wille und Engagement.”
Beides war bei Bergmann reichlich vorhanden. Aus 20 Kindern in einer Turnriege wurden schnell mehrere hundert, aus
denen innerhalb von zwei Jahren die ersten Landesmeister, später Deutsche Meister kamen. Mit wachsendem Erfolg
wuchsen auch Zeit und Aufwand, die Bergmann investierte. “Ich bin in manchem Monat 8 000 Kilometer in Sachen Sport
unterwegs gewesen”, sagt er und fügt sofort hinzu, dass dazu drei Dinge zwingend notwendig sind: “Herzblut, ein Schuss
Besessenheit und eine sportfreudige Familie mit belastbarer Ehefrau.”
Dank der Kombination dieser Eigenschaften gehörten Wilfried Bergmanns vier Kinder bald zu seinen besten Sportlern. Alle
waren in einer Wurfdisziplin mindestens Landesspitze, Sohn Sven wurde mit dem Speer Deutscher Schülermeister. “Ich habe
unsere Kinder aber nie zum Sport gedrängt”, sagt Bergmann. “Das nützt auch nichts. Bei niemandem. Man braucht den eige-
nen, starken Willen, um Ziele zu erreichen.” Wilfried Bergmann hat diesen Willen. Seine Erfolge als Sportler zeigen es. Und
er zeigt es mit der Art und Weise, wie er gegen die Folgen eines Schlaganfalls vor einigen Jahren ankämpft. “Meine Ver-
gangenheit als Sportler hilft mir dabei sehr. Die Therapie ist für mich wie Training. Ich will immer besser werden.” Mit diesem
ungebrochenen Ehrgeiz hat der 60-Jährige sich selbst wieder auf die Beine gebracht.
Heute ist aber nicht mehr der Sport, sondern die Familie für ihn die Nummer eins. Doch wer auf dem Sportplatz zu hause
war, der hört nicht ganz auf. “Ich versuche einmal die Woche in der Halle oder auf dem Platz zu stehen und vertrete auch die
Trainer.” Sogar zu Wettkämpfen fährt er ab und zu mit und hält nach Talenten Ausschau. “Ich kann nicht gut schlafen, wenn
ich nicht weiß, was passiert.”
Solange das so bleibt, wird auch künftig niemand fragen: “Georgsheil? Wo ist denn Georgsheil?”

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 6. März 2004
Schnelligkeit von der Mutter geerbt
Jacqueline Niemann hat den Sprung in den Landeskader der Leichtathleten geschafft

Von unserem Redakteur Carsten Spöring
Ritterhude. Sie haben beide lange, glatte Haare, sie lieben beide Pferde, sind beide (fast) gleich groß, und “wir machen alles
zusammen”, sagen Mutter Heidi und Tochter Jacqueline Niemann - vor allem Leichtathletik. Da hat sich die Ältere insbe-
sondere Ende der 70-er Jahre im Kreis einen Namen gemacht, während die 15-Jährige derzeit für Furore sorgt, mittlerweile
auch auf niedersächsischer Ebene.
Die hervorragenden Leistungen des vergangenen Jahres brachten Jacqueline Niemann dann auch in diesem Winterhalbjahr in
den Landeskader des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes (NLV). “Es macht Spaß, ist aber sehr anstrengend”,
weiß die junge Athletin zu berichten, die beim TSV Lesumstotel daheim ist und wie alle Sprinter und Springer des Kreises für
die Startgemeinschaft Osterholzer Leichtathleten (SOL) antritt. Alle zwei Monate fährt sie für ein komplettes Wochenende
nach Hannover und hat dort drei Mal täglich Training mit den Kaderathleten des Langsprints.
Leichtathletik betreibt die momentan 1,69 Meter große Athletin seit dem sechsten Lebensjahr. Waren davor Ballett und
Reiten angesagt, so standen nun Laufen und Springen auf dem Trainingsplan - mittlerweile bis zu vier Mal die Woche. Aber
Mutti Heidi hatte schnell erkannt: “Jacqueline hat unheimlich große Schritte”. Zusammen mit TSV-Übungsleiterin Elke
Schulze förderte sie das Talent ihrer Tochter, inzwischen gibt auch Trainer Reinhard Wagner in Osterholz-Scharmbeck An-
leitungen dazu. Und sie alle hatten Erfolg: Jacqueline Niemann wurde im Vorjahr nicht nur überraschend Zweite der Nord-
deutschen Meisterschaften über 300 m in 42,11sec, sondern hatte im schwedischen Helsingborg eine noch schnellere Zeit
vorzuweisen.
Und diese 41,85 sec brachten sie sowohl auf Platz eins der NLV-Bestenliste 2003 für die 15-Jährigen als auch direkt in den
Landeskader. Neben ihrer Ausdauerfähigkeit auf der langen Sprintstrecke hat Jacqueline Niemann nämlich auch die nötige
Grundschnelligkeit - nur 12,78 sec benötigte sie im vergangenen Jahr für die 100 m, Platz drei im Lande Niedersachsen.
Geerbt hat sie dieses Talent von der Mutter, die in den 70-er Jahren unter ihrem Mädchennamen Heidemarie Wilken Ein-
gang in die Bestenlisten fand. Auf die Frage nach ihren ersten sportlichen Präferenzen zählt Mutter Heidi eine ganze Latte von
Sportbetätigungen auf: Voltigieren, Reck, Bodenturnen - und eben Leichtathletik, die sie bei der TuSG Ritterhude unter
Leitung von Elke Schulze und Paul Cybulski erlernte. Die 100 m und der Weitsprung standen für die Jugendliche Wilken im
Vordergrund, doch zwischendrin, 1976, holte sie auch mal den Kreisrekord über 400 m (69,4 sec). In der Frauenklasse
wechselte sie zu Werder Bremen, es folgte eine sportliche Pause für Berufsausbildungen - Rechtsanwalts- und Notargehilfin,
Bereiterin (“Ich bin ein Pferdenarr”), Schwesternhelferin - und für die Familienplanung. Mittlerweile wohnt die Familie Nie-
mann in Bremen-Marßel.
Als dann Jacqueline zur Leichtathletik stieß, stieg auch die Mutter wieder ein, fährt ihre Tochter schließlich immer zum
Training. Da war es egal, “ob ich hier jetzt zwei Stunden rumsitze oder mitmache”. Und so sprintet sie die 100m auch mit 44
Jahren wieder in 14,70 sec, hat für dieses Jahr aber auch noch ein Ziel: “Gerne würde ich mal wieder 200 m laufen”.
In einem sind sich Jacqueline und Heidi Niemann inzwischen aber einig: Die Tochter wird nicht ins Sportinternat Hannover
umziehen. “Sie ist ein Familienmensch”, sagt die Mutter - die wohl nicht nur eine Trainingspartnerin verlieren würde.

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 17. März 2004
20 000 Zentner Eisen für die WM
Kugelstoß-Weltmeister Karl-Heinz Marg zum Trainingspensum und weiteren Zielen
Von unserem Redakteur Werner Maaß
Osterholz-Scharmbeck. Karl-Heinz Marg ist der Dauerbrenner schlechthin unter den Kugelstoßern. Am vorigen Wochen-
ende feierte der 65-Jährige aus Osterholz-Scharmbeck einen weiteren Triumph: Marg wurde in Sindelfingen mit 15,15 Meter
Weltmeister in der Seniorenklasse M 65. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Osterholz stand unserer
Redaktion Rede und Antwort.
Frage: Die WM in Sindelfingen war nicht ihr erster großer Wettkampf. Haben Sie vor dem Auftakt trotzdem noch zumin-
dest ein bisschen Grummeln im Bauch gehabt?
Karl-Heinz Marg: Eine gewisse Anspannung ist immer da. Das ergibt sich schon aus der Erwartungshaltung. In den langen
Jahren, in denen man den Leistungssport betreibt - ich habe als junger Mann ja Fünf- und Zehnkampf gemacht - nimmt das
aber ab. Es kommt immer mehr Routine hinzu.
Im fortschreitenden Alter stellen sich immer mehr Zipperlein ein. Wie geht es Ihnen? Haben Sie größere Beschwerden?
Das ist mein großer Vorteil den Konkurrenten gegenüber, dass ich durch wahrscheinlich ständige sportliche Aktivitäten keine
Beschwerden habe. Da habe ich, toitoitoi, keinerlei Schwierigkeiten.
Wie hoch ist Ihr Trainingspensum?
Ich habe versucht, jeden Tag zu trainieren. Zur Vorbereitung auf eine Weltmeisterschaft bewege ich dann rund 20 000
Zentner Eisen. Auf der Bank drücke ich derzeit noch 150 Kilo. Das ist für einen 65-Jährigen sicherlich etwas ungewöhnlich.
Und mit der Beinpresse?
Sieben Zentner.
Wie groß und wie schwer sind Sie?
Ich bin 1,84 Meter und versuche, immer die 100 Kilo zu halten.
Und vor 20 Jahren?
Da war ich wohl etwas drunter. Ich hatte eine Schallgrenze, die lag bei 95 Kilo, aber die habe ich doch nicht ganz halten
können. Ich achte aber auf mein Gewicht.
Wie ist das Verhältnis zwischen Krafttraining sowie Lauf- und Techniktraining?
Drei Mal Krafttraining pro Woche, je Einheit dann mit ungefähr 300 bis 400 Zentnern. Dazu kommen Waldläufe, viel Gym-
nastik, viele Dehnübungen. Ich mache kurze Sprints sowie ganze Serien von Hocksprüngen. Pro Einheit rund 60 Sprünge.
Was macht Ihnen mehr Freude? Sich mit gleichaltrigen Topathleten der Welt im Kugelstoßen zu messen oder aber den 30
oder 40 Jahre jüngeren Stoßern aus dem Landkreis zu zeigen, wo der Hammer hängt?
National und international trifft man sich immer wieder mit der gleichen Gruppe. Das macht mir am meisten Spaß. Das ist
immer ein großes Hallo. Als zweites kommt die Kontrolle der eigenen Leistung. Das stelle ich ganz klar davor, es den Jüng-
eren zeigen zu wollen. Das ist nie ein Gesichtspunkt für mich gewesen. Es passt nicht zu meiner Einstellung, dass ein alter
Knabe den jüngeren unbedingt zeigen muss, was er noch drauf hat. Ich habe die Kreismeisterschaften nie mitgemacht. Ganz
bewusst nicht, weil ich diesen Effekt nicht haben will, der Alte kommt, räumt ab und zeigt es den Jungen.
Und was steht als nächstes Ziel an?
Den Weltrekord draußen mit der Weite von 15,12 Meter hält seit drei Jahren ein Amerikaner. Den will ich auf jeden Fall
packen. Das habe ich auch schon im Training sowie bei den Hallenmeisterschaften mit 15,15 Meter geschafft. Der Höhe-
punkt und Abschluss in diesem Jahr sind die Europameisterschaften in Aarhus in Dänemark.
Mehr zu Karl-Heinz Marg (von 2003) gibt es
hier

