Porträts und Berichte über Leichtathleten aus der Region (Seite 6)

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Carolin Nytra LG HNF Hamburg - ab 1. Januar 2005 Bremer LT (29.12.2004)
Jana Loock SV Werder Bremen - ab 1. Januar 2005 Bremer LT (31.12.2004)
Jonna Tilgner LG Weserbergland (6.1.2005)
Stefan Jahn LG Weserbergland (6.1.2005)
Anna Maier TV Bruchhausen-Vilsen (11.1.2005)
Christoph Gütersloh TuS Rotenburg (20.1.2005)
Bernhard Barjenbruch LC Hansa Stuhr (21.1.2005)
Kenneth Gerschler LAV Zeven (22.1.2005)
Torben Drawert TuS Varrel (22.1.2005)
Siewert Andrè TV Norden (26.1.2005)
Enno Borchers FC Rastede (29.1.2005)
Ann-Christine Junker MTV Aurich (16.2.2005)
Matthias Jaworski LG Braunschweig (19.2.2005)
Ellen und Ingo Schröter Post SV Buxtehude (22.2.2005)
Christian Geiger TSG Hatten-Sandkrug (24.2.2005)
Dr. Albrecht Günther Delmenhorster TV (26.2.2005)
Manfred Hiller TuS Huchting (3.3.2005)
Marc Böhme & Christian Zimmer Rot-Weiss Cuxhaven (5.3.2005)
Johanna Hoppe TV Langen (11.3.2005)
Kristin Ringel SG Osterholzer Leichtathleten / VSK Osterholz (12.3.2005)
Denise Homeyer LGG Ganderkesee (17.3.2005)
Svenja Drechsler MTV Jahn Schladen (6.4.2005)
Katharina und Anne Herzog STV Barßel (7.4.2005)
Katharina Alack TSV Wiepenkathen (8.4.2005)
Thorben Bock TSV Kirchlinteln (14.5.2005)
Anna Engelke LGG Ganderkesee (19.5.2005)
Franz Albers VfL Germania Leer (24.5.2005)
Klaus Beyer SV Holtland (25.5.2005)
Werner Stelljes TSV Gnarrenburg (28.5.2005)
Lasse Beckmann TSV Kirchlinteln (31.5.2005)
Marvin Groß Delmenhorster TV (2.6.2005)
Martin Lohmann LG Kreis Verden (9.6.2005)
Mareike Nannen SV Holtland (22.6.2005 )
Catharina Mangels TuS Alfstedt (16.7.2005)
Stephan Frosch LG Osterode (24.8.2005)
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WESER KURIER vom 29. Dezember 2004
Ein Top-Talent siedelt um
Hürdenläuferin Nytra wechselt von der Elbe an die Weser
Von unserem Mitarbeiter Stefan Freye
Bremen. Mit überregional erfolgreichen Leichtathleten im Erwachsenenbereich ist Bremen nicht gerade gesegnet. Lars
Figura war der letzte, der 2000 einen deutschen Meistertitel an die Weser holte. Dem 400-Meter-Läufer soll nun eine junge
Dame folgen: Deutsche Meisterin der A-Jugend ist Carolin Nytra ja bereits. Die Schnellste über die 100 Meter Hürden
kommt von der LG HNF Hamburg zum BLT-Komet. Ein Grund für den Wechsel zum 1. Januar 2005: Jens Ellrott: Der
Bremer Landestrainer amtiert auch als Hürden-Bundestrainer. In dieser Funktion lernte er Carolin Nytra vor drei Jahren
kennen, seit zwei Jahren liegen Trainingsplanung und Wettkampfbetreuung in seinen Händen.
Eine Konstellation, die in Hamburg nicht auf ungeteilte Freude stieß. Denn bei der HNF Hamburg hegte man den Verdacht,
dass der Bundestrainer seine Stellung zum Abwerben des Talents ausnutzt. Deshalb gab es immer wieder Ärger zwischen
Nytra und ihrem Heimatverein. "Sie haben sich unfair verhalten und mir damit in die Hände gespielt", sagt Ellrott. Seine neue
Athletin schildert ihre Sicht der Dinge: "Jens sieht immer noch Fehler, mein Hamburger Trainer konnte mir nichts mehr bei-
bringen."
Auch die äußeren Bedingungen scheinen beim Bremer Leichtathletik Team besser: Während die größte Leichtathletikhalle in
Hamburg gerade 40 Meter lang ist, können die Bremer unter der Südtribüne des Weserstadions immerhin eine rund 70
Meter lange Bahn nutzen. Weshalb die 19-Jährige bereits seit Monaten zwischen Hamburg und Bremen pendelt. Drei Mal
in der Woche. Mit dem Auto, nachdem sie ihren Arbeitstag als Bankkauffrau-Azubi beendet hat. Stress, der sich lohnt:
Nach dem deutschen Titel wurde Carolin Nytra mit einer persönlichen Bestzeit von 13,54 Sekunden Sechste bei der
Junioren-WM in Grosseto (Italien). In der kommenden Saison will sich Nytra auf etwa 13,35 Sekunden verbessern und
sich für die DM sowie die U-23-EM in Erfurt qualifizieren. Später sollen irgendwann die 12,90 Sekunden fallen - die
Olympia-Norm, die das Fernziel Peking 2008 ermöglichen soll. Auch wenn dieses Highlight eigentlich etwas zu früh kommt,
denn ihr Leistungsoptimum erreichen Hürdensprinterinnen erfahrungsgemäß erst mit 27, 28 Jahren.
Bis dahin hat das DLV-B-Kadermitglied viel Zeit, um mit der neuen Staffel des BLT für Furore zu sorgen. "Das ist ohnehin
der eigentliche Hintergrund des Wechsels", sagt Ellrott. Die Athletin stimmt zu: "Die Idee ergab sich bereits im letzten
Winter. Mit einer starken Trainingsgruppe kann ich mich weiterentwickeln." Zur neuen Staffel zählt neben Catharina Reppin
und Iana Bakoumenko nun auch Jana Loock. Ihr Wechsel zum BLT ist jedoch auch mit Ärger verbunden gewesen - Loock
kommt vom Konkurrenten SV Werder.

WESER KURIER vom 31. Dezember 2004
Schmerzfrei auf Rekordjagd
Die Bremer Sprinterin Jana Loock und ihre Ziele für die Saison 2005
Von unserem Mitarbeiter Stefan Freye
Bremen. Es war am 31. August 1947. Marga Petersen trat an zum 100-Meter-Lauf in Dörverden und stellte einen Bremer
Landesrekord auf, der bis zum heutigen Tag gültig ist: 12,04 Sekunden. Doch bald ist die älteste Bestmarke der Stadt in
Gefahr. "Ich denke, es wird klappen", sagt Jana Loock. Sie will 2005 schneller sein als 12,04.
Nachdem die 21-Jährige ihre Bestzeit im Sommer auf 12,07 Sekunden verbessert hatte, trennen sie nur noch drei Hundert-
stel vom neuen Rekord. Eine Kleinigkeit, selbst für Sprinter. Die Jana Loock übrigens dem Umstand zu verdanken hat, dass
die damals in Dörverden mit der Hand gestoppte Zeit (11,8 Sekunden) mittlerweile mit einem Aufschlag von 24 Hundertstel
bedacht wurde. Ein übliches Vorgehen, das auf umfangreichen Untersuchungen beruht - die Hand stoppt immer etwas früher
als die heute gebräuchlichen Zeitmessanlangen.
Andererseits: Marga Peterson lief nicht auf einer modernen Tartanbahn und verfügte auch nicht über Trainingsmethoden und
Schuhwerk heutiger Athleten. "Ich weiß auch nicht, ob man das vergleichen kann. Aber ich zerbreche mir nicht den Kopf
darüber", so Loock. Warum auch. Viel wichtiger ist der Bremerin, dass sie überhaupt mal wieder beschwerdefrei laufen
kann. Bis zum letzten Jahr machten ihr vor allem Rückenprobleme einen Strich durch die Rechnung. Erst ein Mediziner aus
Köln - der fünfte Arzt, der sich ihrer Verletzung annahm - brachte sie auf die richtige Fährte. Ein kleines Gelenk am Ischias
verschiebt sich gelegentlich und verursacht Verspannungen. Seitdem Jana Loock weiß, wie sie es wieder in die normale
Position bringt, kann sie ihrem Sport regelmäßig nachgehen. Das erste Ziel für 2005 hat mit Rekorden und Meisterschaften
deshalb auch wenig zu tun: "Ich will endlich mal wieder ordentlich trainieren können, ohne Verletzungen und Krankheiten."
Dabei hatte sie im letzten Winter die norddeutsche Hallenmeisterschaft im Weitsprung einer ihrer Verletzungen zu ver-
danken. Denn wegen einer Oberschenkelzerrung konnte sie damals in Halle gar nicht an den Start im Sprint gehen. "Also
wollte ich wenigstens den Weitsprung probieren", erinnert sie sich. Die eher durchschnittlichen 5,70 Metern reichten zum
Titel, weil einige Konkurrentinnen verletzt waren.
Sie habe also sehr viel Glück gehabt, findet Jana Loock selbst. Aber eigentlich ist sie ja auch eine Sprinterin. Die im neuen
Jahr für einen neuen Verein an den Start geht. Vom SV Werder wechselt Jana Loock zum VFB Komet aus dem Bremer
Leichtathletik Team. Das sorgte hinter den Kulissen für Ärger, schließlich fühlte sich Werder ähnlich schlecht behandelt wie
die LG HNF Hamburg im Fall der Hürdensprinterin Carolin Nytra. Der Tenor: Landestrainer Jens Ellrott - nebenbei Üb-
ungsleiter des VfB Komet - nutze seine Funktion um den anderen Vereinen die Talente abzuwerben. "Es hat sich alles
wieder gelegt, darüber muss man nicht reden", kommentiert die Sprinterin. Sie trainiert jedenfalls schon seit geraumer Zeit
mit Jens Ellrott. "Und dann habe ich gedacht: Wenn es sowieso so gut funktioniert, kann ich auch wechseln."
Womöglich hat sie aber auch geahnt, dass ihre langjährige Trainerin den SV Werder verlassen würde: Grazyna Rabsztyn,
ehemalige Weltklasseläuferin, erhielt im Sommer ein Angebot vom NOK in Polen und kehrte nach Warschau zurück.

Presseinformation vom 6. Januar 2005 (Von Manfred Scholz)
400 Meter Hürden-Spezialistin zur LG Weserbergland
Leichtathletik. Erster spektakulärer Neuzugang für die neue Leichtathletiksaison ist die 20-jährige Jonna Tilgner, die vom
1. LAV Rostock zur LG Weserbergland wechselte. Ihre Spezialdisziplin sind die 400 Meter Hürden und mit ihrer im letzten
Jahr bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften erreichten Bestzeit von 59,46 Sekunden wurde sie in den B-Kader des
Deutschen Leichtathletik Verbandes berufen.
Ihre sportliche Wiege stand in Bakede bei den “MTV Friesen”. Die letzten fünf Jahre lebte und trainierte Jonna Tilgner in
Rostock. Sie wurde 2001 Deutsche B-Jugendmeisterin, in den nächsten beiden Jahren jeweils deutsche Vize-Meisterin in
der Jugend A und im letzten Jahr Vierte bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften. “Neben den Meisterschaftserfolgen
war mein bisher größter Erfolg die Zeit von 59,46 Sekunden über die 400 Meter Hürden, denn ich bin den letzten Jahren
immer an der 60 Sekunden-Schallgrenze gescheitert”, berichtet Jonna Tilgner. Sie hofft im Sprintteam von LG- und Landes-
trainer Werner Scharf noch besser zu werden. “Für die Frauenstaffel und besonders die 4x400 Meter-Staffel stellt sie eine
große Verstärkung dar”, freut sich auch ihre neue Mannschaftskameradin Nicole Marahrens. Im heimischen Raum gab die
sympathische junge Frau in der vergangenen Woche ihre Visitenkarte - als Siegerin des Emmerthaler Silvesterlaufs - ab.
Ein weiterer Bericht über Jonna Tilgner vom 20. Januar 2006

Presseinformation vom 6. Januar 2005 (Von Manfred Scholz)
Stefan Jahn wechselt zur LG Weserbergland
Größter Wunsch, international zu starten
Leichtathletik. Einen Start auf der internationalen Sportbühne wünscht sich der Hürdenläufer Stefan Jahn, der vom TuS
Wunstorf zur LG Weserbergland gewechselt ist, in der nächsten Zeit. Der 18-jährige Kaderathlet baut am Wunstorfer Wirt-
schaftsgymnasium in diesem Jahr sein Abitur und trainiert täglich bei Edgar Eisenkolb, dem leitenden Landestrainer, im
Bundesleistungszentrum in Hannover. Er musste im letzten Jahr auf Grund einer Verletzung am Fuß auf alle Wettkämpfe
auf seiner Spezial-Strecke, den 400 Meter Hürden, verzichten. 2003 stellte er seine Bestleistung bei den deutschen Jugend-
meisterschaften auf, als er die Bronzemedaille in 53,91 Sekunden holte und als Fünfter der deutschen Bestenliste in den
Bundeskader berufen wurde. Auf Platz Neun stand er mit seiner Bestzeit über 400 Meter flach. Aber auch die 100 Meter
kann er in 11,23 Sekunden rennen.
Seine Ziele für 2005 definiert Stefan Jahn klar: „Ich möchte an meine alten Leistungen nach der Zwangspause wieder an-
knüpfen und hoffe auf eine Medaille bei den Deutschen Meisterschaften“. Das hofft auch LG-Trainer Werner Scharf:
“Stefan wird auch die LG-Staffeln der Männer und der A-Jugend über 4x100-, 4x200- und 4x400 Meter verstärken“.
Darauf freuen sich ebenfalls seine Mannschaftskameraden Renè Paul, Martin Thimm, Alexander Bartels, Danilo Schmidt,
Andreas Löwens und Stefan Lodziak.

DIEPHOLZER KREISBLATT vom 11. Januar 2005
Anna Maier nimmt alle Hürden
15-Jährige ganz oben in Norddeutschland
Bruchhausen-Vilsen (dani). Sie ist Norddeutsche Meisterin im Hürdenlauf, belegt Rang drei in der diesjährigen deutschen
Bestenliste und steht zweimal auf Platz eins in der Landesbestenliste - Anna Maier, Ausnahmeathletin vom TV Bruchhausen-
Vilsen, verabschiedete sich mit etlichen Erfolgen und Bestleistungen aus der Leichtathletik-Schülerklasse. Jetzt erwartet die
15-Jährige der Schritt in die B-Jugend. Schon sehr früh in ihrer Laufbahn als Leichtathletin kristallisierte sich bei Anna Maier
ein außerordentliches Talent für den Hürdenlauf heraus. Dieses wurde in den vergangenen Jahren durch etliche Erfolge be-
legt. In der Saison 2004 sicherte sie sich nun über die 80 Meter Hürden den Titel der Norddeutschen Meisterin. Mit der
Zeit von 11,50 Sekunden steht sie derzeitig auf Rang drei der deutschen Bestenliste sowie auf Platz eins im Land Nieder-
sachsen.
Erstklassige Leistungen erbrachte die Gymnasiastin in der vergangenen Saison aber auch im Weitsprung. Mit einer Weite
von 5,50 Metern wurde sie Norddeutsche Vizemeisterin und platzierte sich auf Rang zwei in der Landesbestenliste. Das
beste Ergebnis der niedersächsischen Athletinnen in der Altersklasse W15 erzielte Anna Maier im Blockmehrkampf Sprint/
Sprung. Die Mehrkampf-Kombination von 80 Meter Hürden, 100 Meter Sprint, Weitsprung, Hochsprung und Speerwurf
absolvierte sie im August bei den Deutschen Schüler-Mehrkampf-Meisterschaften als Siebte ihrer Altersstufe. In der
deutschen Bestenliste landete sie mit 2761 Punkten auf Rang 13.
Obgleich sie in der Vergangenheit ausgezeichnete Leistungen und Erfolge auch im Mehrkampf verbuchte, sehen die Athletin
selbst und Trainer Heinz-Wilhelm Kraft das größte Potenzial in den Einzeldisziplinen Hürdenlauf und Weitsprung. "Auf so
manche Disziplinen, wie Hochsprung zum Beispiel, habe ich zurzeit gar keine Lust mehr. Da bin ich froh, dass ich mich jetzt
auf nur zwei Disziplinen konzentrieren kann", bewertet die Vilserin die anstehende Trainingsumstellung. Neben disziplinspe-
zifischen Inhalten wird in Zukunft auch der Umfang des Trainings einem höheren Leistungsniveau angepasst.
Insgesamt erfordert die Betreuung der Jugendlichen Voraussetzungen und Leistungen, die eigentlich nur ein Großverein er-
bringen könnte: "Anna muss jetzt durchgehend vier Einheiten pro Woche trainieren. Die Trainingsformen werden erweitert,
es kommt auch Hanteltraining dazu. Entscheidend für ihren weiteren Leistungsverlauf wird sein, ob ihr Körper die hohen Be-
lastungen bewältigen kann." Große Vereine sowie der Niedersächsische Leichtathletikverband sind längst auf Anna Maier
aufmerksam geworden. So gehört sie inzwischen dem D-Kader des Landes an. Zudem bot man ihr die Teilnahme an einem
Trainingslager in Portugal an, sowie die Möglichkeit ein Sportinternat in Hannover zu besuchen. An beidem ist die junge
Sportlerin jedoch nicht interessiert: "Ich trainiere lieber zu Hause, wo ich meine Familie und Freunde um mich habe."

