Porträts und Berichte über Leichtathleten aus der Region (Seite 7)

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Anika Hildebrandt TV Loxstedt (3.9.2005)
Andrea Bunjes SV Holtland (9.9.2005)
Annette Funck, geb. Thimm LG Fallingbostel (10.9.2005)
Karl Scheide Eintracht Hildesheim (21.9.2005)
Luminita Zaituc LG Braunschweig (23.9.2005)
Werner Nußbeck Eintracht Delmenhorst (1.10.2005)
Nina Giebel LG Weserbergland (10.10.2005)
Horst Schäfer VT Rinteln (12.10.2005)
Helmut Meier LAV Zeven (15.10.2005)
Siegfried Krolikowski TSV Kirchdorf (18.10.2005)
Cathleen Tschirch LG Weserbergland (24.10.2005)
Karen de Groot LGG Ganderkesee (27.10.2005)
Hans-Heinrich Reineke SC Weyhe (10.11.2005)
Jala Gangnus LG Nordheide - Ab 1. Januar 2006 LG Weserbergland (5.12.2005)
Kristin Ringel VSK Osterholz-Scharmbeck (21.12.2005)
Christoph Stolz VfL Wolfsburg (27.12.2005)
Cäcilia Apel-Kranz LG Kreis Verden (30.12.2005)
Denise und Yasmin Homeyer TuS Huchting (6.1.2006)
Hermann Baudisch Post SV Bremen (9.1.2006)
Sebastian Franke SG Diepholz (11.1.2006)
Roland Isenecker TSV Langeoog (14.1.2006)
Max Bergmann TSV Kirchdorf (14.1.2006)
Gerd-Peter Schander TSV Kirchdorf (14.1.2006)
Dirk Schwarzbach TSV Kirchdorf (14.1.2006)
Manfred Tjaben LTB Bremen (14.1.2006)
Johann Wolterink Fortuna 70 Wirdum (18.1.2006)
Maren Kock LG Emstal Dörpen (19.1.2006)
Anne Forgber LG Wennigsen/Egestorf (19.1.2006)
Annette Funck TV Jahn Walsrode / LG Fallingbostel (19.1.2006)
Jonna Tilgner Bremer LT (20.1.2006)
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NORDSEE ZEITUNG vom 3. September 2005
Ein Ausnahme-Talent in der Leichtathletik
Anika Hildebrandt norddeutsche Meisterin im Dreisprung und Diskuswurf
Loxstedt (br). Sie ist erst 14 Jahre alt, aber gehört sportlich schon zu den Großen: Anika Hildebrandt (TV Loxstedt) wurde
in Lübeck gleich zwei Mal norddeutsche Meisterin. Mit 10,96 Metern im Dreisprung sowie 36,21 Metern im Diskuswurf
holte sie sich die beiden Titel. Damit nicht genug: Insgesamt stand die Ausnahmesportlerin bei den norddeutschen Meister-
schaften vier Mal auf dem Treppchen. Ihre Weite im Diskuswurf bedeutete zugleich neuen Rekord auf Niedersachen- und
Bezirksebene. Im Speerwurf wurde sie außerdem mit 36,07 Metern norddeutsche Vizemeisterin. Alle Weiten sind persön-
 liche Bestleistungen und neue Kreisrekorde. "In den 35 Jahren meiner Tätigkeit als Trainer habe ich ein Talent wie Anika
Hildebrandt noch nicht betreut. Sie führt in mehreren Disziplinen die Bestenliste des Niedersächsischen Leichtathletikver-
bandes an und ist zurzeit in zehn Disziplinen unter den besten sechs in Niedersachen vertreten", schwärmt Trainer Rudi Lunk.
Auf die Minute topfit
"Bei den norddeutschen Meisterschaften war die junge Mehrkämpferin auf die Minute topfit. Aber dass die Wettkampftage
dermaßen erfolgreich verlaufen würden, haben wir nicht erwartet", lobte Lunk. "Stabhochsprung, Hürdenlauf, Weitsprung,
Hochsprung, 100-Meter-Sprint und alle Wurfdisziplinen: Anika ist absolute Spitze. Viele in diesen Disziplinen bestehende
Kreisrekorde, die teilweise von Loxstedter Sportlern aus den 80er Jahren stammen, wurden von ihr in diesem Jahr einge-
stellt", staunte der erfahrene Trainer. "Großen Anteil an den Erfolgen hat Anikas Freundin und Trainingspartnerin Sara
Müller", ergänzte er. Für die Zukunft trauen Rudi Lunk und der Leiter der Loxstedter Leichtathletikabteilung, Peter Döhle,
Anika Hildebrandt nun noch größere Erfolge zu - national und international.
Landestrainer meldet sich
Das sehen auch andere Sportfunktionäre so. Landestrainer Wurf, Thorsten Frey, hat unmittelbar nach den norddeutschen
Meisterschaften in Loxstedt angerufen und möchte die junge Athletin in den Landeskader aufnehmen. Gemeldet hat sich
auch der Landestrainer Sprung, Frank Reinhardt, und sein Interesse signalisiert. Eine Entscheidung, ob sie Leistungssport
betreiben möchte, will Anika Hildebrandt in den kommenden Wochen in Absprache mit ihrem Trainer und den Betreuern
fällen. "Unterstützung des TV Loxstedt kann ihr in alle Richtungen sicher sein", betonte Vereinsvorsitzender Jens Tambor,
als er die zurzeit erfolgreichste Sportlerin des etwa 1700 Mitglieder starken Vereins besonders ehrte.
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Ein weiterer Bericht über Anika Hildebrandt vom 24. Januar 2006

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 9. September 2005
Andrea Bunjes verlässt schweren Herzens den SV Holtland
Leichtathletik: Die 29-Jährige wechselt aus beruflichen Gründen zur LG Eintracht Frankfurt
Von Klaus Jakobs
Holtland. Nach den Weltmeisterschaften von Paris ging Andrea Bunjes vom SV Holtland vor zwei Jahren beruflich neue
Wege. Um sich ganz auf den Spitzensport konzentrieren zu können, wechselte die gelernte Bankkauffrau im Oktober 2003
zur Bundeswehr. Der Vertrag war auf zwei Jahre befristet und läuft nun Ende des Monats aus. Weil die Bundeswehr zu
Beginn des Jahres Kürzungen bei der Sportförderung angekündigt hatte, wusste Bunjes nicht, ob sie einen Anschlussvertrag
bekommen würde. Daher galt es für die gebürtige Neuburgerin, die bereits seit einigen Jahren in Frankfurt lebt und bei
Bundestrainer Michael Deyhle trainiert, sich frühzeitig nach entsprechenden Alternativen umzuschauen.
Von ihrer Trainingspartnerin Kathrin Klaas (LG Frankfurt) bekam die 29-Jährige den Hinweis, dass die Polizei in Hessen
eigens einen Modellstudiengang für Spitzensportler eingerichtet hatte. “Man wird als Polizeikommissarin ausgebildet und
anschließend als Beamtin in den gehobenen Dienst übernommen. Damit wäre ich beruflich abgesichert”, erklärt Bunjes den
Grund für ihre Bewerbung. Nach einem abschließenden Test Anfang August erhielt die Wahlfrankfurterin schließlich vor
einigen Wochen die Zulassung für das Studium. Eine Bedingung für die Vergabe des Studienplatzes war jedoch die Mit-
gliedschaft in einem hessischen Verein. “Im Klartext heißt das, dass ich den SV Holtland verlassen muss”, sagt Andrea
Bunjes. “Ich war anfangs total hin und her gerissen und habe mich sehr gesträubt. Aber ich muss auch an meine Zukunft
denken, denn vom Hammerwerfen kann man leider nicht leben.”
Zukünftig wird die Ostfriesin, die seit 1988 für den SV Holtland startet, im Trikot der LG Eintracht Frankfurt auf Weiten-
jagd gehen. In Holtland wurde sie von Klaus Beyer entdeckt und gefördert. Der zeigt Verständnis für die Entscheidung und
hat seinen Schützling dabei unterstützt. “Es tut mir natürlich sehr leid, dass Andrea uns verlässt, das ist ganz klar. Aber mit
29 Jahren muss sie auch an ihre berufliche Zukunft denken”, erklärt Beyer. “Man sollte dabei auch anerkennen, welchen
Weg Andrea gegangen ist. Sie ist der Region immer treu geblieben.”
Seit Montag ist Bunjes, die am Wochenende noch bei der EM im Rasenkraftsport startet, Studentin am Standort Wies-
baden. Die Ausbildung erfolgt innerhalb von neun Semestern und endet im Winterhalbjahr 2009/10. Für die Olympia-Elfte
beginnt im Oktober die Vorbereitung auf die Europameisterschaften 2006 in Göteborg. “Da möchte ich auf jeden Fall vorne
dabei sein. Zwischen Platz eins und sechs ist dann alles möglich.” Auch wenn Andrea Bunjes zukünftig für die LG Frankfurt
startet, bleibt sie mit der Heimat eng verbunden.  “Ich hatte beim SV Holtland eine schöne Zeit und wurde in Ostfriesland in
all den Jahren so toll unterstützt. Dafür kann ich nur ein ganz herzliches Dankeschön sagen.”

WALSRODER ZEITUNG vom 10. September 2005
Annette Funck: Schnellste Zwillings-Mutter der Welt?
Walsrode. Annette Thimm, die seit ihrer Hochzeit Funck heißt, ist wieder zurück auf der sportlichen Bühne. Auf Anhieb lief
sie in der vergangenen Woche in Winsen in 13.98 Sekunden eine neue Landesjahresbestzeit in Niedersachsen über ihre
Spezialstrecke, die 100 Meter Hürden.
Rückblende: Die jetzt 28-jährige Leichtathletin machte sich 2003/2004 berechtigte Hoffnungen, die Qualifikation für die
Olympischen Spiele in Athen zu schaffen. Doch kam alles ganz anders: Schwangerschaft, Hochzeit mit dem damaligen
Zehnkampf-Landestrainer André Funck, Umzug von Hannover nach Walsrode und am 10. Oktober 2004 die Geburt der
Zwillinge Ronja und Mika. Die sportliche Laufbahn von Annette Funck schien vorbei. Über ein Jahr lang hielt die Vollblut-
sportlerin den “Tartanbahn-Entzug” aus, ehe sie vor fünf Monaten wieder mit dem Training begann. “Es lief überraschend
gut für mich, so dass ich mich entschied, doch noch Wettkämpfe in diesem Jahr zu versuchen. Eigentlich wollte ich erst
nächstes Jahr wieder einsteigen”, berichtet sie. “Nach nur fünf Monaten leichtem Aufbautraining solch eine Zeit zu laufen,
erfreut mich, meinem Mann und die Kinder umso mehr. Damit bin ich wohl die schnellste Zwillingsmutter der Welt, sagte
ein Zuschauer in Winsen scherzhaft", staunt Funck selbst ein bisschen über ihre atemberaubenden 13,98 Sekunden und die
auf Anhieb erzielte neue Landesjahresbestzeit. ==>
Ein weiterer Bericht über Annette Funck vom 19.1.2006

HILDESHEIMER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 21. September 2005
Der Turmläufer
(tbr) Höhentraining in Hildesheim? Für Karl Scheide (Eintracht Hildesheim) kein Problem. Der 67-jährige Leichtathlet hat
sich den Andreasturm als Übungsrevier ausgesucht. 364 Treppenstufen und 75 Höhenmeter - viermal in der Woche be-
wältigt er dieses Pensum. Die Anstrengung zahlt sich aus. Denn auch mit 67 feiert der Einträchtler beachtliche Erfolge. Erst
kürzlich wurde er nacheinander Kreis- und Bezirksmeister im Fünfkampf. Bei den Landesmeisterschaften kam er auf Rang
zwei.
Am Kassenhäuschen der Andreaskirche wird Scheide stets herzlich begrüßt. "Er ist unser treuester Stammgast”, sagt Kass-
iererin Inge Führmann. Der Sportler darf zum Sondertarif rein. Eigentlich gibt es keine Dauerkarten für den Turm, aber für
Scheide wurde eine Ausnahme gemacht. "Erst dachte ich, der will mich veralbern”, berichtet Führmann. Aber der Hildes-
heimer meinte es ernst mit seinen sportlichen Absichten. Also wurden bürokratische Hindernisse aus dem Weg geräumt,
Scheide bekam ein Jahresticket für 40 Euro - und darf jetzt so oft trainieren wie er möchte. Zum Frühtraining erscheint der
Fünfkämpfer nicht im Sportdress, sondern in schwarzem Hemd und Stoffhose. "Hauptsache bequem”, sagt Scheide. Dann
aktiviert er die Stoppuhr und los geht‘s. Erst 130 Stufen die Wendeltreppe rauf bis zum Festsaal in 28 Meter Höhe, weiter
über den Glockenstuhl (44 Meter), vorbei am alten Uhrwerk (56 Meter) bis zur 75-Meter-Plattform. Scheides Bestzeit
liegt bei 2:56 Minuten. "Ist noch steigerungsfähig”, lächelt der ehemalige Zollbeamte, der auf etliche Titel und Erfolge
zurückblicken kann.
Oben angekommen, versenkt sich Karl Scheide in ein stilles Gebet. “Die beste Entspannung nach der Anstrengung. Außer-
dem bin ich ein religiöser Mensch. Und hier oben bin ich Gott ein Stück näher”, erzählt er. Einmal hat er sogar einem
Mauersegler das Leben gerettet. "Der hatte sich im Gemäuer verirrt und hätte allein nicht mehr rausgefunden”, erzählt der
Turmläufer. Mit seiner Hilfe fand der Vogel den Weg zurück in die Freiheit. "Der Turm”, sagt Scheide, "ist ein idealer Train-
ingsort. Treppenlaufen hält den Kreislauf in Schwung, bringt Kraft und Ausdauer. Gibt es bald Nachahmer? Inge Führmann
würde sich über weitere Stammgäste freuen. Das mit den Dauerkarten lässt sich bestimmt regeln.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 23. September 2005
Mit Gelassenheit zu guter Form
Braunschweigs Marathon-As Luminita Zaituc läuft Sonntag den Berlin-Marathon
Von Stefani Franzke
Braunschweig. Ein wenig Geduld hat Luminita Zaituc in diesem Jahr über ihr Tief hinweggeholfen. Sie hatte die Saison
nach ihrer WM-Absage schon beenden wollen. "Es lief einfach nicht. Ich bin nicht weitergekommen", erinnert sich die
Läuferin der LG Braunschweig jetzt mit einem Lächeln im Gesicht an die schweren Wochen im Sommer.
Nach einem guten Ergebnis beim Rhein-Marathon Anfang Mai in Düsseldorf (2:26:44 Stunden) hatte die beste deutsche
Langstrecken-Läuferin viel länger für die Regeneration gebraucht als geplant. Entnervt hatte sie die Saison dann im Juli
schon "schmeißen" wollen. Ihr Freund und Trainer Dumintru Dobre hatte dann die rettende Idee: "Wir sind ins Trainings-
lager nach St. Moritz gefahren. Da bin ich die Sache einfach lockerer angegangen", erzählt die 36-jährige Sportsoldatin.
Eine andere Trainingsstrecke und die Gelassenheit, auch schlechte Tage einfach hinzunehmen, haben Luminita Zaituc dann
geholfen, ihre Form für einen weiteren Marathon in diesem Jahr doch noch zu finden. In Berlin wird die EM-Zweite von
2002 am Sonntag an den Start gehen. Um 9 Uhr geht es los - insgesamt sind 40 000 Teilnehmer in der Hauptstadt dabei.
 "War es an einem Tag schwer, wusste ich, dass es am nächsten leichter wird", erinnert sich die gebürtige Rumänin an das
Trainingslager in der Schweiz. Die herrliche Umgebung und ein etwas umgestellter Trainingsplan brachten schließlich doch
noch den Umbruch. Nach der WM-Absage wegen des Formtiefs möchte die Braunschweigerin nun zum Ende der Saison
noch einmal zeigen, was sie kann. Im Frühjahr in Düsseldorf hatte Zaituc nur knapp ihre Bestzeit (2:26:01 Stunden) ver-
passt. "Wir haben längere Tempoläufe gemacht und sind sie dafür etwas langsamer angegangen", erzählt Zaituc.
Eine Zeit hat sich die Braunschweigerin für Sonntag nicht vorgenommen - das allerdings macht sie nie. "Ich bin dieses Mal
selber gespannt. Ich werde versuchen, so schnell wie möglich zu sein", beschreibt das zierliche Persönchen - 1,65 Meter
groß und 47 Kilogramm schwer - ihr Ziel. Und nach Berlin? "Dann mache ich erstmal vier Wochen Pause. Das habe ich seit
zwei Jahren nicht mehr gemacht." Und mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: "Ich hoffe, dass ich das schaffe. Irgendwie
habe ich das Laufen im Blut. Da ist es schwer, eine Pause zu machen. Meist gehe ich dann irgendwann nach ein paar Tagen
ein wenig schneller durchs Leben…"