ZEVENER ZEITUNG vom 20. März 2004
"An der Seite von den Top-Stars mitzuwerfen, ist einfach genial”
Speerwerferin Meike Lürßen plagt eine Schulterverletzung, dennoch blickt sie optimistisch in Zukunft

Von Manfred Krause
Gnarrenburg. Die Schuhe von Boris Henry oder Steffi Nerius - Deutschlands “Weltklasse”-Speerwerfer-/innen - sind für
Meike Lürßen wohl eine Nummer zu groß. Dennoch hat die 19-Jährige ihr sportliches Ziel vor Augen und möchte einmal
hoch hinaus. Im Moment steckt die Gnarrenburgerin, die seit drei Jahren für die LAV Zeven startet, voll im Stress. So steht
das Abitur kurz vor dem Abschluss, zudem möchte sie optimal trainieren.
“Meike kam damals zu uns und wollte Mittel- und Langstrecke laufen. Irgendwann stellten sich Leistungsgrenzen ein, und ich
schlug ihr vor, zum Speerwurf zu wechseln, denn da lagen ihre Stärken. Damit war sie einverstanden. Die Erfolge stellten sich
schnell ein”, so ihr Ex-Trainer Hans-Hermann Neblung. Den Sprung in die Deutsche Spitze traut Neblung seiner früheren
Athletin allerdings derzeit nicht zu. “Dafür ist sie zu weit weg”, so der LAV-Boss.
Von insgesamt fünf Trainingseinheiten, absolviert Meike zwei im Bundesleistungszentrum Hannover, drei in Gnarrenburg und
Zeven. In Hannover arbeitet sie unter Landestrainer Torsten Frey. “Der ist für mich ein echter Glücksgriff, da stimmt die
Chemie”, so Meike Lürßen gegenüber der Sportredaktion. Bei den Jugend-Winterwurfmeisterschaften belegte sie zuletzt in
Neubrandenburg einen starken sechsten Platz. Doch im Moment laboriert sie an einer Schulterverletzung, ist nicht ganz “frei”
im Training und Wettkampf. Meike Lürßen: “Das zieht sich fast über ein Jahr hin, dass ich eine Entzündung in der Schulter
habe und diese oft zwickt. Das schränkt mich natürlich im Training ein. Zuletzt musste das Training extra umgestellt werden.”
Daher blickt sie mit etwas Skepsis auf die nächsten großen Wettkämpfe. Ein absolutes Highlight im Jahr sind die Halleschen
Werfertage, wo sich die absolute Werferspitze trifft. “An der Seite von den Top-Stars mitzuwerfen, ist einfach genial”, so
Meike, die sich allerdings ganz klare Prioritäten gesetzt hat. Das Abitur hat sie an erste Stelle gestellt. “Es gibt noch so viele
Wettkämpfe und Deutsche Meisterschaften, daher will ich zunächst das Abitur am Gymnasium in Bremervörde bauen, an-
schließend werden die Karten neu gemischt”, erzählt die Schülerin, die bei der Deutschen Meisterschaft 2002 Landesrekord
warf und Platz neun belegte. (“Da war ich mächtig stolz”)
Ein ganz wichtiger Teil im Leben der 19-jährigen ist natürlich der private Bereich, der für sie nicht zu kurz kommen darf.
“Den brauche ich als Ausgleich zu meinem Sport. Im Moment lässt sich noch alles vereinbaren”, so Meike, die stets gut ge-
launt ist und von sich sagt, oft einfach etwas zu hektisch zu sein und auch nicht selten ihre ziemlich große Klappe aufmacht.
Meike: “Die braucht man, denn sonst kommst du im Leistungssportbereich nicht weiter.” Trainiert sie in Hannover, trifft sie
sich anschließend mit ihrem Freund Helge Schwarz, der Leistungssportler ist und in Hannover wohnt. “Ich kenne Helge seit
zwei Jahren und da er auch Leichathletik betreibt, lässt sich vieles verbinden. In der gemeinsamen Freizeit ist Entspannung
angesagt, oder wir gehen ins Kino, oder machen andere schöne Sachen”, so der Musik-Fan von R`n B.
Wenn sie zu Hause ist und einmal nicht das Trainingsprogramm ihres Trainers abarbeitet, trifft sie sich mit ihrer Freundin
Christina Klemme. Meike: “Wir kennen uns seit der Kindergartenzeit und sind unzertrennlich.” Oft bleibt sie nach der Schule
in Bremervörde und “gluckt” mit ihrer Schulfreundin Danni Wichern zusammen. “Mit ihr verbinde ich Schule und endlose
Erzähl- und Lachorgien”, so Meike. Mit Catharina Mangels aus Alfstedt besteht eine enge Sportfreundschaft. Gemeinsam
fahren beide zum Leistungszentrum nach Hannover oder ins Trainingslager. Fazit: Der Freundeskreis gibt eine Menge her.
Nach dem Abitur will die ehrgeizige Sportlerin in Hildesheim Sport und Mathematik studieren und danach ein Lehramt
antreten. Doch wohnen möchte sie in Hannover. “Die Stadt gefällt mir sehr gut”, so Meike, die wie viele Sportler auch ihre
Macke hat. “Meine ist die, dass ich oft rede, rede, rede und ich dem einen oder anderen mächtig auf die Nerven falle.”
Aufmerksam verfolgt sie die Sportberichterstattung via TV, liebt neben der Leichtathletik die Schwimmwettkämpfe. “Die
Leistungen der Schwimmer überzeugen mich total. Keinen Bock habe ich auf die viel zu überbewerteten Fußballer”, hat
Meike ihre Meinung.
Ganz wichtig ist für sie die Familie, mit den Geschwistern Marc (26), Sandra (25) und Christina (21), zu der sie den meisten
Kontakt hat, wohnt Christina doch auch noch bei Mama und Papa. “Meine Eltern haben mich stets im Sport unterstützt. Als
ich noch keinen Führerschein hatte, sind sie mit mir hunderte von Kilometern zu den Wettkämpfen oder zum Training ge-
fahren. Ich habe nie einen Wettkampf alleine bestritten, bin immer begleitet worden. Wunderschön”, berichtet Meike ab-
schließend. Hat sie einmal Urlaub, bevorzugt sie Sonne, Strand und Meer. Portugal und Mallorca waren ihre letzten Reise-
ziele.