ROTENBURGER KREISZEITUNG vom 20. Januar 2005
Höhenflug auf Platz eins der Bezirksbestenliste
Christoph Gütersloh - Leichtathletik-Ass will neuen Rekord
Rotenburg
(mth). Sein neues, modernes Schuhwerk soll ihn in die Höhe katapultieren: Christoph Gütersloh, Leichtathletik-
Ass des TuS Rotenburg, hat im Hochsprung ein ganz besonderes Ziel vor Augen - der 1,90 Meter große Gymnasiast
möchte in Kürze die Zwei-Meter-Marke knacken. "Ich habe neue Spikes bekommen, und ich spüre schon, dass sie etwas
bringen", freut sich der 19-jährige Unterstedter über deutlich mehr Halt sowie über eine erhöhte Sprungkraft.
Ein durchaus realistisches Vorhaben, das meint auch sein Trainer Richard Hinrichs. "Ich traue Christoph die Höhe auf jeden
Fall zu", sagt er. Wohlwissend, dass sein Schützling am angepeilten Punkt schon ganz nah dran war. Bei den Kreismeister-
schaften Ende August in Oldendorf überquerte Gütersloh im Wettbewerb der männlichen Jugend A die 1,95 m - persönliche
Bestleistung. Da er bereits einige kraftraubende Sprünge absolviert hatte, pokerte der Abiturient hoch. Soll heißen: Anstatt
wie üblich auf 1,98 Meter zu erhöhen, ließ er die Latte auf 2,00 Meter legen. Wagte es - und riss. Doch kein Problem.
Schließlich bedeuten bereits die 1,95 Meter Platz eins in der Bezirksbestenliste, Rang drei auf Landesebene und Position 40
im DLV-Ranking. Bei den Niedersachsenmeisterschaften wurde er mit 1,82 Metern Dritter. Doch Gütersloh kann nicht nur
hoch-, sondern auch weitspringen. Sein Rekord liegt bei satten 6,41 Metern, aufgestellt bei den Landesmeisterschaften im
Juni in Verden, womit er in der Bezirksbestenliste an dritter und in der Landesbestenliste an 12. Stelle liegt.
Zukünftig wird Gütersloh nicht mehr als Jugendlicher an den Start gehen, sondern sich mit den Herren messen müssen. Wo-
mit er auf eine noch stärkere Konkurrenz trifft. Allzu viel Zeit bleibt ihm für den Satz über die Zwei-Meter-Marke jedoch
vorerst nicht. Denn den Athleten zieht es im Sommer zur Marine. Neun Monate Wehrpflicht plus vier weitere als Verlänger-
ung. "Ich möchte mit auf Auslandstour gehen", erklärt er.

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 21. Januar 2005
Barjenbruch: Langstreckler aus Leidenschaft
63-jähriger Stuhrer kann das Laufen nicht lassen / Schon 20 Marathons absolviert / Nächstes Ziel: WM im
Langduathlon
Von unserer Mitarbeiterin Christine Leska
Stuhr. Nein, ein "typischer" 63-Jähriger, der bald in Rente geht, ist Bernhard Barjenbruch nun wahrlich nicht. "Ich kann mich
abends, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, nicht einfach vor den Fernseher setzen und mich berauschen lassen",
sagt er. Stattdessen sieht man ihn eher durch Groß Mackenstedt und umzu laufen, denn Bernhard Barjenbruch ist ein "Lang-
streckler" aus Leidenschaft. "Es fällt mir nicht schwer, mich fürs Training oder für Wettkämpfe zu motivieren", versichert er.
Mit diesem Sport verbindet er eigentlich nur schöne Momente. "Nach dem Laufen fühlt man sich freier, man empfindet alles
leichter. Alle Schwierigkeiten, Probleme und Stress habe ich mit dem Sport überwunden. Im Laufen habe ich endlich meine
Ruhe gefunden."
Umso schlimmer war es für Barjenbruch, als er 1996 verletzungsbedingt knapp ein Jahr lang aussetzen musste. Kurz davor
hatte er in seiner Altersklasse den Hannover-Marathon (in 2:53:13 Stunden) gewonnen und lief danach noch bei den
Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon (Kaiserslautern). "Ich konnte nicht genug bekommen und war kurz darauf
noch im Laufurlaub auf Djerba. Da habe ich wohl übertrieben. Meine Muskeln und Sehnen waren durch die Überbelastung
überdehnt", erinnert sich der Stuhrer nur ungern an die Zwangspause zurück. Dass der Industriekaufmann überhaupt mal
solch ein begeisterter Läufer werden würde, war in jungen Jahren noch nicht abzusehen. "Früher hatten wir kaum Möglich-
keiten, Sport zu treiben", bedauert er.
Irgendwann einmal aber nahm ihn ein Freund zum Männerturnen beim TSV Heiligenrode mit. "Ob an Geräten oder am
Boden - wir haben das gemacht, was wir konnten. Mir bereitete alles Spaß", so Barjenbruch. Als Ausgleich auch zum Be-
rufsleben begann er schließlich zu joggen und meldete sich mit 39 Jahren "aus Jux" zum Volkslauf über zehn Kilometer in
Syke an. Das sollte der Anfang seiner späten Laufkarriere werden. "Das hat mich gereizt. Die Distanzen wurden immer
länger, auch mein Trainingspensum wurde größer."
In den folgenden Jahren nahm der mittlerweile dreifache Familienvater an etlichen Volksläufen teil, bis der LC Hansa Stuhr
auf ihn aufmerksam wurde, und er dem Verein mit 49 Jahren beitrat. Dann ging es Schlag auf Schlag: Mit einer starken
Männer-50-Mannschaft trainierte er zielstrebig für seinen ersten Marathon, den er 1990 in Bremen bestritt. "Die Ziellinie zu
überqueren, war ein sehr schönes Erlebnis." Nächstes Ziel: die 42,195 Kilometer in weniger als drei Stunden zu absolvieren.
Vor dem Wettkampf lief und läuft er auch heute noch acht Wochen lang bis zu 130 Kilometer. In Frankfurt schrammte er
damals noch knapp an seinem Ziel vorbei, doch bei den Deutschen Meisterschaften in Ölde war es dann soweit: Bei seinem
erst dritten Marathon benötigte er 2:59:12 Stunden und holte mit seinen beiden Teamkameraden vom LC Hansa Stuhr da-
mit die Bronzemedaille. 1993 ließ Barjenbruch einen vierten Platz bei den Landesmeisterschaften und einen sechsten Rang
bei den Deutschen Cross-Meisterschaften seiner Altersklasse folgen. Als Belohnung gab es eine Ehrung durch die Gemeinde
Stuhr. Mit seinem Team wurde er forthin mehrmals Landesmeister im Marathon, so wie 1995. Im April absolvierte er die
Distanz in 2:49:46 Stunden - bis heute seine Bestzeit. "Von diesem Ergebnis träumen doch heutzutage die jungen Leute",
sagt er nicht ohne Stolz. Ein weiteres Highlight war für Barjenbruch der letztjährige Cross-Lauf in Le Mans, dem größten in
Frankreich. "Dort bin ich in meiner Altersklasse beinahe Erster geworden."
Mittlerweile hat er knapp 20 Marathons absolviert, zwei davon, 1991 und 1994, in New York. Das ist Geschichte, neue
Ziele warten: etwa die WM im Langduathlon (20 km Laufen, 120 km Radfahren, 10 km Laufen) Ende Mai in Italien. Die
Vorbereitungen darauf laufen bereits seit einem Jahr, als er sein Debüt im Duathlon gegeben hat. "In den letzten zwölf
Monaten bin ich 3000 Kilometer mit dem Rad gefahren. Für die WM habe ich mir nun extra ein neues Rennrad bestellt",
frohlockt Barjenbruch. Die Siegerzeiten des vergangenen Jahres hat er im Kopf und orientiert sich an ihnen, denn: "Wenn
ich an einem Wettkampf teilnehme, bereite ich mich vernünftig darauf vor und will nicht unter ferner liefen landen."

ZEVENER ZEITUNG vom 22. Januar 2005 (Online-Ausgabe)
Im Herbst ein Bad in der kalten Ostsee
Kenneth Gerschler trainiert im NLV-Förderkader
Von Manfred Krause
Gnarrenburg. Bei den Cross-Europameisterschaften auf Usedom erlebte Kenneth Gerschler den Saisonhöhepunkt des
abgelaufenen Jahres. In einem Teilnehmerfeld von 60 Läufern belegte der für die LAV Zeven startende 15-Jährige beim
DLV-Talent-Cross mit Platz fünf eine hervorragende Platzierung. Durch einen gezielten und wohl dosierten Trainingsaufbau
dürfte dem talentierten Sportler die Zukunft gehören. Dass eine Menge Potential in Kenneth Gerschler steckt, lässt sich an
Hand seiner starken Leistungen auf den Mittel- und Langstrecken ablesen. Dabei ist der gebürtige Gnarrenburger gerade
einmal vier Jahre in der Sportart zu Hause. Sein Lauftalent erkannte neben seinem Vater Hans auch Trainer Hans-Günter
Lorenz, der ihn zunächst betreute.
"Mein Vater sagte mir, ich habe die entsprechenden Gene geerbt. Da war was dran, denn ohne groß zu trainieren, konnte
ich auf allen Strecken gut mithalten”, erzählt Kenneth, der zudem mit einer ungemein starken Willensstärke ausgestattet ist.
Mittlerweile gehört er zur LAV Zeven, trainiert dort unter der Aufsicht von Coach Hans-Hermann Neblung. Neben einer
steten Leistungsförderung versucht sein Trainer, das richtige Maß zu finden, um den Youngster nicht zu überfordern. "Im
Moment arbeiten wir an den Grundlagen, um die Entwicklung gezielt voran zu treiben. Kenneth ist sehr ehrgeizig und train-
ingsfleißig. Alles schaut gut aus”, sagt Hans-Hermann Neblung, der weiß, dass es ein langer Weg bis ganz nach oben ist.
Wohl wahr: Denn als nächstes steht der Wechsel zur B-Jugend an, wo Kenneth sich von nun an beweisen muss. Doch
wenn alles ohne Komplikationen verlaufe und er gesund bleibe, werde der 15-Jährige seinen Weg machen.
Im Niedersachsen-Team ließ Kenneth seine Klasse auf Usedom aufblitzen. Auf dem schwer zu laufenden 3650 Meter
langem Parcours zeigte er sich gegen die Konkurrenz aus ganz Deutschland in toller Form. In einer Zeit von 11:18 Minuten
schob er sich gegen 60 Spitzenläufer auf Platz fünf. "Ich kannte die Strecke von den Norddeutschen Crossmeisterschaften
und wusste, was auf mich zukam. Es war eine Ehre für mich, dass ich dort zum Eröffnungslauf einer Europameisterschaft
antreten durfte”, erzählt Kenneth voller Stolz, der sich über ein Qualifikationsrennen in Syke das Ticket sicherte.
Natürlich hat der Schüler, der derzeit die zehnte Klasse an der Haupt- und Realschule absolviert, sportliche Zukunftspläne
und Wünsche. Weiß jedoch auch, dass in den nächsten Jahren noch viel Wasser die Mehde hinunterläuft und eine Menge
passieren kann. "Jetzt stehen erst einmal Aufbaujahre an, um dann in der Männerklasse den sportlichen Höhepunkt zu er-
reichen. Auf alle Fälle will ich darauf achten, dass ich nicht verheizt werde”, so Kenneth Gerschler. Ein wenig träumt er
dennoch von einem großen Verein, für den er vielleicht einmal starten könnte. "Die LG Braunschweig, Hannover, Frankfurt
oder Olympia Dortmund wären die Adressen, an die ich schon einmal denke. Bevor es soweit ist, will Kenneth aber zu-
nächst die Schule beenden - mit dem Abitur.
Und beruflich hat er sich einige Richtungen zurechtgelegt. "Ein Praktikum habe ich bei der Firma Horstschäfer in Gnarren-
burg und in der Sportartikelabteilung des Kaufhauses Steffen gemacht. Doch auch der Weg über ein Sportinternat, eine
Sportfördergruppe der Bundeswehr oder eine Ausbildung bei der Kripo könnte ich mir vorstellen”, so Gerschler. Dass
seine guten Leistungen Anerkennung finden, wurde mit der Einladung in den Förderkader des NLV nach Hannover belohnt.
Dort werden Talente in monatlichen Lehrgängen gefördert. "Einfach eine tolle Sache. In den Ferien fahren wir sogar ins
Trainingslager. Unser Landestrainer Jörg Voigt scheut sich nicht vor harten Methoden. Im Herbst mussten wir sogar in der
kalten Ostsee schwimmen. Also nichts für Weicheier”, erzählt der 15-Jährige, der zum Ausgleich Basketball im TSV
Gnarrenburg spielt. "Kenneth hat zuletzt mit guten Ergebnissen auf sich aufmerksam gemacht. Er verfügt über einen starken
Kampfgeist und kann sich auch bei einer Ermüdung in einem Lauf stets noch durchbeißen”, sagt Jörg Voigt über seinen
Schützling.
Seine Familie steht geschlossen hinter seinem sportlichen Engagement, unterstützt und begleitet ihn, wenn es zum Training
oder Wettkampf geht. "Das ist natürlich ein schönes Gefühl”, so Kenneth Gerschler, der sich nach den Schulaufgaben sein
Taschengeld mit dem Verteilen von Prospekten aufbessert. Und ein Fan von einem Profi-Fußballclub ist er natürlich auch -
wie (fast) jeder "Sportverrückte”. "Werder Bremen finde ich super. Schade nur, dass die immer die besten Spieler ver-
kaufen. Doch auch die Dallas Mavericks mit Dirk Nowitzki finde ich klasse”, so Kenneth Gerschler.