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 1. Oktober 2005 (Zwei Artikel)
Theoretisch schon zweimal die Erde umrundet
Werner Nußbeck hat 88 400 Kilometer in den Knochen und bringt als neuer Lauftrainer des LC Hansa Stuhr
den Nachwuchs in Form
Von unserer Mitarbeiterin Birte Tripke
Stuhr. Eigentlich wollte Werner Nußbeck mal etwas anderes machen, eigentlich wollte er aufhören als Lauf-Trainer.
"Wissen Sie, mein Mann ist Sternzeichen Zwilling", sagt Ehefrau Jutta. Und die hätten zwei Seelen in einer Brust, die nicht
unbedingt immer dasselbe wollen. "Aber auch als Zwilling darf man seine Meinung revidieren", fügt Jutta Nußbeck lachend
hinzu. Und er hat seine Meinung revidiert: Als Berthold Buchwald, erster Vorsitzender des LC Hansa Stuhr, Nußbeck eine
neue Aufgabe anbot, fiel die Entscheidung nicht schwer, doch weiterhin als Trainer tätig zu sein. Zumal sich Nußbeck beim
LC Hansa um den Läufer-Nachwuchs kümmern sollte. "Du bist herzlich willkommen bei uns", habe Buchwald gesagt.
 Werner Nußbeck ist seit anderthalb Jahren Rentner, davor war der 64-Jährige als Ingenieur tätig. Seinem alten Verein
Eintracht Delmenhorst wird er Ende 2005 nach vielen Jahren den Rücken kehren. "Da fühlte ich mich nicht mehr ganz glück-
lich." In Spitzenzeiten hatte er dort bis zu zwölf Athleten verschiedenen Alters und Könnens betreut. "Zu inhomogen, ich ver-
zettle mich dabei", findet Nußbeck, der sich viel lieber einer kleineren Gruppe widmet. "Je weniger Athleten ich habe, desto
mehr kann ich mich auf den Einzelnen einstellen."
Seit August trainiert Nußbeck die Talente, und es ist ihm eine besondere Freude, eine kleine und homogene Gruppe unter
seine Fittiche zu nehmen: die A-Junioren Tatjana Spanehl, Lara Tappert und Tobias Kortas (alle Jahrgang ’90) sowie
Maren Kuhlmann (Jahrgang ’79), die erst kürzlich zum Trio stieß. "Maren passt da einfach rein", erklärt der Trainer. Alle
vier laufen Strecken von 400 bis 5000 Metern. Die Athletinnen befinden sich auf Bezirksebene unter den Top Ten. Tobias
Kortas ist über die 3000 Meter jüngst sogar die viertbeste Zeit landesweit gelaufen. Trainiert wird montags und freitags,
alternativ auch mittwochs in Moordeich. Einlaufen, Dehnen, Sprints über drei Mal 50 Meter, Steigerungsläufe. "Das ist
natürlich zu wenig", wendet Nußbeck ein. Zusätzlich muss also ein Grundlagenausdauertraining gemacht werden, und das
möglichst in Variationen. Das heißt: Laufen in Parks, Wäldern oder auf der Straße, am besten in Begleitung von Erwachs-
enen, die auch laufen oder mit dem Rad nebenher fahren - nicht zuletzt mit Blick auf die Sicherheit der Jugendlichen. Außer-
dem: "Das muss doch stolz machen, mit dem Sohn oder der Tochter zu trainieren."
Werner Nußbeck machte es so und trainierte auch seine Frau. Jutta lief ihren ersten Marathon mit Ende 30, auch die 100
Kilometer-Distanz hat sie ein Mal in sehr guten neun Stunden und 24 Minuten bewältigt. Mittlerweile sind es insgesamt 25
Marathons, die Jutta Nußbeck absolviert hat. Nach wie vor zieht sie vier bis fünf Mal in der Woche die Laufschuhe an und
schwitzt außerdem auf dem Crosstrainer im Fitnessraum im ersten Stock des Nußbeckschen Wohnhauses in Delmenhorst.
 Ebenso Werner Nußbeck. Er hat 301 Wettkämpfe hinter sich, davon 31 Marathonläufe, und auch noch unzählige Läufe
vor sich. "Ich habe 88 400 Kilometer in den Knochen. Das sind zwei Erdumrundungen", weiß er, denn über die monatlich
und jährlich gelaufenen Distanzen führt er seit jeher Statistik. Früher seien es etwa 4500 Kilometer pro Jahr gewesen, heute
noch 2000. Das sind laut Nußbecks Statistik aber noch immer 229 Lauftage, an denen durchschnittlich knapp acht Kilo-
meter absolviert wurden. Die 100 000 Kilometer sind für Nußbeck das nächste (statistische) Ziel. Am liebsten macht er
seine Kilometer auf Asphalt, Fahrradwegen oder festen Sandwegen wie im Bremer Bürgerpark oder im Oldenburger
Schlosspark. Radfahren, Schwimmen und Krafttraining gehören neben dem Laufen zu seinem Ganzkörpertraining. Ebenso
wie eine gesunde Ernährung. "Das ist ein wichtiger Bestandteil", sagt Nußbeck.
Wie aufs Stichwort bringt Ehefrau Jutta aus der Küche eine große Schale mit süßen, kernlosen Weintrauben. Er wolle defi-
nitiv keine magersüchtigen Läufer. Aber bestimmte physische Voraussetzungen müssten für den Laufsport gegeben sein,
übermäßiges Gewicht bedeute auch eine übermäßige Belastung. Deshalb sei auf eine normal ausgewogene, fettarme Ernähr-
ung mit vielen Kohlehydraten nicht zu verzichten. Nußbecks hohe Ansprüche an sich selbst als Trainer und an seine Athleten
und deren Umfeld dürfte den Stuhrern in den wenigen Wochen nicht entgangen sein. Aber: Maßvoll soll ein Training sein,
ohne die jungen Athleten zu überfordern. "Machen wir zuviel, sind sie vielleicht in ein, zwei Jahren verbraucht", gibt er zu
bedenken. Manch ein überehrgeiziger Trainer gehe nur auf Titeljagd und verheize so Talente. Stattdessen sagt er: "Schützen,
behüten und nach vorne bringen, nicht Erfolg um jeden Preis." Inzwischen hat Jutta Nußbeck das Mittagessen vorbereitet.
"Wir können nun essen", sagt sie. Aus der Küche duftet es herzhaft appetitlich. "Ach", entgegnet Werner, "ich gehe vorher
noch ’ne Runde laufen."
Wenn der Papa die Tochter trainiert
Sylvia Nußbeck ist inzwischen 15-fache Deutsche Meisterin über Mittel- und Langstrecken
Von unserer Mitarbeiterin Birte Tripke
Stuhr. "Ich will meine Tochter zur Deutschen Meisterin machen", sagte sich Werner Nußbeck 1988, als er das Talent
seiner Tochter Sylvia erkannte. Das bedeutete für ihn gleichzeitig, dass er sie selbst auch offiziell trainieren würde. Also
machte er im selben Jahr den Übungsleiterschein für Leichtathletik, wenig später die B- und A-Trainer-Lizenzen speziell für
den Block Lauf. Deutsche Meisterin ist Tochter Sylvia geworden - und zwar insgesamt 15 Mal über die verschiedenen
Mittel- und Langstrecken.
Stolz zeigt Werner Nußbeck Sylvias ehemaliges Jugendzimmer im Delmenhorster Elternhaus: Regal und Wand sind mit
Pokalen und Medaillen dekoriert. Bis 1997 hat Vater Nußbeck sie betreut, aber da die Konstellation Vater-Tochter als
Trainer und Athletin nicht ganz unproblematisch sei, hat er sie "abgegeben", wie er liebevoll sagt. Seitdem ist Sylvia, Jahr-
gang ’77, in den Trikots von Bayer Leverkusen und LG Olympia Dortmund gelaufen, zwischenzeitlich trainiert von Isabell
Baumann, Ehefrau des 3000-Meter-Olympiasiegers Dieter Baumann. Seit 2002 startet Sylvia für LC Rapid Dortmund.
Vater Werner nimmt dadurch nicht weniger Anteil an Training und Erfolgen, auch darüber führt er stolz Statistik.
Angefangen hatte alles damit, dass Sylvia schon als Vierjährige einfach nicht still halten wollte, als die Eltern sie zu Wett-
kämpfen mitnahmen. Seither hat sie nicht vom Laufsport lassen können, fiel in diesem Jahr allerdings aufgrund einer Achill-
essehnen-OP lange aus. Neben der ganz offensichtlichen familiären "Vorbelastung" und dem väterlichen Engagement hat
Nußbeck eine weitere Erklärung für die Laufstärke seiner Tochter Sylvia: Schließlich sei sie in Bobingen bei Augsburg ge-
boren, wo die Familie wegen des Ingenieurberufs des Vaters in den 70er Jahren lebte. Und Bobingen sei nicht nur irgendein
Ort im bayerisch Schwäbischen, sondern quasi "die Wiege des Laufsports in Deutschland", weiß Nußbeck und lächelt ver-
schmitzt, "dort fand 1963 der allererste Volkslauf statt..."

Presseinformation vom 10. Oktober 2005 (Von Manfred Scholz)
Nina Giebel - beste Saison ihrer Sprint-Karriere
Länderkampf-Einsatz zum Abschluß
Leichtathletik. Mit einem Sieg über 100 Meter in 12,16 Sekunden beim Länderkampf im Olympic-Stadion Kosevo in
Sarajevo beendete Nina Giebel von der LG Weserbergland vor kurzem ihre bisher erfolgreichste Saison und ihr letztes Jahr
in der A-Jugend. Die Nominierung zur U20-Europameisterschaft in Kaunas hatte Nina Giebel ja knapp verpasst und des-
halb war die Freude groß, als sie vom Bundestrainer Alexander Seeger als kleinen Ausgleich die Einladung zum "Internatio-
nal Athletics Meeting of Friendship"  erhielt. Nach dem Abflug aus Hannover erfolgte in München die Einkleidung in die be-
gehrten National-Trikots und der Weiterflug nach Sarajevo zum Wettkampf mit den Teams aus Österreich, Kroatien,
Mazedonien, Slovenien, Serbien und Montenegro, der Türkei und dem gastgebenden Bosnien und Herzogvina.
Sehr zufrieden zeigte sich Giebel mit den Erfolgen der abgelaufenen Saison, die mit der Endlaufteilnahme bei den deutschen
Jugend-Hallenmeisterschaften begann, der Deutschen Vize-Meisterschaft mit der Frauenstaffel der LG Weserbergland und
dem vierten und fünften Platz bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften über 200 und 100 Meter, wo sie auch ihre aktu-
elle Bestzeit von 11,86 Sekunden erreichte.
“Ebenso schön ist, dass ich bei all dem Wettkampfstress auch mein Abitur geschafft habe und besonders glücklich bin ich
über den Studienplatz in Hannover, wo ich jetzt Mathematik und Sport studiere”, sieht Nina Giebel in eine positive Zukunft.
Trainieren wird sie nun täglich im Sportleistungszentrum mit den Mannschaftskameradinnen der LG Weserbergland. Klare
sportliche Ziele hat sie fürs nächste Jahr: ”Die Zeiten auf den beiden Sprintstrecken erstens bestätigen und dann im Laufe
der Saison verbessern”. Bei der Frage, ob sie mit der Frauenstaffel nach Platz drei im letzten Jahr und der Vize-Meister-
schaft in diesem Jahr 2006 den Titel anstrebt, gibt sie sich vorsichtig optimistisch: ”Staffellauf ist immer eine heikle und auf-
regende Angelegenheit, bei der für uns auch in der Zukunft alles drin ist. Wie dicht Triumph und Tränen beieinander liegen
haben wir in diesem Jahr erfahren. Allerdings hatten wir die Hand noch nie so dicht am Titel wie in Bochum-Wattenscheid”.

