1. swb-Marathon in Bremen am 25. September 2005

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WESER KURIER vom 19. Juni 2004
Bremen-Marathon in Planung
Läuferspektakel soll wahrscheinlich Oktober 2005 stattfinden (Termin ist jetzt der 25. September 2005)
Bremen (phm). Dreizehn Jahre ist es her, dass die letzte Ausgabe des Bremen-Marathons ausgetragen wurde und es ist
still geworden um den ersten großen City-Marathon Deutschlands, der jedes Jahr rund 10 000 Laufbegeisterte in die
Hansestadt lockte. Nun wird fieberhaft an einer Neuauflage des Läuferspektakels gearbeitet, die unter dem Namen
"1. PSD Bremen-Marathon" voraussichtlich im Oktober 2005 stattfinden soll.
"Wir planen einen zentral gelegenen City-Rundkurs, der möglichst viele Sehenswürdigkeiten Bremens mit einschließt", so
Markus Baum von der PSD-Bank, die neben dem Bremen-Marathon bereits mit großem Erfolg den Hamburger "Alster-
Marathon" ausrichtet. "Dabei ist uns vor allem wichtig, dass die Strecke möglichst vielen Zuschauern die Möglichkeit bietet,
hautnah am Geschehen zu sein und die Läufer zu unterstützen ", erklärt Baum weiter.
Zu den Veranstaltern gehören neben der PSD-Bank der Bremer Leichtathletik-Verband, Sport-Ziel und der Landessport-
bund. "Wir sind natürlich sehr froh über diese Pläne", so Herwig Renkwitz, Vizepräsident des Bremer Leichtathletik Ver-
bandes, auf Nachfrage. "Schließlich hat der Bremen-Marathon eine lange Tradition aufzuweisen und es wäre schön, wenn
wir diese Tradition wieder aufleben lassen könnten.

WESER KURIER vom 26. August 2004
Bremen gegen Berlin
Erster PSD-Marathon soll zeitgleich mit Konkurrenz in der Hauptstadt stattfinden
Von unserem Mitarbeiter Stefan Freye
Bremen. Das Beste hob sich Jürgen Rode bis zum Schluss auf. Erst kurz vor Ende der gestrigen Pressekonferenz teilte der
Hamburger Promotion-Fachmann seinen Zuhörern mit, wann der erste PSD-Marathon in Bremen denn stattfinden soll.
"Am 25. September 2005", sagte Rode und machte eine Pause, ehe er fortsetzte: "Für alle, die nicht informiert sind: Das ist
der Termin des Berlin-Marathons." Sie wollen sich also in Konkurrenz setzen zum größten Marathon des Landes. Eine mut-
ige Entscheidung, die durchaus kontrovers aufgenommen wurde: Wer soll denn noch in Bremen starten, wenn zeitgleich
auch in der Hauptstadt gelaufen werde? Auf diese Weise würde man die angestrebten 2000 bis 5000 Läufer doch wohl
kaum an den Start bringen. Und welcher Sponsor mag sich noch bei einem kleinen Marathon engagieren, wenn doch auch
das Topereignis lockt?
Jürgen Rode hatte offenbar mit Widerspruch gerechnet und zeigte sich gut vorbereitet. Die meisten potenziellen Teilnehmer
würden ohnehin nicht zwei Läufe innerhalb weniger Wochen absolvieren und dass der Bremen-Marathon im Herbst des
Jahres stattfinden würde, hätte angesichts der näher platzierten Konkurrenzveranstaltungen in Hannover und Hamburg be-
reits nach den Vorüberlegungen fest gestanden. Die Sponsoren würden überwiegend nach regionalen Gesichtspunkten ent-
scheiden, gerade bei einer eher kleinen Veranstaltung. Apropos: Die Geldgeber haben Rode, Racemanager Utz Bertschy
von Sport-Ziel und die PSD Bank noch nicht zusammen. "Es kann noch am Geld scheitern", sagt Rode und verspricht
bis Ende November Klarheit in dieser Sache. Zum jetzigen Zeitpunkt steht allenfalls fest, dass die Bank als Namenssponsor
tief in die Tasche greifen muss.
An Gesamtkosten hat Rodes Agentur die stolze Summe von 711 939 Euro errechnet. Der Promoter folgert wohl zu Recht:
"Es ist möglich, aber es wird schwer." Wenn es klappt, wollen die Organisatoren es den Läufern und Zuschauern so ange-
nehm wie möglich machen. Neben dem Start-/Zielbereich an der Stadthalle 1 soll ein große Aktionsfläche und ein Kinder-
paradies entstehen. "Eine solche Veranstaltung lebt von ihrer Eigenständigkeit, deshalb muss der Service für die Läufer
stimmen", so Bertschy.
Die Strecke für den dann ersten Marathon Bremens seit 1991 steht allerdings schon jetzt fest: Von der Stadthalle geht es
auf schnellstem Weg durch die Innenstadt in die Neustadt, von wo die Läufer an der Weser entlang in Richtung Werdersee
laufen. Nach Überquerung des Weserwehrs führt die Route durch die Stadtteile Hastedt, Vahr und Horn-Lehe bis zur Uni.
Über den Bürgerpark und Findorff gelangen die Teilnehmer wieder in die City, ein kleiner Abstecher entlang des Oster-
deiches zum Weserstadion führt sie schließlich wieder zum Ziel auf der Bürgerweide.

WESER KURIER vom 12. November 2004
Schon 180 Anmeldungen
Veranstalter: Marathon findet definitiv statt / Noch fehlt Geld

Von unserem Mitarbeiter Stefan Freye
Bremen. Die Idee ist gut. Viele zeigten sich gar begeistert von dem Plan, im kommenden Jahr einen Bremen-Marathon
durchzuführen. Allein, rund 700 000 Euro an Sponsorengeldern aufzutreiben, ist keine leicht Sache. "Es kann noch an den
Finanzen scheitern", meinte Jürgen Rode, Promotion-Fachmann aus Hamburg, als er im August das Konzept vom Bremen-
Marathon vorstellte. Doch nun sind die Zweifel weitgehend beseitigt.