NIEDERELBE ZEITUNG vom 23. März 2004
Morgens laufend zur Arbeit...
... für Bernd Loddeke genau die richtige Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft über 100 Kilometer
Von Frank Lütt
Altenbruch. Im Anzug mit Krawatte sitzt Bernd Loddeke tagtäglich hinter dem Informationstresen der Zulassungsstelle des
Landkreises Cuxhaven. In dem regen Treiben behält er die Ruhe. Seine Ausgeglichenheit spüren die Mitarbeiter und die
Bürger im Kreishaus von Dienstbeginn an. Denn: Seinen Weg zur Arbeit - der 35-Jährige wohnt in Altenbruch - nutzt der
zurzeit beste Marathonläufer im Cuxland als erste Trainingseinheit.
Früh morgens um 6 Uhr schnürt der gebürtige Otterndorfer seine Laufschuhe. Wenn der Leiter der Zulassungsstelle den
direkten Weg wählen würde, käme er auf fast zehn Kilometer. Doch seine Lieblingsstrecke führt ihn am Hadler Elbdeich und
durch den Cuxhavener Hafen, sodass seine Früheinheit gut 15 Kilometer beträgt. Im Kreishaus geht es erst einmal unter die
Dusche und anschließend schwingt er sich in den feinen Zwirn, der im Spind hängt. Und nach Feierabend wiederholt sich das
Schauspiel in umgekehrter Reihenfolge.
Trainingsfleiß und Disziplin
Nicht nur seine Kollegen halten ihn für "etwas verrückt", aber alle haben auch höchsten Respekt vor seinen sportlichen Er-
folgen, die Loddeke nur mit viel Trainingsfleiß und Disziplin erreichen kann. Und nun hat er sich ein neues Ziel gesetzt: Am
Sonnabend (27. März) nimmt er an der Deutschen Meisterschaft im 100-Kilometer-Lauf teil.
Vorbild ist Emil Zatopek
Als Jugendlicher war der heutige Familienvater einer der besten 400- und 800-Meter-Läufer im Elbe-Weser-Raum.
Distanzen, die er auch heute noch gern einmal im Training auf Schnelligkeit läuft. Tempo und Strecke sind für Loddeke kein
Gegensatz. Sein Vorbild ist der tschechoslowakische Wunderläufer Emil Zatopek aus den 50er Jahren. Mit seiner Zähigkeit
habe er sich viel erarbeitet. Zatopek experimentierte und hat so ein ganz anderes Training entwickelt, das aus Sicht der da-
maligen Experten ganz und gar nicht schulmäßig und erfolgversprechend war. 18 Weltrekorde in sechs Jahren sprechen aber
eine andere Sprache. Die heutigen Trainer arbeiten deshalb auch häufig mit Zatopekschen Methoden. "Man muss das Train-
ing auch variabel gestalten. Das gibt die nötige Härte", weiß Loddeke. Das haben einige Konkurrenten schon leidvoll er-
fahren müssen. Ein Paradebeispiel dafür war der Kampf um die Cuxland-Wertung beim Küstenmarathon im vergangenen
Jahr. Bei starkem Westwind brachen die Kontrahenten Maik Schwanemann und Peer-Rasmus Rupprecht förmlich ein.
Die beiden Herausforderer stiegen teilweise von Krämpfen geplagt aus dem Rennen aus. Das Leichtgewicht Loddeke, er
wiegt bei 1,84 Meter Größe gerade einmal 65 Kilogramm, verfügt über eine große Robustheit und viel Erfahrung - beste
Voraussetzungen für sein Debüt auf der 100-Kilometer-Strecke.
Auf die Idee ist er im Januar 2002 gekommen, als er in Oldendorf im Landkreis Stade bei einem 50-Kilometer-Wettkampf
einen neuen Streckenrekord aufstellte. Mit drei Stunden und 41 Minuten war der Altenbrucher gut zwei Minuten schneller als
der bisherige Rekordhalter Klaus Dock aus Cuxhaven. Loddeke berichtet: "In Oldendorf waren einige gute 100-Kilometer-
Läufer und die sagten mir, dass mein Lauf sehr locker und gut aussah und ich doch mal auf der doppelten Distanz starten
sollte."
Jetzt soll es also endlich soweit sein. Wertvolle Tipps für die Deutsche Meisterschaft am 27. März im brandenburgischen
Kienbaum hat sich Loddeke schon von Dock eingeholt, der vor wenigen Jahren immerhin zu den Top-Fünf über 100 Kilo-
meter in Deutschland gehörte. Docks Bestzeit von etwa sieben Stunden und 20 Minuten sei für Loddeke kein Ziel: "Für mich
geht es primär darum, gut anzukommen. Zwischen acht und neun Stunden wäre schon top."
140 Kilometer pro Woche
Sein Trainingspensum von etwa 140 Kilometer pro Woche hat er in der Vorbereitung zur DM nicht erhöht. "Ich habe nur
mal ein paar längere Läufe eingestreut", sagt er verschmitzt und berichtet im gleichen Atemzug von zwei jeweils sechsstündi-
gen Trainingsläufen. Zwischen 65 und 70 Kilometer legte er auf der folgenden Strecke zurück: Altenbruch, Otterndorf,
Osterbruch, Cadenberge, Wingst, Oberndorf, Geversdorf, Neuhaus, Otterndorf und Altenbruch.
Keinen zum Schnacken dabei
Ich musste meine Muskeln mal darauf einstellen, was denen noch bevorsteht. Aber das war schon hart, so allein, ohne einen
zum Schnacken dabei zu haben." Glücklicherweise wird Loddeke bei seinem Start in der ehemaligen DDR-Leichtathletik-
Hochburg Kienbaum zumindest von einem Fan nötige Anfeuerungsrufe erhalten. Sein ehemaliger Arbeitskollege Peter Niehus
aus Cuxhaven wird ihn als Betreuer zur Deutschen Meisterschaft begleiten.
Einen weiteren Bericht über Bernd Loddeke gibt es
hier (vom 17. August 2002)

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 17. April 2004
Der ganz große Wurf steht noch aus
Nele Dehnenkamp hat aber schon mehrfach großes Leichtathletiktalent bewiesen
Von unserem Mitarbeiter Karsten Hollmann
Bokel. Beim Leichtathletikverein (LAV) Bokel wächst ein riesiges Talent heran. Nele Dehnenkamp ist amtierende Bezirks-
meisterin über die 800- sowie über die 3000-Meter-Strecke und verteidigte erst vor kurzem ihren Titel auf Bezirksebene im
Crosslauf. Dabei betreibt die 14-Jährige ihren Sport erst seit knapp zwei Jahren richtig ernsthaft.
Damals begann die Zusammenarbeit mit Trainer Jörn Beger. Dieser ist voll des Lobes über seinen Schützling: "Nele ist aus
eigenem Antrieb heraus sehr aktiv, so dass ich sie gar nicht großartig motivieren muss. Sie bringt sämtliche Voraussetzungen
für eine Topathletin mit." Begonnen hat vor zwei Jahren alles mit dem erfolgreichen Versuch, in die Landesbestenliste über
die 5000-Meter-Distanz aufgenommen zu werden.
Liebe zur 2000-Meter-Strecke
Ihre Spezialstrecken sind jedoch die 2000 und 3000 Meter. Auf der 3000-Meter-Strecke verbesserte die Achtklässlerin im
vergangenen Jahr in Sottrum den alten Bezirksrekord bei den W 15-Mädchen um 20 Sekunden auf 11:33 Minuten. Die
Crossstrecken liegen der Bokelerin vor allem, weil die Distanz meistens um die 2000 Meter beträgt. "Die 2000-Meter-
Strecke ist auch auf der Bahn meine Paradedisziplin. Für die 800 Meter fehlt mir noch etwas die Schnellkraft. Die 5000 und
10 000 Meter sind mir einfach ein bisschen zu lang", erklärte die Leichtathletin aus Bokel.
In diesem Jahr möchte Nele Dehnenkamp auch auf Landes- und Bundesebene voll angreifen. Bei den Landesmeisterschaften
über die 800 Meter reichte es in der abgelaufenen Sommersaison immerhin bereits zu Platz sieben. Im Crosslauf nahm sie
sogar an den inoffiziellen Deutschen Meisterschaften, dem DLV Talent-Cross, für Niedersachsen teil. Eine Erkrankung
zwang die Gymnasiastin jedoch zur Aufgabe.
Nun hat das Gespann Dehnenkamp und Beger die Deutschen Meisterschaften im Blockwettkampf Lauf fest im Visier.
Dieser Mehrkampf beinhaltet einen Hürdenlauf, einen 100-Meter-Sprint, Ballwurf, Weitsprung und einen 2000-Meter-Lauf.
"Im vergangenen Jahr habe ich die Qualifikation in den Laufdisziplinen jeweils nur ganz knapp verfehlt. Diesmal schaffe ich es
aber bestimmt", ist sich Dehnenkamp recht sicher.
Das Vorbild der Nachwuchsathletin heißt Ingo Schultz. Der Europameister über die 400 Meter ist ihr auch bereits mehrfach
über den Weg gelaufen: "Zuletzt habe ich ihn beim Lauf im Heide Park Soltau getroffen. Er ist ein echter netter Typ." Am
liebsten würde sie ihn auch bei den Olympischen Spielen in Athen im Stadion bewundern: "Ich glaube aber nicht, dass das
klappt." Mit ihrem trainingsintensiven Hobby stößt die Schülerin bei ihren Kameradinnen auf großes Unverständnis: "Meine
Freundinnen können sich einfach nicht vorstellen, dass es mir so viel Spaß macht, sechs bis sieben Mal in der Woche zu
trainieren. Denen wäre dies viel zu anstrengend." Jörn Beger glaubt fest an seinen Zögling: "Nele hat sich während unserer
Zusammenarbeit kontinuierlich gesteigert. Ein Ende ist dabei noch überhaupt nicht abzusehen. Deshalb traue ich ihr für die
Zukunft auch den ganz großen Wurf zu."
Zur Person:
Name: Nele Dehnenkamp
Alter: 14 Jahre
Sternzeichen: Waage
Hobbys: Leichtathletik, Zeichnen und Malen in Aquarell und Öl
Lieblingsgericht: Pizza
Vorbild: Ingo Schultz
Liebste Urlaubsziele: Spanien, Italien, Äqypten
Wunsch: Bei den Olympischen Spielen in Athen vor Ort zu sein
==> Weitere Berichte über Nele Dehnenkamp vom 14. Oktober 2004 / 26. Januar 2006  