SCHAUMBURGER ZEITUNG vom 12. Oktober 2005
Horst Schäfer krönt seine Saison mit einem Titel
Extener wird in Osnabrück Landesmeister im Fünfkampf
Leichtathletik (peb). Deutscher Vizemeister im Winter-Speerwerfen, Bezirksmeister über 100 m, 200 m und im Speer-
werfen, Landesmeister über 200 m, Landesvizemeister über 100 m und mit dem Speer, Deutscher Meister im Fünfkampf,
Deutscher Vizemeister über 100 und 300 m Hürden, Platz drei bei den Weltmeisterschaften im Zehnkampf und zum Ab-
schluss Landesmeister im Fünfkampf - Horst Schäfer von der VT Rinteln kann auf eine äußerst erfolgreiche Saison 2005
zurückblicken.
Der 65-jährige Senior aus Exten gehört seit Jahren zur Spitze der nationalen und internationalen Leichtathletik-Elite und
krönte seine Supersaison mit dem Gewinn der Niedersächsischen Meisterschaften im Fünfkampf Ende September in Osna-
brück. Bei guten Wetterbedingungen lief Horst Schäfer noch einmal zur Hochform auf, warf den Diskus gleich auf 37,23 m,
übernahm damit sofort die Spitzenposition und gab sie bis zum abschließenden 1500-m-Lauf auch nicht mehr ab. Die
"Marathonstrecke" im Fünfkampf absolvierte Schäfer in 6:35 Minuten und wurde unangefochten Landesmeister der Ver-
bände aus Niedersachsen und Bremen. Im Weitsprung schaffte er 4,28 m, im 200-m-Lauf 30,38 Sekunden und im Speer-
wurf 37,21 m.
Höhepunkt des Jahres 2005 war sicherlich die Teilnahme an den Weltmeisterschaften der Senioren im spanischen San
Sebastian und der Gewinn der Bronzemedaille im Zehnkampf mit 6132 Punkten, wo sich Horst Schäfer gegen international
starke Konkurrenz behauptete. Dazu kam noch Platz acht im Finale des100-m-Hürden-Laufs in 17,93 Sekunden. Jetzt
geht es für den Leichtathletik-Senior erst einmal in die wohlverdiente Winterpause, um sich zu regenerieren und Kräfte zu
sammeln für die neue Saison 2006.

ZEVENER ZEITUNG vom 15. Oktober 2005
Als Mittvierziger richtig durchgestartet
LAV-Leichtathlet Helmut Meier blickt auf zahlreiche Erfolge zurück
Von unserem Mitarbeiter Manfred Krause
Heeslingen. Ein paar Sportschuhe mit Klettverschluss halfen Helmut Meier im fortgeschrittenem Alter aufs "Pferd", um
intensiv für die Kurzstrecke zu trainieren und zu laufen. Der 54-Jährige, der zuvor im TuS Heeslingen aktiv war, wechselte
vor neun Jahren zur Leichtathletikabteilung nach Zeven. Den späten Wechsel hat der gebürtige Steddorfer, der mittlerweile
auf große Erfolge zurückschaut und schon heute einen Ausblick auf die Europameisterschaft 2008 in Helsinki wagt, nicht
bereut. "Der Vereinswechsel kam eher zufällig zustande. Damals begleitete ich meine Tochter Miriam zu den Leichtathletik-
Kreismeisterschaften nach Zeven. Als ich auf der Anlage ankam, entschied ich mich, über 100 Meter an den Start zu gehen.
In dem Rennen trat ich gegen die Gruppe um Jürgen Umann vom TuS Zeven an und lief mit 13 Sekunden eine recht gute
Zeit", erzählt Helmut Meier, der zu dem Zeitpunkt im TuS Heeslingen aktiv war. Das war der Start in eine neue "Zeitrech-
nung", denn anschließend wurde in einem Gespräch der Vereinswechsel perfekt gemacht.
Der erste große Wettkampf war allerdings nicht der "große Brüller", da der Sprinter bei den Deutschen Meisterschaften in
Potsdam in der 4 x 100-Meter-Staffel als Schlussläufer völlig verkrampfte. "Wir wurden dadurch nur Vierter. Für mich war
es ein Erfolg, doch der Rest der Truppe war recht enttäuscht", so Meier. Doch mit gezieltem Training, das er auch heute
noch zwei bis drei Mal auf der Anlage an der Kanalstraße oder im großen Holz absolviert, stellten sich auch die Erfolge ein.
 Die "Palette" ist ellenlang und geht vom Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der vereinsinternen Staffel über die Vize-
Senioreneuropameisterschaft bis hin zur Teilnahme an der Seniorenweltmeisterschaft im Nationalteam, wo das Quartett
Bronze holte. "Die Weltmeisterschaft 1999, mit dem Gewinn der Bronze-Medaille im berühmten Leichathletik-Stadion in
Gateshead in Großbritannien hat absolut bleibende Erinnerung. Wenn ich heute Übertragungen aus der Arena mit Weltstars
sehe, bekomme ich feuchte Augen", so der 54-Jährige.
Nicht nur die Töchter Ariela (27) und Miriam (24), die selbst lange beim Schwimmen und in der Leichtathletik aktiv waren,
sind stolz auf den Papa. "Natürlich freut sich auch meine Frau Rita über die schönen Erfolge", so Meier. Allerdings könne
diese auch gut mal ohne den Sport auskommen: "Gerne würde sie mit mir nach Italien reisen. Nur unter der Bedingung, dass
wir einen weiten Bogen um alle Leichtathletikstadien machen", so der ehrgeizige Leichtathlet, der sich ab und an im Training
auch zu viel zumutet. "Es passiert schon, dass ich die 100, 200, 400 und die Staffel in einer Einheit trainiere. Dann sagt mein
Köper ‘Helmut, es reicht´. Doch in der Richtung wird man irgendwann vernünftig."
In seiner Jugend war eher Fußball auf den Wiesen rund um Steddorf angesagt. Doch irgendwie wurde der Ball nicht zu
seinem "Freund". "Ich war immer schneller als der Ball und das funktionierte oft nicht", so Helmut Meier, der sich als ver-
lässlich, ehrlich, ruhig, technisch völlig unbegabt ("den Eierkocher und die Kaffeemaschine kann ich schon bedienen") und
ehrgeizig im Sport bezeichnet. Also: Ein Familientyp und kein Partygänger. Dennoch mag er es auch fetzig. Ist häufig mit
seiner Frau Rita in der Worpsweder Music Hall anzutreffen, wenn dort etwa Manfred Mann´s Earthband oder die Spencer
Davis Group in die Tasten hauen.
Dass er ein bodenständiger Mensch ist, beweist seine 33-jährige Tätigkeit beim Arbeitsamt (heute Arbeitsagentur). Nach
der Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann riss er zwei Jahre beim Bund ab. Danach tauschte er die Uniform wieder
gegen Jacke und Krawatte. Mit der zweiten Angestelltenprüfung machte er letztlich den Sprung in den gehobenen Dienst
und landete auf einem Sessel im Arbeitsamt in Zeven. "Dort bin ich in der Arbeitsvermittlung tätig", so Meier, der den täg-
lichen Weg von seinem Wohnort Heeslingen in die Rhalandstraße mit dem Fahrrad zurücklegt. "Natürlich auch bei
schlechtem Wetter", so der 54-Jährige.
Auf der Anlage der LAV packt er mit an, wo er gebraucht wird - stellt Hürden auf oder harkt die Weitsprunggrube. Und
hat festgestellt, dass er sich dort in einem tollen Umfeld mit vielen hoffnungsvollen Talenten befindet. Wäre Helmut Meier
bereits in jungen Jahren zu den Zevener Leichathleten gewechselt, vielleicht wäre er ein ganz Großer geworden. "Das hätte
ich Helmut auf alle Fälle zugetraut", so LAV-Boss Hans-Hermann Neblung. "Wichtig ist doch, dass man gesund bleibt",
sagt Helmut Meier, der für 2006 große sportliche Ziele vor Augen hat. "Mit unserer Staffel sind wir in der neuen Alters-
klasse M 55 national fast unschlagbar."

DEISTER-LEINE-ZEITUNG vom 18. Oktober 2005
Marathonmann Krolikowski weiter in der Erfolgsspur
Der M60-Läufer des TSV Kirchdorf hat auch für 2006 hohe Ziele
Eilte (red). Norddeutscher Vizemeister über die Marathonstrecke in Bremen, Fünfter bei den Deutschen Meisterschaften
über 10 Kilometer in Otterndorf, Landesvizemeister über die Halbmarathondistanz und mehrfacher Bezirksmeister über
diverse Strecken - Die Rede ist von dem Ahldener Marathonmann Siegfried Krolikowski (M60), der für den TSV Kirch-
dorf startet.
Schon in jungen Jahren zeichnete sich die Kämpfernatur dieses robusten Läufers ab. Vom Pferdesport zum Judo und jetzt
zur ultimativen Herausforderung, dem Marathon. Vor fünf Jahren trat Siegfried Krolikowski als damaliger technischer Mit-
arbeiter der BEB in Steimbke kurz vor seiner Pensionierung dem leistungsorientierten Verein in Barsinghausen bei. Der
Grund, warum sich Krolikowski gleich einen Verein in fast 100 Kilometer Entfernung anschloss, lag am Trainer und
Spartenleiter des TSV Kirchdorf. Bei Markus Pingpank, der als Spitzensportler der 90er Jahre schon Bekanntheit errang
und mittlerweile als Trainer erfolgreich arbeitet, fühlt sich Krolikowski gut aufgehoben. Den Schritt zum TSV Kirchdorf hat
Krolikowski nie bereut.
Eine Leistungssteigerung im Marathon von 3:30 Stunden auf mittlerweile 3:07 Stunden in der Altersklasse M 60, sowie
Zeiten unter 90 Minuten auf der Halbmarathondistanz und unter 40 Minuten über 10 km sind Beweis für den immer noch
starken Ehrgeiz des verheirateten Vaters dreier schulpflichtiger Kinder. Seine Frau hat er mittlerweile auch vom Laufen
überzeugt und seinen 14-jährigen Sohn Tim kann er über 1000 Meter (3:13 Minuten) kein Paroli mehr bieten. Trotz eines
Bandscheibenvorfalls Ende 2004 schlug "der Kämpfer" wie ihn seine Vereinskameraden bezeichnen, auch 2005 wieder zu.
In der aktuellen Landesbestenliste schaffte er den Sprung auf Platz 1 über die Meile, gelaufen in seiner Heimatregion Soltau.
Über alle Strecken von 400 Meter bis Marathon schaffte er desweiteren eine Platzierung unter die Top 10 seiner Alters-
klasse M60.
Für 2006 wünscht sich Krolikowski einen weiteren Schritt nach vorn. Seine Ziele sind hoch gesteckt mit einem Marathon
unter 3 Stunden, wenn die Gesundheit mitspielt, betont er. Als i-Tüpfelchen träumt er von einer Teammedaille auf Bundes-
deutscher Ebene mit seinen Vereinskameraden Erhard Plaschke und Rudolf Kanzok.

Presseinformation vom 24. Oktober 2005 (Von Manfred Scholz)
Cathleen Tschirch -- eine Saison wie eine Achterbahn-Fahrt
11,64 Sekunden über 100 Meter und Silber für die LG-Staffel bei der DM der Saisonhöhepunkt
Leichtathletik. “Das ständige, verletzungsbedingte auf und ab in der abgelaufenen Leichtathletik-Saison war schon ganz
schön nervenaufreibend“, gesteht Cathleen Tschirch, die Top-Sprinterin der LG Weserbergland. Das sie trotz der vielen
Verletzungen zu letztendlich guten Ergebnissen kam, zeigt die Stärke der Frau mit den schnellsten Beinen des Nordens. Als
Physiotherapeutin hat sie auch gelernt, nach Rückschlägen wieder aufzustehen und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
  Verzichten musste sie schon am Anfang der Hallensaison wegen einer Oberschenkelverletzung auf einen Start und bei den
niedersächsischen Hallenmeisterschaften. Der erste große Triumph gelang ihr dann bei den norddeutschen Hallenmeister-
schaften, als sie im Endlauf über die 60 Meter den Turbo zündete und mit neuer Bestzeit von 7,49 Sekunden über die Ziel-
linie lief und mit ihren Mannschaftskameradinnen Stephanie Thumann, Nicole Marahrens und Katharina Möllmann in
1:37,97 Minuten den Nord-Titel und die Qualifikation für die deutschen Hallenmeisterschaften in Sindelfingen einfuhr. Bei
der DM war Cathleen Tschirch über 60 Meter mit der Endlauf-Teilnahme zufrieden - die 4x200 Meter-Staffel wurde dis-
qualifiziert.
Den Start in der deutschen 4x100 Meter-Staffel beim Europacup in Florenz verpasste sie durch eine Knieverletzung im
Endlauf über 100 Meter in Kassel, in dem sie in 11,85 Sekunden Vierte wurde. “Die geforderten 11,78 Sekunden wären
nach den guten Trainingsleistungen drin gewesen“, stellte sie damals betrübt fest. Da sich die Knieverletzung nicht als zu
schwerwiegend herausstellte, konnte sie die Vorbereitungszeit auf die DM in Bochum-Wattenscheid voll nutzen. Mit einem
Paukenschlag, 11,64 Sekunden im Vorlauf über 100 Meter und Platz Vier in Deutschland, meldete sie sich an der Spitze
der nationalen Sprintelite zurück. “Das war wirklich ein Knaller, da keiner, auch ich nicht wusste, wo ich wirklich stand.
Endlich mal ohne Probleme durchzukommen, war schon ein tolles Erlebnis“, freute sich eine glückliche Cathleen Tschirch
auch über den sechsten Platz in 11,70 Sekunden nach dem Endlauf. Noch größer war die Freude nach dem Erreichen der
deutschen Vize-Meisterschaft mit der 4x100 Meter-Staffel hinter den Frauen aus Mannheim nach einem dramatischen
Rennverlauf, der auch zum Titel hätte führen können. Das im Staffel-Finale nach 70 Metern die alte Oberschenkelverletzung
wieder aufbrach, ist nun nach längerer Regeneration allerdings Schnee von gestern.
Nachdem Cathleen Tschirch nach drei Jahren Pendeln zwischen Arbeit in Dresden und Training in Hannover ihren ersten
Urlaub hinter sich gebracht hat, steckt sie schon wieder tief im Studium und beim täglichen Training im hannoverschen
Sportleistungscentrum, denn ihr Ziel “Olympia in Peking 2008“ hat sie nicht aus den Augen verloren.  