REGIONALE RUNDSCHAU / SYKER KURIER vom 22. Januar 2005 (Auszug - nur Leichtathletik)
Mittwochs ist die Schule dran
Nachwuchstalent Torben Drawert feiert als Leichtathlet und Fußballer Erfolge
Von unserem Mitarbeiter René Hanke
Stuhr. Mehrfacher Kreismeister in der Leichtathletik ist er, zudem mit 2144 Punkten Rekordhalter beim Blockwettkampf
Lauf (2004 in Niedersachsen) und obendrein auch noch Fußball-Kreisauswahlspieler: Torben Drawert, zwölf Jahre jung
und Schüler der sechsten Klasse an der KGS Moordeich. Ein Nachwuchstalent, das sich in zwei Sportarten erfolgreich
betätigt und sich dabei pudelwohl fühlt.
Und wer zwei Sportarten so intensiv betreibt, der ist unter der Woche gut beschäftigt. "Montags habe ich immer das Fuß-
ball-Stützpunkttraining, das im Winter in der Halle in Barnstorf und im Sommer in Mörsen stattfindet. An den anderen
Tagen steht das normale Training an, bis auf mittwochs", erklärt Torben Drawert. Aber es soll nicht der Eindruck auf-
kommen, dass der Zwölfjährige am besagten Mittwoch nichts vor hätte, "schließlich müssen ja auch noch Hausaufgaben
erledigt werden." Unterstützt wird Torben in jeder Hinsicht von seinen Eltern Regina und Hans-Joachim Drawert, die ihn,
ob nun auf dem Fußballplatz oder auf der Laufbahn, immer tatkräftig unterstützen. Angefangen hat der Allrounder bereits im
Alter von fünf Jahren, wobei er parallel mit Leichtathletik und Fußball begann.
Genau am Zielstrich stehen geblieben
In der Leichtathletik trainierte er beim TuS Varrel unter der Obhut von Dieter Ribbel. Und dabei kristallisierte sich schnell
seine Veranlagung für die Laufdisziplinen heraus. "Neben dem Crosslauf, den 2000 Metern sowie der 4x75 Meter-Staffel
mag ich aber auch den Weitsprung", erklärt der Schüler. In seiner Anfangszeit als Leichtathlet ist Torben dabei etwas pass-
iert, was sicherlich ins Kuriositätenkabinett gehört: "Bei einem seiner ersten Läufe erklärte ihm ein Betreuer, dass er bis zur
Ziellinie laufen müsse. Torben kam nach dem Start sehr gut weg und führte das Feld an. Als er sich der Ziellinie näherte,
wurde er aber immer langsamer und blieb schließlich direkt auf der Linie stehen. Geistesgegenwärtig wurde er vom Betreuer
dann über die Linie gezogen und hatte gewonnen", erklärt Vater Hans-Joachim schmunzelnd und fügt an: "Torben dachte
tatsächlich, er müsse genau bis zur Linie laufen."
In Zukunft wird sich Torben, dessen Schwester Katarina in der B-Jugend erfolgreich Korbball spielt, allerdings für eine
Sportart entscheiden müssen, um dort noch intensiver trainieren und letztlich auch noch erfolgreicher sein zu können. "Wahr-
scheinlich wird das der Fußball sein, denn das ist ein Mannschaftssport und macht doch etwas mehr Spaß, als ein Einzel-
kämpfer in der Leichtathletik zu sein", wagt Torben Drawert eine Prognose.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 26. Januar 2005
Schneller “Sonnyboy” eilt von Titel zu Titel
Leichtathletik: Bei “Jugend trainiert für Olympia” fiel das große Sprinttalent von Siewert André auf
Der 18-Jährige ist in Norden geboren und trägt einen echt ostfriesischen Vornamen. Seine Eltern kamen einst
aus Angola nach Deutschland.
Von Günther Czempiel
Norden. Als Kind schaute sich Siewert André im Fernsehen gerne Sprintwettbewerbe an. Heute zählt der 18-jährige
Sportler des TV Norden selber zu den schnellsten Läufern des Landes. Bei den niedersächsischen Hallenmeisterschaften
am Wochenende erzielte der A-Jugendliche die herausragenden Leistungen der Veranstaltung, als er seine Bestzeit über 60
Meter auf 6,91 Sekunden sowie über 200 Meter auf 22,07 Sekunden steigerte. Damit gewann er beide Titel.
Auch der Norder Trainer Hans-Bernd Eilers freute sich: “Siewert ist ein Sonnyboy. Alle gönnen ihm den Erfolg.” Aufge-
wachsen ist der 18-Jährige in Norden. Seine Eltern kamen als Kriegsflüchtlinge aus Angola dorthin und landeten zunächst
im “Haus Nazareth”. Als dort der kleine Sohn geboren wurde, wählten seine Eltern als Vornamen aus Dankbarkeit den
Nachnamen des damaligen Heimleiters Roman Siewert. So trägt der Sprinter mit afrikanischen Wurzeln einen ostfriesischen
Vornamen. Der ist in der Läuferszene längst bekannt. Das nächste Ziel von Siewert André sind die Deutschen Titelkämpfe
seiner Altersklasse im Februar in Sindelfingen. “Es läuft im Moment richtig gut”, freut sich André, der nach den Plänen von
Landescoach Joachim Witt (Hannover) sechs- bis siebenmal wöchentlich trainiert. Diesen Aufwand betreibt er gerne: “Das
muss sein, um Erfolg zu haben.”
Mindestens einmal im Monat fährt der Kader-Athlet des niedersächsischen Landesverbandes nach Hannover, um im
Olympia-Stützpunkt zu trainieren. Gerade im Winter hält sich der Norder dort gerne auf: “Da sind die Bedingungen einfach
besser.” In Ostfriesland beteiligt sich André häufig an den Übungseinheiten der Norder Leichtathletik-Gruppe von Hans-
Bernd Eilers. Der hat festgestellt: “Siewert betreibt Sport aus Leidenschaft. Seine Lockerheit, Eleganz und sein Trainings-
fleiß ergeben diese Leistungen.” Das Ende der Fahnenstange ist beim Norder Sprinter nach Eilers´ Meinung längst nicht
erreicht: “Da gibt es noch viel Potenzial.”
Andrés Laufbahn begann einst beim Wettbewerb “Jugend trainiert für Olympia”. Da fielen einem Lehrer die Sprintqualitäten
des damals Zwölfjährigen auf. André versuchte sich in mehreren Disziplinen und blieb bei den Sprintstrecken hängen. Die
ersten Erfolge motivierten den Norder, der zum Ausgleich gerne Basketball spielt und Musik hört, zusätzlich. Beim Sprint
hängt viel von einem gelungenen Start ab. “Man muss locker und gleichzeitig auf Spannung sein”, sagt André dazu. “Und
nicht nervös.” Vorbild des Norders ist der britische Athlet Dwain Chambers. “Seinen Laufstil finde ich extrem gut”, erklärt
das ostfriesische Talent. “Er setzt das um, was wir so in der Theorie besprechen.” Für die Deutschen Meisterschaften in
Sindelfingen hat sich André ein hohes Ziel gesteckt: “Ich möchte gewinnen.” Und da er sich ständig steigert, ist ihm auch
dieser Sprint ganz nach vorne durchaus zuzutrauen.

AMMERLÄNDER NACHRICHTEN vom 29. Januar 2005
Auch mit 60 noch nicht im sportlichen Ruhestand
Rasteder Leichtathlet trotz Verletzung auf Platz zwei im Weitsprung
Rastede (mo). Dass man auch mit 60 Jahren noch lange nicht in den sportlichen Ruhestand gehen muss, beweist der
Rasteder Leichtathlet Enno Borchers. Erst seit drei Jahren wieder aktiv, konnte er Erfolge bei Senioren-Meisterschaften
feiern. Bei den Niedersachsenmeisterschaften 2004 sprang er im Weitsprung im ersten Versuch 4,60 Meter - verletzte sich
aber leider dabei. Trotzdem reichte ihm die Weite für Platz zwei am Ende. Zuvor hatte er über 100 Meter den sechsten
Platz in 14,24 Sek. belegt.
Bei den Deutschen Meisterschaften verbesserte er den sieben Jahre alten Bezirksrekord über 100-Meter-Hürden in seiner
Altersklasse auf 19,3 sec. Noch größere Ziele hatte sich der Leichtathlet, der in seiner Jugend nur um zwei Zentimeter an
der 7-Meter-Marke im Weitsprung scheiterte, bei den Europameisterschaften gesetzt. Zwar ist Borchers auch nach Aarhus
angereist, konnte aber wegen einer Bauchmuskelzerrung dann nicht am Wettbewerb teilnehmen. Für dieses Jahr hat er sich
einen neuen Anlauf vorgenommen.
In seiner Leichtathletik-Pause von 1975-2002 hat sich Borchers den Volksläufen verschrieben. Dort ist er immer noch aktiv
und hat akribisch jeden Kilometer seit 1979 mitgeschrieben. 32 237,7 Kilometer ist er seit 1979 gelaufen. Diese Marke will
er weiter vorantreiben. Doch sein Hauptaugenmerk legt Borchers auch 2005 wieder auf die Leichtathletik. Nur wird er
wahrscheinlich vom Weit- zum Hochsprung wechseln.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 16. Februar 2005
Diskuswerferin bleibt Pferd treu
Reitunfall bringt Leichtathletin Ann-Christine Junker um DM-Start
Von Karsten Gleich
Ihlow. "Ich wäre auf jeden Fall unter den Top zehn gewesen.” Ann-Christine Junker schaut wehmütig auf die Ergebnisliste
der Deutschen Jugend-Winterwurfmeisterschaften. Die 16-jährige Diskuswerferin vom MTV Aurich hätte an den 41,65
Metern von Siegerin Daniela Fink (Bayer Leverkusen) zwar zu knabbern gehabt, aber ihre 37 Meter, die sie routiniert im
Training wirft, hätten sie auf jeden Fall auf vordere Plätze gebracht.
Grund für ihre ungewollte Wettkampfpause ist eine komplizierte Verletzung, die sich die B-Jugendliche bei einem Reitunfall
Anfang Januar zugezogen hat. “Ich bin vom Pferd gefallen und habe mir dabei das Schlüsselbein vom Brustbein abgerissen”,
beschreibt sie die seltene Verletzung, die Aurichs Ärzte vor ein Rätsel stellte. Mit einer Art Kordel sind Schlüssel- und
Brustbein in einer mehrstündigen Operation wieder miteinander verbunden worden. “50 Tage muss meine Schulter noch
heilen, bevor ich wieder etwas machen darf”, sagt sie und zeigt auf ihre fingerlange Narbe am Hals. Für eine erfolgreiche
Leichtathletiksaison ist es dann zu spät. Ob sie jetzt auf ihren Trainer Thomas Dresp, den Auricher Gymnasiallehrer und
ehemaligen Landestrainer, hört und auf das Reiten verzichtet, verneint sie entschieden. “Massondo hatte keine Schuld an
dem Unfall. Ich war an dem Tag müde und hätte besser nicht reiten sollen”, nimmt sie ihren fünfjährigen Anglo-Araber in
Schutz. “Solange ich Spaß an der Leichtathletik habe, solange bin ich gut. Aber ich würde lieber mit dem Diskuswurf auf-
hören, als auf mein Pferd zu verzichten.”
Dass sich Vierbeiner und Wurfscheibe vertragen, bestätigen Junkers bisherige Erfolge. “Angefangen hat es 2002, da hat mir
unser Sportlehrer fünf Minuten vor dem Wettkampf das Kugelstoßen beigebracht.” Ergebnis: 8,19 Meter, ostfriesische
Vizemeisterin. Nach einigen Erfolgen im Jahr darauf wurde sie 2004 Landesmeisterin und Norddeutsche Vizemeisterin.
Sobald von den Ärzten grünes Licht kommt, will die unter Diskuswerferinnen zierlich wirkende Ann-Christine Junker durch-
starten. Mit Pferd - und mit Diskusscheibe.

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 19. Februar 2005
Solist sucht die Wärme des Teams
Der neue LG-Mittelstreckler Matthias Jaworski will heute bei der DM in Sindelfingen in den Endlauf
Von Ute Berndt
Im Trainingslager in Spanien 2004 haben sie sich beschnuppert, und nun haben die Leichtathleten der LG Braunschweig
einen neuen Kollegen. Matthias Jaworski hat seinem Heimatklub Harzgebirgslauf Wernigerode den Rücken gekehrt und
startet für die Braunschweiger. Heute will er bei den deutschen Meisterschaften in Sindelfingen den Endlauf über 800 Meter
erreichen. "Diese Strecke ist einfach faszinierend", schwärmt er von den zwei Stadionrunden, bei deren Bewältigung
mancher Athlet wegen des hohen Quäl-Faktors kapituliert. Für den 26-jährigen Sportstudenten sind sie eine Herausforder-
ung: "Das ist das Nonplusultra: ein Rennen, bei dem Taktik und Zweikämpfe eine Rolle spielen, aber man auch zwei Runden
Vollgas geben und fast am Limit laufen muss."
Jaworski tut dies schon seit einigen Jahren erfolgreich. Platz fünf bei den deutschen Meisterschaften 2003 war seine beste
Platzierung. 2004 in Braunschweig rannte er auf Rang acht. Durch seinen Wechsel zur LG erhofft er sich neue Impulse. "Ich
habe einen Verein mit besseren Rahmenbedingungen für Hochleistungssport gesucht", berichtet er. "Wernigerode, das war
Provinz." Er hatte zwar einen guten Trainer, der ihm auch heute noch Trainingsprogramme schreibt. "Aber die Sportstätten
sind marode." In Braunschweig reizt ihn vor allem die Unterstützung durch das von LG-Chef Bernd Bröger neu ins Leben
gerufene Laufteam. "Die unterstützen mich finanziell, organisieren Trainingslager, bieten sportmedizinische Betreuung und
sorgen dafür, dass ich in die Wettkämpfe reinkomme", freut sich der Athlet. Außerdem reizt ihn die Möglichkeit, mit den
anderen Braunschweiger Mittelstrecklern in der Staffel zu starten. "Bisher war ich doch mehr Einzelkämpfer und mein eigen-
er kleiner Manager."
Auch im Berufsleben hat er die Weichen noch einmal auf Leistungssport gestellt. Nachdem er im alten DDR-System als
Lauftalent entdeckt worden war, sollte er an die Kinder- und Jugendsportschule in Magdeburg wechseln. "Doch das Inter-
natsleben hat mir nicht zugesagt", berichtet er von einer Schnupperwoche. Dennoch rannte Jaworski immer schneller und
geriet in einen Zwiespalt: Sport oder Beruf? Mit der Ausbildung als Bankkaufmann in der Tasche entschied er sich für weit-
ere Lehrjahre. Er zog als Sportstudent nach Göttingen, wo er die Leichtathletik mit dem Studium verbinden kann. "Zur Zeit
steht für mich der Sport im Vordergrund", betont er.
Für eine große Karriere, einen EM- oder WM-Start, wird es nicht reichen, das ist ihm bewusst. Zwar hat er sich kontinuier-
lich verbessert, aber die nationale Konkurrenz ist ebenfalls schneller und vor allem zahlreicher geworden. "Da sind 12 bis 15
Leute innerhalb einer Sekunde gleich stark." Neue Ziele hat er sich dennoch gesteckt. "Eine Zeit von 1:47 Minuten ist real-
istisch", sagt Jaworski. Seine gerade aufgestellte Hallen-Bestleistung von 1:50 sei auf der 400-Meter-Bahn draußen 1:48
Minuten wert. Außerdem traut er sich in taktischen Rennen im Endspurt gute Platzierungen zu. "Denn ich bin einer, der
hinten raus ganz gut kommt." Mal unter die besten drei zu kommen in Deutschland hat er sich vorgenommen und freut sich
ansonsten auf Starts bei großen Meetings, die ihm der Wechsel zur LG bescheren soll. "Da in den A-Läufen dabei zu sein
und mit den Mittelstrecken-Größen vor Publikum zu rennen - das ist schon ein toller Anreiz."