CELLESCHE ZEITUNG vom 11. Mai 1004
"Methusalem-Komplott” über die Langstrecke
Erst mit 62 Jahren erfüllte sich Helmut Ermgassen seinen Jugendtraum und lief einen Marathon. Heute ist er 84 Jahre alt und
noch lange nicht müde. Regelmäßig geht der Hermannsburger bei Marathons sowie Kurz- und Langstreckenläufen an den
Start. Die dabei erzielten Zeiten werden genaustens aufgeschrieben und sind in einer Studie zusammengefasst. Dabei heraus
gekommen ist die kleine Studie “Gesund bis ins hohe Alter durch Ausdauersport”.
Eigentlich war er in der Jugend nicht besonders sportlich, nur mäßig talentiert: “Ich war immer so ein unscheinbares Jüngel-
chen”, erinnert sich der 84-jährige Helmut Ermgassen aus Hermannsburg. So unscheinbar, dass sein Sportlehrer an einem
Kölner Internat ihm erst den Sieg in einem Waldlauf zugestand, nachdem der Zweitplatzierte dies bestätigte. Das war 1936,
in dem Jahr, als der damals 16-Jährige angesichts der Olympischen Sommerspiele in Berlin zum ersten Mal von der Teil-
nahme an einem Marathon träumte.
Gesund bis ins hohe Alter durch Ausdauersport
Dass der Rentner heute selber an Marathons teilnimmt und auch in allen weiteren Laufdisziplinen an den Start geht, führt er
vor allem auf die wohltuende Wirkung des Sportes auf seine Gesundheit zurück: “Obwohl meine Leistungsfähigkeit langsam
abnimmt, fühle ich mich noch sehr wohl.” Erst mit 62 Jahren erfüllte sich der Ingenieur aus Hermannsburg seinen Jugend-
traum und nahm zum ersten Mal an einem Rennen über 42 Kilometer teil. Seitdem startet Ermgassen nicht nur regelmäßig
bei vielen Marathons sowie Kurz- und Langstreckenläufen, sondern schreibt auch akribisch seine Zeiten aus sämtlichen Ein-
sätzen auf und trägt diese im Rahmen einer Studie zusammen.
Herausgekommen ist so vor zwei Jahren Ermgassens kleine Untersuchung “Gesund bis ins hohe Alter durch Ausdauersport”.
Ihre Grundaussage fasst der 84-Jährige so zusammen: “Wenn die Menschen in Deutschland gesund alt werden, dann hat
Ulla Schmidt alle Probleme gelöst.” - Ein Grund für den unermüdlichen Läufer, seine Ergebnisse irgendwann der Bundes-
gesundheitsministerin zu schicken, “die kann sie sich dann hinter den Spiegel klemmen”. So provokant seine These in den
Ohren kranker alter Menschen klingen mag: Ermgassen kann an Hand seines eigenen Beispiels belegen, dass die körperliche
Leistungsfähigkeit im Alter natürlich abnimmt, die Gesundheit aber nicht zwangsläufig leidet. “Man muss früh genug mit dem
Sport anfangen”, erklärt Ermgassen und: “Ich bin immer so gelaufen dass ich meinen Körper unter Kontrolle hatte, ich wollte
nie bis zum Umfallen trainieren.”
Neben einer gesunden Ernährung und maßvollem Training nach dem Lust-Prinzip zählt für Ermgassen aber auch die innere
Einstellung zu Krankheiten. “Alt sein heißt doch hier immer gleich krank sein.” Ein Grund, warum der 84-Jährige nicht bei
jedem Wehwehchen den Arzt besucht. Bei Kaffeekränzchen unter Gleichaltrigen kann er daher oft seine zynischen
Kommentare nicht zurückhalten, wenn Bekannte ihre prallgefüllten Pillendöschen zücken.
Glas warme Cola nach einem Marathon
Ermgassen scheint der laufende Beweis des kürzlich attestierten “Methusalem-Komplotts” – einer immer älter werdenden
Gesellschaft – zu sein. Dennoch sieht sich der pensionierte Ingenieur, der zur Zeit an der Verbrennung von Pflanzenölen
tüftelt, nicht als Aushängeschild einer vergreisenden Gesellschaft – er fühlt sich eher als Rebell. Man würde seine Theorie
vom gesünderen Altwerden durch Sport und einer damit verbundenen Kosteneindämmung innerhalb des Gesundheits-
systems nicht überall gerne hören: “Am Altwerden hängt heute eine Lobby, damit wird viel Geld verdient.”
Obwohl Helmut Ermgassen zur Gesunderhaltung rät, ist auch er nicht ganz fehlerfrei. Nach einem Marathon benötige er an-
statt gesunder isotonischer Getränke immer ein Glas warme Cola – “das hilft mir.” Seine sportlichen Ziele für die Zukunft hat
der 84-Jährige aber fest im Visier. “Ich möchte gern in allen Laufdisziplinen bei den Senioren noch Zeiten von mir stehen
haben.” (Eike Frenzel)
Helmut Ermgassen beim Küstenmarathon 2002 in Otterndorf:
Bericht vom 12.11.2002

ACHIMER KURIER vom ?? Juni 2004
Getrennt trainiert sich’s besser
Niederkrome-Zwillinge immer stärker / Bei Landesmeisterschaft Bestzeiten gelaufen
Von unserem Redakteur Michael Schön
Achim. Bei der Geburt der Niederkrome-Zwillinge war Sven der etwas schnellere. "Ich bin eine Minute älter als Jens", stellt
der 16-jährige Leichtathlet aus Achim mit gespielter Genugtuung fest. Heute ist der jüngere Bruder der schnellere, zumindest
hat er mehr "Speed" drauf als der Mittelstrecken laufende ältere, wenn er die 100, 200 und 400 Meter rennt.
Im vergangenen Jahr waren die Niederkromes noch Allrounder und auch Konkurrenten, vor allem im Mehrkampf, wo sie
sich "mit einer gesunden Rivalität" gegenseitig zu immer neuen Höchstleistungen trieben. Bisweilen führte am einen Tag der
eine nach Punkten, wurde am zweiten aber vom Bruder noch überholt. "Doch wir haben dann doch festgestellt, dass unsere
Stärken recht unterschiedlich sind. Darum trainieren und starten wir jetzt getrennt", verrät Sven, der sich auf die 800, 1000
und 1500 m spezialisiert hat.
Die Trainings- und Wettkampfplanung für den Zehntklässler der Achimer Realschule (im Sommer wechselt er aufs Wirt-
schaftsgymnasium) hat LGKV-Toplangstreckler Uwe Cordes übernommen, dem vor allem Sven seine jüngsten Leistungs-
sprünge verdanken zu haben glaubt. Umgekehrt hält auch Cordes viel von seinem Schützling. "Der hat einen Ehrgeiz, den
man heute nur selten findet. Im vergangenen Jahr musste man die beiden noch richtig bremsen. Da haben sie Mittwochs
noch auf eigene Faust einen Zusatzwettkampf eingeschoben!"
Solch ein Elan bleibt natürlich nicht unbelohnt. Die Zwillinge hatten sich für die Landesmeisterschaften qualifiziert, die am
vergangenen Wochenende in Verden ausgetragen wurden. Sven lief die 800 Meter in 2:09,9 Minuten und verbesserte seine
erst einige Wochen alte Bestzeit damit noch einmal um zwei Sekunden. "In der zweiten Runde habe ich etwas nachgelassen.
Das Tempo auf den ersten 400 Metern war hoch, doch ich musste es mitgehen." Das reichte zwar nur zum 27. Platz in der
Gesamtwertung, doch ist zu bedenken, dass nicht nur die besten Niedersachsen, sondern auch die besten Bremer am Start
waren und Sven erst einige Monate Mittelstreckentraining in den Beinen hat.
Jens landete über 400 m sogar auf Rang elf, auch er lief mit 54,70 Sekunden Bestzeit, und auch er ging die erste Hälfte des
Rennens sehr schnell, mit 25 Sekunden wohl zu schnell an. "Nach 320 Metern war ich platt!" Eine solche Renneinteilung
zeugt einerseits von Unerfahrenheit, andererseits verrät sie Mut und die Bereitschaft, die eigenen Grenzen auszuloten. Jens
hat sich in diesem Jahr auch schon über die 400 m Hürden versucht, lief bei den Bezirksmeisterschaften 66,2 Sekunden und
konnte dafür den Titel einstreichen - er war der einzige Teilnehmer. Am liebsten läuft er jedoch die 100 und die 200 m, wie
der Verdener Sprinter Martin Lohmann, der zur A-Jugend-Spitze des DLV gehört und das große Vorbild des B-Jugend-
lichen ist. "Das sind einfach Fabelzeiten, die der läuft!"
Das Talent und den Leistungswillen haben die beiden jungen Athleten von ihrem Vater Karl-Heinz geerbt. Der Versicher-
ungsmakler legte einst für den TSV Verden Ehre ein, war unter anderem auch Landesmeister im Waldlauf. Trotzdem fingen
beide recht spät an mit der Leichtathletik (Jens spielte sechs Jahre beim TSV Embsen Tischtennis). Nach einer Saison in
Achim wechselten sie 2003 nach Oyten, wo sie unter der Regie von Bernd und Birgit Kunze trainieren. Dass sich nach den
schulischen (Jens ging nach der sechsten Klasse aufs Gymnasium über) auch ihre sportliche Wege trennten, findet Sven ein
bisschen schade. "Allein zu trainieren ist mitunter doch ganz schön hart, bei den Serien bespielsweise." Doch vier bis fünf auf
die Spezialdisziplin ausgerichtete Trainingseinheiten zahlen sich aus: Über 1500 m gelang Sven eine Steigerung um 15 Se-
kunden auf 4:37 Minuten. Außerdem wollen die getrennt marschierenden Zwillinge auch in Zukunft hin und wieder vereint
zuschlagen. Zum Beispiel bei einer Staffel. "Mit Thiemo Klein und Geronimo von Wartburg wollen wir noch in dieser Saison
den Bezirksrekord über 4 x 400 m angreifen!"