ZEITUNG FÜR GANDERKESEE (NWZ) vom 27. Oktober 2005
Sport lässt kaum Zeit für andere Hobbys
Für den Leistungssport fehle ihr das Talent, glaubt Karen de Groot. Die dreimalige niedersächsische Fünfkampfmeisterin
bleibt trotz exzellenter Resultate auf Landes-, Kreis-, und Bezirksebene bescheiden. Obwohl Sport, besonders Leichtath-
letik, die bestimmende Größe im Leben der 18-Jährigen aus Falkenburg ist. Ihr Bewegungsdrang und auch ihr Talent
kommen nicht von ungefähr. Schon im Alter von einem Jahr nahm Mutter Inge de Groot, selbst erfolgreiche Sportlerin und
mehrfache Deutsche Senioren-Meisterin, ihre Tochter mit zum TV Falkenburg. Das Training leitete ihr Vater Heinz. Mit drei
Jahren hatte Karen bereits ihren ersten “Wettkampf” bei einem Schüler-Hallensportfest: Außer Konkurrenz übte sie sich
damals im Weitsprung.
Zielstrebigkeit ist eine von Karens Eigenschaften. Während ihre Vereinskameradinnen Franziska Bohlken und Jasmin Ho-
meyer den Wettkampfsport weitgehend abgehakt haben, trainiert die Gymnasiastin heute sogar dreimal pro Woche beim
TV Falkenburg. Und an den Wochenenden geht es mit der LGG Ganderkesee auf Wettkämpfe. “Ich habe ein Vorliebe für
alle Wurfsportarten”, verrät die junge Sportlerin und mag zudem noch Weit- und Dreisprung. Inzwischen hat Karen sogar
das Handballspielen zugunsten der Leichtathletik aufgegeben. Auch ihren C-Trainerschein für den Leichtathletik-Breiten-
sport hat sie bald in der Tasche. Da bleibt kaum Zeit für Hobbys. Höchstens mal ein wenig Lesen oder Musik hören. Dann
kann es allerdings schon mal laut werden, denn Karen teilt mit ihren Brüdern Stefan und Frank die Vorliebe für harten
Heavy-Metal-Sound. “Mama schockt das nicht mehr”, schmunzelt sie.
Bereits in wenigen Monaten stehen die Abiturprüfungen an. Entschlossen will sie auch in der Schule ihr Bestes geben. Für
die Zeit nach dem Abitur hat sie schon geplant. “Ich möchte Politik studieren”, ist sich Karen sicher. Und das am liebsten in
Bremen. “Denn die Uni gefällt mir und der Studienort liegt ganz in der Nähe”.
Ein weiterer Bericht über Karen de Groot (Von Juni 2004)

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 10. November 2005
"Fuchsie": In 35 Jahren nur einmal nicht Regie geführt
Ellernbruch-Waldlauf untrennbar mit Hans-Heinrich Reineke verbunden / Eisregen und Orkan getrotzt
Von unserer Mitarbeiterin Christiane Golenia
Weyhe. Zum 100. Mal wurde in Kirchweyher Ellernbruch ein Waldlauf als Wettkampf veranstaltet. 99 Mal stand Hans-
Heinrich Reineke vom SC Weyhe an der Spitze der Organisation. "Tatsächlich habe ich nur einmal gefehlt, da wollte ich
selbst beim New York-Marathon dabei sein", erklärt "Fuchsie" nicht ohne Stolz. Keiner weiß besser als er, wie sich die
Veranstaltung in den vergangenen 35 Jahren entwickelt hat. An die Premiere am 1. November 1970 kann sich der 55-Jähr-
ige noch bestens erinnern. Seinerzeit trainierten die Kirchweyher Leichtathleten beim ETSV mit Trainer Hartmut Skrzipek
unter einfachsten Bedingungen. Geübt wurde auf dem Schlackeplatz am Richtweg. Für den Hochsprung gab es keine Matte,
stattdessen wurden Säcke gesammelt und mit Schaumstoffresten gefüllt.
Um dem laufbegeisterten Nachwuchs eine Trainingsstrecke samt Wettkampfmöglichkeit zu bieten, wurde der Ellernbruch-
Waldlauf ins Leben gerufen. "Bei der Premiere gingen auf Anhieb 68 Schüler und Jugendliche an den Start", erklärt Reineke,
der die Starterlisten archiviert hat. Als Organisator musste der Kirchweyher dabei allerdings zunächst Lehrgeld zahlen: "Um
den Zieleinlauf festzuhalten, drückten wir den Kindern im Ziel Kärtchen mit ihrer Platzierung in die Hand. Leider sind die
Kinder dann mitsamt der Kärtchen verschwunden...
"Das Wettkampfprogramm wurde mit der Zeit erweitert. Die Läufe für Erwachsene wurden aufgenommen, zunächst noch
ohne die jetzt so beliebte Langstrecke, dafür aber mit einer Sprintdistanz über 1000 Meter. Zeitweise fanden jährlich bis zu vier Veranstaltungen statt. Neben den derzeit noch durchgeführten Läufen im November und Januar gab es einen Tombola-
lauf sowie den Vergleich zwischen den Läuferinnen und Läufern des Weyher Lauftreffs. Kein einziger der Läufe fiel der
Witterung zum Opfer, obwohl die Durchführung oft auf der Kippe stand: "Vor vielen Jahren wurden wir vom Eisregen über-
rascht. Die Wege waren spiegelglatt. Kurzerhand habe ich gemeinsam mit dem Syker Berthold Neumann die komplette
1000-Meter-Runde mit Splitt abgestreut." Ein anderes Mal drohte das Aus wegen orkanartiger Sturmböen: "Ich bekam von
Vereinskamerad Heinrich Feja heftig Schelte, weil ich trotzdem starten ließ. Natürlich war dann auch Heiner mit seiner
Schülergrupe dabei."
Die Läufer kamen trotz Schnee oder Hochwasser in den Ellernbruch. Für Topzeiten sorgten über etliche Jahre die in
Verden stationierten Engländer mit ihren Assen Kennedy, Duncan und Co. In den Nachwuchsläufen übten sich unter ander-
em die später auch international erfolgreichen Jens Volkmann (Kirchweyhe) und Sylvia Nußbeck (Delmenhorst). Mittler-
weile haben sich die Teilnehmerzahlen auf 150 bis 200 Starter pro Veranstaltung eingependelt. Die Langstrecke ist eindeutig
in den Mittelpunkt gerückt. Dementsprechend hat sich auch der Altersdurchschnitt der Läufer erhöht. Geblieben ist in der
langen Geschichte die schlichte Organisation der Veranstaltung durch Hans-Heinrich Reineke und seinem kleinen, aber
bestens eingespielten Helferstamm. Auch beim 100. Ellernbruch-Waldlauf genügten Klappstuhl und Campingtisch als Wett-
kampfbüro. Die Schüler erhielten vor dem Start Kärtchen, die sie allerdings gleich nach dem Zieleinlauf abgeben mussten.
Auf eine Siegerehrung wurde wie immer verzichtet. Umkleideräume oder warmer Tee: Fehlanzeige. An der bewährten
Ausrichtung wird sich auch in Zukunft wohl nicht viel ändern. Reineke: "Die Läufer wissen, was sie hier erwartet." Und sie
kommen trotzdem, vielleicht auch gerade deshalb. ==>
Bericht vom 100. Ellernbruch-Waldlauf am 6. November 2005

Presseinformation vom 5. Dezember 2005 (Von Manfred Scholz)
Jala Gangnus startet für die LG Weserbergland
Neben Tobias Unger der Überflieger der Saison
Leichtathletik. Jala Gangnus, das 19-jährige Sprinttalent - der Shootingstar der deutschen Frauen-Leichtathletik - hat sich
der LG Weserbergland angeschlossen. Sie hat ihren alten Verein, die LG Nordheide, verlassen um in Hannover zusammen
mit den Frauen mit den schnellsten Beinen des Nordens um Cathleen Tschirch zu trainieren und eine starke 4x100 Meter-
Staffel zu bilden. Frisch von der Grundausbildung bei der Bundeswehr zurück, hat sie sich nach mehrmonatiger Abstinenz
auf der Tartanbahn des hannoverschen Sportleistungszentrums wieder zurückgemeldet. Jala Gangnus überzeugte in der ab-
gelaufenen Saison als Deutsche Vize-Meisterin über 200 Meter und Deutsche Meisterin bei der Jugend auf beiden Sprint-
strecken. Dazu kam bei den U20-Europameisterschaften in Kaunas die Silbermedaille über 200 Meter. Ihre persönliche
Bestzeit verbesserte sie auf 23,38 Sekunden, was Platz Zwei in Deutschland hinter der Dortmunderin Birgit Rockmeier be-
deutete. Über 100 Meter liegt sie mit 11,68 Sekunden auf Rang sieben.
2005 war aber für sie auch ein Jahr mit Veränderungen, von Winsen zog sie nach Hannover in eine eigene Wohnung mit
anderen Leistungssportlern, gehört jetzt der Sportfördergruppe Appen bei Hamburg an und kann nun ihr Leben ganz auf
den Leistungssport ausrichten, außer Montags, da macht sie militärischen Dienst bei der Bundeswehr. Übrigens wird aus
dem “Flieger” Gangnus im nächsten Monat wohl ein “Gefreiter” (eine weibliche Form der Dienstgradbezeichnung gibt es
nicht).
“Flieger” Gangnus zurück auf der Bahn
Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Grundausbildung bei der Bundeswehr hat sich Jala Gangnus zum “Dienst” auf der
Tartanbahn im hannoverschen Sportleistungszentrum zurückgemeldet. Dort stellte sie sich auch den Fragen des Presse-
sprechers der LG Weserbergland, Manfred Scholz.
Frau Gangnus, wie hat ihnen die Grundausbildung in niedersächsischen Nienburg gefallen?
”Es war schon hart und sehr anstrengend, aber in Nachhinein war es auch eine schöne Zeit, die Spaß gemacht hat mit den
Leuten dort, trotz ungewohntem Marschieren, Biwak, Eingraben und Schießen. Das Training hat mir natürlich sehr gefehlt
und ich hänge jetzt natürlich hinterher”.
Warum haben sie die Angebote finanzstarker Vereine ausgeschlagen und sind zur LG Weserbergland gewechselt?
“Eigentlich wollte ich schon im letzten Jahr zur LG Weserbergland wechseln, aber das passte nicht so gut, da ich noch in
Winsen gewohnt habe und auch dort zur Schule ging. Ich kenne bei der LG natürlich auch die anderen Mädels und möchte
mit denen in einer starken Staffel laufen. Ich wollte in Niedersachsen bleiben und nicht irgendwo hinwechseln, wo ich keinen
kenne. Wichtig war mir auch die finanzielle Absicherung durch den Gang zur Bundeswehr und die Aufnahme in die Sport-
förderkompanie”.
Wie definieren sie ihre Ziele für 2006 und der Zukunft?
“Erstmal will ich meine Bestzeiten bestätigen und verbessern. Für die Zukunft strebe ich einen Staffel-Platz in der deutschen
4x100 Meter-Frauenstaffel bei der EM in Göteborg an. Mein Ziel für 2008 ist natürlich die Teilnahme an den Olympischen
Spielen.”
Und was sagen die Verantwortlichen der LG Weserbergland?
LG-Cheftrainer Werner Scharf:
“Ich freue mich auf Jala Gangnus, die Top-Athletin bei den Sprinterinnen und neben Tobias Unger bei den Männern der
Überflieger der Saison 2005. Ich finde es super, dass sie in Niedersachsen geblieben ist und noch besser, dass sie zur LG
Weserbergland gekommen ist. Sie wird für die Staffeln der Frauen und der Juniorinnen über 4x100- und 4x400 Meter eine
enorme Verstärkung sein. Damit sind wir in Deutschland ganz weit vorn und ich bin auf die neue Saison sehr gespannt.
Wenn alle gesund bleiben, haben wir acht bis neun Frauen zu Verfügung, die unter 12- und einige knapp über 12 Sekunden
laufen können, zumal wir uns auch noch durch andere starke Zugänge, zum Beispiel Teresa Emmrich von der LG Braun-
schweig, verstärkt haben”.
Damit sind die Ziele im Staffelbereich klar definiert?
“Als Deutscher Vizemeister 2005 über 4x100 Meter ist das Ziel klar, wir wollen Deutscher Meister werden”.
Anton Ruscheinsky vom VfL Hameln, in dessen Verein Jala Gangnus Mitglied wird, um für die LG Weserbergland starten
zu können:
“Groß ist die Freude im VfL darüber, dass Jala zu uns gekommen ist. Die Hamelner kennen sie bereits von ihrem Triumph
beim Sprintcup der Sparkasse Weserbergland. Ich sehe Jala Gangnus für die Zukunft als das größte Talent im Bereich von
100- und 200 Meter, vielleicht sogar über 400 Meter.