HAMBURGER ABENDBLATT vom 22. Februar 2005
Beim Laufen kam die Liebe
Gleiches Hobby: Ellen und Ingo Schröter lernten sich über den Sport kennen / Beim Straßenlauf-Cup der LG
HNF gewannen beide ihre Altersklassen
  
Von Peter Hansaul
Langenrehm. Der zweite Teil des Straßenlauf-Cups der LG HNF führte die Aktiven 15 Kilometer lang über verschneite
Waldwege im Forst Rosengarten. Nach genau 56 Minuten und 14 Sekunden war Stefan Hüppe (35), dessen rechter Arm
seit einem Motorradunfall vor 14 Jahren gelähmt ist, im Ziel. Auf die Zeit hätte der Ausdauerathlet vom Todtglüsinger Sport-
verein eigentlich stolz sein können, wenn da nicht Ingo Schröter vor ihm gewesen wäre. Der 37-jährige vom Post SV
Buxtehude war schon nach exakt 52 Minuten im Ziel. Sein Vorsprung: rund 1300 Meter. "Und dann läuft Ingo auch noch in
der M 35, also meiner Altersklasse", schnaufte Stefan Hüppe im Ziel, "der läßt mir auch überhaupt nichts übrig, was ich ge-
winnen könnte."
Ingo Schröter, seit gut 20 Jahren Langläufer, rennt zur Zeit in einer anderen Dimension. Dabei ist der Langlauf bei den
Schröters eine Familiensache. Als allerdings Ehefrau Ellen im verschneiten Wald die Ziellinie überschritt, war ihr Mann zum
Auslaufen längst im Tannengebüsch verschwunden. Ellen Schröter ist selbst mit dem Langlauf groß geworden. Und beim
Sport hat sie vor 20 Jahren auch ihren Mann kennengelernt. "Zu Beginn, als wir schrecklich verliebt waren, sind wir auch
zusammen gelaufen", erzählte der siegreiche Ehemann, "aber längst haben wir eingesehen, daß gemeinsames Training keinen
Sinn und uns beiden auch keinen Spaß macht. Ich laufe den Kilometer in vier bis viereinhalb Minuten. Meine Frau ist eine
Minute langsamer. Da kann man keinen gemeinsamen Rhythmus finden."
Auch die Grundeinstellung des Ehepaares ist verschieden. Ellen Schröter trainiert vier- bis fünfmal in der Woche. Aber sie
liebt dabei die Abwechslung, geht Schwimmen und zur Aerobic. "Und ich laufe vor allem für mich", sagt die 37-jährige, die
zur Zeit bei einer Umschulung wieder die Schulbank drückt, "mir geht es dabei nicht um Siege und Spitzenzeiten." Bei der
zweiten Veranstaltung des Straßenlauf-Cups gewann Ellen Schröter in einer Stunde und 54 Minuten die W 35-Altersklasse.
Ingo Schröter, zweimal Sieger mit gigantischem Vorsprung beim Straßenlauf-Cup, hat sich ein heimliches Ziel gesteckt. Am
20. März wird in Otterndorf der niedersächsische Landestitel über zehn Kilometer vergeben. Und da will der Karstadt-
Verkäufer und Fachmann für Laufschuhe ganz vorne mit dabei sein. "Was die Ausdauergrundlage betrifft", sagte Ingo
Schröter, "war ich noch nie so gut vorbereitet. Gut wäre nur, wenn ich noch ein, zwei Kilo Gewicht zulegen könnte."
Dass der 1,73 Meter große Dauerläufer nur 58 Kilo auf die Waage bringt, hat nicht mit zu ehrgeizigem Training, sondern
mit "Zöliaki", einer Überempfindlichkeit gegen Gluten zu tun. Gluten ist ein Eiweißkörper im Getreide, gegen den Ingo
Schröter allergisch ist. Vor zehn Jahren, als er auch schon hart trainierte, aber nichts von seiner Krankheit wußte, wurde er
immer dünner und kraftloser. "Als ich nur noch 50 Kilo wog und nicht einmal mehr eine Treppe hoch kam", erzählt der
Buxtehuder Dauersieger, "bin ich ins Krankenhaus und erst dort wurde die Erbkrankheit diagnostiziert. Ich muß darauf
achten, daß ich keine Produkte mit Hafer, Gerste oder Roggen esse, dann bekomme ich auch mehr auf die Rippen."
==> Ein weiterer Bericht über Ingo Schröter vom 16.12.2004  

OLDENBURGER KREISZEITUNG vom 24. Februar 2005
Christian Geiger läuft von Sieg zu Sieg
Leichtathletik: Sandkruger Schüler peilt einen Platz am Sportgymnasium in Magdeburg an
Seit drei Jahren läuft der Sandhatter Christian Geiger wettkampfmäßig - Und das mit viel Erfolg
Von Guido Finke
Sandhatten. Christian Geiger muss sich im realen Leben in etwa so vorkommen wie der US-Schauspieler Tom Hanks im
Kino-Hit “Forrest Gump”. In dem Film kommt Hanks kaum zum Stillstand, denn er läuft und läuft und läuft. Dem 15-jähr-
igen Christian Geiger geht das nicht viel anders. Seit drei Jahren spult der Läufer der TSG Hatten-Sandkrug unzählige Kilo-
meter ab - und das in beeindruckender Weise. Der Leichtathlet spurtet von Erfolg zu Erfolg. Am liebsten begibt er sich auf
die Strecken über fünf und zehn Kilometer, aber auch der Halbmarathon gehört zu seinen Stärken.
Gleich bei seinem allerersten Lauf rannte der gebürtige Berliner allen davon. “Das war 1999 bei der Sandkruger Schleife.
Ich habe das Fünf-Kilometer-Rennen gewonnen”, erinnert sich Christian. Seine Trophäensammlung hat er fest im Blick:
“Ich habe inzwischen 12 Pokale, 24 Medaillen und 72 Urkunden gewonnen”, berichtet der Schüler stolz. Seine Sammlung
dürfte auch in Zukunft stetig anwachsen, denn Christian Geiger hat noch viel vor: “Ich würde ab Sommer gern das Sport-
gymnasium in Magdeburg besuchen, um meine Leistung zu steigern.” Doch dazu muss der Nachwuchssportler, der im vor-
igen Jahr Streckenrekorde in Augustfehn (über 5 km) und Ofen (10 km) aufstellte, in der Schule - er besucht die zehnte
Klasse der Sandkruger Realschule - noch eine Schippe drauflegen. “Hier hapert es ein wenig. In den Hauptfächern läuft es
nicht ganz nach Wunsch”, räumt Christian ein. Um ihren Sohn zu einem Leistungsschub in der Schule zu bewegen, haben
Uta und Steffen Geiger sogar Christians heiß geliebten Computer in Beschlag genommen. “Der ist im Keller”, so Christian.
Noch aber gibt der Leichtathlet, der zuvor bei SW Oldenburg Fußball spielte, seinen Traum nicht auf, sondern trainiert
fleißig. Apropos Training: Von seinem Zuhause am Rande Sandhattens bis zur zehn Kilometer entfernten Übungsstätte in
Sandkrug legt Christian die Strecke drei Mal pro Woche mit dem Fahrrad zurück. Der Anreiz, als Erster beim Training zu
sein, ist groß, denn derjenige darf sich die Musik aussuchen, die während der Einheit gespielt wird. Christian, der mit seinen
Vereinskollegen Eugen Eisner und Peter Stelter eine der besten 5-km-Mannschaften Deutschlands bildet, liebt die harten
Klänge: “Heavy Metal.” Zu Hause geht es aber mitunter auch harmonisch zu, denn Christian spielt gern mit Mischlingshund
Roxy und Katze Micky. Schließlich ist es auf der Laufstrecke schon anstrengend genug.

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 26. Februar 2005
“Kinder sind für mich ein Schatz, den man über alles stellen sollte”
Leichtathletik: Dr. Albrecht Günther wird keinen Nachwuchs mehr trainieren
Anstecknadeln, Urkunden, Bestleistungen: Der 68-jährige Dr. Albrecht Günther hat einen Großteil seines
sportlichen Lebens der Leichtathletik gewidmet
Von Anke Bayer-Thiemig
Delmenhorst. Ein kleines Kissen mit Anstecknadeln gibt einen ersten Überblick über seine sportlichen Erfolge. Dr. Albrecht
Günther gehörte dem SSV, dem HCD, Grün-Weiß Delmenhorst und dem Hamburger SV an, bevor er mit 47 Jahren dem
DTV beitrat. Auch wenn er erst das gemacht hat, was alle kleinen Jungen noch heute machen: Er hat ausprobiert. Zuerst
war es Fußball, dann Handball und anschließend Hockey (hier lernte er auch mit nur 16 Jahren seine Frau Margret kennen),
bevor er seinen Sport fand. “Die Leichtathletik”. Und seine Erfolge können sich sehen lassen: Sechs Mal Landesmeister im
Speerwurf und in gleicher Disziplin Vizemeister im Land (von der Jugend bis zur Männerklasse), Deutscher Vizemeister im
Speer in der AK 35 sowie zwei Mal Landesmeister im Diskus in der Seniorenklasse.
Während seines Studiums bei den allgemeinen Hochschulmeisterschaften war er zweitbester Leichtathlet hinter dem Speer-
werfer Hermann Salomon und Sechster im Speerwurf der Studentenweltmeisterschaften 1959 in Turin. In der deutschen
Bestenliste war Dr. Albrecht Günther in den Jahren 1957 bis 1960 immer unter den besten 30 Speerwerfern aufgeführt.
Seine Bestzeiten und -weiten liegen über 100 m bei 11,2 Sekunden, im Weitsprung bei 6,71 Meter, im Kugelstoßen bei
12,92 Meter, mit dem 2-kg-Diskus bei 41,65 und mit dem 1-kg-Diskus bei 46,05 Meter, mit dem Speer bei 69,80 Meter.
Fast alle Bestleistungen stammen aus seiner Studentenzeit, als er beim HSV trainierte, nur die 1-kg-Diskusweite stammt aus
der Seniorenklasse 65.
Nach seiner HSV-Zeit stieg Dr. Albrecht Günther (von vielen nur “Abo” genannt) beim DTV ein, war Abteilungsleiter der
Leichtathletik von 1962 bis 1971 und nochmals von 1981 bis 1985 und Trainer von 1962 bis 2004. Und damit soll jetzt
Schluss ein. Nachwuchssportler wie Enno Bolling und Torsten Husak hat Abo trainiert und mit ihnen immer ganz oben
mitgemischt. Jetzt will der mittlerweile nicht mehr praktizierende Kinderarzt mehr Zeit für sich haben. In seiner ehemaligen
Praxis hat er sich einen kleinen Fitness-Raum eingerichtet, denn selbst wird er weiterhin auf dem Sportplatz zu finden sein.
War es früher der Mehrkampf und hier intensiv der Speerwurf, gehört heute sein Interesse dem Diskus. Ohne Sport geht es
nicht. Dabei hat der 68-Jährige noch viele andere Interessen: “Ich höre gerne klassische Musik, gehe gerne in Konzerte.”
Und Abo werkelt gerne. Manche seiner Schränke sind selbstgemacht. Im Keller hat er sich eine Werkstatt eingerichtet.
Doch einen Großteil seiner Freizeit ist er einfach nur Opa. “Kinder sind für mich ein Schatz, den man über alles stellen
sollte.” Das sagt nicht nur der Großvater, sondern auch der Kinderarzt. Viele kleine Patienten sind bei ihm durchgegangen.
Er hat sie nicht nur untersucht und ihnen geholfen, er hatte immer ein offenes Ohr für seine kleinen Besucher. “Kinderarzt
wird man und bleibt man.”
Auch wenn der Widdermann manchmal mit dem Kopf durch die Wand will, wie er selber sagt, wirkt er ziemlich ruhig. Und
auch ein wenig nachdenklich und willensstark. Er wollte immer etwas erreichen, auch mit seinen Sportlern. Im Frühjahr wird
die neue Saison eröffnet, mit dabei auch Abo. In seiner Altersklasse wird er sicherlich wieder mit zu den Erfolgreichen ge-
hören. Und dann ist auch erneut sein Name zu lesen, in der Sieger- oder Bestenliste, in der Presse...
Und sein kleines Kissen mit den Anstecknadeln für Ehrungen und Siege wird um einige Exemplare reicher werden.

WESER KURIER vom 3. März 2005
"Ich habe wieder Blut geleckt"
Manfred Hiller erfolgreich zurück
Von unserem Mitarbeiter Stefan Freye
Bremen/Düsseldorf. Rund drei Jahre liegen zwischen dem Festakt zum 50-jährigen Bestehen des TuS Huchting und den
deutschen Hallen -Seniorenmeisterschaften der Leichtathleten in Düsseldorf. Drei Jahre, die sich für Manfred Hiller gelohnt
haben. Denn in Düsseldorf wurde der 44-Jährige deutscher Meister über die 400 Meter der M45. Nach drei zweiten Plätzen in den vergangenen Jahren hat es damit zum ersten Mal für die Spitzenposition des Huchtingers gereicht. Zu ver-
danken hat er diesen Erfolg den Feierlichkeiten zum Vereinsjubiläum. Dort sah er nämlich die Galerie mit erfolgreichen
Leichtathleten, auf der auch sein Foto platziert war. "Da habe ich wieder Blut geleckt", erinnert sich der Sprinter.
Nach diversen Landesmeisterschaften in den achtziger Jahren wollte Manfred Hiller die 1990 beendete Laufbahn wieder
aufnehmen, und er setzte dieses Vorhaben konsequent um: "Gleich am nächsten Tag bin ich wieder zum Training." Dass es
ehemalige Leistungssportler in reiferen Jahren noch mal erwischt und die Leidenschaft neu entfacht wird, ist nicht unge-
wöhnlich. Für Manfred Hiller lief es beim Neueinstieg allerdings unerwartet glatt: "Ich musste zwar ein halbes Jahr wieder
das schnelle Laufen erlernen. Aber ich war doch überrascht, wie gut ich noch bin." Drei Jahre später lief Hiller die 400
Meter in 53,41 Sekunden und fügte seinem Titel noch den vierten Platz über die 200 Meter hinzu (24,34 Sekunden).
Dazwischen lagen hartes Training und die Erkenntnis, dass "Leichtathletik wieder ein wichtiger Bestandteil meines Privat-
lebens geworden ist." Wie soll man es auch anders beschreiben, wenn einer drei Mal in der Woche zum Leichtathletiktrain-
ing geht und zudem noch zwei Mal mit Kraftübungen beschäftigt ist. Das Programm soll sich auch weiterhin auszahlen.
"Noch schöner wäre natürlich ein Titel in der Freiluftsaison", sagt Hiller.
Er denkt dabei in erster Linie an die nationalen Titelkämpfe im Juni in Schweinfurt. Als Hallenmeister dürfte Manfred Hiller
dort ein gewichtiges Wort um die vorderen Plätze mitsprechen. Zudem möchte er an den Seniorenweltmeisterschaften im
August in San Sebastian teilnehmen. "Es geht immer weiter", sagt der deutsche Meister und lacht.