"Der Marathon findet definitiv statt", sagt Rode, der sich gemeinsam mit der PSD-Bank an die Umsetzung der Bremer Ver-
anstaltung gemacht hat. Immerhin steht zum jetzigen Zeitpunkt fest, dass am
25. September des kommenden Jahres auch
die norddeutschen Marathonmeisterschaften in Bremen ausgetragen werden. Also müssen sie wohl oder übel einen Kurs
abstecken. Nur welches Ausmaß die Veranstaltung annehmen wird, weiß Jürgen Rode noch nicht: "Die Frage ist, wie lux-
uriös es wird."
Diese Frage, sie ist natürlich mal wieder verbunden mit Euro und Cent. Bislang liefen die Gespräche mit den potenziellen
Sponsoren durchaus positiv, allerdings ist noch kein Vertrag unterschrieben. Eine Sitzung jagt also die andere - wer sich in
sechsstelliger Höhe engagiert, will restlos überzeugt sein. "Etwa zur Hälfte gedeckt", sieht Rode den Etat deshalb. In den
kommenden Wochen werden sie Klarheit erlangen, ob es bis zur Idealsumme von 711 939 Euro reicht. Die rund 180 An-
meldungen für den Wettbewerb kann den Veranstaltern dagegen keiner mehr nehmen.
"Besser als gedacht", habe die Stadt den Bremen-Marathon angenommen, sagt Rode. Was ihn insofern überrascht, da
Bremen ja eigentlich "noch norddeutscher" sei als Hamburg. "In Süddeutschland sagen sie sofort, das sei ja alles toll - und
stellen hinterher fest, dass sie eigentlich gar keine Lust haben", erzählt der Mann von der Pro Medien Net Brigde. In
Bremen ist es umgekehrt. Dabei ist noch nicht einmal klar, wo genau die Läufer lang laufen werden. Auf der Strecke von
der Stadthalle in die Neustadt, über die Weser zur Uni und schließlich wieder zurück in die Innenstadt, hat Racemanager
Utz Bertschy nämlich ein ganz gemeines Nadelöhr ausgemacht: Beim Weserwehr müssen die erwarteten 2000 bis 5000
Läufer über den engen Brückenaufgang und dann vorbei an dem kleinen Turm. Das dürfte eng werden, zu eng. Also macht
sich Bertschy bereits Gedanken über eine zweite, breitere Brücke zum Wehr. Und wenn das nicht klappt, laufen sie eben
über die Erdbeerbrücke. Wenn nur alles so einfach wäre, wie die Streckenführung....

WESER KURIER vom 24. Februar 2005
Bremen-Marathon gesichert
Veranstaltungsleiter Utz Bertschy spricht über die Vorbereitungen
Am 25. September startet der Bremen-Marathon. Unser Mitarbeiter Stefan Freye sprach mit Veranstaltungsleiter Utz
Bertschy über die Planungen.
Frage: Herr Bertschy, ist der Marathon jetzt endgültig gesichert?
Utz Bertschy: Ja, auf jeden Fall. Die Sponsorenzusagen sind da, die Strecke steht und auch die Politik ist geneigt, den
Marathon zu unterstützen.
Die Kosten wurden auf 700 000 Euro beziffert. In welcher Höhe liegen die Zusagen vor?
Bisher für die Hälfte. Das reicht, um den Marathon zu veranstalten. Die 700 000 bezogen sich auf die De-Luxe-Version.
Worin besteht der Unterschied?
Es liegt daran, was man drum herum bietet. Man braucht auf jedem Fall die Strecke, Absperrung, Helfer, eine Zeitnahme,
Verpflegung und Medaillen im Ziel. In unserem besonderen Fall auch die Miete für den AWD-Dome, da der Einlauf nach
alter Bremer Sitte ein Highlight werden soll.
Welche Highlights soll die Strecke noch bieten?
Wir lassen im wesentlichen die repräsentativen Bauten in Bremen ablaufen. Das ist gewissermaßen eine sanfte Bewerbung
der Stadt für alle potenziellen Besucher. Eine solche Veranstaltung kann und sollte zu einem Wirtschaftsfaktor für Bremen
werden. Zudem steht nun fest, dass wir eine Runde durchs Weserstadion laufen werden, dort will Werder Bremen die
Läufer durch Musik unterstützen.
Das bedeutet, die Strecke steht. Aber wie laufen die anderen Vorbereitungen?
Es gibt viel zu tun. Für die personelle Unterstützung gilt, was auch für die Sponsoren gilt: Hilfe ist immer willkommen. Was
Marathon in Bremen betrifft, gibt es eine belastende Vergangenheit, insofern beäugen viele unsere Arbeit kritisch. Anderer-
seits wurde mittlerweile erkannt, dass Marathon einen ganz anderen Stellenwert hat als noch vor 15 Jahren. Insofern erleben
wir überwiegend positive Resonanzen. Außerdem wurde der Ehrgeiz bei der Stadt und den Sponsoren geweckt, nach dem
Motto "Bremen kann es doch".
Wie steht's um die Voranmeldungen?
Wir haben die 1000 bereits erreicht und liegen damit deutlich über unseren Erwartungen und dem Meldeniveau von Münster
oder Hannover. Das zeigt, dass die Region auf eine solche Veranstaltung gewartet hat. Allerdings nicht nur die Region, denn
wir konnten auch Meldungen aus Marokko, Österreich und Brasilien verzeichnen. Für die sportliche Vorbereitung der
Läufer und Läuferinnen aus Bremen haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir sie gezielt und gesund durch den Marathon
bringen. In Zusammenarbeit mit Vereinen und Lauftreffs sammeln wir deshalb alle an einer Anleitung interessierten Starter
und bieten die Teilnahme an einer Trainingsgruppe aus dem Bereich des Bremer Leichtathletik Verbandes an.