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 21. Dezember 2005
Nach zwölf Jahren ist Schluss
Mit Kristin Ringel hat die erfolgreichste Leichtathletin des VSK Osterholz-Scharmbeck ihre Karriere beendet
Von unserem Redakteur Carsten Spöring
Osterholz-Scharmbeck. Sie war die erfolgreichste Leichtathletin im VSK Osterholz-Scharmbeck, brachte es seit den
Neunzigern allein acht Mal zur Auszeichnung "Leichtathletin des Jahres" im Verein und fand auf Grund ihrer deutschen Titel
auch Aufnahme in den B-Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Doch nun, mit 26, hat Kristin Ringel das
Ende ihrer Karriere verkündet. "Es geht gesundheitlich einfach nicht", erläuterte sie beim traditionellen "Heimaturlaub" in der
Vorweihnachtszeit. Kristin Ringel hatte sich nämlich 1999 für Studium und Training nach Halle/Saale begeben. Dort besaß
sie mit dem DLV-Coach der 400-Meter-Damen, Harald Werner, nicht nur einen kompetenten Heimtrainer, sondern konnte
auch ihr Wunschfach ("Sport mit Schwerpunkt Therapie, Reha und Prävention") studieren. Mittlerweile ist sie Diplom-
Sportlehrerin und hat seit Juli 2004 eine Doktorandenstelle inne. So nebenher fand sie aber trotz vieler gesundheitlicher
Rückschläge in diesen Jahren immer wieder den Weg zurück auf die Tartanbahn - bis jetzt. Nun aber ist Schluss. "Ich bin
einfach super-anfällig", sagt sie rückblickend.
Kristin Ringel ist noch ein Kind der DDR. In ihrem Geburtsort Eisenhüttenstadt kam sie mit sieben Jahren - nach Schulver-
gleichen und Sichtungswettkämpfen - zur Leichtathletik. "Ich sollte eigentlich mal 800-Meter-Läuferin werden", weiß die
spätere Hürdenspezialistin noch heute zu berichten. Im August 1993 - kaum war die Familie Ringel nach Osterholz-Scharm-
beck gezogen - meldete sich Kristin im VSK und lief mit der damaligen Schülertrainerin Heidrun Müller 2,5 Kilometer im
Wald. Heidrun Müller war begeistert und berichtete dem "Chef-Trainer" Reinhard Wagner: "Du, da hat sich eine richtig
Schnelle bei mir angemeldet". Und Wagner bestätigte das Urteil der Übungsleiterin umgehend: "Mit Kristin Ringel wollte die
talentierteste Schülerin meiner Trainerlaufbahn beim VSK Leichtathletik betreiben".
Schon 1994 als 15-Jährige holte Kristin Ringel den ersten Landesmeistertitel (im Blockwettkampf Lauf) und schaffte die
Qualifikation für die deutschen Schülermeisterschaften in Wesel, bei denen die VSK-Athletin völlig überraschend die
Bronzemedaille gewann. "Von da an ging es Schlag auf Schlag", notierte Trainer Wagner später. Im ersten B-Jugend-Jahr,
1995, fand Kristin Ringel Aufnahme in den D-/C-Kader "Langhürden" des DLV - schließlich war sie Vierte bei den
"Deutschen" über 300 Meter Hürden geworden. 1996 ließ sie den drei Landesmeistertiteln (100 Meter Hürden, 300 Meter
und 300 Meter Hürden) eine erste Krönung folgen: Deutsche B-Jugendmeisterin über 300 Meter Hürden in Erfurt. Erste
internationale Einsätze in der U 18-Nationalmannschaft bei Länderkämpfen in Griechenland und Polen waren die Folge.
Erneut das Nationaltrikot übergestreift
Im ersten A-Jugend-Jahr wurde Kristin Ringel aber erstmals von einer Verletzung zurückgeworfen. 1998 wechselte sie dann
zum SV Emden-Harsweg, um eine 4x400-Meter-Spitzenstaffel mit der Vize-Europameisterin Silvia Rieger zu bilden. Tat-
sächlich zahlte sich das dortige Training aus. Sie startete mit der Jugend-Nationalmannschaft in der Halle - und wurde in
Berlin deutsche Jugendmeisterin über 400 Meter Hürden. Bei den Jugend-Weltmeisterschaften in Annecy/Frankreich kam
sie bis ins Halbfinale, der Dank war die Berufung in den B-Kader des DLV. Doch auch der erste Start in die Frauenklasse,
1999, war von gesundheitlichen Problemen begleitet. Sie kehrte zum VSK Osterholz-Scharmbeck zurück, nahm in Halle ihr
Studium auf, hatte aber auch dort eben mit Harald Werner einen kompetenten Trainer. Ein Jahr später dann die traurige Er-
kenntnis: Die häufigen Rückenprobleme zwingen Kristin Ringel, von der 400-Meter-Hürdenstrecke Abschied zu nehmen
und sich auf die 100 Meter Hürden zu spezialisieren.
Immerhin brachte es Kristin Ringel auf Platz elf bei der deutschen Juniorenmeisterschaft. Nach einer Rückenoperation aller-
dings musste Ringel 2001 als Aufbaujahr abhaken, 2002 erfolgte die Rückkehr mit einem Kreisrekord über 100 Meter
Hürden (14,32 Sekunden). Richtig erfolgreich aber wurde sie erst 2003 wieder: Norddeutsche Hallenmeisterin über 60
Meter Hürden (8,60), starker Kreisrekord über 100 Meter Hürden (13,84), Platz fünf bei den Hochschulmeisterschaften,
Vierzehnte bei den "Deutschen". Zwar gelang ihr 2004 die Titelverteidigung bei den Norddeutschen Hallenmeisterschaften
mit Bestzeit (8,53), doch neue gesundheitliche Probleme führten zum frühzeitigen Saisonabbruch. Und 2005 hatte Kristin
Ringel nach beachtlichen 8,56 im Winter und Rang 13 bei den deutschen Hallenmeisterschaften wieder mit Verletzungen zu
kämpfen. Das diesjährige frühzeitige Saisonende sollte gleichzeitig den Abschluss ihrer einzigartigen Karriere bedeuten.
 Trauert sie dem Hürdensprint noch nach? Eigentlich nicht. "Plötzlich ist auch das Interesse an Besten- und Ergebnislisten
erstorben", sagt Kristin Ringel heute. Jetzt joggt die frühere Spitzen-Leichtathletin mit Bundestrainer Harald Werner nur
noch ganz gemütlich in den Wäldern rund um Halle, nutzt auch gerne mal das Rennrad ("Das ist so anders") und will im
nächsten Sommer einen Triathlon über die Kurzdistanz bestreiten. Aber "das ist alles so weit weg von 100 Metern Hürden",
erläuterte die sympathische Sportlerin abschließend, die allerdings nie aufgehört hatte, ihre Kontakte zur Leichtathletikab-
teilung des VSK Osterholz-Scharmbeck zu pflegen.
==>
Ein weiterer Bericht über Kristin Ringel vom 12.3.2005  

WOLFSBURGER NACHRICHTEN vom 27. Dezember 2005
Mit kleinen Sprüngen Muskulatur EM-tauglich machen
Leichtathletik: Nach achtmonatiger Pause arbeitet Weitspringer Christoph Stolz vom VfL Wolfsburg am Come-
back -- Ziel lautet Göteborg
Von Christian Buchler
Wolfsburg. Einsam dreht ein Mann seine Runden im VfL-Stadion, selbst an Heiligabend. Während die meisten Menschen
am Vormittag die letzten Weihnachtsvorbereitungen treffen, befindet sich Christoph Stolz auf der Suche nach seiner Form.
Acht Monate Verletzungspause liegen hinter dem Weitspringer des VfL Wolfsburg. Nun hat er den Comeback-Versuch
gestartet.
"Das war die längste Verletzung meiner Karriere", sagt der 25-Jährige und seufzt. Im April zog er sich einen Muskelriss im
Oberschenkelbeuger zu und pausierte mehrere Wochen. Als er ins Training zurückkehrte, riss der Muskel nach nur einein-
halb Wochen erneut. "Das war Ende Juni. Dabei hatte ich die Freigabe vom Arzt bekommen." Es folgte die schwerste Zeit
als Sportler. Mit in diesem Jahr in der Halle gesprungenen 7,69 Metern hatte er eine neue persönliche Bestleistung aufge-
stellt. Die magische Acht-Meter-Marke rückte in sein Visier und er in die nationale Spitze auf. Auch im 60-Meter-Sprint
verbesserte er sich auf 6,78 Sekunden - die Grundlage für den Weitsprung-Anlauf. Dann ereilte ihn das Aus.
Weil ein dritter Muskelriss das Karriereende bedeuten könnte, ging Stolz kein Risiko ein. "Ich wurde nicht operiert. Deshalb
musste ich vorsichtig sein, bis alles wieder zusammengewachsen ist." Selbst Rad fahren durfte er anfangs nur eingeschränkt.
Trainieren konnte er nur den Oberkörper. "Ich habe versucht, mich fitzuhalten. Damit ich nicht ungelenkig und dick werde.
Ohne Witz: Das ist gar nicht so einfach." Deshalb zeigt er sich heilfroh, dass ihn zwei Menschen in dieser sportlichen Krise
unterstützt haben. "Zum einen mein Trainer Frank Reinhardt und zum anderen Stephan Steding, ein befreundeter Speer-
werfer, der ebenfalls verletzt war. Wir haben uns gegenseitig immer wieder aufgebaut." Mit beiden trainiert Stolz am
Olympia-Stützpunkt in Hannover. In der Landeshauptstadt studiert der Wolfsburger im siebten Semester Wirtschafts-
wissenschaften.
Weihnachten und Silvester verbringt er allerdings in der Volkswagenstadt bei seiner Familie. Hier formuliert er auch sein
neues Ziel: "Ich möchte mich bei den Deutschen Meisterschaften Ende Juni in Ulm für die Europameisterschaften in Göte-
borg qualifizieren." Dafür lässt er die Hallenwettkämpfe komplett sausen und konzentriert sich voll auf die Freiluftsaison. Die
Chancen eines gesunden und fitten Christoph Stolz’ stehen nicht schlecht. "Die EM-Norm wird vermutlich bei knapp über
acht Meter liegen." Der Kreis der Konkurrenten ist überschaubar. "Vier bis fünf Springer kommen in Frage. Einer davon ist
der Ex-Wolfsburger Christian Kaczmarek. Aber ihn hatte es auch erwischt. Er verpasste ebenfalls wegen eines Muskel-
risses die ganze Saison." Auch das macht Stolz Mut. Und so dreht er weiter einsam seine Runden im VfL-Stadion. 

VERDENER ALLER-ZEITUNG vom 30. Dezember 2005
Cäcilia Apel-Kranz - Ziel ist die EM
Ausdauersportlerin aus Badenermoor will über die 100 Kilometer starten
Achim (hes). Den Fußball-Trainerschein erneuern und im Sprint verbessern - das nennt zum Erstaunen die 50-jährige
Cäcilia Apel-Kranz aus Badenermoor als ihre wichtigsten sportlichen Ziele für das neue Jahr. Und dann fügt die Ausdauer-
sportlerin, die in der DLV-Bestenliste 2005 Rang 21 im 100 km-Straßenlauf belegt, als Ziel hinzu, "schöne Erfolge mit dem
W50-Laufteam der LG Kreis Verden".
Cäcilia Apel erblickte 1955 im Kreis Bernkastel in Dörbach, das heute zur Samtgemeinde Salmtal gehört, das Licht der
Welt. Als Kind sprintete sie gerne und sprang weit, denn viele sportliche Möglichkeiten gab es in der kleinen Gemeinde am
Rande der Wittlicher Senke nicht. So spielte sie mit ihren Brüdern auch in einer Mannschaft des FSV Salmrohr Fußball.
Beruflich wurde Cäcilia, die bei einer Größe von 1,55 Metern keine Verkleinerungsformen ihres Namens mag, Diplom-
Sozialpädagogin und arbeitete als Behinderten-Pädagogin. 1981 zog sie mit ihrem Mann Karl Kranz in den Bremer Stadtteil
Hemelingen. Sie spielte beim dortigen SV Fußball und war Leichtathletin beim TSV Osterholz-Tenever, wo sie 1991 die
75 m in 11,4 Sekunden sprintete, 3,65 m weit sprang und die Kugel auf 6,02 m stieß - ein Jahr später lief sie die 10 000 m
in 49:30,7 Minuten.
Nach ihrem Umzug nach Achim spielte sie noch vier Jahre beim FC Badenermoor Fußball und erneuerte die damalige B-
Lizenz der Übungsleiter. Nach 22 Jahren als aktive Fußballerin schloss sie sich dem Lauftreff Achim an und wurde im
Badener Holz von der Achimerin Marieta Hinners und der Bassenerin Ursula Siewert "entdeckt". Obwohl sie mit ihrem
Wunsch nach Vielseitigkeit auch heute noch gerne schwimmt und 2001 einen Walking-Treff gründete, stellten sich zunehm-
end läuferische Erfolge ein.
Cäcilia Apel-Kranz wurde 2003 im Marathon bei den Senioren W45 Landesmeisterin und Vize bei der "Norddeutschen",
Achte der Frauen und Zweite W45 der Deutschen Meisterschaften im 100-km-Straßenlauf mit neuem Kreisrekord von
9:52:36 Stunden. Im Jahr 2004 gab es bei den Senioren W45 viel Mal "Bronze" für sie: bei den NLV-Titelkämpfen der
Senioren W45 über 200 m, 300 m und im Halbmarathon sowie bei den Norddeutschen im Marathon. In Winschoten/NL
verbesserte sie ihren 100-km-Kreisrekord auf 9:51:22.
Ihre diesjährigen Leistungen sieht das Energiebündel aus Badenermoor als "nicht besonders, aber von den Platzierungen her
ganz gut" an. Sie wurde bei den Landesmeisterschaften der Seniorinnen W50 über 200 m in persönlicher Bestzeit von 34,81
Sekunden und im Marathon Zweite sowie bei der 100 km-DM in der W50 Dritte. Außer sich im Sprint zu verbessern hat
sie sich die 100 km-EM vorgenommen, wenn diese nicht mit den Marathon-Landesmeisterschaften kollidieren, hier will sie
unbedingt im neuen W50-Team mit Ingrid Heger und Christa Liebscher starten - nach längerer Verletzungspause machen
aber auch Sigrid Bracht und Uschi Siewert erste Trainings(fort)schritte.
==> Ein weiterer Bericht über Cäcilia Apel-Kranz vom 5.7.2002    