CUXHAVENER NACHRICHTEN vom 5. März 2005
Nachwuchsleichtathleten von RW erhielten Verstärkung
Marc Böhme (TSV Altenwalde) und Christian Zimmer (Bad Soden-Allendorf) dabei
(buz). Die Leichtathleten von Rot-Weiss Cuxhaven um Trainer Hans-Joachim Mahler erhalten Verstärkung von zwei viel-
versprechenden Talenten. Marc Böhme aus Altenwalde und Christian Zimmer aus Bad Soden-Allendorf gehen für RW an
den Start.
Marc Böhme - der bisher bei den Leichtathleten des TSV Altenwalde zu Hause war - trainiert bereits seit einiger Zeit bei
Rot-Weiss. Der Wechsel ist ihm nicht leicht gefallen, hatte er doch viele Jahre beim TSV Altenwalde tolle Erfolge erzielen
können. Er war dort jedoch der Älteste in der Gruppe und hatte im Training kaum Möglichkeiten, sich mit Gleichaltrigen zu
messen. Bei Rot-Weiss findet er eine Gruppe vor, die seinem Alter entspricht und die bereits an zahlreichen überregionalen
Wettkämpfen teilnimmt. Marc Böhme gilt als hoffnungsvolles Talent in der Leichtathletik, viele seiner Leistungen sind ganz
weit oben in den Bestenlisten zu finden.
Christian Zimmer hat es beruflich nach Altenwalde verschlagen. Seit dem 10. Mai des vergangenen Jahres ist er dort in der
Fachausbildungskompanie der Luftwaffe, um eine Ausbildung zum Waffensystemtechniker zu absolvieren. Seit dem Herbst
2004 trainiert er regelmäßig bei Rot-Weiss und hat hier seinen Startpass beantragt. Zimmer besuchte seit 1997 das Sport-
internat in Bad Soden-Allendorf und schaffte es bis in den Landeskader Hessens. Er war dort Vize-Jugendmeister über
100, 200 und 400 Meter. Seine Bestleistungen über diese Strecken sind vielversprechend. Christian ist sehr ehrgeizig und in
einem sehr guten Trainingszustand.
Die Leichtathletikabteilung von Rot-Weiss Cuxhaven freut sich über die beiden neuen Mitglieder, weil sie nicht nur mit ihrer
sportlichen Leistungsstärke, sondern auch menschlich die Gruppe bereichern.
Steckbrief Marc Böhme:
Alter: 16 Jahre, Altersklasse: männliche Jugend B, Gewicht: 64 kg, Größe: 1,85 m, geboren in: Meißen, Wohnort: Alten-
walde (seit 1995), Leichtathlet seit 1998, Hobbys: PC, Musik, Freunde treffen, Fahrrad fahren, Spaß, Partys. Schule,
Beruf: Lichtenberg Gymnasium, Lieblingsdisziplinen: Weitsprung, 200 m, 300 m, 400 m, Stabhochsprung, die größten Er-
folge: Vize-Landesmeister, Ziele: natürlich die Teilnahme an Olympia.
Steckbrief Christian Zimmer:
Alter: 19 Jahre, Altersklasse: Männer, Gewicht: 87 kg, Größe: 1,90 m, geboren in Leipzig, Wohnort: Kassel und seit 2004
Altenwalde, Leichtathlet seit 1997, Hobbys: Fußball, Biken, PC, Schule, Beruf: Zeitsoldat für acht Jahre, Fachausbildungs-
kompanie Altenwalde, Lieblingsdisziplinen: 100m - 10,95 sec., 200 m - 22,10 sec, 400 m - 49,45 sec., die größten Er-
folge: Vizemeister Hessen 100 m, 200 m, 400 m, Teilnahme Deutsche Jugend-Meisterschaft, Start in Nizza und Monaco,
Ziele: Teilnahme Deutsche Meisterschaften 2005 und natürlich auch Olympia.

NORDSEE ZEITUNG vom 11. März 2005
Der große Traum von Peking
19-jährige Hammerwerferin Johanna Hoppe peilt Start bei Olympia an
Langen (nz). Große Ziele hat die 19-jährige Johanna Hoppe vom TV Langen. 2008 in Peking bei den Olympischen Spielen
will sie die deutsche Landesfahne im Hammerwurf vertreten.
Dieses Ziel ist nicht unrealistisch, denn sie ist die amtierende
deutsche A-Jugendmeisterin mit einer Bestleistung von 60,07 m.
Schon im vergangenen Jahr vertrat sie die deutschen Fahnen im italienischen Grosseto bei der U-20-Junioren-WM und er-
reichte mit mäßigen 55 m den 14. Platz. Dort hatte die Dritte knapp 60 m geworfen. Ihr Trainer Peter Krajek schätzt, dass
sie schon in dieser Saison zwischen 62 m und 64 m landen wird. Diese Weite bedeutet auch die Teilnahme für sie bei den
U-20-Europameisterschaften am 16./17.07. in Erfurt. Ihre Ergebnisse können sich mehr als sehen lassen, denn sie hält den
niedersächsischen A-Jugend-Landesrekord, ist mehrfache deutsche-, norddeutsche- und Landesmeisterin.
Wintertitel gewonnen
Erst vor kurzem gewann sie wieder den deutschen Meistertitel bei den Winterwurfmeisterschaften in Sindelfingen. Schon da
ließ sie die Konkurrenz deutlich hinter sich und siegte mit ca. 3 m Vorsprung zur Zweiten und warf 57,95 m bei schlechten
äußeren Bedingungen. Betreut von der Sportagentur executiveSPORTS will man den gemeinsamen Weg zu den Olymp-
ischen Spielen nun vorbereiten. Ein Windkrafträderhersteller aus Hamburg hat bereits großes Interesse gezeigt und wird
Johanna Hoppe wohl die nächsten drei Jahre begleiten und unterstützen. Gerade hier trifft die Drehwurftechnik den Nerv
des Sponsors, denn schließlich wird bei beiden die Energie durch die Drehung erzielt. Zusätzlich erhält Johanna Hoppe einen
Ausrüstervertrag bei einem Sportartikelhersteller, der sie ebenfalls nach Peking begleiten will.
Ein weiterer Bericht über Johanna Hoppe vom 26.7.2003 (damals noch LG Einbeck)   

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 12. März 2005
Erkältung hindert Kristin Ringel an Bestzeit
Hürdensprinterin wird in der Hallensaison über 60 Meter 20. in Deutschland / Hoffen auf Sommersaison
Von unserem Redakteur Carsten Spöring
Osterholz-Scharmbeck. Wieder einmal war es eine Erkältung, die für Kristin Ringel eine Bestzeit über 60 Meter Hürden
in der jetzt zu Ende gegangenen Hallensaison verhinderte. Die Sportlerin - die weiterhin berufsbedingt in Halle/Saale weilt,
aber für den VSK Osterholz-Scharmbeck in der Startgemeinschaft Osterholzer Leichtathleten (SOL) antritt - behauptete
sich mit 8,56 Sekunden aber im Umfeld der deutschen Spitzenklasse.
Nach den Landesmeisterschaften (Zweite in 8,67 Sekunden) und den Norddeutschen Titelkämpfen (8,69/Platz drei)
schleppte sie sich mit der Erkältung herum. Dennoch lief sie bei den deutschen Meisterschaften in Sindelfingen mit 8,56
Saisonbestzeit und verfehlte ihren Hausrekord aus dem Vorjahr (8,53) nur knapp. In Sindelfingen belegte sie unter den 17
Qualifizierten am Ende Rang 13. Damit liegt sie auf Platz 20 in der aktuellen deutschen Hallen-Bestenliste. Beim 10. Inter-
nationalen Erdgas-Hallenmeeting in Chemnitz bestätigte Kristin Ringel mit 8,59 ihre gute Zeit von Sindelfingen. Der Lohn
war Rang sieben in einem internationalen Starterfeld, unter anderen mit der aktuellen Teilnehmerin an der Hallen-Europa-
meisterschaft, Nadine Hentschke (MTV Mannheim).
Daher geht die Osterholz-Scharmbeckerin auch hoffnungsvoll in die Sommersaison. Zurzeit absolviert sie Aufbautraining auf
Mallorca, fährt vor Ostern eine Woche mit SOL-Leichtathleten in die Sportschule Zinnowitz und anschließend mit ihrem
Heimtrainer aus Halle, dem früheren Bundestrainer der 400-Meter-Frauen, Harald Werner, zwei Wochen nach Albufeira /
Portugal. Bleibt Kristin Ringel gesund, hofft sie in ihrem nunmehr 13. Jahr beim VSK auf den Anschluss an die nationale
Spitze über 100 Meter Hürden und eine Verbesserung ihres eigenen Rekordes von 13,84 Sekunden.

OLDENBURGER KREISZEITUNG vom 17. März 2005
Keine Angst vor selbst gesetzten Zielen
Leichtathletik: Speerwerferin Denise Homeyer strebt Sprung in Bundeskader an
Die 15-Jährige gehört zu den Vorzeige-Athletinnen der LGG Ganderkesee / In diesem Jahr hat sie wegen einer
Adduktorenzerrung aber noch keinen Wettkampf bestritten
Von Wolfgang Grave
Ganderkesee/Heidkrug. Die freundliche Floskel “Herein in die gute Stube” verkneift sich die Familie Homeyer derzeit,
wenn sie Gäste in ihr Wohnzimmer bittet. “Hier sieht’s aus wie auf einer Baustelle”, frotzelt Mutter Ayse angesichts einer
kahlen Wand und eines riesigen gläsernen Behälters, der noch vor wenigen Tagen als Aquarium fungierte - bis, ja, bis sich
400 bis 500 Liter Wasser einen Weg aus ihrem Gefängnis suchten. Aber nicht nur Ayse, sondern auch ihr Mann Hermann
und Tochter Denise können sich ein Lachen nicht verkneifen. Doch die Handwerker sind bestellt, bald kehrt die Gemütlich-
keit zurück.
Gemütlichkeit, Bequemlichkeit, Ruhe: Begriffe, die Denise anscheinend noch nicht in ihren Wortschatz aufgenommen hat.
Allein auf dem Sessel sitzend, versprüht die 15-Jährige mehr Elan als so mancher Chartstürmer auf der Bühne. Erzählt sie
dann von sich und ihrem Privatleben, dreht es sich meistens um Sport, dem beherrschenden Thema im Hause Homeyer. Sie
könne ja nichts dafür, dass sie - bis auf ihre beste Freundin - “keine Freunde habe, die kein Sport treiben”, sagt sie. Die eine
schwimmt, die andere fährt Rad und die nächste spielt Faustball. “Und fast alle sind erfolgreich.” So wie Denise selbst.
Denn in ihrer Altersklasse ist die Speerwerferin der LGG Ganderkesee derzeit die beste in Niedersachsen. Bei den Nord-
deutschen Meisterschaften im Winterwurf fehlte sie wegen einer Adduktorenzerrung. Das ärgert sie noch heute, denn die
Verletzung zog sie sich erst zwei Tage vor dem Wettbewerb zu. Die Weite, die zum Sieg reichte, “hätte ich gepackt”, sagt
sie selbstbewusst. Schließlich warf sie den Speer im vergangenen Jahr bis auf 39,37 Meter.
Nach der Verletzung verordneten Trainer und Eltern dem Energiebündel erst einmal Ruhe. Was laut Vater Hermann leichter
gesagt als getan war: “Wir mussten sie mit Handschellen anketten”, sagt er lachend. Ihren derzeitigen Leistungsstand kann
Denise deshalb nur schwer einschätzen, weil sie in diesem Jahr noch keinen Wettkampf bestritten hat. Beim Werfertag in
Delmenhorst am  9. April will sie aber wieder angreifen, schließlich verfolgt sie mit Hilfe ihres Trainers Hermann Alms (O-
Ton-Denise: “Ihm habe ich vieles zu verdanken”) ein großes Ziel: das Erreichen der 42-Meter-Marke. Mit dieser Weite
qualifiziert sie sich für den Bundeskader. Angst, dass ihr das nicht gelingt, hegt sie nicht. Gerade im Hinblick auf ihre Train-
ingsleistung erwartet die Schülerin des Gymnasiums an der Willmsstraße das von sich selbst - trotz der fehlenden Praxis. Bis
auf einige kleine technische Fehler sei alles in Ordnung. Zudem geht sie neuerdings jeden Mittwoch zum Krafttraining. “Das
habe ich vorher nie gemacht und muss sich jetzt einfach lohnen”, erklärt sie ihre Logik.
Gewichte stemmen ist eben keine Freude, wie sie schon während eines Trainingslagers auf dem Olympia-Stützpunkt in
Hannover feststellte. Damals habe sie zusammen mit älteren Jungs zum ersten Mal “das volle Programm im Kraftraum”
durchgezogen: “Danach lag ich nur noch erschöpft im Bett”, erinnert sie sich. Beim nächsten Lehrgang in den Osterferien
blüht ihr womöglich ein ähnliches Schicksal, aber Denise beschwert sich nicht, sie will es nicht anders. Der helfenden Hand
ihrer Eltern kann sie sich dabei sicher sein: “Wir unterstützen sie, wo wir nur können”, sagt Hermann Homeyer, “und zwar
in guten wie in schlechten Tagen.” Das heißt: Auch wenn’s in der Schule mal nicht so läuft: Sportverbot wird es für Denise
nicht geben. Ihre Eltern wissen nur allzu gut, dass ihre Tochter einige Entbehrungen auf sich nehmen muss. Ein Freifahrt-
schein bedeutet das für sie jedoch nicht. Schule ist und bleibt wichtig, betonen Ayse und Hermann Homeyer unisono. Wie
sie sich später mal beruflich verwirklichen will, weiß Denise noch nicht genau. Sie könne sich aber schon vorstellen, als Ge-
richtsmedizinerin zu arbeiten.
Schule und Leistungssport: Viel freie Zeit bleibt jedenfalls nicht, gibt sie selbst zu. In der, die ihr bleibt, trifft sie sich dann mit
ihren Freundinnen, surft im Internet oder hört Musik, “am liebsten türkische oder indische”. Und Musik kann bekanntlich
zum Träumen verleiten. Denise träumt von einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen oder den Europameisterschaften.
Das sagt sie, ohne zu erröten. Denn “warum soll man seine Traum nicht verwirklichen”, fragt sie rhetorisch, als ob sie sagen
wolle, dass sich ihrer schon bald in ein Ziel verwandeln wird - und zwar in ein realistisches.

GOSLARSCHE ZEITUNG vom 6. April 2005
Schladener Leichtathletin Svenja Drechsler trainierte im Bundesleistungszentrum
Vor der neuen Freiluftsaison ist das Ziel für Svenja Drechsler klar definiert: “Ich möchte bei den Deutschen Leichtathletik-
Meisterschaften in Braunschweig dabei sein,” sagt die Aktive des MTV Jahn Schladen. Somit sind auch die Voraussetz-
ungen klar, die sie erfüllen muss: Kugelstoßen 11,80 m, Diskus 38,00 m, Speerwerfen 41,00 m. Die Qualifikationsweiten
zur Teilnahme an den Norddeutschen Meisterschaften in Wilhelmshaven hat die 15-Jährige Realschülerin bereits erreicht:
Kugel 10,50 m, Diskus 28,00 m und Speerwurf 32,00 m.
Ihre Erfolge in den letzten Jahren haben dazu geführt, dass ihr vom Niedersächsischen Leichtathletikverband (NLV) ein
Platz im Elite-Sportinternat des Olympiastützpunktes in Hannover angeboten wurde, wo nur Kaderathleten mit aussichts-
reicher Perspektive aufgenommen werden und eine zielgerichtete Förderung zum Erreichen von deutschen Meistertiteln mit
dem Endziel der olympischen Teilnahme im Mittelpunkt steht. Svenja Drechsler äußerte sich nach eingehender Besichtigung
und einigen Gesprächen im Sportinternat zwar “hellauf begeistert” über die Möglichkeiten, doch war sie mit ihren Eltern
einig, dieses Angebot noch nicht anzunehmen, weil sie zunächst im kommenden Jahr ihren Abschluss an der Lessing-Real-
schule Wolfenbüttel erreichen möchte. “Eine Option für die Aufnahme im Internat steht meiner Tochter weiterhin offen”, so
Mutter Anke Drechsler, 1983 selbst Landesmeisterin im Diskus- und Speerwerfen. (bum)