Presseinformation vom 28. April 2005 (Veranstalter)
Marathon Bremen läuft mit swb
Bremen. Darauf hat die Hansestadt Bremen 13 Jahre gewartet: Am 25. September 2005 startet endlich wieder ein Mara-
thon in Bremen. Möglich wird dies unter anderem durch das Engagement des Energieversorgers swb, der dem Marathon
auch den Namen gibt. Vorstandsvorsitzender Gerhard Harder: "Marathon erlebt zurzeit einen wahren Boom, wie wir es
gerade am Wochenende in Hamburg gesehen haben. swb unterstützt als vor Ort engagiertes Unternehmen in Bremen grund-
sätzlich Soziales, Kultur, Bildung und Sport. Da lag es auf der Hand, dass wir dieses Highlight im Laufkalender der Stadt
fördern."
Start und Ziel des "1. swb-Marathon Bremen" ist der neue AWD-Dome, die Laufstrecke führt durch die City, Neustadt,
Vahr, Schwachhausen Findorff und durch das Weserstadion zurück. Über 1200 Läufer haben sich schon angemeldet.
Weitere Informationen erhalten sie unter
www.marathon-bremen.de
Fakten:
Schirmherr: Willi Lemke, Senator für Bildung und Wissenschaft Bremen
Race Manager: Utz Bertschy, Sport Ziel Bremen
Stargast: Jörg Peter, deutscher Marathon-Rekordhalter seit 1988 (2:08:47 in Tokio) ungeschlagen!!!
Moderator: Artur Schmidt - Der König unter den Volkslaufmoderatoren
Neben Siegerprämien für die ersten drei Plätze und Sachpreisen in den Altersklassen, erhalten die schnellste Bremerin und
der schnellste Bremer jeweils 4.219,50 Euro für ihre Leistungen.
· schnelle City-Laufstrecke "...erlaufen Sie sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt Bremen"
· Zieleinlauf im AWD-DOME mit 7000 Zuschauersitzplätzen
· Kinderunterhaltungsparadies damit den "kleinen" die Zeit nicht zu lang wird
· angeschlossene Sport-Messe mit dem XXL-Spektrum auch für Nichtläufer am 24.9. und 25.9.2005
· Rahmenprogramm mit Liveakts und Gewinnspielen auf der Hauptbühne im AWD-DOME
· 17 Versorgungsstellen an der Strecke, jede zweite mit Bananen, Äpfeln und Orangen
· Fullservice bei den Duschen mit Shampoo, Lotion und Leihhandtüchern
· Zeitmessung, Brutto-/Netto- Zwischenzeiten
· Nudelparty am 24.09.2005
· vermessene Wettkampf-Strecke
· günstige Verkehrsanbindung, Start u. Ziel nur 3 min vom Hauptbahnhof, Parkplätze direkt vor Ort
· zeitgemäße Teilnahmegebühren (33,00 Euro bis 43,00 Euro) mit angeschlossenem 10 km Lauf (11,00 Euro)
Der Marathon Bremen ist Ausrichter der
Norddeutschen Marathon-Meisterschaften / Allg. Bestimmungen NDM (PDF’s)

WESER KURIER vom 18. Juni 2005
1600 Meldungen und ein kleiner Engpass
Vorbereitungen für den Bremen Marathon laufen / 3000 bis 4000 Läufer werden erwartet
Bremen (sfy). Utz Bertschy und Heinz Spies sind passionierte Läufer. Sie steigen nicht ohne Grund auf ein Motorrad. Nun
mussten die beiden eine Strecke von rund 42 Kilometern abfahren, und zwar den Verlauf des Bremen Marathons am 25.
September. Danach gab es einen Erfahrungsaustausch - Heinz Spies war Cheforganisator des Bremen-Marathons zwischen
1983 und 1986, Utz Bertschy zeichnet sich für die gegenwärtige Variante verantwortlich.
Die im Anschluss an die rund dreistündige Besichtigung von Spies erstellte Expertise kommt bereits schnell zu einem der
dringendsten Probleme: Den Engpass am Weserwehr. Nur 1,80 Meter stehen zur Verfügung, um den kleinen Turm am
Ende der Schleusenbrücke zu umlaufen. Der Lösungsansatz von Bertschy und Kollegen richtet sich nach der Laufdichte an
dieser Stelle: Weil das Feld bereits einige Kilometer hinter sich hat, hilft ein kleiner Trick, um das Gros der Läufer abzu-
lenken und so ein allzu großes Gedränge zu vermeiden: Vor dem Anstieg zur Brücke wird es Verpflegung geben, und auf
der Plattform des Turmes spielt eine Samba-Band. Nur die ganz schnellen Läufer aus der Spitzengruppe werden sich auf
diese Weise nicht beeindrucken lassen.
Rund 1600 Meldungen sind bislang eingegangen, Bertschy rechnet mit "3000 bis 4000 Läufern". Bereits jetzt werden in
Bremen also mehr Marathonläufer starten als bei der Veranstaltung, die am 8. Mai in Hannover stattfand - dort liefen 1200
Teilnehmer mit, plus Skater und Halbmarathon-Läufer kam man auf rund 4000 Teilnehmer. Wenn in Bremen ähnlich viele
Läufer dabei sein sollen, werden Helfer benötigt. "Wir werden 300 bis 500 Leute brauchen", so Bertschy. Rund 100
kommen aus Schwanewede, von der 7. LOG-Kompanie 3, einer Ausbildungskompanie der Bundeswehr. Neben den
Soldaten werden 60 bis 80 Schüler für Ordnung sorgen. Mittlerweile zählt nämlich auch das Organisieren von Sportereig-
nissen zu den Lehrinhalten eines Sport-Leistungskurses. Die Abiturienten vom Schulzentrum Blumenthal werden am 25.
September also "Learning by doing" betreiben.
"Daneben treten wir an die Vereine und Fitnesscenter heran", sagt Bertschy und ist überzeugt, dass es an Helfern nicht
mangeln wird. Was im Übrigen auch für die Unterhaltung gelten soll. Allein acht Standorte sind ausgeguckt: Der Deichschart
in der Neustadt, Weserwehr, Berliner Freiheit, Bürgerpark, Hemmstraße, die Feuerwache 5 im Überseehafen, Schlachte
und Weserstadion sind jene Punkte, an denen Livemusik Läufer und Zuschauer unterhalten soll. Bertschy: "Wir versuchen
dort etwas anzuschieben, aber es kann auch an allen anderen Orten etwas stattfinden." Eigeninitiativen müssen aber be-
achten: Alle größeren Veranstaltungen müssen genehmigt und mit den Veranstaltern abgesprochen werden.