DELMENHORSTER KURIER vom 6. Januar 2006
Schweren Herzens nach Huchting
Yasmin und Denise Homeyer haben der LGG Ganderkesee den Rücken gekehrt und starten nun in Bremen
Von unserem Mitarbeiter Andreas D. Becker
Delmenhorst. Das Gefühl sagte nein. Ganz klar. Wenn es danach gegangen wäre, würde Denise Homeyer noch immer zur
LGG (Leichtathletik Gemeinschafts Gemeinde) Ganderkesee gehören. Aber da waren ja noch die vernünftigen Argumente
von Schwester Yasmin und ihren Eltern. Und die Vernunft sagte ja. Ja, zum TuS Huchting, für den die beiden Schwestern
und Leichtathletik-Talente ab sofort an den Start gehen."Und dass ich nicht mehr zum Landeskader gehöre, wollte ich ver-
meiden", sagt die 16-jährige Denise, die so gut wie kaum eine andere den Speer werfen kann. So weit, dass sie ein Mal im
Monat mit Niedersachsens Leichtathletik-Nachwuchs in Hannover im Stützpunkt trainierte. Das geht nun nicht mehr, weil
der TuS Huchting zu Bremen gehört. Sicher wird sie in dem kleinen Bundesland auch zu den Besten gehören. Aber das ist
etwas anderes. "Wenn wir Vergleichswettkämpfe hatten, sind die Bremer immer Letzte geworden", sagt Denise. Sie be-
fürchtet, dass sie schwächer wird, weil ihr die Konkurrenz fehlt." Aber in Huchting hast du einen Wurftrainer", gibt Yasmin
zu bedenken.
Die 18-Jährige war es, die gern nach Huchting wechseln wollte. Hauptgrund war vor allem der zeitliche Aufwand, den die
beiden Schwestern investieren mussten. "Für anderthalb Stunden Training waren wir drei Stunden unterwegs." Weil die
Bahn nicht so fuhr, dass sie pünktlich zum Training in Ganderkesee waren. Sie waren immer überpünktlich, mindestens eine
halbe Stunde zu früh. Und mehrmals in der Woche mit der Bahn zu fahren, kostet eine ganze Stange Geld. "Zur Anlage in
Huchting brauchen wir zehn Minuten mit dem Fahrrad", sagt Yasmin. Für Denise war aber schließlich Jens Arkenau wichtig.
Den Wurftrainer kannte sie bereits. Und bei der LGGG war schon lange keiner der Trainer mehr in der Lage, Denise vor-
anzubringen. "Ich habe alleine trainiert", sagt sie. "Das ist ja auch doof", meint Yasmin und erntet einen verständnislosen
Blick. "Ich gehe doch auch zum Training, um die anderen zu sehen", erklärt Yasmin. Wieder ein überraschter Blick von ihrer
kleinen Schwester. Deswegen war Huchting für Yasmin auch eine gute Alternative. "Für mich war eine Mannschaft wichtig",
sagt die 18-Jährige. Und Huchting hat sogar eine recht gute Mannschaft.
Der kleine Wortwechsel zeigt aber auch den Unterschied zwischen den beiden Schwestern. Denise ist die Ehrgeizige der
beiden. Sie will nicht trainieren, um ein bisschen Spaß an der frischen Luft zu haben. Sie will besser werden, weiter werfen.
Deswegen trainiert sie auch öfter. Und wenn sie wegen des Trainings nicht genügend Zeit für die Schule hatte, nun, dann
war die Schule halt mal nicht so wichtig. Und wenn es Denise mal gepackt hat, kam es auch schon vor, dass sie morgens,
bevor sie zur Schule gefahren ist, eine Runde um die Bäke gejoggt ist. Man sieht richtig, wie Yasmin dieser Ehrgeiz suspekt
ist. Aber sie will auch noch mehr machen als Sport und Schule. Weggehen und mit Freunden Spaß haben, ist da ein Thema.
 Ihre kleine Schwester geht auch hin und wieder weg. Meistens ist sie aber vom vielen Training zu erschöpft. Sicher,
Yasmin will auch Medaillen sammeln. Aber nicht um jeden Preis. Denise ist da anders."Wenn wir bei einer Deutschen
Meisterschaft gegeneinander antreten würden, würde ich ihr keine Tipps mehr geben", sagt Denise. Und dieses Mal guckt
Yasmin ziemlich verwundert. "Bei einer Landesmeisterschaft würde ich dir schon Tipps geben", schiebt Denise schnell nach.
"Aber eine Deutsche Meisterschaft ist mir zu wichtig." 2006 werden sich die beiden nicht so schnell bei einem Wettkampf
begegnen. Denise wurde gerade an der Schulter operiert und wird dieses Jahr komplett ausfallen. Und Yasmin fängt nach
zweijähriger Dauerverletzung gerade erst mit dem Training wieder an. Das erste Jahr in Huchting wird wohl noch kein er-
folgreiches werden.

NORDWEST ZEITUNG vom 9. Januar 2006
Ein Weltenbummler saust die “Schleife” entlang
Laufen: Hermann Baudisch ist mit 79 Jahren ältester Teilnehmer -- Läufe in Japan, Mexiko und Jamaika
Sandkrug (sze). Er hat in einer Woche Geburtstag und wer ihn von weitem beim Laufen sieht, könnte meinen, er müsste
etwa 40 Jahre alt werden. Das stimmt nicht ganz: Hermann Baudisch, im Mittelfeld des Neujahrslaufs der “Sandkruger
Schleife” platziert, wird genau doppelt so alt. Mit seinen knapp 80 Jahren läuft er die 13 Kilometer noch in einer Stunde und
18 Minuten und lässt so manchen Jungspund hinter sich. Wer sich die Erfolge des Bremers anguckt, wundert sich allerdings
kaum mehr über die beeindruckende Leistung.
Mit 40 Jahren hat Baudisch mit der Leichtathletik angefangen und seitdem Läufe in Jamaika, Mexiko, den USA, Panama,
Griechenland, Australien, Japan und noch vielen anderen Ländern absolviert. Der erste Bremer Volkslauf im Jahr 1966
machte Baudisch zum Läufer, und zwar zu einem der besten seiner Altersklasse. Mit 55 Jahren holte er sich den Weltrekord
der M55 über hundert Kilometer, als 75-Jähriger holte er die Silbermedaille über die Marathon-Strecke bei den Senioren-
Weltmeisterschaften in Brisbane/Australien und noch im letzten Dezember nahm er an einem Marathon-Lauf in Athen teil.
In Bremen hält er in verschiedenen Altersklassen diverse Rekorde.
Für so einen Sportler richtet man gerne eine eigene Klasse ein. Bei der “Sandkruger Schleife” lief Baudisch bei den M 80.
Die gibt es bei den Leichtathleten eigentlich gar nicht - zumindest gab es sie bisher nicht. Die Sympathie, die Baudisch in
Sandkrug entgegengebracht wird, beruht auf Gegenseitigkeit. Auch wenn er schon an so vielen großen Veranstaltungen
teilgenommen hat, ist die “Schleife” etwas besonderes für ihn. “Es ist einfach schön hier”, schwärmt er. Das Laufen hält
Baudisch jung. “Es macht mir einfach Spaß und ich habe den Ehrgeiz, immer noch gute Zeiten zu laufen.”

DIEPHOLZER KREISBLATT vom 11. Januar 2006
Franke - ein Läufer startet durch
Diepholzer ist Landesvizemeister im Crosslauf / Fünf Kilometer Lieblingsstrecke
Diepholz
(mbo). Er spielt mit der C-Jugend der HSG Barnstorf/Diepholz Handball in der Landesliga und ist außerdem ein
leidenschaftlicher Läufer: Sebastian Franke von der SG Diepholz. Doch wenn es Wettkampfüberschneidungen gibt, dann
fällt dem 14-Jährigen die Entscheidung nicht schwer: "Ich fahre lieber zum Laufen." Das kommt nicht von ungefähr, denn
gerade beim Cross-Lauf und auf den langen Strecken hat er mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. So wurde
Sebastian Franke im Jahr 2005 Kreis- und Bezirksmeister im Cross-Lauf bei den Schülern A (M 14), belegte bei den
Niedersachsenmeisterschaften in Sandkrug im Crosslauf über 2500 Meter in 8:25 Minuten den zweiten Platz. Da er in
dieser Altersklasse noch einmal starten kann
(??? Geht nicht, da Sebastian Jahrgang 91 ist), gibt es für ihn im Februar in
Lingen nur ein Ziel: "Ich möchte Landesmeister werden."
(Dann aber in der M 15)
Sein Talent bewies der Gymnasiast der achten Klasse der Graf-Friedrich-Schule, der in Sport eine eins hat, auch auf der
Bahn: So holte er sich bei den Kreismeisterschaften den Titel über 1000 Meter und siegte außerdem mit der 3 x 1000-
Meter-Staffel. In Bad Pyrmont wurde der Diepholzer Bezirksmeister über 3000 Meter in der Zeit von 10:23 Minuten.
Außerdem lief er beim City-Lauf in Oldenburg über die Fünf-Kilometer-Distanz Kreisrekord (17:21 Minuten) bei den
Schülern A auf der Straße. Das Jahr zuvor hatte er bereits bei den B-Schülern einen Kreisrekord aufgestellt.
Bei den Landestitelkämpfen in Wilhelmshaven erreichte Sebastian Franke über 3000 Meter als Vierter (10:15 Minuten) das
Ziel. Auch in den Bestenlisten taucht sein Name auf. In der Landesliste ist der Diepholzer Erster über fünf Kilometer. Und in
der deutschen Bestenliste nimmt er in der Altersklasse M 14 über die gleiche Strecke den dritten Platz ein. Ferner gehörte
der Youngster zum Team Niedersachsen, das beim Deutschen Talent-Cross in Darmstadt an den Start ging. Unter rund
100 Teilnehmern kam Sebastian Franke als 35. ins Ziel.
Beim Diepholzer Stadtlauf liefert sich Sebastian immer mit seinem ein Jahr älteren Bruder Dominik über 800 Meter ein
Kopf-an-Kopf-Rennen. Zwar hat er auf der kurzen Strecke als Zweiter das Nachsehen, doch dafür ist er ab 3000 Meter
aufwärts schneller. So fällt es Sebastian nicht schwer, sich voll auf die längeren Strecken zu konzentrieren: "Die fünf Kilo-
meter laufe ich am liebsten." Doch 2006 dürfte er beim Diepholzer Stadtlauf die 800 Meter gewinnen, denn altersbedingt
darf Dominik bei den Schülern nicht mehr starten.

ANZEIGER FÜR HARLINGERLAND vom 14. Januar 2006
60 Meter bleiben das erklärte Ziel
Roland Isenecker kann trotz 13 Operationen vom Diskuswurf nicht lassen / Von Horsten nach Langeoog
Von Helmut Burmann
Langeoog/Horsten. Auf den Malediven werden sich derzeit nicht nur Urlauber, sondern auch Einheimische wundern,
wenn dort ein gestandener Mann mit einer zwei Kilogramm schweren und im Durchmesser rund 22 Zentimeter großen
Scheibe hantiert. Es ist ein Ostfriese, der auch im Urlaub für seine Sportart trainiert, denn mit 34 Jahren will er es noch ein-
mal wissen. Die Rede ist von Roland Isenecker, dem Diskuswerfer aus Horsten, der seit dem letzten Jahr auf Langeoog lebt
und dort mit seiner Frau Kerstin drei Geschäfte betreibt. Isenecker hat eine recht erfolgreiche sportliche Karriere hinter sich,
währenddessen er es sich abgewöhnt hat, die zahlreichen Meistertitel zu zählen.
In seiner Sportart, dem Diskuswerfen und früher auch dem Kugelstoßen ist der Horster in Norddeutschland eine Macht -
und das trotz vieler gesundheitlicher Rückschläge. So musste Isenecker bereits 13 Mal operiert werden. Nummer 14 steht
eigentlich schon bevor, doch will der Hobby-Handballer damit noch warten. Denn dann müssten seine Kniescheiben fixiert
werden und das bedeutete drei Monate in Gips - und das kann sich der Jungunternehmer derzeit zeitlich nicht leisten. Wohl
aber knappst er Zeit für seinen Sport ab, denn in diesem Jahr will es “Isie" noch einmal wissen. Sein großes Ziel ist die
Deutsche Meisterschaft, bei der er den Endkampf erreichen und möglichst über 60 Meter werfen will. Oft war er bereits
dicht davor, doch meistens gab es dann einen gesundheitlichen Rückschlag.
Seine leichtathletischen Wurzeln hat der Neu-Insulaner beim TuS Horsten, wo er bereits als Achtjähriger unter Theo Hin-
richs trainierte. Natürlich als Allrounder, wie es in diesem Alter eben noch üblich ist. Das große Ziel war für den Steppke
immer der Zehnkampf. Aber irgendwie faszinierte den jungen Isenecker auch das Kugelstoßen. Und als er mit 14 Jahren
die Sommerferien zu Hause verbringen musste, absolvierte er für sich selber einen Crashkurs. Innerhalb von sechs Wochen
steigerte er seine Weite von elf auf 14 Meter. Das blieb auch Landestrainer Harro Schoon nicht verborgen, der den Horster
auch mit unter seine Fittiche nahm und ab 1986 hatte Isenecker den Landesmeistertitel im Kugelstoßen quasi abonniert. Es
folgte ein Vereinswechsel vom TuS Horsten zum TV Friedeburg, der sich mit der LG Wilhelmshaven zusammengetan hatte.
Dort erlebte der 20-Jährige sein erfolgreichstes Jahr: Deutsche Nummer eins im Diskuswurf und Nummer zwei im Kugel-
stoßen.
Im Winter 91 wagte Isenecker schließlich einen Abstecher in den Wintersport. Gute Leichtathleten waren auch als Bremser
beim Bobfahren sehr gefragt. Und so jagte er im Zweier- und Viererbob durch den Eiskanal - bis es zum “Cool-Runnings-
Effekt" kam. Der Bob stürzte um und Isenecker hatte von seinem “Kamikaze-Piloten" die Nase voll. Große Vereine wurden
auf den Athleten aufmerksam und so folgte dieser 1992 dem Ruf von Bayer Leverkusen, der den Horster als Zehnkämpfer
einkaufte, denn Isenecker hatte auch noch andere Bestleistungen vorzuweisen. So lief er die 100 Meter in 10,9 Sekunden
und sprang 7,20 m weit. Bei Bayer trainierte er mit bekannten Athleten wie Olympiateilnehmer Paul Meier, der gar nicht
weit aus Iseneckers Reichweite war, und lernte alle bekannten Athleten kennen. Doch im April dann der Schock: Kreuz-
bandriss. Vier Wochen später nahm der zähe und ehrgeizige Ostfriese bereits wieder das Wurftraining auf und der dafür
zuständige Trainer Rudi Hass wurde auf den 22-Jährigen aufmerksam. Doch die Chemie zwischen beiden stimmte nicht, da
der bodenständige Ostfriese den Erfolg nicht um jeden Preis wollte. Trotz der Profibedingungen flüchtete Isenecker schließ-
lich aus Leverkusen und schloss sich dem TV Georgheil - seinerzeit die Werfer-Hochburg in Ostfriesland - an. Obwohl er
viel alleine trainierte, setzte er sich in der Saison 95/96 an die Spitze der deutschen Bestenliste und wurde bei der DM
Vierter. Im Jahr darauf schloss er sich der Bundesligatruppe des TV Norden an. Mit Vereinstrainer Hans-Bernd Eilers - zu
Jugendzeiten ein hervorragender Speerwerfer - besuchte er oft den Bundestrainer. Da aber viele Köche den Brei aber eher
verderben, besann sich Isenecker seiner selbst wieder. Schließlich fand er in seinem Beruf hervorragende Trainingsbeding-
ungen vor.
Als Justizvollzugbeamter hielt er die Insassen des Oldenburger Gefängnisses fit und konnte selber die optimalen Trainings-
möglichkeiten nutzen. Dadurch startete er auch bei den Weltspielen. 2002 gewann der gelernte Verwaltungsfachmann in
Indianapolis zweimal die Bronzemedaille. 2004 in Barcelona setzte er noch einen drauf und sicherte sich mit der Rekord-
weite von 57,52 Meter die Goldmedaille im Diskuswerfen. Obendrein folgt Isenecker auch immer wieder dem Ruf der
Bundeswehr, die ihn regelmäßig für drei Tage einzieht und ihn dann für Militär-Weltmeisterschaften oder Vergleichskämpfe
der Luftwaffen nominiert, bei denen der Ostfriese das Diskuswerfen regelmäßig beherrscht, denn mit dem Kugelstoßen will
es nicht mehr so recht, da geht es nur noch aus dem Stand, da ansonsten die Kniescheiben rausfliegen.
Nach acht Jahren im Justizvollzug und Beamtenstatus, wagte Isenecker im letzten Jahr zusammen mit seiner Frau Kerstin auf
Langeoog den Sprung in die Selbstständigkeit. Dabei blieb das Training natürlich zwangsläufig auf der Strecke, schließlich
beschäftig das Ehepaar Isenecker zur Hauptsaison 45 Angestellte. Seit November hat er das Training allerdings wieder auf-
genommen. Er bereitet sich nach alten Trainingsplänen aus der DDR vor. Klar, dass der Diskus auch mit in den Urlaub auf
die Malediven mitgenommen wurde. Dann geht es noch zweimal ins Trainingslager, denn das Ziel heißt Deutsche Meister-
schaft in Ulm. Dort will Isenecker nicht nur in den Endkampf der besten acht Akteure, er will auch die 60-Meter-Marke
knacken - übrigens in den Farben und für den TSV Langeoog.