DER MÜNSTERLÄNDER vom 7. April 2005
Medaillen verschwinden bereits in Kartons
Leichtathletik: Anne und Katharina Herzog aus Barßel laufen bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr
Von Hans Passmann
Barßel. "Das Laufen macht uns schon einen Bombenspaß”, sagen die Geschwister Katharina und Anne Herzog aus Barßel-
Neuland. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die beiden Schülerinnen schon seit dem sechsten Lebensjahr die Lauf-
schuhe schnüren. Heute - 17- bzw. 15-Jährig - blicken die beiden Mädchen bereits auf zahlreiche Erfolge auf Kreis-,
Bezirks- und Landesebene zurück - die Erfolge bei sonstigen Läufen gar nicht mitgezählt. Ihre Zimmer zieren unzählige
Pokale, Medaillen, Urkunden und Plaketten. Teilweise verschwinden die Auszeichnungen in Kartons, weil kein Platz mehr
im Regal und an der Wand vorhanden ist.
Angesteckt wurden die beiden Sportlerinnen, die für die Leichtathletik-Abteilung des Sport- und Turnvereins (STV) an den
Start gehen, mehr oder weniger von ihrem Vater Ludger Herzog. Er ist begeisterter Langstreckenläufer und auf zahlreichen
Volks- und Crossläufen unter den Startern zu finden. “Vielleicht habe ich meinen Kindern das Laufen in die Wiege gelegt.”
“Ob das so richtig ist, weiß ich nicht”. “Zusammen mit meiner Schwester Anne habe ich jedenfalls meinen Vater zum Lauf-
training begleitet. Da ist bei uns das Feuer für diese Sportart entbrannt”, sagt Katharina. Nun lässt die beiden das Laufen
nicht mehr los. Mehrfach wird in der Woche unter Anleitung von STV-Coach Alfred Maaß trainiert. “Ohne Schweiß kein
Preis”, wissen die beiden Herzog-Geschwister, und so wird eifrig trainiert. Wer sich dem Kurz-, Mittel- oder Langstrecken-
lauf verschreibt, muss wissen, dass er sich den härtesten Weg zum sportlichen Ruhm aussucht. Ein Weg, der seine letzte
Steigerung im Marathonlauf hat.
“Das Training des Langstreckenläufers, der Spitzenleistungen erreichen will, wird in der Regel einige Stunden pro Tag be-
tragen müssen. Dieses Pensum füllt bei uns auch die Freizeit schon ein wenig aus”, erklären Katharina und Anne. Und das
jahraus, jahrein. Allerdings: Ein wenig Talent muss man schon haben. Darüber hinaus erfordern die langen Strecken - mehr
als die kurzen - eine kluge taktische Einteilung. “Wer es nur in den Beinen hat, wird nie ein ganz Großer der Langstrecke
werden”, meint Katharina, die gegenüber ihrer Schwester die längeren Strecken bevorzugt. Eines wissen aber beide: “Man
darf sich selbst nicht überschätzen.” “Gutes Schuhwerk ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg”, betont Anne, die mit
ihrer Schwester Katharina das Albertus-Magnus-Gymnasium in Friesoythe besucht. “Die richtigen Treter müssen es schon
sein. Beim Crosslauf braucht man anderes Laufwerk als bei einem Start im Stadion auf der Tartanbahn.”
Zu viele Pfunde auf dem Leib sind für das Laufen nicht gut, wissen die beiden STV-Sportlerinnen. Doch damit haben die
Mädchen überhaupt keine Probleme. Beide sind eigentlich auf allen Bahnen zu Hause, sie liebäugeln aber auch mit Volks-
und Crossläufen. “Der Volkslauf macht mir einfach mehr Spaß als die Bahn”, sagt Katharina. “Da sind mehr Leute an der
Strecke, und das spornt an.” In diesem Jahr holte Anne, die in ihrer Freizeit auch Klavier spielt und tanzt, in der Klasse der
weiblichen Jugend B bei den Kreis-Crossmeisterschaften in Bösel über 2300 Meter den Titel. Ihre Zeit: 10:34 Minuten. Bei
den Weser-Ems-Meisterschaften in Surwold belegte sie einen hervorragenden siebenten Platz in 11:32 Minuten. Diese
Läufe kamen für Katharina nach einer Verletzung noch zu früh. Sie hatte sich beim Training den Knöchel angeknackst. “Da-
mit war an Laufen oder Wettkampf nicht zu denken.” Über sechs Wochen musste sie pausieren. Nun gab es den ersten
härteren Test bei den Landesmeisterschaften in Otterndorf über zehn Kilometer im Straßenlauf. In der Klasse weibliche
Jugend A gelang der Hobbymalerin gleich ein hervorragender Einstand. In der Zeit von 44:23 Minuten wurde sie beacht-
liche Sechste. Sie verbesserte damit gleich auch ihre persönliche Bestleistung. Das gelang auch ihrer Schwester in der B-
Jugend. In 47:35 Minuten beendete Anne das Rennen auf einem ausgezeichneten fünften Platz.

STADER TAGEBLATT vom 8. April 2005
Start in die neue Saison mit hohen Zielen
Katharina Alack träumt von Olympischen Spielen
Kreis Stade (lg). Ihr ganz großes Erfolgs- und Leistungsziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Die 17-jährige
Schülerin Katharina Alack aus Stade will sich diesen Traum unbedingt erfüllen und hat ihr Trainingspensum in den Lauf-
Disziplinen über 100 m, 200 m und 400 m ganz auf die kommende Saison abgestellt. Im vergangenen Jahr wurde Katharina
Landesmeisterin im 400-m-Lauf der weiblichen Jugend B, jetzt steht die Teilnahme an den Deutschen Jugendmeister-
schaften auf dem Programm.
Für die neue Saison hat sich Katharina Alack hohe Ziele gesteckt: 57,5 sec über 400 m, 25,6
sec über 200 m, und die 100 m sollen zum Saisonhöhepunkt in nur 12,5 sec gesprintet werden. Darauf bereitet sich die
Schülerin im Training rund 44 Wochen lang pro Jahr mit einer Intensität von fünf bis sechs Trainingseinheiten vor.
Katharinas sportliche Heimat ist der TSV Wiepenkathen. Das Wintertraining wurde aber auch auf der Sportanlage des VfL
Stade in Ottenbeck, bei mehreren Waldläufen, auf der heimischen Laufbahn in Stade-Wiepenkathen und auch in der Sport-
halle Wiepenkathen durchgeführt. Ab sofort geht es im Freilufttraining in Stade-Ottenbeck und Wiepenkathen weiter.
Gleich drei Trainer kümmern sich um die sportlichen Fortschritte der jungen Leichtathletin. Für den Bereich Langsprint ist
Niedersachsens Landestrainer Edgar Eisenkolb aus Hannover zuständig, vor Ort in Stade stehen ihre Vereinstrainer Gerd
Prinzler und Uwe Alack mit Rat und Tat bereit.
Die aktuellen Trainingsschwerpunkte setzt Katharina zurzeit im 400-m-Langsprint. Gerade diese Strecke ist ihre Lieblings-
disziplin. Nicht zuletzt darum, weil sie im vergangenen Jahr Landesmeisterin im 400-m-Lauf ihrer Altersklasse weibliche
Jugend B geworden war. Ihr sportliches Erfolgs- und Leistungsziel ist allerdings neu gesteckt: eine Teilnahme an den Olymp-
ischen Spielen.
Katharina Alack igt Schülerin am Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade. Beruflich sind die Weichen noch längst nicht ge-
stellt, aber gerade hat sie ein dreiwöchiges Praktikum bei der Polizeiinspektion Stade absolviert. Ihre größten Erfolge waren
2001 die Landesmeisterschaft im Block Lauf der Schülerinnen A. 2003 errang Katharina Platz zwei bei der Landes-
meisterschaft über 400 m, 2004 holte sie dann den Titel.

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 14. Mai 2005
Bock peilt jetzt die 55 Meter an
Diskuswerfer aus Kirchlinteln gehört zur Elite der DLV-Jugend
Von unserem Mitarbeiter Jürgen Honebein
Kirchlinteln . Einer der talentiertesten Leichtathleten im Landkreis Verden ist der 19-jährige Thorben Bock, der seit Beginn
seiner Laufbahn vor zehn Jahren für den TSV Kirchlinteln startet. Bock gehört mit einer Bestweite von 49,69 Metern zu
den besten zwölf deutschen Diskuswerfern seines Jahrgangs. Der junge Mann absolviert zur Zeit in Hannover eine Berufs-
ausbildung und trainiert daher auch in der Landeshauptstadt unter der Regie des Landestrainers für die Wurfdisziplinen,
Thorsten Frey.
Thorben Bock hat in diesem Jahr noch Großes vor. So möchte er seine persönliche Bestleistung auf ungefähr 55 Meter
verbessern. Nicht zuletzt möchte er darüber hinaus bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Braunschweig Ende Juli
ins Finale der besten acht Diskuswerfer kommen und am Ende des Jahres in der deutschen Rangliste einen Platz unter den
Top zehn belegen. Um diese Ziele zu erreichen, trainiert Thorben Bock zur Zeit "hammerhart". Er ist fünf Mal in der Woche
in Hannover auf dem Trainingsplatz und arbeitet dort zwei bis drei Stunden täglich intensiv. Der 1,90 Meter große und 110
Kilo schwere Modellathlet ist aber nicht nur ein ausgezeichneter Diskuswerfer, sondern zählt auch im Kugelstoßen zu den
Besten im Lande. Hier liegt seine persönliche Bestmarke zur Zeit bei 15,20 Metern. "Da aber meiner Meinung nach eine
Disziplin Priorität haben muss, habe ich mich für das Diskuswerfen entschieden", erklärt Bock. Seine bisher größten Erfolge
waren Platz sechs vor zwei Jahren bei den Deutschen Meisterschaften der B-Jugend und zuletzt der fünfte Platz beim
Winterwurfmeeting in Sindelfingen gegen stärkste deutsche Konkurrenz. Dazu kommen etliche Landes-, Bezirks- und
Kreismeistertitel.
Ausgesprochene Vorbilder in seiner Sportart hat er nicht. "Lars Riedel finde ich zwar gut, aber als mein Vorbild möchte ich
ihn nicht bezeichnen", verkündet der 19-Jährige selbstbewusst. Fast alles zu verdanken hat Thorben Bock seinem Heim-
trainer beim TSV Kirchlinteln, Claus Dierks. Dierks nahm ihn unter seine Fittiche, als Thorben Bock als Zehnjähriger mit
seinen Eltern das Leichtathletiktraining in Kirchlinteln besuchte. "Er hat mich schnell begeistern können, und hätte er in den
vergangenen Jahren nicht immer so zielbewusst und hart mit mir gearbeitet, ich würde heute sicher längst nicht so weit sein",
lobt Bock den engagierten Übungsleiter. Auch wenn er jetzt zur Zeit fast nur noch in Hannover trainiert, wird Bock weiter-
hin für seinen Heimatverein TSV Kirchlinteln starten. "Ein Vereinswechsel kommt für mich zumindest im Moment überhaupt
nicht in Frage", stellt der Kirchlintelner klar. Thorben Bock hofft, dass er weiterhin von Verletzungen verschont bleibt und
sich in seiner Paradedisziplin kontinuierlich steigern kann: "Das wird mir gelingen, wenn ich intensiv an meiner Technik
arbeite, denn die ist in den Wurfdisziplinen entscheidend", so die Überzeugung des Nachwuchstalentes.
==> Ein weiterer Bericht über Thorben Bock vom 29.7.2002  

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 19. Mai 2005
Mit dem Moped zum Training und dem Diskus in der Tasche
Leichtathletik: Anna Engelke will die 33 Meter knacken
Ganderkesee (abt). Als Ziel nennt Anna Engelke die 33 Meter mit dem Diskus in diesem Jahr. Erst kürzlich hat die 17-
jährige Leichtathletin beim Werfertag in Huchting 30,79 Meter geworfen. Letztes Jahr wurde sie Zweite der Landesmeister-
schaft mit 30,89 Metern, ihrer derzeitigen Bestweite. In der Landesbestenliste ist im Diskuswurf ihr Name auf Rang drei zu
finden.
Was Anna Engelke ausmacht, ist die Ruhe, die sie ausstrahlt. Die Waldorfschülerin mit den Lieblingsfächern Mathe, Sport
und Russisch wohnt in Hude, hat zwei ältere Brüder. Obwohl sie früher in Hude und Grüppenbühren voltigiert und geritten
ist, hat sie schon seit vier Jahren die Lust an der Leichtathletik gefunden. Ihr Vater ist dafür verantwortlich, dass sie bei der
LGG Ganderkesee gelandet ist. “Er hat sich umgehört”, so die Tochter. Zum Training erscheint sie ebenso pünktlich wie
auch in der Schule. Obwohl die Trainingsstätte wie auch die Waldorfschule in Oldenburg nicht gerade vor der Tür liegen.
Anna Engelke fährt Moped. Morgens ist sie auf der Landstraße nach Oldenburg unterwegs, nachmittags ins Ganderkeseer
Stadion.
Neben dem Diskuswurf gehört sie zu der LGG-Mannschaft, die im Siebenkampf antritt. Der Mehrkampf wird an zwei
Tagen ausgetragen. Die Disziplinen des ersten Tages sind die 100 m Hürden, der 200-m-Lauf, Kugelstoßen und Hoch-
sprung. Am zweiten Tag folgen Weitsprung, Speerwerfen und der 800-m-Lauf. Im kommenden Monat sind die Landes-
meisterschaften im Siebenkampf in Papenburg. Da wollen die Mädchen von der Leichtathletik-Gemeinschaft Ganderkesee
ganz vorne mitspielen. “Wir hoffen auf Rang eins”, so Anna Engelke, die mit Karen de Groot und Jasmin Homeyer eine
Mannschaft bilden wird.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 24. Mai 2005
Auf dem Weg zur dritten Erdumrundung
Laufsport: Franz Albers aus Leer hat bereits an 65 Marathons teilgenommen / Erster Start in Bremen
Von Nina Höllerich
Leer. Franz Albers hat schon über zweimal die Erde umrundet. Nicht tatsächlich. Aber wenn er seine Kilometer, die er im
Training oder bei Rennen gelaufen ist, zusammenzählt, kommt eine Distanz von 89 000 Kilometern heraus. Der Leeraner,
der seit über 30 Jahren läuft, ist bereits bei 65 Marathons gestartet. Erst vor kurzem siegte der 66-Jährige bei den Nieder-
sachsenmeisterschaften im Marathon (42,195 Kilometer) in Hannover in der Altersklasse M 65. In 3:14:59 Stunden lief er
über die Ziellinie. “Bei den Deutschen Meisterschaften in Regensburg wäre ich mit damit im meiner Altersklasse Dritter ge-
worden.”
Aber um Leistung gehe es ihm nicht. Zumindest nicht in erster Linie. “Ich habe als Gerichtsvollzieher gearbeitet. Das Laufen
hat mir geholfen, den stressigen Beruf gut durchzustehen”, sagt Albers. Außerdem sei der Sport ein Stück Lebensqualität.
“Es gibt Dinge im Leben, die wichtiger sind als das Laufen. Aber wenige sind so wichtig wie das Laufen”, ist Albers über-
zeugt. Rund 100 Kilometer legt er pro Woche zurück. Krafttraining und Gymnastik halten ihn fit. “Der Marathon selbst ist
nicht gesund. Das Training dafür schon.”
Dass Albers trotzdem immer wieder bei Langstreckenläufen an den Start geht, erklärt er sich so: “Es ist wie ein Virus. Man
läuft den ersten Marathon, sagt sich nach zwei Drittel der Strecke “nie wieder” und sucht eine Woche später schon, wo die
nächste Veranstaltung ist.” Seinen “ersten” ist Albers Ende der 70er Jahre in Bremen gelaufen. Durch seinen Sport hat er
viele große Städte gesehen. Sowohl in Deutschland, als auch in Amerika, wo er beispielsweise in Los Angeles gelaufen ist.
Erinnerungsbilder, die ihm beim Start, auf der Strecke oder beim Zieleinlauf vor meist beeindruckender Kulisse zeigen,
hängen in seinem Büro. “Mein bewegendster war der Lauf nach der Wende durch Ostberlin und das Brandenburger Tor.”
Sein schönstes Rennen sei aber 1995 in Hamburg gewesen. “Da war ich genauso schnell wie zehn Jahre zuvor: 2:49 Std.
habe ich gebraucht.”
Dass er eines Tages einmal nicht mehr Dauerläufe machen kann, glaubt Albers nicht. Und wenn er einmal aufhören müsste,
würde er sich auf jeden Fall einen anderen Sport suchen. Doch zunächst will der Leeraner weiterhin die Sportschuhe
schnüren und Kilometer um Kilometer laufen - er ist schließlich auf dem Weg zur dritten Erdumrundung. "