OLDENBURGER KREISZEITUNG vom ?? Juni 2004
Bereit für den großen Wurf
Leichtathletik: Karen de Groot visiert die Spitze an
Von  Thorsten Konkel
Falkenburg. “Für den Leistungssport fehlt mir das Talent”, meint Karen de Groot, erfolgreiches Talent des TV Falkenburg
und gerade erst Fünfkampfmeisterin beim Hamelner Landesturnfest geworden. “Eine Karriere als Profisportlerin kann ich
mir auch nicht vorstellen”, stellt die sympathische 17-Jährige aus Falkenburg klar und bekennt: “Sport ist für mich eine feste
Größe in meinem Leben - aber nicht alles.”
Für andere Hobbys bleibt nicht viel Zeit. Denn dreimal pro Woche trainiert das Talent. An den Wochenenden stehen Wett-
kämpfe auf dem Programm. Zudem muss die Gymnasiastin in der Oberstufe jede Menge Hausaufgaben erledigen. Die ver-
bleibende freie Zeit füllt Karen mit Lesen und Musikhören. Dann kann es schon mal laut werden, denn wie schon ihre Brüder
Stefan und Frank liebt auch Karen den harten Heavy-Metal-Sound von Metallica. “Mama schockt das nicht mehr”, sagt
Karen gelassen. Ihr Berufsziel sieht sie “irgendwo zwischen Lehramtsstudium Sport oder dem Studium von Geschichte oder
Politik”.
Die Liebe zum Sport nahm sie quasi mit der Muttermilch auf. Mama Inge de Groot, selbst erfolgreiche Sportlerin und mehr-
fache Deutsche Meisterin der Senioren, nahm die kleine Karen schon im zarten Alter von einem Jahr mit zu ihrem Training,
das Papa Heinz als Trainer überwachte. Mit drei Jahren hatte Karen schon ihren ersten “Wettkampf” beim Schüler-Hallen-
sportfest in Delmenhorst. Dort machte sie außer Konkurrenz beim Weitsprung mit. Stets ihrem Verein TV Falkenburg treu
bleibend, begann sie im siebten Lebensjahr, auch Handball zu spielen, fühlte sich aber immer zur Leichtathletik hingezogen.
“Ich habe ein Vorliebe für alle Wurfsportarten”, sagt Karen und mag zudem noch Weit- und Dreisprung. So konnte sie jetzt
beim Fünfkampf in Hameln, zu dem Schleuderball, Kugelstoßen, Weitsprung sowie 100- und 1000-Meter-Lauf gehören,
ihre Stärken voll einbringen. Den Siebenkampf scheut die junge Sportlerin: “Dazu gehören Hürdenlauf und Hochsprung, die
ich geradezu hasse.”
Auf die Frage nach sportlichen Zielen sagt Karen: “Meine Vereinskameradinnen Franziska Bohlken und Jasmin Homeyer
kurieren gerade langwierige Sportverletzungen aus. Da wünsche ich mir in erster Linie, gesund zu bleiben”. Doch schon
wartet eine neue Herausforderung auf die junge Falkenburgerin. Im Sommer will sie den Führerschein machen.

LANDESZEITUNG FÜR DIE LÜNEBURGER HEIDE vom 23. Juni 2004
Olympia 2012 - Sören ist dabei
Leichtathletik-Ass aus Amelinghausen zieht ins Sport-Internat nach Hannover
Amelinghausen. Wer zu Sören Ludolph will, wird an seiner Zimmertür von einem Poster begrüßt: "Spiele mit uns - Leipzig
2012." Die deutsche Olympia-Bewerbung ist gescheitert. Für den 16-jährigen Leichtathleten aus Amelinghausen sind die
Spiele in acht Jahren aber das große Ziel: "Egal wo, ich bin auf jeden Fall dabei - und wenn es als Zuschauer ist." Lieber
wäre Sören natürlich eine Teilnahme als Aktiver. Vor zwei Jahren waren seine Ziele noch nicht so hoch gesteckt. Damals
war er bei den Deutschen Schülermeisterschaften gerade Fünfter im Blockwettkampf Lauf geworden. Auf die Frage nach
seinen Zielen antwortete er der LZ damals: "Bei einer DM nochmal unter die ersten Zehn kommen." (Siehe
Bericht vom
14.8.2002) Ein Jahr später verbesserte er sich bei der Schüler-DM auf Platz drei im Blockwettkampf Lauf.
Jetzt stehen die Deutschen-Jugendmeisterschaften in Jena an (2. bis 4. Juli). Sören ist über 800 m, 2000 m Hindernis und
400 m Hürden qualifiziert. "Aber wahrscheinlich starte ich nur über die 800 m", sagt der Amelinghausener, der für die LG
Nordheide antritt. Auf seiner Paradestrecke will er es in den Endlauf schaffen. Sollte er im Vorlauf scheitern, würde er am
nächsten Tag über 2000 m Hindernis starten. "Aber ich gehe davon aus, dass ich die nicht laufen muss", meint Sören selbst-
bewusst.
Sein Traum ist es, "sportlich weiterzukommen", sagt Sören. Um das zu schaffen, wechselt er ab August in die Trainings-
gruppe von Landestrainer Jörg Voigt in Hannover. Dafür zieht er ins Internat am dortigen Olympiastützpunkt, startet aber
weiter für die LG Nordheide. Verzichten muss er dann allerdings auf die regelmäßigen Treffen zum Computer spielen mit
seinen Kumpels daheim in Amelinghausen. Im Moment trainiert er noch zwei- bis dreimal die Woche in Winsen, geht zu-
sätzlich für sich selbst laufen. Zum EM gucken ist der Fußball-Fan dann aber immer rechtzeitig zu Hause. Nach den
Chancen der Deutschen heute Abend gegen Tschechien gefragt, verzieht Sören das Gesicht und sagt: "Ich glaube, die
bleiben sitzen."
Er selbst hat seinen erweiterten Realschulabschluss in der Tasche, am Montag hat er seine letzte Klassenarbeit geschrieben.
In Hannover will er am Technischen Gymnasium sein Abitur bauen. Angst vor der neuen Umgebung hat er keine: "Die
Leichtathleten im Internat kenne ich eh alle. Das wird wie eine große Klassenfahrt", sagt der Blondschopf grinsend. Er weiß
aber auch, dass er hart arbeiten muss, um sich seinen Traum zu erfüllen: "Ich bin ehrgeizig", sagt der 16-Jährige über sich
selbst. "Meine Eltern sagen zwar, ich sei nicht so diszipliniert, aber wenn ich mir ein Ziel setze, dann ziehe ich es auch durch."
Sein nächstes Ziel: der Bundeskader. "Das hängt von Erfolgen und Leistungen ab, aber auch davon, ob die Trainer einen für
förderbar einschätzen." Sie halten ihn offenbar für förderbar - Sören ist einer von nur vier Leichtathleten, die in diesem Jahr
am Internat aufgenommen werden. Und wenn er seine Ziele weiter so hartnäckig verfolgt, dnn müsste es doch auch mit
Olympia 2012 klappen - nicht nur als Zuschauer.

Presseinformation vom 25. Juni 2004 (Von Manfred Scholz)
Laufend 75 Jahre jung geworden
Walter Gernikeitis läuft noch immer
Hameln. Als dem Hamelner Walter Gernikeitis, der heute bei bester Gesundheit 75 Jahre alt wird, vor 31 Jahren, als da-
mals 44-jähriger wegen Problemen mit der Bandscheibe das Gipsbett drohte, entschied er sich für die kräftigende Gymnastik
beim Jedermann-Turnen des VfL Hameln. Bis dahin hatte er durch seine Schichtarbeit kein Sport treiben können. Sein da-
maliger Trainer Helmut Heier war allerdings unsicher in Bezug auf die Erfolgsaussichten. Aber Kampfgeist und eiserner Wille
sind Tugenden, die Walter Gernikeitis während seiner gesamten sportlichen Karriere, die im Jahre 1973 mit dem ersten Start
beim Hamelner Frühlingslauf über 5 Kilometer auf dem Hamelner Finkenborn begann, auszeichneten.
Seinen ersten Volkslauf  über 10 Kilometer absolvierte er kurze Zeit später in guten 48 Minuten in Eldagsen. Was folgte,
waren tolle Erfolge als Läufer bei den Leichtathleten des ESV Eintracht Hameln, zu denen er Ende der Achtziger Jahre
wechselte, auf allen Strecken von 5000 Meter bis zur Marathon-Distanz. Dabei erreichte er unzählige Meistertitel von der
Kreisebene bis zu den Deutschen Meisterschaften. Seine Bestzeiten erzielte er in der Altersklassen M 50 und M 60 mit er-
staunlichen 17:46 Minuten über 5-, 37:35 Minuten über 10 Kilometer und 3:02 Stunden auf der Marathon-Distanz. Als
seine größten Erfolge nennt er den Titel als Deutscher Crossmeister und deutscher Vize-Meister auf der Halbmarathon-
strecke in der Altersklasse M 70. Dabei hat er vielen, auch jüngeren Läufern die Hacken gezeigt, wenn man ihn z.B. fragte:
“Na Walterchen ist die Strecke nicht zu schwer für dich”? Dabei glänzte er besonders auf den Bergauf-Passagen.
Unterschätzt wurde er oft, da er nicht gerade zu den körperlich Großen gehört. “In den letzten Jahren hatte ich so um die 25
Wettkämpfe im Jahr, die Bilanz meist ein Fünfer, 1 Dreier sonst alles Einser”, gibt er sich bescheiden.
Trainiert hat er, der wie viele Läufer ein Individual-Sportler ist, meist allein im Hamelner Finkenborn nach seinem eigenen
Trainingsplan oder bei Manfred Scholz auf der Bahn im Weserberglandstadion, wobei er sich manchmal nach seinen witter-
ungsbedingten bronchialen Problemen richten musste. Seit er Anfang des Jahr in der Altersklasse M 75 startet, tritt er bei
Wettkämpfen kürzer, weil er oft mangels Teilnehmer in der M 70 mitgewertet wird. Er trainiert noch 2 bis 3-mal in der
Woche so zum Spaß, um fit zu bleiben, was ihn aber nicht davon abhielt, vor vierzehn Tagen die Lipper-Laufserie zu ge-
winnen.