WESER KURIER vom 16. September 2005
Schwarzer Schirm im Weserstadion
Marathon: Videowand-Miete bei Arena-Runde zu teuer
Von unserem Mitarbeiter Stefan Freye
Bremen. Mittlerweile haben sich schon 2923 Teilnehmer für den Bremen-Marathon am 25. September ab 9:00 Uhr ange-
meldet. Die angestrebte Zahl von 3000 Läufern wird die Veranstaltung damit locker erreichen. Aber nur mit der Zahl der
Starter ist es nicht getan, es gibt noch eine Menge organisatorischer Dinge zu tun. Sind denn auch die Vorbereitungen im
Soll? Durchaus gut läuft die Aktion, um die Bremer Bürger auf dieses Ereignis vorzubereiten. "Marathon am 25. September"
steht auf großen Schildern entlang der Strecke geschrieben. Vor allem die Autofahrer sollen sich frühzeitig mit auf die zahl-
reichen Straßen-Sperrungen einstellen. Zudem sind Race-Manager Utz Bertschy und seine Leute nahezu täglich auf der
Strecke unterwegs. "Da gibt es schnell mal eine Baustelle, wo vorher keine war", erzählt Bertschy und lacht. Schließlich sind
derartige Pannen in den Griff zu bekommen und keinesfalls "dramatisch".
Ein wenig schwerer taten sich die Veranstalter dagegen mit der Gestaltung der Weserstadion-Durchquerung. Erst heute hat
Utz Bertschy einen Termin mit der Stadiongesellschaft, um die Details abzuklären. "Wir wussten lange Zeit nicht, ob wir
überhaupt rein kommen", erklärt er die kurzfristige Lösung. Sie dürfte folgendermaßen aussehen: Vor dem Stadion werden
die Läufer noch mal von einer Bühne mit Live-Musik angefeuert, in der Arena wird dagegen nur gelaufen. Aus der geplanten
Projektion jedes einzelnen Starters auf die Videowände wird dagegen nichts. Die Bildschirme gehören einem anderen Be-
treiber als der Stadiongesellschaft - und der verlangt laut Bertschy mindestens 10 000 Euro für den Einsatz der Bildflächen.
Bertschy: "Auf Sicht kann ich mir schon vorstellen, dass man noch mehr macht. Aber dieses Mal werden wir einfach nur
durchhuschen." Was schade ist und dem geplanten Charakter der Durchquerung als Lauferlebnis schaden dürfte - zumal
auch die Tribünen geschlossen bleiben.
Immerhin ist rund fünf Kilometer später Wiedergutmachung angesagt: Im AWD-Dome sollen je nach Wetter zwischen 3000
und 5000 Zuschauer den Zieleinlauf beobachten. Dass die Läufer erst in einer Halle das Rennen beenden, wurde beim alten
Bremen-Marathon in den achtziger Jahren erfunden. "Die Ur-Bremer Idee", wie Bertschy sagt, wurde unlängst erfolgreich in
Frankfurt kopiert. Beim Bremen-Marathon werden die Läufer den Haupteingang passieren - sie zahlen ebenso wie die Zu-
schauer keinen Eintritt -, geradeaus durchs Foyer laufen und dann nach links abbiegen. Etwa in der Mitte des AWD-Domes
laufen sie in die große Halle und werden in diesem Moment dann doch noch auf einer Videowand erscheinen. Die Strecke
zwischen Eingang des AWD-Domes und Ziel ist übrigens genau 137 Meter lang. Das wissen die Veranstalter, seitdem der
Parcours offiziell vermessen wurde. Zu diesem Zweck war extra ein "A-Vermesser" aus Hamburg in der Stadt. Der kennt
sich gut aus mit Marathonstrecken und prognostizierte ein schnelleres Rennen als an der Elbe. "Er meinte, im Vergleich zu
Bremen habe Hamburg alpinen Charakter", erzählt Bertschy. Ganz unwichtig ist dieser Umstand nicht: Wer Marathon läuft,
möchte seine Bestzeit nicht selten kontinuierlich steigern - es könnte ein Trumpf der Bremer Veranstaltung werden.

WESER KURIER mit Extra-Beilage zum 1. swb-Marathon
(km) Am Donnerstag, 22. September, ist der WESER KURIER mit einer Extra-Beilage zum 1. swb-Marathon erschienen.
Die Artikel können aus Zeitmangel hier nicht eingestellt werden.
In der Beilage finden Sie folgende Infos/Artikel:

- “Man hat uns schnell abgewürgt” -- Warum die ersten Bremen-Marathons mehr übers Land als durch die Stadt führten
- Historische Irrtümer
- Die deutschen Big-Five -- Berlin ist nummer eins / New York weltweit top
- Pralle Prämie lockt die Lokalmatadore -- Je 4219,50 Euro für schnellsten Bremer und schnellste Bremerin / Auch Nord-
- Meister wird gesucht
- Ein Pole kontra Kenia
- Programm, Streckenplan, Zieleinlauf
- “Zu einer Großstadt gehört ein Marathon” -- Racemanager Bertschy über das Lauf-Revival
- Kinderparadies und kulinarische Dörfer -- Großes Rahmenprogramm auf der Bürgerweide, beim Speicher XI und am
- Weserstadion
- Gut 1000 Starter bei Zusatzläufen
- Lemke will an seine Grenzen gehen -- Bildungssenator läuft Sonntag seinen zehnten Marathon
- Sicherheit geht vor -- Park- und Halteverbote entlang der Strecke
- Stimmungsmache und Handreichungen -- Ohne sie läuft nichts: 500 Helfer im Einsatz

WESER KURIER vom 23. September 2005
Perspektiven vom Podium
Öffentliche Diskussionsrunde beschäftigt sich am Sonnabend (24.9.) mit den Chancen des Bremen-Marathons
Von unserem Mitarbeiter Stefan Freye
Bremen. Der erste Bremen-Marathon seit 14 Jahren kommt offenbar an in der Stadt, bis zuletzt haben die Organisatoren
von kleinen und großen Aktionen während des Laufes über 42,195 Kilometer am Sonntag (Start: 9 Uhr) erfahren. Einige
neue Varianten: Firmen nutzten die Veranstaltung zu Mitarbeiterfesten, und Anwohner organisieren Nachbarschaftstreffen.