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 25. Mai 2005
Ossiloop hat für Klaus Beyer sieben Etappen
Sportler der Woche: Holtlander organisiert seit 24 Jahren den Volkslauf von Leer nach Bensersiel
Von Nina Höllerich
Holtland. Klaus Beyer ist Lehrer, Trainer und Sportler. In erster Linie ist er aber der Macher des Ossiloops. Seit 24 Jahren
organisiert der Holtlander den Volkslauf von Leer nach Bensersiel. In diesem Jahr haben wieder um die 1000 Läufer die
sechs Etappen zurückgelegt. “Es war der kälteste, den wir je hatten”, sagt Beyer. Zum ersten Mal seien die Teilnehmer bei
Regen in Bensersiel eingelaufen. “Wobei die Temperaturen für die Läufer optimal waren”, betont Beyer. Lediglich die Helfer
hätten am Streckenrand gefroren.
“Wenn ich damals schon gewusst hätte, welche Ausmaße der Ossiloop annimmt, hätte ich höchstwahrscheinlich nicht
weitergemacht”, sagt der 62-Jährige zurückblickend. 24 Läufer beteiligten sich an der Premiere. Auch Beyer ist mitgelaufen.
Es war das einzige Mal. “Ich habe den anderen den Weg gezeigt.” Früher habe er das familiäre an der Veranstaltung ge-
schätzt. “Man kannte sich, saß zusammen.” Heute sind es andere Dinge, die Beyer anerkennt. Zum Beispiel das Engage-
ment der vielen Helfer. “Ohne deren Einsatz, ohne das DRK, die Feuerwehr und die Kommunen und auch die Sponsoren
wäre der Ostfrieslandlauf gar nicht möglich”, weiß er.
Ab der ersten Januarwoche stehen für Beyer die Zeichen auf Ossiloop. Kommunen und Sponsoren werden angeschrieben,
alles muss geregelt werden - auch mit Behörden. Denn die Veranstaltung ist mit strengen Auflagen verbunden, seien es
Aspekte des Naturschutzes oder die Sicherheit im Straßenverkehr. Und während für die Läufer nach drei anstrengenden
Wochen der Ossiloop vorbei ist, müssen Beyer und sein Team aufräumen, Urkunden schreiben und diese verschicken.
“Und dann gibt es für uns ja noch eine siebte Etappe”, schmunzelt Beyer. “Das Mitarbeiteressen.”
Eine sportliche Auszeit gönnt sich Beyer nach dem Volkslauf dennoch nicht. “Meine Hammerwerferinnen trainieren vier bis
 fünf Mal in der Woche. Da bin ich immer dabei”, sagt Beyer. Außerdem sei der Sport bei ihm in letzter Zeit viel zu kurz
gekommen. “Ich brauche jetzt Sport”, sagt der Holtlander, der im Herbst den Termin für den nächsten Ossiloop - den
Jubiläumslauf - festlegt. “Ich habe zu meinen Helfern immer gesagt, die 25 mach ich voll.” Ob er in den Jahren danach
weiterhin den Startschuss abfeuert, lässt der Lehrer offen. “Mehr sage ich dazu nicht.”

ZEVENER ZEITUNG vom 28. Mai 2005
Gnarrenburger findet im Laufen Erfüllung
Werner Stelljes sucht immer wieder die sportliche Herausforderung
Von unserem Mitarbeiter Manfred Krause
Gnarrenburg. Das Sofa und der Ohrensessel sind nicht sein "zu Hause": Beim Laufen findet Werner Stelljes die sportliche
Herausforderung und Erfüllung. Doch über ein Jahrzehnt durfte er aufgrund einer schweren Knieverletzung keinen Sport
betreiben. Wie durch ein Wunder schaffte der heute 63-Jährige ein Comeback und ist mittlerweile im TSV Gnarrenburg ein
passionierter Marathonläufer.
"Es war eine ganz schlimme Zeit, als mir die Ärzte nahe legten, keinen Sport mehr zu machen,
da der Verschleiß im Knie zu groß war. Damals war ich gerade 46 Jahre alt und tief enttäuscht", sagt Werner Stelljes zu
seiner langen Leidenszeit. Und die dauerte genau zehn Jahre. Doch der Hobbysportler zeigte sich kämpferisch und begann
während seines Urlaubs in Dänemark wieder kleine "Gehversuche". Mit seinem Pudel "Babsy" ging er morgens an den
Strand und versuchte immer wieder aufs Neue einige Meter zu laufen. Mit Erfolg: Denn bald konnte er schmerzfrei joggen.
 Das war wie ein Wunder "Ich war total glücklich", so Werner Stelljes, der während der Zwangspause 20 Kilo zunahm.
Und glaubt: "Es liegt doch auf der Hand, dass man sich dabei total unglücklich fühlt. Als ich merkte, dass ich keine
Schmerzen mehr hatte, stieg ich beim Lauftreff ein. Damit begann ein neuer Lebensabschnitt für den Familienvater, der seit
über einem Jahr das "Rentner-Dasein" genießt. Seine letzte "Dienststelle" - seit 1967, war die Firma Konz, die direkt vor
seiner Haustür in Gnarrenburg liegt. Dort arbeitete er als Elektro- und Heizungsmonteur. Und fast über den gleichen Zeit-
raum ist er schon mit seiner Frau Karin, mit der er zwei Söhne - Sascha und Jens - hat, verheiratet. "Vor drei Monaten
haben wir einen Enkel bekommen. Der heißt Rune und ist genau wie ich Werder-Fan", erzählt der stolze Großvater, der
allerdings im Moment wenig mit dem Nachwuchs anzufangen weiß. "Ich denke das kommt noch."
Seine sportliche "Karriere" begann als Fußballer beim FC Hambergen. Doch auch im Tischtennis zeigte er Talent und hatte
Erfolg. Mit dem Umzug (1971) nach Gnarrenburg erfolgte auch der sportliche Wechsel: Beim GSV Brillit schloss er sich
der Tischtennisabteilung an und spielte parallel dazu im Turn- und Sportverein Gnarrenburg Fußball. "Ich war bestimmt kein
großer Techniker, meine Qualitäten lagen eher im läuferischen Bereich", erzählt Werner Stelljes, der bald ein "Herz" für
Jugendfußballer im Verein entwickelte. Das Besondere: Er übernahm eine Mannschaft der F-Junioren und begleitete das
Team zwölf Jahre lang bis hoch zur A-Jugend, die sogar den Sprung in die Bezirksoberliga schaffte. Den Fußball erlebt er
heute nur noch als Zuschauer und das eher selten. Denn mittlerweile ist der nimmermüde Sportler vom Lauf- und Marathon-
Fieber besessen.
"Über den Lauftreff bin ich als Seiteneinsteiger zum Marathon gekommen. Eine große Hilfe war für mich Hans Gerschler,
der mir aufgrund seiner Erfahrung wertvolle Trainingstipps gab", so Werner Stelljes. Zusätzlich kaufte er sich professionelle
Lektüre mit Trainingsprogrammen, um letztlich nichts dem Zufall zu überlassen. Die Premiere erfolgte dann im Jahr 1995 in
Wellen. Doch die Veranstaltung hatte nicht unbedingt das Flair, was sich Läufer wünschen, um die 42,2 Kilometer ohne
"Durchhänger" zu überstehen. Die Strecke führte zu großen Teilen über die Bundesstraße und dort standen kaum Zu-
schauer, die die Athleten anfeuerten. Dass man Marathon nicht nur mit den Beinen, sondern auch mit dem Kopf läuft", er-
kannte Werner Stelljes sehr bald. "Bis zur 30-Kilometer-Marke ist es noch angenehm. Nach 37 Kilometern fängt es an,
richtig weh zu tun. Doch das Erreichen des Zieles ist oberstes Gebot." Mittlerweile ist er längst ein alter Hase im Lauf-
Circus, weiß wie man sich richtig vorbereitet und was man dem Körper zumuten kann. Im Wettkampf geht man bis ans
Limit, gibt alles. Nach dem Lauf ist der Akku völlig leer, dann schmerzt jede Muskelfaser", sagt der Marathon-Routinier.
Bisher brachte er es auf neun Starts, davon allein vier in Hamburg. Mit beachtlichen Zeiten, die beste lag bei 3 Stunden 17
Minuten. Seinen größten Erfolg feierte er bei den Europameisterschaften 2002 in Potsdam. "In der M-60-Altersklasse be-
legte ich Platz acht", erzählt Werner Stelljes nicht ohne Stolz.
Wenn er nicht gerade im Lauftreff läuft, trainiert er gerne mit seinen Kumpels Dieter Sethmann und Christian Hilpert. Dort
werden nicht selten neue Ziele ausgeheckt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Oldies die Meßlatte noch höher
legten und es beim Duathlon und Triathlon versuchten. Das Hobby ist mittlerweile zur "angenehmen" Sucht geworden. Da-
her ist es nicht verwunderlich, wenn es mit dem Wohnmobil in Richtung Dänemark oder Norwegen in den Urlaub geht, dass
die Laufschuhe nicht fehlen dürfen. Schließlich sollen die jährlichen Termine in Top-Form bewältigt werden. Eine gesunde
Ernährung, für die seine Frau Karin sorgt, ist für Werner Stelljes ein zusätzliches Muss.

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 31. Mai 2005
Zehnkampf als Lieblingsdisziplin neu entdeckt
Kirchlintelner Leichtathlet Lasse Beckmann ist ein Multi-Talent / Schulweg zum Trimmpfad gemacht
Von unserem Mitarbeiter Jürgen Honebein
Kirchlinteln. Der 18-jährige Kirchlintelner Lasse Beckmann zählt nicht nur zu den talentiertesten Leichtathleten im Kreis
Verden, sondern bringt sich in seinen jungen Jahren auch schon vorbildlich in die Trainingsarbeit seines Heimatvereins TSV
Kirchlinteln ein. Der TSV Kirchlinteln schätzt sich natürlich glücklich, einen so engagierten Sportler in seinen Reihen zu
haben. "Lasse hat trotz seiner jungen Jahre schon ein unheimlich gutes Fachwissen", lobt ihn sein Trainer Claus Dierks über-
schwänglich.
Beckmann ist im Besitz eines Trainer-C-Scheines. Er betreut im Verein zusammen mit Gabriele Dierks die zehn- bis zwölf-
jährigen Kinder und bereitet sie auf ihre ersten Wettkämpfe vor. Da er natürlich auch für seine eigenen Wettkämpfe trainier-
en muss, steht er fast täglich in Kirchlinteln auf dem Trainingsplatz. "Drei Mal in der Woche gebe ich Training, und vier Mal
trainiere ich noch selbst", verrät der 18-Jährige. Zusätzlich holt sich der Arztsohn dadurch Kondition, dass er täglich mit
dem Fahrrad (übrigens einem Liegerad) von Kirchlinteln nach Verden zur Schule fährt. So ist die Woche voll mit Schule und
Sport ausgefüllt und für andere Hobbies bleibt verständlicherweise kaum noch Zeit.
Der oftmalige Kreis- und Bezirksmeister freute sich bisher am meisten über seinen Landesmeistertitel mit der Kirchlintelner
Staffel über 4 x 100 Meter bei der B-Jugend. Das war im Jahr 2001. "Mit der Mannschaft zu gewinnen, ist für mich etwas
ganz Besonderes." Dabei ist er als Leichtathlet ja eigentlich ein Einzelsportler. Lasse Beckmann ist ein äußerst vielseitiger
Athlet, so dass es nicht überrascht, dass er trotz seiner starken Leistungen in den technischen Disziplinen Diskus, Speer und
Kugel zukünftig sein Hauptaugenmerk auf den Zehnkampf legen will. "Ich habe mich zwar erst einmal einer solchen Viel-
seitigkeitsprüfung unterzogen, doch das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich in diesem Jahr auf jeden Fall noch einmal
einen Zehnkampf absolvieren möchte", so der das Verdener Domgymnasium besuchende Schüler, der im nächsten Jahr sein
Abitur machen möchte.
Lasse Beckmann legte einen guten Start in die Saison 2005 hin. In Soltau erzielte er im Diskuswerfen mit 42,35 Meter eine
persönliche Bestleistung, die nur noch gut zweieinhalb Meter von der Qualifikationsweite für die Deutsche Meisterschaft
entfernt ist. "Ich hoffe, die 45 Meter in den kommenden Wochen noch überbieten zu können." Im Kugelstoßen erreichte er
in Soltau 11,92 Meter, und mit dem Speer kam Beckmann auf 40,87 Meter. Aber klare Priorität besitzt in diesem Jahr der
Zehnkampf. "Über die Punktzahl, die ich erreichen will, habe ich mir überhaupt noch keine Gedanken gemacht. Wichtig für
mich wird erst einmal sein, überhaupt durchzukommen", hat Beckmann gehörigen Respekt vor der Königsdisziplin der
Leichtathleten.

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 2. Juni 2005
Marvin Groß will endlich ohne Verletzungen durchkommen
Er trainiert fünf Mal die Woche, wenn es nicht anders passt, auch alleine
Von Anke Bayer-Thiemig
Delmenhorst. “Ich möchte einfach ohne Verletzungen durchkommen”, Marvin Groß ist gerade bei einem Pfingstturnier
(Zeven) 6,46 Meter weit gesprungen, knapp an seiner Bestweite von 6,50 Meter vorbei. Der 16-Jährige weiß trotzdem die
Weite zu schätzen, denn immer wieder gab es Beeinträchtigungen durch Verletzungen: Knorpelschaden im Knie vor etwa
zwei Jahren, im letzten Jahr Muskelabriss in der Hüfte über der Wachstumsfuge, Ermüdungsbrüche sowohl im rechten als
auch im linken Vorfuß. Fast ein Dreivierteljahr musste der Maxe-Schüler mit dem Sport wesentlich kürzer treten, konnte
teilweise nur ganz leichtes Lauftraining absolvieren.
Trotzdem war er immer wieder im Stadion zu sehen. Es gab kaum einen Wettkampf, bei dem Marvin Groß nicht dabei war,
wenn auch teilweise nur als Zuschauer. Seit seinem achten Lebensjahr gehört der Gymnasiast dem Delmenhorster TV an,
hat zuerst beim Kinderturnen mitgemacht, bevor er vor acht Jahren den Weg zur Leichtathletik fand. Seine Lieblings-
disziplinen sind der Weitsprung und der 100-m-Lauf. Fünf Mal die Woche trainiert er, davon zwei Mal im Kraftraum, zwei
Mal steht die Technik im Vordergrund, sonntags wird für die Kondition geübt. Mit seinem Trainer Torsten Prekel versteht
er sich gut, hat sogar beim Arbeitgeber von Prekel ein Praktikum gemacht. Und es hat ihm gefallen bei der Polizei. Nicht
nur, dass er dem SEK (Spezial-Einsatz-Kommando) über die Schulter schauen durfte, er hat den dortigen Sporttest (Auf-
nahmebedingung bei einer Ausbildung) machen dürfen und mit Bravour bestanden.
Bezirkstitel hat Marvin wohl jedes Jahr gesammelt. 2003 wurde er Vizelandesmeister über die 100- und 300-m-Distanz.
Seit letztem Jahr gehört der junge Mann, der, wie er sagt, fürs Training genügend Zeit hat, weil er “sowieso nicht der Typ
ist, der gerne feiert”, dem Niedersachsen-Kader an. Hierzu gehört nicht nur das Kadertraining in Hannover, sondern auch
die Teilnahme an ausgesuchten Wettkämpfen. Soll es jetzt erst einmal ruhig anlaufen, will Marvin im nächsten Jahr angreifen,
während der Landesmeisterschaften ganz oben mitmischen. Und das vor eigenem Publikum, denn 2006 richtet der NLV-
Kreis Delmenhorst die Landesmeisterschaft im hiesigen Stadion aus. “Das motiviert”, ist sich der junge Sportler sicher, der
in den Vereinskameraden Tim Hammer und Stefan Martens richtige Freunde gefunden hat. “Wir haben eigentlich immer zu-
sammen gehalten”, so das Talent, “auch wenn wir auf verschiedene Schulen gehen.” Eines unterscheidet die drei Sportler
allerdings, während die Turnschuhe von Tim und Stefan weiß und blau sind, haben die von Marvin eine goldene Farbe.
Vielleicht versprechen sie endlich goldene Zeiten ohne jegliche Verletzungspausen.