NIEDERELBE ZEITUNG vom 26. Juni 2004
Der NEZ-Fragebogen -- Heute: Ralf Salih (TV Langen)
In der Leichtathletik-Szene zwischen Elbe und Weser gilt Ralf Salih als eines der größten Talente. Als Mittelstreckler über
800 und 1500 Meter hatte der Otterndorfer bereits aufhorchen lassen. Der 22-jährige überraschte aber auch in den ver-
gangenen beiden Jahren die Konkurrenz unter anderem über zehn Kilometer. So war der für den TV Langen in der Bundes-
liga startende Athlet 2003 beim Küstenmarathon der beste Cuxland-Läufer über diese Strecke. Am heutigen Sonnabend
wird sich der Student für Lehramt - Wirtschaftswissenschaften und im Nebenfach natürlich Sport - beim Cuxhavener Sport-
fest "Weltklasse hinterm Deich" mit nationalen und internationalen Spitzenläufern über 1500 Meter messen.
Ihre Bestzeiten über die unterschiedlichen Strecken haben sie in den vergangenen zwei Jahren deutlich verbessert. Glauben
sie bald schon in die deutsche Spitzenklasse vorstoßen zu können?
Ich hoffe es, aber es spielen viele Faktoren dabei eine Rolle, wie zum Beispiel die ausreichende Zeit zum Trainieren und die
Gesundheit. Wenn die Entwicklung weiter so gut verläuft, ist eine Qualifikation für die deutschen Meisterschaften auf einer
Strecke zwischen 800 Meter und zehn Kilometer und somit das Vorstoßen in die deutsche Spitzenklasse sicher möglich. Ein
Fernziel ist die Teilnahme an den Deutschen Zehn-Kilometer-Straßenlaufmeisterschaft 2006 in Otterndorf.
Was schätzen Sie an dieser Region?
Hier bin ich aufgewachsen. Als ich drei Jahre alt war, bauten meine Eltern in Otterndorf ein Haus. Jetzt lebe und wohne ich
an meinem Studienort Lüneburg, komme aber so oft wie möglich nach Hause, denn das ist da, wo man sich heimisch fühlt.
Dieses Gefühl habe ich in unserer Region, die schöne Landschaft, Meer und Watt, die Weite und die Stille sowie die netten
Leute und die Super-Trainingsmöglichkeiten tragen hierzu sicher bei.
Wen möchten Sie gerne einmal kennen lernen?
Kenenisa Bekele, den Weltrekordler über 5000 Meter und 10 000 Meter aus Äthiopien.
Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Der Herr der Ringe.
Welche Fernsehsendung sehen Sie am liebsten?
Sämtliche Fernsehsendungen, die sich um Sport drehen - von der Tour de France über Fußball bis hin zur Olympiade. Des
Weiteren sehe ich gerne die Simpsons zur Entspannung.
In welches Land würden Sie gerne einmal reisen?
Ich bin schon in vielen Ländern gewesen, aber für mich wäre es sicher ein Erlebnis, einmal nach Kenia oder Äthiopien zu
reisen, um zu sehen, wie dort gelebt und trainiert wird.
Wem würden Sie gerne einmal richtig die Meinung sagen?
Zurzeit würde ich gerne einmal dem Bildungsminister von Niedersachsen meine Meinung über den nicht hinnehmbaren Bild-
ungsabbau an den Schulen und den Universitäten sagen.
Welchen Hobbys gehen Sie in Ihrer Freizeit nach?
Sport und da im Besonderen Laufen. Internet und etwas mit Freunden unternehmen.
Haben Sie ein Lieblingsgericht?
Pasta in sämtlichen Variationen.
Worüber können Sie sich richtig freuen?
Über das Erreichen selbstgesteckter Ziele im Studium so wie im Sport.
Worüber ärgern Sie sich am meisten?
Über unnötige Kriege und das Leid, welches den Menschen dadurch zugefügt wird.
Ihr Lebensmotto?
Learning by doing - Versuch es einfach.

HAMBURGER ABENDBLATT vom 22. Juli 2004
Der Traum vom großen Wurf
Sascha Cordes: Für den Erfolg zog der 17 Jahre alte Speerwerfer ins Sportinternat um -- Jetzt ist er im Bundes-
kader
Von Miriam Fehlbus
Stade. Es war seine eigene Entscheidung, und doch gab es Tage - besonders in der Anfangszeit - an denen Stades großes
Speerwurf-Talent diesen Schritt bereut hat. "Ich wollte von zu Hause weg und in Hannover im Sportinternat leben", sagte
Sascha Cordes vom TSV Wiepenkathen. Kaum dort, vermisste der 17 Jahre alte Gymnasiast, was ihm nie zuvor so wichtig
erschienen war: Freunde und Familie. "Die ersten zwei Monate habe ich mich einsam gefühlt. Da stellst du fest, dass du nicht
einfach wie geplant jedes Wochenende heim kannst", sagte der Leichtathlet aus Kranenburg.
Vor fast genau einem Jahr ist Sascha Cordes, auch heute noch Starter des TSV Wiepenkathen, ins niedersächsische Sport-
internat gezogen. Mitgenommen hat er ein paar Taschen und unzählige Fotos, auch von seiner Hündin Kelly. "Wenn ich zu
Hause laufen gegangen bin, habe ich Kelly oft mitgenommen", sagte Sascha Cordes ein bisschen wehmütig. Kellys treue
Augen blicken jetzt in Hannover von der Wand herab. Die bunten Bilder machen das Zimmer wenigstens etwas wohnlicher.
Sonst haben die Räumlichkeiten nicht viel zu bieten: "Die Ausstattung hat das Flair einer Jugendherberge mit Küche, Wohn-
zimmer und Computeraum. Wir sind jeweils zu zweit untergebracht, insgesamt sind wir 36", sagte Sascha Cordes. Warum er
trotzdem nicht wieder nach Stade zurück will? "Mein Ziel ist es, irgendwann an internationalen Meisterschaften teilzunehmen
und an Olympischen Spielen, auch wenn sich das jetzt vielleicht ein bisschen überheblich anhört", sagte das Nachwuchsta-
lent. Erst vor zwei Jahren hat Cordes mit der Leichtathletik begonnen. Vor wenigen Wochen hat der B-Jugendliche dann
den entscheidenden Sprung auf der Karriereleiter nach oben gemacht. Und das hat das jeweils drei Stunden dauernde Train-
ing, fünfmal in der Woche bewirkt: Sascha Cordes ist ab sofort Mitglied im Bundeskader der Speerwerfer.
Der Kranenburger ist einer von sieben Aktiven, die dem D/C-Kader angehören. "Meine Bestleistung mit dem 700-Gramm-
Speer ist 68,68 Meter", sagte Cordes, "leider habe ich diese Weite nicht bei den deutschen Meisterschaften geworfen." Mit
gut zwei Metern weniger belegte er den undankbaren vierten Platz, verpasste so nicht nur die Medaillenränge, sondern auch
die Chance, zum ersten Mal für Deutschland zu starten. "Schade, ich hatte mir mehr vorgenommen. Erst wenn man sich für
einen internationalen Wettbewerb qualifiziert hat, bekommt man auch das Nationaltrikot", sagte der ehrgeizige Schüler.
Allerdings war es nur seine erste Chance, bei einer U 20-Weltmeisterschaft zu starten. Drei weitere Jahre hat der 17-Jährige
Zeit, um die geforderten Bestweiten zu erreichen, das ist ein komfortables Polster. Und so schaut Sascha Cordes auch schon
auf die nächsten Weiten, die er erreichen muss. 63 Meter mit dem 800 Gramm schweren Männer-Speer will er nach den
Ferien im August in Angriff nehmen. Hier liegt seine Bestweite bisher bei 60,5 Metern. Bis dahin aber steht Ausspannen auf
dem Wochenplan. "In den Ferien gibt es tagsüber nur Ruhe und abends Fete", sagte Sascha Cordes, "in den letzten Wochen
werde ich dann nur mit meinen Freunden unterwegs sein, um alles nachzuholen." Einen Trost aber gibt es. Nach den Ferien
stößt Saschas Freundin Maike - natürlich eine Speerwerferin - zur Trainingsgruppe in Hannover.