Wenn die Bremer den Marathon am Sonntag annehmen, ist ein Anfang gemacht. Zudem wurde mit knapp 3000 Anmeld-
ungen auch die avisierte Größenordnung an Startern weitgehend erreicht.
Aber wie geht es weiter? Eine Podiumsdiskussion soll sich morgen dieser Frage nähern. Senator Willi Lemke (Schirmherr
und Marathonläufer), Herbert Morr (Sportarzt und Marathonläufer), Klaus Peter (Geschäftsführer Landessportbund), Hans
Endl (Geschäftsführer Arbeitnehmerkammer und Marathonteilnehmer), Michael Spöttel (1983 Zweiter des Bremen-
Marathons), Jörg Peter (Deutscher Rekordhalter Marathon), Artur Schmidt (Streckensprecher) und Racemanager Utz
Bertschy haben zugesagt. "Es wird um Chancen und Perspektiven gehen", kündigt Bertschy an. Die Diskussion beginnt um
17 Uhr (Messehalle 5) im Rahmen der "Pasta-Party." Was nach einer Feier mit mediterranem Flair klingt, ist übrigens einer
ordentlichen Marathonvorbereitung zuzuordnen. Zwischen 16 und 19 Uhr erhalten traditionell alle Teilnehmer Nudeln satt -
als Stärkung vor dem Start. Wer nicht mitläuft, kann gegen eine geringe Gebühr ebenfalls in den Genuss der Sportlernahrung
kommen.

WESER KURIER vom 24. September 2005
Keine große Liebe
Torsten Naue sieht dem Marathon mit gemischten Gefühlen entgegen
Bremen (sfy). Einmal werden sie noch wach, die ambitionierten Langläufer der Region, dann endlich ist es soweit: Morgen
startet um 9.00 Uhr der Bremen-Marathon an der Bürgerweide. Rund 3000 Teilnehmer werden auf die Strecke gehen,
Tausende sollen die Läufer begleiten, es könnte ein ganz großes Fest werden. Mit welchen Gefühlen geht man die 42 195
Meter also an, Torsten Naue? "Es wird anstrengend, ich denke jetzt schon an die letzten zehn Kilometer." Da ist doch wohl
was schief gelaufen? Kein Ausdruck von Freunde beim Altmeister des Bremer Langstreckenlaufes, keine Euphorie ange-
sichts des ersten Marathons nach 14 Jahren Pause. "Es kommt viel zusammen: Der Lauf findet in Bremen statt, es gibt Geld
für den schnellsten Bremer und unsere Mannschaft", antwortet Naue auf die Frage, warum er überhaupt startet.
Die ausgelobte Prämie für die schnellsten Läufer der Stadt - die Sieger bei Männern und Frauen erhalten je 4219,50 Euro -
spielt also doch eine Rolle. Eine weitere, dass Naues Verein, die LG Bremen-Nord, ein starkes Team stellt. Mit den Koll-
egen Sebastian Lüning, Jens-Uwe Krage und Andreas Oberschilp läuft der 40-Jährige um den Mannschaftstitel bei den
norddeutschen Meisterschaften mit. Allerdings wird er sich anstrengen müssen, um nicht als Vierter dieses Quartetts aus der
Wertung zu fallen.
Denn Marathon und Torsten Naue, eine große Liebe ist das nicht. Den ersten Lauf über die lange Distanz absolvierte er vor
genau 20 Jahren, ebenfalls in Bremen. "Der war so hart, dass ich zehn Jahre gebraucht habe bis zum nächsten", erinnert sich
Naue. Er ist infolge seines eher kräftigen Körperbaus nicht eben die Idealbesetzung. Der Bremer schätzt sich deshalb "rea-
listisch bei 2:38 Stunden ein.” Wenn die gefürchtete Schlussphase ihm nicht allzu viel abverlangt: "Die Schlachte wird wohl
noch gehen, aber danach kann es heftig werden." Stapelt hier einer tief, um die Konkurrenz in Sicherheit zu wiegen? Schließ-
lich starten neben den Kollegen aus dem eigenen Verein mit Jan Oude-Aost (SV Werder) und Jens Stepan (TuS Huchting)
zumindest zwei weitere aussichtsreiche Kandidaten.
Anders als bei den Männern scheinen die Voraussetzungen bei den Frauen klar: Rebecka Weise-Jung hat neuerdings eine
jüngere und vor allem auch etwas schnellere Konkurrentin: Seit rund einem Jahr lebt Fakja Hofmann in der Stadt. Obwohl
sie noch immer für die LG Domspitzmilch Regensburg startet, gilt sie als Bremerin - da sie vor dem 1. Januar 2005 in dieser
Stadt gemeldet war. Dass ihr die jüngere Konkurrentin vermutlich die Siegprämie streitig machen wird, lässt die 48-jährige
Weise-Jung indes kalt: "Ich freue mich drauf, denn ich habe immer gesagt: Wenn ein Marathon in Bremen stattfindet, werde
ich laufen." Zudem weiß sie - nach mittlerweile acht Marathons - dass es jede Menge Unwägbarkeiten auf der langen
Strecke gibt: "Ich habe auf eine Zeit unter drei Stunden trainiert, aber ein Marathon ist eine ganz andere Dimension." Das
dürfte wohl für alle Teilnehmer gelten.  