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 9. Juni 2005
"DM-Endlaufplatz wäre schön"
Warum Martin Lohmann die 200 m bisher gemieden hat
Der Verdener Sprinter Martin Lohmann (19) gehört zur Elite des bundesdeutschen 100-Meter-Nachwuchses, tritt aber
nach einer vom Verletzungspech verdorbenen Saison 2004 momentan auf der Stelle, wie er in einem Gespräch mit unserem
Redakteur Michael Schön zugab.
Frage: Sie haben sich kürzlich bei zwei Sportfesten in Thüringen auf 10,74 und 10,71 Sekunden gesteigert und damit die
Norm für die deutschen Meisterschaften in Wattenscheid erfüllt. Sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?
Lohmann : Ich bin nicht so gut ’reingekommen in diese Serie. Aber es geht langsam aufwärts.
Ihre persönliche Bestleistung sind die in Zeven erzielten 10,61. Das ist schon zwei Jahre her.
Das war natürlich eine Kracherzeit. Ich habe im Winter gut gearbeitet und auch die entsprechenden Trainingsleistungen er-
zielt. Das müsste eigentlich für ein besseres Resultat ausreichen.
Sie mussten in der vorigen Saison wegen eines Muskelfaserrisses mitten in der Hauptwettkampfphase zehn Wochen paus-
ieren. So etwas kann als Trauma lange nachwirken.
Durch die Verletzung habe ich die Junioren-Weltmeisterschaft in Grosseto leider verpasst. Aber jetzt beeinträchtigt sie mich
überhaupt nicht mehr.
Trotzdem verläuft dieses Jahr für Sie bisher anders als ihre letzten Serien in der Juniorenklasse. Beispielsweise haben Sie in
dieser Saison noch keinen einzigen Wettkampf auf ihrer Nebenstrecke, den 200 m absolviert.
Das stimmt. Aber es ist einfach besser, sich auf eine Sache zu konzentrieren, wenn’s eng ist. Aber ich werde in dieser
Saison bestimmt noch einen 200-Meter-Lauf machen. So als Nebenprdukt, vielleicht zum Ende hin.
Welche Ziele habe Sie sich für diese Saison gesteckt?
Ursprünglich die U 23-EM, die in Erfurt ausgetragen wird. Damit wird es aber wohl nichts mehr werden. Ein Endlaufplatz
bei der DM wäre schön, doch der ist nur unter optimalen Voraussetzungen drin.
Was treibt Sie an, welche Träume wollen Sie sich im Laufe ihrer Sprinterkarriere erfüllen?
Mein Fernziel ist es, irgendwann unter 10,30 zu laufen und an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 22. Juni 2005
Hammer und WM fest im Blick
Sportler der Woche: Mareike Nannen gehört zu den besten Athletinnen bundesweit
Von Nina Höllerich
Holtland. Sie ist 15, wirft den Hammer um die 50 Meter weit und ärgert damit bei Wettkämpfen die meist ältere Konkurr-
enz mächtig. Mareike Nannen ist ein Ausnahmetalent. Erst am Wochenende gewann sie in Schöngau den Junioren-Cup.
“Schon mit 13 und 14 war sie die Beste im Bundesgebiet”, erinnert sich ihr Trainer Klaus Beyer vom SV Holtland. Und
auch in diesem Jahr liegt sie wahrscheinlich sehr weit vorne. Offizielle Listen gibt es aber noch nicht.
Dass Mareike eines Tages bei den Hammerwerfern landen würde, hätte sie nicht gedacht. Mit sechs Jahren spielte sie
Volleyball. Später, mit zehn, ging sie zum Leichtathletiktraining beim SV Holtland. Ihre Trainer entdeckten Mareikes Wurf-
talent und schickten sie schließlich zu Klaus Beyer. “Ich sollte mir den Hammerwurf mal ansehen”, erinnert sich Mareike.
Irgendwann habe sie sich gegen den Volleyball und für den Hammer entschieden. An ihren ersten Wettkampf kann sich die
junge Athletin aus Kleinhesel noch genau erinnern. In Delmenhorst hat sie im März 2003 eine Weite von 29,51 Metern ge-
schafft. “Mareike ist sehr talentiert und ehrgeizig”, sagt ihr Trainer mit etwas Stolz in der Stimme. Allein in diesem Jahr habe
sie sich um 15 Meter verbessert. Für ihren Erfolg trainiert sie hart. Fast täglich steht sie im Käfig, übt Drehungen und Würfe.
Auch Krafttraining steht regelmäßig auf dem Plan. Für ihre Freunde hat sie nur am Wochenende Zeit. “In der Woche stehen
Schule und Sport an erster Stelle”, sagt die Jugendliche.
Beyer wagt nur einen vorsichtigen Blick in Mareikes sportliche Zukunft. Vieles hänge von ihrer persönlichen Entwicklung ab.
Und vor allem müsse die 15-Jährige verletzungsfrei bleiben. “Als Fernziel haben wir uns die U 18-Weltmeisterschaft in zwei
Jahren gesteckt”, sagt Beyer. Wichtig sei für seinen Schützling, Wettkampferfahrung zu sammeln. “Sie muss die Nerven
 bewahren. Auch, wenn sie den Wettkampf mit einem ungültigen Wurf beginnt.” Die Konzentration auf sich selbst sei enorm
wichtig.
Für Mareike steht fest: “Ein Leben ohne Sport gibt es für mich nicht.” Den Hammerwurf will sie auf keinen Fall aufgeben.
Nach ihrem Realschulabschluss will sie das Fachabitur machen und zum Bundesgrenzschutz gehen. Von ihrer Trainings-
kollegin Andrea Bunjes hat sie den Tipp bekommen, sich an der Sportschule in Cottbus zu bewerben. “Dort kann ich die
Ausbildung parallel machen.” Heute (22. Juni) geht Mareike in
Delmenhorst an den Start. Vielleicht gelingt es ihr dort, den
Niedersachsenrekord von 55,77 Metern zu knacken. Die nächste Gelegenheit hätte sie dann am Sonntag bei den Nieder-
sachsenmeisterschaften in Wilhelmshaven. “Da schafft sie es bestimmt”, ist Beyer zuversichtlich.

BREMERVÖRDER ZEITUNG vom 16. Juli 2005
Mangels sagt Leistungssport adè
Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft krönender Abschluss für Athletin des TuS Alfstedt
Alfstedt (hhk). Im Lohrheide-Stadion in Bochum-Wattenscheid wurden kürzlich die Deutschen Leichtathletikmeister-
schaften ausgetragen. 1491 Teilnehmer, davon 734 Einzelstarter und 187 Staffeln waren am Start des größten nationalen
Leichtathletikwettkampfes. Darunter war mit Catharina Mangels auch eine Athletin vom TuS Alfstedt. Die Diskuswerferin
hatte erstmals die Norm von 45,00m übertroffen und sich für diesen Wettkampf qualifiziert.
Die Teilnahme war für die Alfstedter Werferin ein Höhepunkt der Karriere, aber auch der Abschied vom Leistungssport mit
bis zu sechsmaligem Training pro Woche. In den letzten sechs Jahren verbesserte Catharina Mangels ihre Leistung im Dis-
kuswurf kontinuierlich. Sie stellte Bezirksrekorde bei der weiblichen Jugend A und bei den Frauen auf und errang mehrere
Landesmeistertitel. Die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften bei der Jugend A, bei den Juniorinnen und jetzt in der
Frauenklasse war die Belohnung für langes Training, unter anderem im Landesstützpunkt in Hannover. Mit der im April
aufgestellten Bestleistung von 46,91m belegte Mangels Platz 16 in der Meldeliste für die Deutschen Meisterschaften.
Die Erkenntnis aber, dass die Spitzenwerferinnen noch mindestens zehn Meter weiter werfen, fast unerreichbar sind und die
zunehmenden Anforderungen im Abschlussjahr an der Fachschule für Sozialwesen in Rotenburg waren für die Alfstedter
Werferin der Grund, jetzt einen Schlusspunkt unter die Leistungssportkarriere zu setzen.
Der Rahmen in Bochum-Wattenscheid hätte besser nicht sein können. Strahlender Sonnenschein, ein mit fast 25 000 Zu-
schauern vollbesetztes Stadion und eine tolle Stimmung. Dazu gehörten sicherlich auch der Einmarsch der Athleten, die Vor-
stellung durch die Stadionsprecher und die Übertragung auf die riesige Videoleinwand ebenso wie die Erkenntnis, neben
Franka Dietsch, einer echten Medaillenhoffnung für die Weltmeisterschaften in Helsinki, zu werfen. Das Ergebnis von 41,79
Metern war für die einzige Teilnehmerin aus dem Nordkreis nicht überzeugend, angesichts der Atmosphäre aber absolut
zweitrangig. Dass Catharina Mangels auch mit deutlich reduziertem Training immer noch für eine überregionale Platzierung
gut ist, bewies sie eine Woche später. Bei den Norddeutschen Meisterschaften in Wilhelmshaven belegte sie mit 41,59m
den zweiten Platz.

Presseinformation vom 24. August 2005 (Von Rainer Behrens)
Stephan Frosch (LG/MTVOsterode) beendet aktive Laufbahn
Mit Stephan Frosch vom MTV Osterode verliert der Landkreis wohl nach Olympionikin Erika Fisch (1956 in Melbourne)
seinen besten Leichtathleten der letzten Jahrzehnte. Die Anforderungen im Hochleistungssport ließen sich zuletzt immer
weniger in Einklang mit seinem Medizinstudium bringen. Hinzu kamen häufiger Verletzungen, die einen kontinuierlichen
Trainingsaufbau erschwerten. Sechs Finalteilnahmen bei Deutschen Meisterschaften, zweimal Internationaler Deutscher
Hochschulmeister, viermal Norddeutscher Meister sowie zahlreiche Landesmeistertitel, so lautet die Bilanz seiner sechs-
jährigen Leichtathletikkarriere. Dabei begann die Erfolgsstory des 1,90 m großen Mittelstrecklers eher zufällig.
Der Anfang
Im Sommer 1999 traf er im Jahnstadion auf Rainer Behrens von der LG Osterode, der zunächst das Training übernahm und
ihn bis heute coachte. Schon in seinem ersten 800 m-Wettkampf lief er in Seesen knapp unter der so begehrten 2-Minuten-
Grenze. Dieser Glücksfall zahlte sich schnell auch für seinen Verein aus, war doch Frosch nicht unerheblich in den Jahren
1999 bis 2001 am Gewinn der Landesmeisterschaften für Vereine in der Landesliga beteiligt. Darüber hinaus starteten durch
seine Popularität und in Erwartung auf ein schnelles Rennen manche Spitzenläufer bei den Veranstaltungen im Jahnstadion.
Trainierte Frosch in den Anfängen zunächst nur fünfmal in der Woche, absolvierte er schon bald ein intensives tägliches
Training mit diversen Kraft-, Tempo- und Dehneinheiten. Die Leistungssprünge waren exorbitant. Schon ein Jahr später
spurtete er die Stadionrunde in 48,79 sec. und avancierte damit zum Shootingstar der niedersächsischen Laufszene. In-
zwischen unter der Trainingsleitung des thüringischen Landestrainers Stefan Schreier folgten 2001 mit dem Gewinn der
Kleinen Deutschen Meisterschaften und Norddeutschen Meisterschaften über 400 m erste überregionale Erfolge.
Erfolge
Der nationale Durchbruch kam in 2002, als er in Koblenz erstmals die “Schallmauer“ von 1:50 min. über 800 m unterbot
und beim Askina-Sportfest in Kassel in 1:48,70 min. sogar den amtierenden Deutschen Meister, Rene Herms, bezwingen
konnte. Die bundesweite Konkurrenz war aufgemischt, imponierte doch insbesondere seine Gradlinigkeit und Durchsetz-
ungsvermögen im Rennen. Spätestens hier profitierte er von seiner Basketballzeit, als er noch für die BG 76 Göttingen auf
Korbjagd ging. Bei den Deutschen in Wattenscheid verfehlte er als 4. nur äußerst knapp das Treppchen.
Seine größten Erfolge feierte er im Jahr 2003. In der Hallensaison lief er zum Norddeutschen Meistertitel und wurde nach
2002 erneut Internationaler Deutscher Hochschulmeister. Nach einer Oberschenkelverletzung im Vorfeld der Deutschen
Meisterschaften fehlten dort im Finale einige “Körner“, so blieb “nur“ ein 6. Platz. Dafür lief er beim German Meeting in
Leverkusen als bester Deutscher zu seiner Bestzeit von 1:47,23 min. und damit auf den 3. Platz der Deutschen Jahres-
bestenliste. Im Herbst erlitt er beim Basketball einen folgenschweren Bandscheibenvorfall, der zu einem kompletten Ausfall
der Saison 2004 führte. Sein größter Rückschlag, deuteten doch seine kontinuierlichen Leistungssprünge auf ein Potential
im Bereich einer 1:45 min. hin, die für eine Qualifikation bei den Olympischen Spielen in Athen gereicht hätten.
Schlusspunkt
2005 wollte er es noch einmal wissen. Seine Kraftwerte waren so gut wie nie, doch immer wieder zwangen muskuläre Dys-
balancen zu Trainingsunterbrechungen. Obwohl dadurch ein systematischer Aufbau fehlte, erreichte er wieder die Finals
sowohl bei den Deutschen Hallen- als auch Freiluft-Meisterschaften (6. bzw. 7.Platz). Schon eine Woche später stürmte er
beim Meeting “Weltklasse hinterm Deich“ in Cuxhaven in 1:47,45 min. auf den 2. Platz der Deutschen Jahresbestenliste.
Dass er trotz dieser Leistung beim Bayer-Meeting in Leverkusen nur im B-Lauf an den Start gehen durfte, bleibt wohl ein
Geheimnis der Funktionäre. Dieses Kapitel ist unter der Rubrik “Schattenseiten der Leichtathletik“ einzuordnen.
Was bleibt, sind viele schöne Erfolge mit tollen Leistungen, um aber dennoch sagen zu müssen: “Es wäre bei ein wenig mehr
Glück sogar die Olympiateilnahme möglich gewesen!“ Das bleibt nun ein Traum!
Seine Erfolge:
2000: Landesmeister über 800 m und Vizemeister über 400 m
2001: 1. der Kleinen Deutschen Meisterschaften sowie Norddeutscher Meister über 400 m,
      Landesmeister-Halle und Landesvizemeister über 800m
2002: 4. der Dt. Meisterschaften und 6. der Deutschen Hallenmeisterschaften sowie Nord-
      deutscher und Landesmeister über 800 m, Internationaler Deutscher Hochschulmeister
2003: 6. der Deutschen Meisterschaften, Internationaler Deutscher Hochschulmeister, Nord-
      deutscher und Landesmeister über 800 m, Landesmeister über 1500 m sowie Vizemeister
      über 400 m
2004: Verletzungspause
2005: 7. der Deutschen Meisterschaften, 6. der Deutschen Hallenmeisterschaften sowie Nord-
      deutscher Hallenmeister
Seine Leistungsentwicklung:
      400 m          800 m           1000 m
1999:  52,15 sec.     1:58,55 min.    2:42,39 min.
2000:  48,79 sec.     1:55,88 min.
2001:  49,20 sec.     1:52,54 min.    2:36,37 min.
2002:  48,25 sec.     1:48,70 min.    2:29,46 min.
2003:  48,83 sec.     1:47,23 min.    2:22,91 min.
2005:  49,26 sec.     1:47,45 min.    2:25,09 min.
Am Sonnabend, den 3. September 2005, wird Stephan Frosch das letzte Mal seine Spikes schnüren und über 1000 m
beim Heinrich Niehus-Gedächtnissportfest in Osterode an den Start gehen. Im Anschluß erfolgt die offizielle Verabschied-
ung durch den Bürgermeister der Stadt Osterode und weiteren Vertretern des öffentlichen Lebens.
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