DEISTER-LEINE-ZEITUNG vom 14. Januar 2006
Teilnahme an den Paralympics als "Höhepunkt der Karriere"
Max Bergmann trotzt seiner Sehbehinderung mit Top-Leistungen
Kirchdorf (sei). Max Bergmann ist ein außergewöhnlicher Sportler. Der 20-Jährige sorgt seit Jahren auf Strecken zwischen
800 und 10 000 Metern für hervorragende Zeiten. Und das trotz eines elementaren Handicaps - der Läufer des TSV Kirch-
dorf ist sehbehindert. Ende August 2005 gehörten Max Bergmann, der schon im Vorjahr zum "Sportler des Jahres" gekürt
wurde, einmal mehr die Schlagzeilen: Bei den Europameisterschaften der Behindertensportler in Espoo bot er am 21.
August der internationalen Konkurrenz über 1500 Meter Paroli und lief als Achter ins Ziel. Tags zuvor hatte er bei den
gleichen Titelkämpfen über 5000 Meter bereits mit Platz 12 aufhorchen lassen.
Schon 2004 hatte Bergmann, der in Dedensen wohnt und seit 2002 für den TSV Kirchdorf startet, im internationalen
Rampenlicht gestanden. Bei den Paralympics in Athen lief Bergmann für Deutschland als jüngster Teilnehmer auf Platz 7
über 800 Meter, Rang 12 über 1500 Meter und Platz 5 über 5000 Meter. Die Teilnahme an den "Olympischen Spielen der
Behindertensportler" bezeichnet Max Bergmann selbst "als Höhepunkt meiner bisherigen sportlichen Karriere."
Den Bezug zum Laufen bekam Bergmann schon mit vier Jahren, als er mit dem Fahrrad seinen Vater beim Joggen begleit-
ete. Beim Kinderturnen warf er relativ schnell resigniert das Handtuch. Vielmehr zog es ihn an der Seite seines Bruders
Hannes zum Dedenser Leichtathletikverein. Dort wurde sein Talent für das Laufen immer offensichtlicher.
Nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt in Australien nutzte er den Neuanfang, um mit seinem Bruder zum TSV Kirch-
dorf zu wechseln. Trainer Markus Pingpank führte den sehbehinderten Athleten mit gezielten Programmen an neue Heraus-
forderungen heran. Beim TSV Kirchdorf erlebte Bergmann trotz seiner Sehbehinderung (T13) eine wahre Leistungsexplo-
sion, so dass er von einer persönlichen Bestzeit zur nächsten lief: 800 Meter (1:59 Minuten), 1000 Meter (2:35), 1500
Meter (4:03), 3000 Meter (8:58) und 10 000 Meter (32:58). Wie beim Laufen schlägt Bergmann auch bei seinem zweiten
Hobby, dem Schlagzeugspielen, bisweilen kräftig Alarm.

DEISTER-LEINE-ZEITUNG vom 14. Januar 2006
Vom Rugby zum Marathonläufer
Mit 51 Landesmeister der Männer
Kirchdorf (sei). Auf eine vielseitige und relativ ungewöhnliche Sportkarriere blickt Gerd-Peter Schander vom TSV Kirch-
dorf zurück. Erst 2005 setzte Schander, der vor wenigen Tagen (8. Januar) seinen 52. Geburtstag feierte und in Hannover
wohnt, mit dem Marathon-Landesmeistertitel unter 300 Teilnehmern ein weiteres Glanzlicht in seiner langen Laufbahn. Da-
bei begann alles auf einem komplett anderen Terrain. 1969 trat er als passionierter Rugby-Spieler bei Hannover 78 ein. Mit
diesem Klub feierte er drei Deutsche Meisterschaften (1982, 1983, 1984) sowie fünf Pokalsiege (1974, 1979, 1981, 1983,
1984). Ein weiterer Höhepunkt seiner Rugby-Karriere: 1974 bestritt der damals 21-Jährige ein Länderspiel. Von 1985 bis
´95 war Schander noch als Trainer tätig, bevor er das sportliche Gefilde zum Duathlon, Triathlon und Laufen wechselte.
In den Folgejahren heimste der Studienrat von der IGS Mühlenberg Titel und Top-Plätze auf Landes-, Norddeutscher,
Deutscher und internationaler Ebene ein. Außerdem finishte Schander beim berüchtigten Ironman auf Hawaii. Mit dem
Marathon-Landestitel als 51-Jähriger in der Männerklasse setzte er im Vorjahr sicher sein größtes sportliches Achtungs-
zeichen. Ferner wurde Schander in 2005 Cross-Bezirksmeister M50, Norddeutscher Meister im Halbmarathon M 50 und
Bezirksmeister im 10-Kilometer-Straßenlauf M50. Seine Bestzeiten lassen nicht nur Marathon-Läufer respektvoll auf-
horchen: Marathon 2:43:11 Stunden; Halbmarathon 1:14:44.

DEISTER-LEINE-ZEITUNG vom 14. Januar 2006
Langstrecken-Ass mit dem "verhängnisvollen" Hobby Essen
Dirk Schwarzbach seit Jahren Vorzeigeathlet des TSV Kirchdorf
Kirchdorf (sei). Er gehört zu den Vorzeigeathleten des TSV Kirchdorf. Seit Jahren sammelt Dirk Schwarzbach für seinen
Klub Titel und Top-Platzierungen. Auch in 2005 machte der 24-jährige Läufer über die langen Strecken permanent von
sich reden.
Gleich zu Beginn des vergangenen Wettkampfjahres, am 31. Januar, sicherte sich Schwarzbach bei der Landesmeisterschaft
der Männer im Sportleistungszentrum (SLZ) Hannover den Vizetitel im 3000-Meter-Lauf. Eine Woche später lief es an
gleicher Stelle bei den Norddeutschen Titelkämpfen noch besser, als er über die gleiche Distanz alle Konkurrenten auf die
Plätze verwies. Am 20. März 2005 setzte er seine Erfolgsstory mit Platz 1 bei den Landesmeisterschaften im 10-Kilometer-
Straßenlauf fort. Auch über 10 000 Meter auf der Bahn rund einen Monat darauf (24. April) hieß der NLV/BLV-Meister
Dirk Schwarzbach. Damit nicht genug: Am 14. Mai legte das Kirchdorfer Langstrecken-Ass, das inzwischen in Hannover
wohnt, den Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft im 3000-Meter-Hindernislauf nach. Diesen Titel sicherte er sich
knapp einen Monat später auch auf Landesebene. Platz 2 über 5000 Meter bei den Landesmeisterschaften der Männer
rundete seine tolle Wettkampfsaison ab. 1991 stieß Schwarzbach mit zehn Jahren zum TSV Kirchdorf. Seit 1995 trainiert
der Barsinghäuser, der zunächst die Wilhelm-Stedler-Schule besuchte und später am Hannah-Arendt-Gymnasium sein
Abitur machte, bei Markus Pingpank.
Neben seinem Studium (Produktionstechnik, Mechatronik), das er voraussichtlich in diesem Jahr abschließen wird, widmet
er den größten Teil seiner Freizeit seiner großen Leidenschaft, dem Laufsport. Als weitere Hobbys nennt der Sympathie-
träger des TSV Kirchdorf Radfahren, Lesen, Musik hören, Bergsteigen, Skilaufen und - "verhängnisvoller weise" - Essen.

WESER KURIER vom 14. Januar 2006
Gegen die Regel
Ausnahme-Marathonläufer Manfred Tjaben startet über kürzere Winterlauf-Distanz
Von unserem Mitarbeiter Marc Gogol
Bremen. Ein Ereignis aus dem vergangenen September wird morgen beim Start der 26. Bremer Winterlauf-Serie noch ein-
mal an Bedeutung gewinnen. Genau am 4. dieses Monats wurde in San Sebastian im Baskenland ein Bremer Senioren-
Weltmeister im Marathon-Lauf der Altersklasse M75 - Manfred Tjaben vom LTB Bremen. Für seinen Verein bricht Man-
fred Tjaben seit über 25 Jahren eine eiserne Regel: "Keine Wettkämpfe außer Marathon." Er bricht sie auch dieses Jahr.
"Die Winterlauf-Serie hält den LTB am Leben", weiß Manfred Tjaben, warum und wofür er drei Mal jährlich im Winter
kürzere Distanzen zurücklegt als die berühmten 42,195 Kilometer.
Der 76-jährige tut dies natürlich in Übereinstimmung mit seinem Trainer, wobei dem wohl nichts anderes übrig bleibt, als
Manfred Tjaben gewähren zu lassen. "Manfred ist eigentlich ein folgsamer Athlet. Er kann zudem in seinen Körper hinein-
hören und dessen Signale beachten", beschreibt Heinz Spies, seinerseits ein erfahrener Lauf-Hase, die positiven Eigen-
schaften seines Bremer Ausnahmeläufers. "Die Winterlauf-Serie wird aus dem Dauerlauftraining heraus bestritten, also nicht
zu schnell", lautet die Marschroute für morgen. Manfred Tjaben wird sich daran halten. Schließlich hat er für die Sommer-
saison noch große Ziele.  Anders als zum Beispiel im vergangenen Jahr in Spanien. Ein Platz unter den ersten Sechs sollte
nach Auskünften seines Trainers, mit dem er seit 2004 nach einem persönlichen Trainingsplan vorgeht, schon ein großer
Erfolg sein. Aber da entdeckte der nahe dem Weserstadion beheimatete Tjaben plötzlich der sportliche Ehrgeiz. Bei mehr
als 40 Grad spanischer Sommerhitze kam dem Bremer die Erfahrung vom Jordanien-Marathon zu Gute - er wusste von
allen Teilnehmern mit den Temperaturen auf dem Innenstadt-Rundkurs am besten umzugehen. "Am Toten Meer sind wir
aus Jux in die Sanddünen hineingelaufen", erinnert sich Manfred Tjaben lachend an einen unkonventionellen Marathonlauf.
In San Sebastian nahm er schließlich seinem ärgsten Verfolger, einem Chilenen, mehr als 25 Minuten ab und holte sich in
4:07 Stunden den Weltmeistertitel. Ein Riesenerfolg - aber das soll es noch lange nicht gewesen sein.
Im Mai steht die Senioren-Weltmeisterschaft im Straßenlauf im kanadischen Vancouver an, eine Veranstaltung, die Manfred
Tjaben schon vor zwei Jahren angepeilt hatte. Im Oktober soll es dann noch einmal zu den Deutschen Marathon-Meister-
schaften nach München gehen, dem Wohnort von Manfred Tjabens Sohn. Und in einigen Jahren, genauer gesagt 2009, hat
er die Weltbestzeit in der Altersklasse M80 im Visier.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 18. Januar 2006
Verein und Abteilung aufgebaut
Leichtathlet Wolterink ist seit vielen Jahren bei Fortuna Wirdum aktiv
Von Günther Czempiel
Wirdum. Fortuna 70 Wirdum hat sich in der Leichtathletik-Szene und weit darüber hinaus einen Namen gemacht. Das ist
das Verdienst von Johann Wolterink, der sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich engagiert. Die ostfriesischen Leichtathleten
würdigten den Einsatz des 64-Jährigen deshalb am Sonnabend mit dem Dr.-Hilko-Schaumburg-Preis. Wolterink war zu-
nächst wenig begeistert, als es ihn nach dem Ende seines Studiums in Osnabrück 1964 an die Wirdumer Schule verschlug.
“Die Umstellung von der Stadt aufs Land fiel mir schwer”, erinnert sich der Sportler. “So manches Mal habe ich mich zu-
rückgesehnt.” Das gab sich nach wenigen Monaten, als er die Ostfriesen besser kennengelernt hatte.
Es ergab sich, dass Wolterink den Sportunterricht übernahm. Da es damals aber keine Halle gab, fielen die Stunden bei
schlechtem Wetter und im Winter aus. “Wir hatten zwei hölzerne Tore, eine Sprunggrube, einen Medizin-Ball, ein paar
kleine Bälle und ein Maßband”, erzählt der Lehrer von den Anfängen. 1970 bekam die Schule eine kleine Gymnastik-Halle.
Das nahm Wolterink mit anderen zum Anlass, den Sportverein Fortuna Wirdum zu gründen. Er wurde zum 1. Vorsitzenden
gewählt. Den Posten gab Wolterink jedoch schnell wieder ab, da er daneben zahlreiche weitere Aufgaben übernahm.
 Der in Uelsen (Grafschaft Bentheim) aufgewachsene Lehrer kümmerte sich um den Aufbau einer Leichtathletik-Sparte und
fing mit zehn, zwölf Kindern an. 1976 waren es bereits über 20. “Als wir die ersten Titel gewannen, haben wir uns wie
Weltmeister gefühlt”, sagt Wolterink. 1977 qualifizierte sich der erste Wirdumer für die niedersächsischen Leichtathletik-
Meisterschaften, danach gelang das dem Verein jedes Jahr. Zuletzt baute Wolterink, der seit anderthalb Jahren in Pension
ist, eine Senioren-Gruppe mit ehemaligen Leichtathleten auf, die sich jeden Mittwoch trifft. “Minimalziel ist das Sportab-
zeichen”, erzählt er.
Bis vor acht Jahren lief in der Wirdumer Leichtathletik-Sparte nichts ohne Wolterink. Auch wenn sich das geändert hat, fehlt
ihm Zeit für andere Hobbys. “Ich höre gerne Musik, lese mal ein Buch oder bastele. Doch das ist eher selten”, gibt er zu.
Schließlich hat Wolterink seit einigen Jahren Spaß daran, selber an Wettkämpfen teilzunehmen. Im Hochsprung überquerte
er 1,36 Meter und errang 2004 in seiner Altersklasse die Niedersachsen-Meisterschaft. “Davor war ich zehn Jahre nicht
gesprungen.” Am Ossiloop will er im Frühjahr das vierte Mal teilnehmen. Ausgerechnet er, der früher für Langstrecken
nichts übrig hatte. Wolterink hat viele Freunde in der Leichtathletik-Szene gefunden. “Solange der Spaß nicht vergeht,
werde ich weitermachen”, verspricht er. Aber nicht unbegrenzt lange: “Mit 70 sollte man sich zurückziehen.”