WESER KURIER vom 25. September 2005
Starter-Vorgabe knapp verpasst
Nicht ganz 3000 Starter beim Bremen-Marathon / Vereinzelte Kritik an Organisation
Von unserem Redakteur Thorsten Waterkamp
Bremen. Acht Uhr war es gestern Abend, als die Schalter in der Messehalle 5 schlossen. Startnummer-Ausgabe fürs Erste
beendet, Nachmeldungen komplett abgeschlossen. Der erste Bremen-Marathon seit 14 Jahren hat seinen Prolog, den ersten
Ansturm der Teilnehmer bei der Startnummern-Verteilung, ohne größere Reibungsverluste überstanden. Vereinzelt gab es
aber auch Kritik an der Organisation. Punkt 21.51 Uhr gab die Leiterin des Melde-Teams, die Hamburgerin Inga Schulze,
das Meldeergebnis für den Marathon bekannt. Danach machen sich heute um 9 Uhr 2914 Läufer auf den langen Weg durch
Bremen - eine Zahl, mit der die Organisatoren so nicht mehr gerechnet hatten. Schulze kalkuliert zudem mit 80 weiteren
Nachzüglern heute früh. "Wir haben heute mehr Nachmeldungen für den Marathon bekommen als erwartet", sagte Schulze
schon gestern Nachmittag: Eigentlich hatte sie für den letzten Meldetag eine größere Nachfrage nach dem Zehn-Kilometer-
Lauf prognostiziert, doch die Zahlen der Spätentschlossenen für Marathon und Volkslauf hielten sich überraschend die
Waage.
Die vom Veranstalter erhoffte Marke von 3000 Marathon-Startern allerdings wird nicht getoppt. Im Volkslauf über zehn
Kilometer, der heute um 9.20 Uhr gestartet wird, stehen knapp 1100 Langstreckler. Trotz des gestrigen Andrangs herrschte
vor den Schaltern der Startnummer-Ausgabe weitestgehend Gelassenheit bei Sportlern auf der einen und Helfern auf der
anderen Seite der Tische. Die Ruhe vor dem Sturm auf die 42,195 Kilometer behielt auch Markus Pingpank - obwohl der
Betreuer des TSV Kirchdorf durchaus Grund zur Sorge hatte. Zwölf Starter hatte der Klub aus der Nähe von Hannover
vorab gemeldet, "vier fehlten in der Starterliste", sagte Pingpank. Das laufende Dutzend soll heute in der Wertung der
Marathon-Nordmeisterschaften (240 Meldungen) starten. Tatsächlich gelang es Pingpank, die fehlenden vier Kirchdorfer
nachträglich unterzubringen. Kritik an der Organisation blieb dennoch nicht aus. "Hier sitzen zu wenige erfahrene Leute",
urteilte der professionelle Anbieter von Trainingsprogrammen und Läufercamps. Auch ein "Trouble-Desk" als Anlaufstelle
bei Problemen fehle. Pingpank: "So etwas finden Sie eigentlich bei jedem Marathon."
Inga Schulze hob ein wenig die Augenbrauen, als sie auf die fehlenden Läufer in der Starterliste angesprochen wurde. "Die
Läufer mussten sich erst bei uns anmelden und dann über ihren Verband für die Norddeutsche Meisterschaft." Der eine
oder andere habe wohl auf Teil eins der Prozedur verzichtet. Allerdings übte Schulze auch Selbstkritik: "Vielleicht ist die
Kommunikation im ersten Jahr ja auch noch ein bisschen holprig." Verwundert zeigten sich einige Teilnehmer auch über die
technische Art und Weise des gestrigen Procederes: Die Helfer blätterten bei jedem einzelnen Starter durch dicke Leitz-
Ordner, als wäre der PC noch nicht erfunden. "Normalerweise läuft das doch per EDV", staunte einer. Es funktionierte
auch so: Trotz der antiquiert wirkenden papiernen Listen lief die Startnummernvergabe reibungslos. So sah es auch der
Bremer Langstreckler Jens-Uwe Krage, als er seine Nummer 2744 in der Hand hatte: "Geht doch alles ganz fix."

WESER KURIER vom 26. September 2005 (Sechs Artikel)
Bremen kommt direkt nach Hamburg
1. swb-Marathon vor 40 000 begeisterten Zuschauern / Dramatik bei Männern / Bremerin gewinnt Frauenfeld
Von Thorsten Waterkamp, Stefan Freye
Bremen. Das Drama des Ernest Kibor begann kurz hinter Kilometer 35. Knapp drei Minuten führte der Kenianer bereits
vor Marek Drya, als nichts mehr ging. Der 26-Jährige baute ab, der komfortable Vorsprung schmolz schneller als Vanilleeis
in der Sonne. Bei Kilometer 41 war’s passiert: Der Pole Drya zog vorbei, hängte Kibor ab - und verteilte lächelnd auf den
letzten Metern Kusshände des Siegers ins Publikum. Sekunden später war es amtlich: Marek Drya heißt der erste Sieger
eines Bremen-Marathons nach 14 Jahren. Hinter der Ziellinie im AWD-Dome machte der 35-Jährige noch einmal kehrt, um
seinen Sieg im Bad der Menge vor der Halle vollends auszukosten. Und um den vollkommen erschöpften Ernest Kibor, der
anderthalb Minuten später kam, auf dessen letzten Metern ins Ziel zu begleiten. Der Kenianer war so ausgelaugt, dass er
hinter der Linie zusammenbrach. "Er hat erst vor zwei Wochen den Münster-Marathon gelaufen", schüttelte Dryas Betreuer
Miroslav Sochanski mit dem Kopf, als er das Leiden des Afrikaners sah. Vier Wochen Pause hätte sich Kibor - in Münster
ebenfalls Zweiter - gönnen müssen, glaubte Sochanski.
Über den Erfolg seines Schützlings war Sochanski ein wenig erstaunt. Denn Drya hatte zuletzt im August einen Monat
wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel pausieren müssen, Bremen sei deshalb ein Testlauf gewesen. Der Test
wurde zum Triumph, der Mann aus der Nähe von Warschau zu Mister 100 Prozent. Bremen war sein zweiter Marathon-
Start in diesem Jahr, seinen ersten hatte er in Mainz im Mai gewonnen. Weil Drya dort in 2:16:51 Stunden erheblich
schneller war als beim swb-Marathon (2:25:37), entschuldigte sich sein Betreuer gar. "Das war nicht gut. Wir kommen
wieder, um zu zeigen, was Marek zu leisten imstande ist."
