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Streckenführungsdesaster
beim Herbstlanglauf des VfL Suderburg “Rund um Hösseringen” (13.11.)

Stand dieser Seite
19.11.2005 / 7:00 Uhr

Info von Webmaster Klaus Michalski:
Beim 34. Herbstlanglauf des VfL Suderburg “Rund um Hösseringen” am 13. November 2005 soll es erhebliche Probleme bei der
Ausschilderung der Strecken gegeben haben. Hier auf der Seite finden Sie jetzt mir zugesandte weitere Informationen  (Haupt-
rangig Schriftverkehr per E-Mail) zu diesem Thema.
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E-Mail von Matthias Jahnke (PSV Grün-Weiß Kassel) an Klaus Michalski (14.11.2005)
Guten Morgen Herr Michalski,
als aufmerksamer Besucher/Beobachter Ihrer Home-Page möchte ich darauf aufmerksam machen, dass beim gestrigen 34.(!)
Herbstlanglauf in Hösseringen "gewaltig der Wurm drin war". Sowohl die 10,4- als auch die 20-km-Strecke waren fehlerhaft bzw.
garnicht ausgeschildert. Das führte zu einem Verlaufen sowohl der 10-km- als auch der 20-km Spitze. Die Ergebnislisten sind
insofern wenig aussagekräftig und die Sieger als solche keine. Der 20-km-"Sieger" Gerald Jänke - ein guter Bekannter von mir -
gratulierte mir später im Ziel, obgleich er vom Veranstalter als Sieger behandelt wurde. Das störte mich als in Führung liegend
der sich Verlaufenden weniger als Gerald Jänke selbst. Bei der 10-km-Spitze ergab sich kein anders Bild. Auch dort konnte sich
der "Sieger" Kersten Jäckel - ein ausgezeichneter und sympathischer junger Athlet - nicht freuen; der dortige Favorit Sascha
Diehr (VfL Wolfsburg) verlief sich gleich zu Beginn aufgrund einer fehlerhaften Ausschilderung und kam erheblich verspätet ins
Ziel. Das gilt auch für die wahren Plätze 2 bis circa 5.
Das der Veranstalter auf seiner
Home-Page nun von einem erfolgreichen Verlauf der Veranstaltung spricht, irritiert mich doch et-
was. Meine Frage: Sind Sie an einer detaillierten (und sachlichen!) Beschreibung der gestrigen Zustände interessiert?
(Immer -
siehe übernächste Mail).
Es wäre schade, wenn im kommenden Jahr Läufer - von weit her - anreisen und ähnlich in die Irre ge-
führt werden. Da der Veranstalter zu keiner Selbstkritik in der Lage oder Willens ist, würden diese Mängel unbeachtet bleiben
und ggf. andere Läufer im wahrsten Sinne des Wortes in die Irre führen.
Zugleich schicke ich Ihnen in einer weiteren Mail eine Kopie meiner heute morgen an den Veranstalter adressierten E-Mail.
(Siehe nächste Mail). Wichtig ist, dass es mir nicht um Denunzierungen und Beleidigungen geht; dieses Niveau erlebte ich
gestern im Zielbereich der Hösseringer Veranstaltung. Sie machen sich kein Bild davon, zu welchen Verbal-Attacken wütende
Betreuer/Trainer/Athleten in der Lage sind; oder doch? Mir geht es lediglich - aber immerhin - um eine in der Sache angebrachte
und in der Form angemessene Kritik und Kommentierung.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit und ggf. bis später. Grüße aus Kassel sendet Ihnen

Matthias Jahnke (PSV Grün-Weiß Kassel)
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E-Mail von Matthias Jahnke (PSV Grün-Weiß Kassel) an den Veranstalter (14.11.2005)
Guten Morgen nach Hösseringen,
auf Eurer Home-Page wird von einem "erfolgreichen" Veranstaltungsverlauf berichtet. Nicht nur ich als Titelverteidiger der 20-km-
Strecke bin da grundverschiedener Auffassung; auch die 10-km-Spitze erlebte ein Desaster. Ich habe über 550 km Fahrtstrecke
auf mich genommen und fand eine teilweise irreführende, teilweise nicht einmal vorhandene Streckenbeschilderung vor. Das
wurde selbst seitens Ihrer - im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren unterbesetzten - Sreckenposten wahrgenommen. Das
diese Kritik nicht unausgesprochen bleiben kann, leuchtet ein. Eine derartig organisierte Veranstaltung (ich beziehe mich hier
"nur" auf die Streckenführung/-beschilderung/-betreuung) kann nicht empfohlen werden, weshalb ich mich genötigt sehe, ent-
sprechend in den Medien auf diese Defizite aufmerksam zu machen.