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 19. Januar 2006
Leistungen "explodierten"
Lingen. Mit dem Citylauf in Lingen begann die sportliche Karriere von Maren Kock, die sie mittlerweile auf die internatio-
nale Ebene geführt hat. Die damals achtjährige Schülerin aus Brögbern erreichte auf Anhieb den dritten Platz. Das Interesse
am Laufsport war geweckt, sie schloss sich dem VfL Lingen an und trainierte unter Leitung von Hedwig Wittler ein- bis
zweimal in der Woche. Im Emsland war sie auf Bahn, Straße und im Gelände kaum zu schlagen. 2003 belegte sie viermal
(800 m, 2000 m, 3000 m, 5000 m) in der Landesbestenliste die Spitzenposition. Größter Erfolg war der Sieg beim Talent-
Cross des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV).
2004 wechselte Maren zu Stützpunkttrainer Arno Kosmider und schloss sich der LG Emstal-Dörpen an. Mit vier Einheiten
pro Woche nach einem gezielten Trainingsprogramm "explodierten" ihre Leistungen: Vier Landestitel und drei -rekorde, eine
norddeutsche Meisterschaft, erneuter Sieg beim DLV-Talentcross und zwei Spitzenplätze in der DLV-Bestenliste lautete
die Bilanz. Klar, dass Maren in den Landeskader aufgenommen wurde und der DLV auf sie aufmerksam wurde.
2005 setzte Maren ihre Erfolgsserie mit fünf Landestiteln, einer norddeutschen Meisterschaft, fünf Landesrekorden und dem
Gewinn von DM-Silber im 3000-m-Lauf der B-Jugend - der nächsthöheren Wettkampfklasse - fort. Höhepunkt war die
Teilnahme an der U-18-Weltmeisterschaft in Marrakesch, wo die 15-jährige Schülerin als jüngste Läuferin über 3000 m
den beachtlichen siebten Rang erreichte.
Sport auf diesem Leistungsniveau erfordert natürlich einen größeren Aufwand. Aber es bleibt noch Zeit für das Singen in
einer Jugendschola, Kinderbetreuung und Aktivitäten im Sanitätsdienst der Lingener Marienschule. Im Sommer nach Ab-
schluss der 10. Klasse wird Maren zum Gymnasium wechseln. Sie kommt aus einer sehr sportlichen Familie, die ihr jede
Unterstützung gibt. Zurzeit bereitet sich Maren, die in den C-Kader (höchster Jugendkader) des DLV berufen wurde und
mit Jahresbeginn in die B-Jugend-Klasse aufgerückt ist, mit fünf Trainingseinheiten pro Woche und zwei Einheiten Gym-
nastik und Koordinationsschulung auf die Saison vor. Die Cross-DM in Regensburg, die Jugend-DM auf der Bahn in
Wattenscheid und die Qualifikation für die U-20-Weltmeisterschaft in Peking sollen zeigen, dass Maren nicht nur das größte
emsländische Leichtathletiktalent ist.

DEISTER-LEINE-ZEITUNG vom 19. Januar 2006
Laufschuhe, Pferde und Filmstar Johnny Depp
Ein Porträt: Anne Forgber, 15-jähriges Talent der LG Wennigsen/Egestorf, pflegt ihre Hobbys
Von Erk Bratke
Bredenbeck. Laufen oder Reiten - oder vielleicht doch ein wenig von Johnny Depp träumen? Manchmal kann sich Anne
Forgber nur schwer entscheiden, welchem Hobby sie gerade den Vorzug schenkt. Die 15-jährige Bredenbeckerin, die bei
der LG Wennigsen/Egestorf schon etliche Erfolge sammelte, nennt es "gleich starkes Interesse". Zumindest zwei Förderer
ihres leichtathletischen Talents würden sie gerne öfter beim Training sehen. "In Anne steckt weit mehr, als sie bisher gezeigt
hat", sagen LG-Leiter Eckhard Marten und Cheftrainer Ernest Radulian unisono. "Kann sein, dass das stimmt. Aber Leicht-
athletik ist für mich nicht das Wichtigste auf der Welt", entgegnet die talentierte Läuferin. Disziplin müsse zwar sein, aber die
solle sich in Grenzen halten. Und außerdem ist da ja noch die Schule - "ich bin nämlich eine durchschnittliche Schülerin und
muss büffeln wie alle anderen auch", verdeutlicht der bescheidene, etwas schüchtern wirkende, aber mit klaren Vorstellung-
en behaftete Teenager im Gespräch mit der Deister-Leine-Zeitung.
Anne Forgber wurde am 28. August 1990 in Bremen geboren. Seit einigen Jahren lebt sie mit ihrer Familie - Mama Sabine,
Papa Ernst und den beiden Schwestern Katrin (13) und Lisa (10) - in Bredenbeck. Mit etwa zwölf Jahren hat sie mit dem
Laufen begonnen. "Spaß am Laufen hatte ich schon immer. Dann hat mich meine Mutter bei der LG angemeldet", erzählt
Anne. Dort nahm sie Ernest Radulian unter seine Fittiche und machte ihr Talent aus. Mittlerweile kann die 15-Jährige bereits
auf rund 50 Wettkämpfe zurückblicken, die meisten schloss sie mit vorderen Platzierungen ab. Die Urkunden hat sie fein
säuberlich abgeheftet. Ihre Spezialdisziplin sind die 800 Meter, wo sie im Sommer 2005 mit der erstaunlichen Zeit von
2:16,47 Minuten auch Vize-Landesmeisterin der Schülerinnen wurde - ihr bislang größter persönlicher Erfolg, der sie in die
deutsche Bestenliste und in die Landesauswahl brachte. Auch ihre Zeit über 2000 m (6:42,10/Vize-Landestitel) kann sich
sehen lassen. Außerdem hat sie sich bereits an den Hürden (300 m) versucht, aber das sei nicht so ihr Ding. Da scheint ihr
der Crosslauf schon eher zu liegen. Erst am vergangenen Wochenende holte sie sich in Gronau den Bezirksmeistertitel.
Beachtlich, denn es war ihr Debüt in der Jugendklasse. Mit der Mannschaft holte sie bereits zwei Landestitel (3 x 800 m
und im Cross). "Doch Erfolge sind mir eigentlich nicht so wichtig. Hauptsache die Sache macht Spaß", betont Anne. Dass
ihr Trainer schon mal gesagt hat, sie verschwende ihr Talent, stört sie nicht großartig. "Ich mache Leichtathletik, solange es
nicht zu stressig wird."
Zweimal wöchentlich Vereinstraining plus privates Ausdauertraining, das müsse reichen. Verständlich, denn Anne hat noch
ein zweites zeitintensives Hobby: das Reiten. Auf dem Rücken des familieneigenen Isländer-Ponys hat sie ebenfalls viel
Spaß. Pferde haben es ihr angetan. Kunst gehört zu ihren Lieblingsfächern in der Schule und wenn möglich zeichnet sie so
oft es geht Pferdebilder. "Wenn ich meine künstlerische Phase habe, dann male ich meist Pferde", schmunzelt die 15-Jähr-
ige. Ihr Interesse an den edlen Vierbeinern wird durch Unmengen von Postern in ihrem Jugendzimmer überdeutlich. Neben
den vielen Pferdebildnissen hängt auch Johnny Depp. Sie schwärmt für den Hollywood-Beau - "aber nicht fanatisch", be-
kräftigt sie sogleich. Ab und an schlägt sie in einschlägigen Teeny-Zeitschriften nach, was es Neues gibt. Und Fernsehen?
Gute Zeiten, schlechte Zeiten? "Nö, diese ganzen Serien sind mir zu hohl. Außerdem habe ich dazu zu wenig Zeit. Allerdings
sammele ich Dokumentationen über Pferde auf Videokassetten." Berufsvorstellungen oder -wünsche hat Anne Forgber
verständlicherweise noch keine. Abwarten.
Und schon wird ihre Zeit knapp, sie will noch zum Reiten. Tags darauf steht dann wieder Laufen auf dem Plan - Training.
Der nächste hochrangige Wettkampf steht unmittelbar bevor: Am 28. Januar startet sie bei den Landesmeisterschaften in
der Halle über 800 Meter. "Die Runden in der Halle laufe ich nicht so gern. Aber ich versuche natürlich das Beste herauszu-
holen."

WALSRODER ZEITUNG vom 19. Januar 2006
Annette Funck: Start bei Hallen-DM
Walsrode. Annette Funck hat ihr erstes Saisonziel erreicht: Die für den TV Jahn Walsrode startende Leichtathletin schaffte
im ersten Rennen der Hallensaison ohne größere Probleme die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften über 60m
Hürden. Die junge Zwillings-Mutter freute sich natürlich sehr über ihren Coup: “Das monatelange harte Wintertraining hat
sich also gelohnt.” Am vergangenen Wochenende begann für Funck die neue Leichtathltik-Saison. Im Vorfeld war die ge-
bürtige Benzenerin, die unter ihrem Mädchennamen Thimm seit Jahren zu den herausragenden Aktiven aus dem Kreisgebiet
zählte, sehr gespannt auf die Ergebnisse. Bei einem ersten “Kräftemessen” - einem Sportfest im Sportleistungszentrum in
Hannover - lief Funck die 60m Hürden in 8,52 Sekunden und gewann. Damit konnte sie die Qualifikationsnorm für die
Deutschen Hallenmeisterschaften (8,90 Sekunden) mehr als deutlich unterbieten.
“Damit kann ich mir nach langer Zeit Wettkampfabstinenz schon mal den Termin am 25./26. Februar im Kalendar rot
markieren und darauf hintrainieren”, freut sie sich. Die Deuschen Hallenmeisterschaften finden dieses Jahr in der Europahalle
in Karlsruhe statt. In knapp zwei Wochen stehen noch die niedersächsichen Landesmeisterschaften in Hannover an, bei
denen Annette Funck erneut über 60m Hürden starten wird.
Am Rande des Wettkampfs fiel der Walsroderin auf, dass sie die einzige Mutter unter den ganzen Athletinnen ist. “So wird
es mir wohl in den nächsten Rennen öfter gehen. Aber das beflügelt eher, als alles andere”, betonte sie, “Ronja und Mika
waren allerdings bei meinem ersten Rennen lieber nicht mit in der Halle. Die haben in der Zeit als ich gerannt bin lieber mit
Oma und Opa gespielt. Aber vielleicht kommen sie mich demnächst mal anfeuern.”
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Ein weiterer Bericht über Annette Funck vom 10.9.2005    

Presseinformation vom 20. Januar 2006 (Von Manfred Scholz)
Bakederin Jonna Tilgner wechselte nach Bremen
Erste Schritte bei den “Friesen”
Leichtathletik. Sie war der erste spektakuläre Wechsel, den die LG Weserbergland zum Beginn der Saison 2005 meldete:
Jonna Tilgner, die Hürdenspezialistin, deren sportliche Wiege beim MTV Friesen Bakede steht, wechselte vom 1. LAV
Rostock, wo sie fünf Jahre gelebt und trainiert hatte, in die alte Heimat zurück. Sie war 2001 über die 400 Meter Hürden
Deutsche B-Jugend-Meisterin, in den nächsten beiden Jahren Vize-Meisterin in der A-Jugend und im letzten Jahr Vierte bei
den Juniorinnen. Nach nur einjährigem Einsatz in den Reihen der LG Weserbergland wechselte sie zum Bremer Leichtath-
letik Team. Das dies nicht nur eine sportliche Entscheidung war, sondern auch eine Herzensangelegenheit, erfuhr unser Mit-
arbeiter Manfred Scholz, der sich im Hannoverschen Sportleistungszentrum mit der 21 Jahre jungen, sympathischen  Ath-
letin unterhielt.
Was waren die Gründe für den Wechsel nach Bremen?
“Mein Freund ist extra für mich aus Amerika nach Deutschland gekommen und hat in Bremen einen Job gefunden. Ich habe
daraufhin auch mein Studium der Psychologie nach Bremen verlegt, denn wenn er für mich seine Zukunftspläne ändert, dann
wollten wir auch zusammenziehen und gemeinsam in Bremen leben”.
Was verbindet sie mit Bakede?
“Meine Eltern wohnen nach wie vor in Bakede. Ich habe viele schöne Erinnerungen an den Start meiner sportlichen Lauf-
bahn bei den MTV “Friesen”. Kontakte hatte ich immer noch zu Herrn Tribbensee, der als mein Trainer immer die Hand
schützend über mich gehalten hat. Wenn man aber so lange weg ist, verläuft es sich ein bisschen”.
Die Zukunft heißt also erst mal Bremen?
“Das Studium macht mir sehr viel Spaß und ich möchte es in Bremen gut über die Bühne bringen”.
Die ersten sportlichen Eindrücke kommentierte ihr neuer Trainer Jens Ellrott vom Bremer LT: “ Jonna hat bei ihren ersten
Wettkampf hier in Hannover noch nicht die Leistungen gezeigt, die ich gern gesehen hätte. Die technische Stabilität über die
200 m, die sie im Training zeigt, kann sie im Wettkampf noch nicht abrufen. Na ja, neuer Trainer, ich denke, wir werden
noch ein paar Wochen brauchen, vielleicht noch bis zum Sommer, aber das wird”!
Ein weiterer Bericht über Jonna Tilgner vom 6. Januar 2005
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