Was Bremer Läufer zu leisten imstande sind, zeigte die Nummer drei des gut 3000 Köpfe starken Läuferfeldes: Überrasch-
end lief Jens-Uwe Krage aufs Podest, er benötigte 2:36:05 Stunden. Auch bei den Frauen gab es eine Überraschung: Ge-
samtsiegerin des 1. swb-Marathons wurde Fakja Hofmann. Die 25-Jährige, die seit gut einem halben Jahr in Bremen lebt
und noch für die LG Domspitzmilch Regensburg startet, setzte sich in 2:58:34 Stunden deutlich von den Gegnerinnen ab und
siegte mit mehr als fünf Minuten Vorsprung vor der zweitplatzierten Ilona Pfeiffer (Dissen). Die Vorentscheidung um Platz
eins bei den Frauen war bereits auf halber Strecke gefallen - im Bremer Duell mit Rebecka Weise-Jung. Die Läuferin der
LG Bremen-Nord wurde bei Kilometer 19 von einer allergischen Reaktion ihres Körpers überrumpelt und lief gehandicapt
weiter.
Ins Ziel getragen wurden alle Läufer von einem begeisterten Bremer Publikum - laut Veranstalter standen 40 000 Zuschauer
an der Strecke. Das honorierten auch die Protagonisten in den Laufschuhen. "Die Stimmung war der Hammer", brachte es
ein Läufer auf den Punkt. Ein anderer, nach eigenen Worten ein "alter Hamburg-Läufer", nannte Bremen eine gute Alter-
native zum Marathon an der Elbe. Bremen kommt im Norden hinter Hamburg - ein gutes Zeichen für die Organisatoren.
Eine einzige Kritik musste der Veranstalter dennoch einstecken - und die war heftig. Die Beschilderung der Strecke mit den
Kilometerangaben sei "katastrophal" gewesen. Mitunter seien gar keine der ohnehin zu kleinen Schilder da gewesen - und
wenn doch, hätten die Abstände nicht gestimmt. Für die meisten Läufer ein GAU, sie sind auf exakte Angaben angewiesen,
um ihre eigene Leistungsfähigkeit laufend zu überprüfen. "Man läuft, als wäre man blind", umschrieb ein Teilnehmer das
Problem. Er wiegelte aber trotz aller Kritik an diesem Punkt gleich ab: "Am Gesamteindruck ändert das gar nichts - die
Veranstaltung war spitze."
952 im Ziel über zehn Kilometer
Wollner als Siebter bester Bremer
Bremen. Ein bisschen litt der Zehn-Kilomterlauf natürlich darunter, dass die besten Starter auf die lange Strecke über
42,195 Kilometer gegangen waren. Mit 952 Läufern im Ziel feierte allerdings auch der Volkslauf eine sehr gute Premiere.
Bei den Männern lagen Maik Wollherr (Osnabrück/33:00), Gösta Ladiges (Hamm/ 33:07) und Daniel Tobry (Halle/33:08)
vorn. Hinter Detlef Meyer (VSK Osterholz-Scharmbeck/34:44) auf Platz vier sicherte sich Michael Wollner (Roadrunner
Buntentor) als Siebter den Titel des besten Bremers (36:21).
Die Frauenwertung wurde dominiert von Daniela Hungermann (Riesenbeck). Sie lief in 37:36 Minuten auf den 14. Gesamt-
platz und war damit nur wenig schneller als Matthias Reick, der Präsident des Bremer Leichtathletik-Verbandes
(18.; 38:12). Mit Stephanie Weber (43:02/OSC Bremerhaven) folgte die zweitschnellste Läuferin auf Platz 70, Ina Frack-
mann (BfFnL Bremen) lief als beste Bremerin auf Rang 169 ein (47:18).
Erfahrung zahlt sich aus
Jens-Uwe Krage lässt die anderen laufen - und wird als Nordmeister bester Bremer beim
Marathon
Bremen. Die Strecke ist lang, 42 195 Meter läuft nur, wer topfit an den Start geht. Dass Marathon aber weit mehr ist als
einfach nur Laufen, zeigt das Ergebnis der Bremer Läufer beim 1. swb-Marathon: Jens-Uwe Krage (LG Bremen-Nord)
wurde schnellster Bremer, belegte zudem ein hervorragenden dritten Gesamtplatz und wurde norddeutscher Marathon-
meister. Der 40-Jährige hat neben viel Talent vor allem eines: Erfahrung. Deshalb machte es Jens-Uwe Krage auch so gar
nichts aus, dass die ersten Kilometer von einigen Ausreißversuchen der jungen Konkurrenz begleitet wurden: Sein Vereins-
kollege Sebastian Lüning wollte das Tempo der Spitzenläufer vom Start weg mitgehen - er wurde nach zehn Kilometern
eingeholt. Selbst als Jens Stepan (TuS Huchting) nach rund einem Viertel anzog, wurde dem späteren Dritten nicht bange:
"Ich dachte: Lass ihn mal toben."
Noch zur Mitte des Rennens lag Triathlet Stepan vorn in der Bremer Wertung, hatte dabei bis zu 40 Sekunden Vorsprung
vor der Gruppe mit Krage, Torsten Naue (15.), Jan Oude-Aost (21.) und Sebastian Lüning (25.). Doch bei Kilometer 27
wurde Stepan - Gesamtachter im Ziel - in seinem ersten Marathon eingeholt. "Vielleicht hätte ich bei Jens-Uwe bleiben
sollen - da fehlt die Erfahrung." Mit Florian Sayer (BLT) als Gesamtfünften sorgte ein anderer Youngster für eine faustdicke
Überraschung.
An Erfahrung fehlt es Torsten Naue - mit Krage und Frank Themsen norddeutscher Mannschaftsmeister - dagegen nicht.
Vielleicht hatte der Routinier deshalb ein schweres Rennen prognostiziert. Im Ziel sah er sich bestätigt: "Die Hölle auf
Erden." Jan Oude-Aost erklärte später, warum es so hart war: "Es fällt einem sonst nie auf, aber es geht fast immer hoch
und runter."