Nicht zuletzte aufgrund Eurer (fehlenden) Kritikfähigkeit sehe ich zu einem solchen Vorgehen keine Alternative. Dies bedauer ich
sehr. Wenn ich diesen Lauf nicht als Top-organisiert kennengelernt hätte, wäre ich kaum aus dem entlegenen Kassel angereist.
Im 34. Jahr dieser Veranstaltung dürften solche Mängel nicht auftreten; und dann von "erfolgreichem" Verlauf zu sprechen, bringt
nicht nur an sich als besonnen geltende und bekannte Läufer auf die Palme.

Ich wünsche für die 35. Auflage im kommenden Jahr viel Erfolg. Aber nicht wenige Läufer werden aufgrund der gestrigen Erleb-
nisse Eure Veranstaltung meiden. Durch eine aufrichtige Entschuldigung Eurerseits würde die Menge der fernbleibenden Läufer
sicherlich nicht kleiner. Wir bleiben in Kontakt.
Sportliche Grüße aus Kassel von einem enttäuschenden und gewiss auch etwas aufgebrachten
Matthias Jahnke. (PSV Grün-Weiß Kassel)
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E-Mail von Matthias Jahnke (PSV Grün-Weiß Kassel) an Klaus Michalski (14.11.2005)
Hallo Klaus,
die Geschehnisse von gestern etwas detaillierter zu skizzieren, erlaubt meine Zeit nur bedingt. Aber es sollte natürlich so detai-
lliert sein, dass nicht der Eindruck entsteht, ich wolle lediglich Frust darüber abbauen, dass ich meinen 20-km-Titel nicht vertei-
digt habe. Eine sportliche Niederlage hätte ich problemlos akzeptiert (der mir mit 30 Sekunden Abstand folgende Zweitplatzierte
hätte mir ja gefährlich werden können), aber so hatte ich eben nicht die Chance zur Titelverteidigung.
Zu erwähnen ist zudem, das die letztlichen "Sieger" sich ja schließlich nicht verlaufen haben. Allerdings waren die zum Zeitpunkt
unseres falschen Abbiegens vermutlich bereits ausser Sichtweite. Ich habe dort 2002, 2003 und 2004 die 20-km gelaufen (und
gewonnen); bin also das alleinige Laufen an der Spitze in Hösseringen gewohnt. Bislang haben an der Stelle aber vermutlich
Schilder die Läufer - also auch mich als Führenden - orientiert. Wenn dort nie Schilder gestanden hätten, wäre ich wohl auch die
letzten Jahre nicht immer die richtige Strecke gelaufen. Der (neue!) Streckenchef (Name unbekannt) sagte auf meine (freund-
liche!) Anfrage im Zielbereich, dort hätte noch nie ein Schild gestanden. Das ist aus zwei Gründen zumindest unwahrscheinlich:
Zum einen hätte ich mich - wie erwähnt - dann auch in den zurückliegenden Jahren verlaufen müssen. Zum anderen ist fraglich,
woher der (neue!) Streckenchef das so exakt zu wissen glaubt. War er doch in den letzten Jahren dafür nicht zuständig; sonst
wäre er im Amt des Streckenchefs nicht neu.
Im übrigen hat der Streckenchef freundlich auf meine Anfrage geantwortet und machte einen seriösen Eindruck. Im Gegensatz
zum Betreuer des Möllner Läufers, der sich an mir orientierte und - aufgrund der Abwesenheit einer anderslautenden Beschilder-
ung - mir folgte. Der Mann hat die dort - in (zu) großer Anzahl - anwesenden Ordner (orange Westen) wüst beschimpft; wenn-
gleich er in der Sache nicht Unrecht hatte: Warum müssen im Ziel 15 Ordner "rumstehen" - für die Zeitnahme waren sicherlich
nicht so viele nötig - und auf der Strecke herrscht Personalmangel (zumindest bei der Beschilderung am Vortag bzw. Veranstalt-
ungstag). Ehrenamtliches Engagement ist großartig und wichtig, aber auch das will gesteuert bzw. gemanagt werden.