GOSLARSCHE ZEITUNG vom 22. Juli 2004
Läufer aus Bad Harzburg Deutscher Doppelmeister
Der Doppelschlag bei den Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften in Jena war jetzt sein bisher größter Erfolg. Da
gewann Johannes Raabe die 1500 Meter und die 3000 Meter und fügte seiner ohnehin schon ansehnlichen Titelsammlung
zwei weitere hinzu. Das hat dem Bad Harzburger, der seit einigen Jahren für den TSV Kirchdorf startet, jetzt erst einmal eine
Einladung für einen Länderkampf in Polen eingebracht. Dort gut abzuschneiden, ist jetzt das nahe liegende Ziel, daneben will
er in dieser Saison über 800 Meter noch eine neue Bestzeit aufstellen, “so um die 1:52” peilt er an.
Ohnehin sieht der bald 17-Jährigen seine sportliche Zukunft eher auf der Mittelstrecke. Das hängt vielleicht auch damit zu-
sammen, dass er mit 35 bis 40 Kilometer pro Woche den Trainingsaufwand noch in überschaubarem Rahmen halten kann.
“Auf den langen Strecken ist gegen die Afrikaner ohnehin nichts auszurichten”, weiß er, der den zwölften Platz über die
1500 m bei den Jugend-Weltmeisterschaften als seine bis dato hochwertigste Leistung einstuft.
So ist es auch möglich, die Balance zwischen sportlichem und schulischem Einsatz für den Schüler des Werner-von-
Siemens-Gymnasiums zu halten. “Irgendwann könnte ich mir schon vorstellen, mich ein oder zwei Jahre lang völlig auf den
Sport zu konzentrieren, aber derzeit ist das noch nicht möglich. Da hat die Ausbildung noch Priorität.” Dabei kommt ihm ent-
gegen, dass er nach wie vor unter Anleitung seiner Vaters in Bad Harzburg trainieren kann. Der hat ihn von klein auf an das
Laufen herangeführt, wobei ihm entgegenkam, dass sein Sohn offenbar eine Menge Talent mit in die Wiege gelegt be-
kommen hatte. “Aber natürlich gehört auch Fleiß und harte Arbeit dazu.”
Bei diesen Voraussetzungen ist der Bad Harzburger aber in der Lage, die verschiedenen Anforderungen, die ein Rennen
stellt, zu erfüllen. Er kann sowohl Tempo laufen als auch über einen längeren oder kürzeren Spurt mithalten. Das kam ihm
besonders in Jena entgegen, wo er bei den 1500 Metern, anders als die Konkurrenz, die 3000 Meter schon in den Beinen
hatte, sich dann aber im Feld verstecken konnte, um dann im Spurt mit 26 Hundertstel die Nase vorn zu haben. (sg)


ANZEIGER FÜR HARLINGER LAND vom 31. Juli 2004
Olympiatraum geht für Ostfriesin in Erfüllung
Hammerwerferin Andrea Bunjes vom SV Holtland fährt in einigen Wochen nach Athen zu den Olympischen
Spielen

Von Karsten Gleich
Holtland. Eltern, die sie in den Spitzensport drängten oder eine geradlinige Profikarriere, all dies gibt es in Andrea Bunjes
Biografie nicht. Die Landwirtstochter aus Neuburg an der Jümme kam über ihren Lehrer Klaus Beyer und die Sport-AG der
Schule zur Leichtathletik. In wenigen Wochen startet die gelernte Bankkauffrau und amtierende Deutsche Meisterin im
Hammerwurf für Deutschland bei den Olympischen Spielen in Griechenland.
“Mit 12 Jahren habe ich mit Diskus und Kugelstoßen angefangen", erzählt Bunjes. “Klar haben wir als Kinder auch andere
Sportarten ausprobiert. Ich bin zum Schwimmen gegangen, habe Reitstunden bekommen und Tennis gespielt." Doch sie
blieb nur den Wurfdisziplinen der Leichtathletik treu. Großen Anteil daran hat laut Bunjes ihr langjähriger Trainer Klaus
Beyer, der vielen eher als Organisator des Ossiloops bekannt ist. Ihr damaliger Schullehrer und Trainer Beyer, brachte sie
1992 erstmals zum Hammerwurf, als die Disziplin gerade neu in die Leichtathletik aufgenommen war. “1993 habe ich in
Berlin bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften bereits den fünften Platz belegt. Inzwischen gehöre ich zu den Oldies unter
den Hammerwerferinnen", sagt die 28jährige. Neben der Goldmedaille bei den Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr in
Braunschweig, gewann sie in den vergangenen Wettkampfjahren fünfmal die Silbermedaille sowie zweimal die Bronzeme-
daille bei den Deutschen Meisterschaften. Zudem wurde sie siebenfache Norddeutsche Meisterin, neunzehnfache Nieder-
sachsenmeisterin und hat nebenbei noch alle gültigen Rekorde in Norddeutschland aufgestellt. Außerdem ist sie seit 2003
Deutsche Meisterin und Rekordhalterin im Rasenkraftsport. “Da habe ich mit meiner Trainingsgruppe zum Spaß mitgemacht
und prompt gewonnen. Hammerwurf, Gewichtwurf und Steinstoßen sind die drei Disziplinen beim Rasenkraftsport, der eher
in Süddeutschland bekannt ist", berichtet Bunjes.
Klischees von Hammerwerferinnen, mit rauer Stimme und männlichen Gesichtszügen, treffen auf die blonde Ostfriesin nicht
zu. “Mit meinen 90 Kilo gehöre ich allerdings nicht zu den leichtesten Athletinnen", sagt Bunjes, während sie sich auf den
muskulösen Oberschenkel klopft. Mit diesen Muskelbergen kontrolliert sie mehrere Zentner Fliehkraft, die bei der Mischung
aus Technik, Schnellkraft und Rotation entstehen, wenn sie ihre Stahlkugel in den Himmel schleudert. Im vergangenen Jahr
schaffte sie im Trainingskamp in Südafrika erstmals die 70-Meter-Marke. “Auf der Heimreise bin ich erkrankt und kam das
ganze Jahr nicht mehr an die 70 Meter ran", so Bunjes und fügt hinzu: “In Paris bei den Weltmeisterschaften 2003 versagten
mir dann nach dem ersten Fehlversuch auch noch die Nerven und ich hatte drei ungültige Würfe." “Eigentlich ist die Teil-
nahme an einer Olympiade für mich längst überfällig", so Bunjes, die in diesem Jahr bereits mehrmals die 70-Meter-Marke
geknackt hat. Doch auf ihrem Weg nach oben gab es auch Phasen, in denen Sie ans aufhören dachte. “Klaus Beyer hat mich
immer wieder motiviert und meinen Lebensweg gelenkt", erzählt sie. Er kümmerte sich auch um Lösungen, als Job und Sport
nicht mehr miteinander zu vereinen waren. “Ganztags in der Bank arbeiten und nebenbei noch Profisportlerin sein - das
schafft man nicht."
Zu diesem Entschluss kam sie 2001, als Bundestrainer Michael Deyhle sie nach Frankfurt in den Olympiastützpunkt holte.
Seitdem ging es mit ihrer Karriere steil bergauf. Im Oktober 2003 wurde aus der Bankerin eine Berufssoldatin, die in das
Sportförderprogramm der Bundeswehr aufgenommen wurde. “Ich musste ganz normal meinen Grundwehrdienst machen.
Das war eine witzige Zeit", erinnert sich Bunjes, die sich seitdem ganz auf ihren Sport konzentrieren kann. Ob Bundeswehr,
Bankkarriere oder welche Aufgaben sonst nach der Sportlerkarriere auf sie zukommen, darüber macht sie sich heute keine
Gedanken: “Sportlich läuft derzeit alles so gut und außerdem bin ich solo, wer weiß wohin es mich verschlägt."
Nervös ist sie vor ihrem Start in Athen noch nicht. “Man muss aufpassen, das man sich nicht in die Nervosität reinsteigert,
denn das kann einen Wettkampf kippen", so Bunjes und fügt hinzu: “Der erste Wurf ist wichtig, denn der ist für die Psyche.
Der Rest kommt dann automatisch." Bei den Vorrundenwettkämpfen der Olympiade am 23. August will sie auf jeden Fall
den Einzug ins Finale schaffen. “Mein Ziel ist es unter die besten acht Werferinnen zu kommen", blickt sie optimistisch dem
Finaltag am 25. August entgegen. Typisch für ihre sympathische Art ist das Markenzeichen, das sie auf allen Starterlisten
hinterlässt. “Klaus Beyer und Ostfriesland haben mich zu dem gemacht was ich bin und deswegen starte ich nach wie vor für
den SV Holtland", erzählt Bunjes und fügt hinzu: Ich hoffe, dass alle Ostfriesen dafür gleich beide Daumen drücken, wenn ich
in Athen an den Start gehe."