Die Veranstaltung ist aus guten Gründen, vor allem aufgrund des anspruchsvollen und landschaftlich wertvollen Streckenverlaufs,
einer der Herbstklassiker im Norden. Auch die Organisation der Veranstaltung war stets vorbildlich. Eine mit einem solchen
Qualitätsniveau korrespondierende Fähigkeit zur Selbstkritik vermisse ich gleichwohl. Wenn der Veranstalter meine Kritik, welche
ich in der Sache und Form als angemessen betrachte, bemerkt und für 2006 entsprechende Korrekturen vornimmt, war sie nicht
vergebens.
Danke, das Du Dich der Sache annimmst und zur Aufklärung und Information der Läufergemeinde im Norden beiträgst. Einen
schönen Tag wünscht mit den besten Grüßen aus Kassel
Matthias Jahnke.
P.S.: Ich schilder die Ereignisse für meine Person. Den Spitzenläufern über 10,4-km ist es nicht besser ergangen. Dort war ein
Schilde zwar montiert, wies aber in die falsche Richtung. Der letztliche "Sieger" Kersten Jäckel kommt aus der Region und
kennt die Strecke vermutlich auch ohne Beschilderung...
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E-Mail von Uwe Kurfürst (LT TSV Bienenbüttel / LG Lüneburg) an Klaus Michalski (15.11.2005)
Guten Morgen Herr Michalski,
zum Thema der 34. Herbstlanglauf-Veranstaltung in Hösseringen ist in den vorangegangenen Mails schon fast alles gesagt
worden. Ich habe an dem 10,4 Km-Lauf teilgenommen und kann mich der Beschwerde von Matthias Jahnke nur anschließen.
Ich finde es vom Veranstalter sehr schade, selbst von einer gelungenen Veranstaltung zu reden, obwohl es doch zu den beiden
Läufen über 10 und 20 Km zu sehr vielen Beschwerden bzw. Einsprüchen gekommen ist. Da ich selbst in der Spitzengruppe der
10,4 Km-Strecke lief, wurden wir hinter dem Km 1 von einem Streckenposten von der 10,4 Km Strecke auf die 20 Km Strecke
geleitet (von einen Streckenposten, der wie sich nachher herausstellte völlig desorientiert war, und selbst beim Veranstalter an-
fragen musste, wo die Läufer lang müssen). Ein sofortiger Einspruch nach dem Zieleinlauf verhallte ungehört und es wurden
Läufer zu Siegern erklärt, die unter normalen Umständen nicht gewonnen hätten, was jetzt aber nicht heissen soll, das ich
denen, die auf der Veranstaltung zu Siegern gekrönt wurden, den Sieg nicht gönne. Vielmehr hätte ich mir gewünscht, beim
Veranstalter auf offene Ohren und Reaktionen zu stoßen, denn diese Ergebnisliste, bei denen alle bekannten Spitzenläufer unter
ferner liefen aufgeführt sind, hätte man so nicht ohne entsprechenden Kommentar veröffentlichen dürfen.
Mit sportlichen Gruß
Uwe Kurfürst -- LT TSV Bienenbüttel / LG Lüneburg
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19. November 2005    
Auf der Home-Page des VfL Suderburg ist jetzt folgender Hinweis zu finden:
Der 34. Herbstlangauf ist mit 1564 Teilnehmern und ca. 170 fleißigen Helfern zu Ende gegangen.
Ein
Wermutstropfen bleibt allerdings: Beim Lauf über 10,4 km wies ein verstellter Richtungspfeil die führenden Läufer versehent-
lich auf einen Irrweg. Dadurch wurde wertvolle Zeit auf die Siegerplätze verloren.
Der VfL Suderburg bittet die betroffenen Läuferinnen und Läufer um Verzeihung für dieses Mißgeschick.
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Haben Sie auch etwas zum o.a. Thema zu sagen ? Dann schreiben Sie einfach eine Mail an klau-mich@t-online.de
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