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 31.Juli 2004
Deutsche Meisterschaft ist nun das Ziel
Leichtathletin Sarah Nöh aus Heiligenfelde hat sich innerhalb eines Jahres stark verbessert
Von unserem Mitarbeiter René Hanke
Heiligenfelde. Seit knapp zwei Jahren macht eine Heiligenfelderin mit großartigen Leistungen in der Leichtathletik auf sich
aufmerksam. Die 14-jährige Sarah Nöh (Bremer LT) stellte erst kürzlich bei den Landesmeisterschaften in Celle mit 39,81
Metern beim Speerwurf und mit 12,42 Metern beim Kugelstoßen neue persönliche Bestleistungen auf, die sie auch prompt
zur Landesmeisterin machten. Zum Vergleich: Vor knapp einem Jahr, im Mai 2003, nahm Sarah zum ersten Mal an einem
Wettkampf in der Disziplin Speerwurf teil, bei der ihr eine Weite von 31 Metern glückte. Jetzt waren es über acht Meter
mehr. Welch eine Verbesserung.
Das Jahr 2003 war ohnehin ein wichtiges, schließlich hatte sie sich damals endgültig für die Leichtathletik entschieden. "Mit
fünf Jahren habe ich zwar angefangen Korbball zu spielen und bin später zum Handball gewechselt. Vor einem Jahr musste
ich mich aber aus Zeitgründen für eine Sportart entscheiden", erklärt die Schülerin, die sich ganz auf die Leichtathletik kon-
zentrierte und das aktive Handballspielen aufgab. "In der Leichtathletik kann ich schneller zu persönlichen Erfolgen kommen
als in einem Mannschaftssport, was sich im vergangenen Jahr auch gezeigt hat", liefert Sarah Nöh eine plausible Erklärung
für die Entscheidung pro Leichtathletik.
"Entdeckt" wurde die 14-Jährige zunächst an ihrer Schule in Syke, wo dem Schulleiter ihre außergewöhnlichen Leistungen in
den Wurfdisziplinen nicht verborgen geblieben waren. Fortan trainierte sie in der Leichtathletik-AG unter dem Übungsleiter
Hubert Kerdellant, der sie dann zum Bremer Klub BTS Neustadt brachte. Hier trainiert sie vier- bis fünfmal in der Woche
unter ihrem neuen Trainer Eckhard Schweiger. Und die erhofften und angestrebten Erfolge und Auszeichnungen blieben nicht
aus. "Im Oktober 2003 wurde ich vom Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) zum Fair-Play-Cup nach Kienbaum ein-
geladen. Dort wurden wir die vier Tage von Bundestrainern betreut und abends gab es dort einen Workshop, in dem unter
anderem Dopingfragen mit den Spitzensportlern wie Ralf Bartels diskutiert werden konnten", erzählt die Realschülerin, die
auch ein zweites Mal vom Bremer Verband aus zu einem Trainingslager zum berühmten ehemaligen Leistungszentrum der
DDR nach Kienbaum reiste, in dem sich auch heute noch die deutschen Athleten auf Weltmeisterschaften und olympische
Spiele vorbereiten.
Sie erinnert sich: "Dort habe ich beim Training Astrid Kumbernuss getroffen, mit der ich trainiert und von der ich auch so
manchen Tipp bekommen habe. Das war schon ein tolles Erlebnis. Schon beim Zuschauen kann man da viel lernen." Dieses
Treffen war umso mehr ein schönes Erlebnis, da sich Sarah Nöh früher eigentlich nie für Leichtathletik interessiert hat. "Aber
jetzt gucke ich schon ganz gerne Olympia und die Weltmeisterschaften", versichert sie, deren Familie ganz hinter ihren Am-
bitionen steht. Meistens wird sie von ihrem Opa oder von ihrem Vater, der Physiotherapeut ist und sie natürlich auch nach
Verletzungen betreut, zum Training nach Bremen gebracht - wo sie übrigens fast nur mit Jungen trainiert. "Das macht Spaß.
Ich trainiere gerne mit Jungs, da ich dann viel mehr gefordert werde und mich schneller verbessern kann."
Und auch zu Hause wird fleißig geübt. "Mein Trainer und mein Vater sprechen sich immer ab, worauf bei der Technik zu
achten ist, damit ich mir keine falschen Bewegungsmuster antrainiere", erklärt Sarah, deren nächstes großes Ziel die deutsch-
en Meisterschaften sind, die sie in diesem Jahr nur ganz knapp verpasst hat. "Ich will aber nichts überstürzen, sondern einen
Schritt nach dem nächsten tun." Will heißen, dass sich Sarah erst einmal auf den nächsten Wettkampf vorbereitet. Und das
sind die Norddeutschen Meisterschaften Ende August in Bremen.

Göttinger Tageblatt vom 3. August 2004
Vom Klavierspieler zum Zehnkämpfer
Jacob Minah (LG Göttingen) trainiert jeden Tag / Sein Ziel sind die Olympischen Spiele 2008 in Peking
Von Nicole Kuhn
Eigentlich war es Zufall, dass Jacob Minah den Zehnkampf und die Leichtathletik für sich entdeckte. Minah, der aus Stein-
heim bei Höxter kommt, hatte früher viele Hobbys, war Mitglied in verschiedenen Jazz- und Bigbands, spielte zwölf Jahre
Klavier, beherrscht Altsaxophon und Klarinette und war außerdem lange im Basketballverein. Doch dann kam das Abitur
und der junge Mann, der Sport als Leistungskurs gewählt hatte, überraschte Lehrer, Mitschüler und sich selbst: Mit 1,95
Metern im Hochsprung brach er den 28 Jahre alten Schulrekord. ”Ich war erstaunt,” sagt er, hatte er doch gar nicht groß-
artig trainiert. ”Mehrere Leute rieten mir dann, was daraus zu machen und der Physiotherapeut meiner Eltern rief den Hoch-
sprungnationaltrainer an.”
Erster Wettkampf aus Spaß
So entstand ein Kontakt zum LC Paderborn: ”Wenn man plötzlich so einen Schulrekord bricht, fragt man sich, wie gut man
werden könnte, wenn man regelmäßig trainiert.” Zwei- bis dreimal die Woche stand von da ab Allgemeines Grundlagen-
training auf dem Programm, bestehend aus Sprint und Sprung. ”Hürdenlaufen habe ich noch sporadisch mitgemacht,” erzählt
er. Dann kamen die ersten Wettkämpfe und gleich die ersten Erfolge: zunächst Rang 7 bei den Westdeutschen Meister-
schaften im Hochsprung. Dann nahm er zum Spaß bei den Zehnkampf-Westfalenmeisterschaften in Bad Oeynhausen teil und
belegte den 4. Platz. Und das bei Disziplinen wie Speerwerfen, Diskus, Stabhochsprung oder 1500 m, die er vorher so gut
wie nie trainiert hatte. ”Am ersten Tag habe ich noch geführt, durch diese Disziplinen bin ich dann zurückgefallen.” Minah
qualifizierte sich auch für die Deutschen Juniorenmeisterschaften, doch ”da hatte ich gerade meine Ausbildung in Göttingen
angefangen, da hat es zeitlich nicht gepasst.” Minah macht hier ein so genanntes Dualstudium. Das besteht aus einer Aus-
bildung zum Industriekaufmann und gleichzeitig einem BWL-Studium an der Berufsakademie.
Training radikal anders
Seit September 2003 traniert er regelmäßig mit dem LGG-Vorsitzenden und Senioren-Zehnkampfweltmeister Rolf Geese.
Sein Trainingsplan hat sich mittlerweile radikal verändert: sieben Tage die Woche zwei Stunden Training, wöchentlich vier bis
fünfmal Krafttraining. Sein Tagesablauf besteht aus Arbeit, Training, Universität oder Arbeit und Fitnessstudio. Trotzdem lebt
er nicht nur für die Arbeit und seinen Sport, wie er betont. Zeit für Freunde, Feiern und Freizeit bleibe trotzdem noch - am
Wochenende. Eine Lieblingsdisziplin hat Minah nicht: ”Das ist das Interessante beim Zehnkampf. Die Lieblingsdisziplin
wechselt je nach Erfolg.” Schaffe er es in einem Bereich Fortschritte zu machen, mache ihm die Disziplin automatisch mehr
Spaß.
1500 Meter eine Qual
Nur der 1500-Meter-Lauf sei für fast jeden Zehnkämpfer eine Qual, auch Minah ist da keine Ausnahme: ”Ich hasse Aus-
dauer”. Er habe eher eine Veranlagung zur Schnellkraft als zur Ausdauer, die man auf der Langstrecke benötigt. Für die
nächsten beiden Jahre hat sich Minah, der jetzt gerade mal seit anderthalb Jahren trainiert, vorgenommen, Anschluß an die
Deutsche Spitze der Herren-Zehnkämpfer zu bekommen. Ein Jahr darf der 22-Jährige aber noch bei den Junioren starten.
Bei der Olympiaqualifikation in Bernhausen erzielte er bereits 7109 Punkte, 8000 brauchen die Zehnkämpfer, um die
Olympianorm zu erfüllen. Auf der deutschen Gesamtbestenliste steht Minah schon jetzt auf Platz 16. Ein weiteres Ziel steht
für ihn schon fest: ”Ich möchte zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking.”
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Ein weiterer Bericht über Jacob Minah vom 27. Januar 2006

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