Diese bissigen Steigungen, die erst so richtig ab 30 Kilometer weh tun, musste auch die Siegerin bei den Frauen ertragen:
Fakja Hofmann lag am Ende ebenso deutlich vorn wie Krage bei den Männern. Im Gegensatz zu ihrem Pendant musste sie
allerdings keiner auswärtigen Frau den Vortritt lassen und gewann auch die Gesamtwertung. "Ich hatte zur Mitte des
Rennens schwere Beine, aber ich wusste ja, dass ich vorn bin", kommentierte die Siegerin. Hinter Hofmann platzierte sich
Andrea Welp als zweitbeste Läuferin der Region. Rebecka Weise-Jung hatte dagegen Pech: Bei ihr machte sich zur Mitte
des Rennens eine Allergie bemerkbar, sie blieb in 3:11 Stunden hinter den Erwartungen zurück (4.).
Einig waren sich die Bremer über die Beurteilung der Stimmung an der Strecke. "Ich hatte deutlich weniger erwartet, das
Publikum war top", meinte Oude-Aost, und auch Krage fand, dass es "kein öder Lauf" gewesen sei. Der schnellste Bremer
erwartet sogar eine Steigerung: "Die Leute müssen erst noch begreifen, dass man etwas los machen kann beim Marathon."
"Zukunft mit Chancen"
swb-Vorstand Harder über die Perspektiven des Bremer Marathons
Gerhard Harder ist Vorstandsvorsitzender des Bremer Versorgungsunternehmens swb, das als Namenssponsor den 1.
swb-Marathon förderte. Der 58-Jährige, der gestern selbst im Zehn-Kilometer-Lauf startete und 446. in 54:15 Minuten
wurde, sprach mit unserem Redakteur Thorsten Waterkamp über die Zukunft des Bremer Marathons.
Herr Harder, die swb ist im kommenden Jahr als Sponsor wieder mit im Boot. Wann ist diese Entscheidung ge-
fallen?
Das steht schon länger fest. Wenn wir als Sponsor einsteigen, dann machen wir auch weiter. Das soll keine endlose Zusage
sein, aber wir müssen die Veranstaltung aufbauen und weiter entwickeln.
Sind Ihre Erwartungen erfüllt worden?
Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt schlecht sagen, weil ich die zehn Kilometer selbst mitgelaufen bin und deshalb vom
Marathon nicht sehr viel gesehen habe. Meine persönlichen Erlebnisse waren sehr positiv, an der Strecke waren schon
beim Zehn-Kilometer-Lauf viele Zuschauer. Insgesamt aber ist die Veranstaltung sicherlich steigerungsfähig.
Betrifft das auch die Prämiengestaltung für den Gesamtsieger? Die ausgelobten 1500 Euro sind bei Top-Läufern
und deren Betreuer auf Kritik gestoßen, es sei zu wenig.
Das ist vor allem eine Sache des Veranstalters. Aber ich denke, beim ersten Mal ist das so in Ordnung.
Die swb ist als Sponsor für die ursprünglich eingeplante psd-Bank eingesprungen. Warum?
Wir sind vom Veranstalter relativ spät angesprochen worden. Es ist doch logisch, dass wir das als Bremer Unternehmen
machen. Aber die Planungen waren schon sehr weit fortgeschritten, man hätte sonst sicherlich mehr erreichen können. Doch
der Marathon in Bremen hat Chancen auf eine gute Zukunft.
"Wir feuern alle an, auch die Langsamen"
Etwa 40 000 Zuschauer entlang der Strecke / Läufer Willi Lemke lobte erstklassige Unterstützung
Von Christian Dohle und Elke Gundel
Bremen. Halb Bremen war gestern auf den Beinen: Und wer nicht selbst beim großen City-Marathon mitlief, unterstützte
Freunde, Verwandte oder gleich alle Sportler auf dem 42,195 Kilometer langen Kurs. Die Stimmung war prima. Die laut
Veranstalter etwa 40 000 Zuschauer feuerten die schnellsten Läufer ebenso begeistert an wie jene, die sich mächtig quälten.
Kurz: Die Neuauflage des Bremen-Marathons war ein Erfolg.
Kurz nach 8 Uhr sahen die Messehallen aus wie eine einzige große Turnhalle: Athleten, die sich umzogen, Muskeln dehnten
oder empfindliche Körperstellen mit Vaseline gegen das Wundscheuern schützten. So wie Jörg Meyrose vom VTB Varrel.
Er kam mit vier Lauf-Kollegen in die Hansestadt. Sein Eindruck vor dem Start: Bei der Lauf-Messe waren enttäuschend
wenig Ausrüster vertreten; der Veranstalter hätte ruhig mehr Werbung machen können. "Ich habe von mehreren Leuten
gehört, die Probleme hatten, die Ausschreibung zu finden." Das Wetter dagegen war optimal. Meyrose: "Ich laufe gern,
wenn’s etwas wärmer ist."
Ein paar Schritte weiter schnallte Frank Baumgärtel (39) seinen Gürtel um. Das Wichtigste hat er immer am Mann: Papier-
taschentücher, falls im Dixi-Klo mal kein Toilettenpapier mehr ist. Dazu vier Flaschen mit einem Mix aus isotonischem Ge-
tränk und Cola sowie sechs Päckchen eines Kohlehydrate-Gels. Ein Arbeitskollege warte unterwegs mit zwei weiteren
Kohlehydrate-Päckchen, erzählte Baumgärtel. Je besser die Verpflegung auf dem Kurs, "desto erholter komme ich im Ziel
an", sagte der Bremer.
Rüdiger Frenz (39) aus Hastedt läuft zwar auch, momentan aber noch nicht mehr als sechs Kilometer am Stück. Deshalb
war er gestern nur als Schlachtenbummler dabei - mit seiner Verlobten und Freunden. "Wir feuern alle an", betonte er.
"Auch die Langsamen." Für den 39-Jährigen ist ganz klar: Super, dass in Bremen wieder Marathon gelaufen wird.
Das Großereignis lockte auch viele Prominente an. Bildungssenator Willi Lemke (SPD) war mit Ehefrau Heide, die erstmals
bis ins Ziel lief, am Start. Ex-Umweltsenator Ralf Fücks (Grüne) gehörte ebenfalls zu den Aktiven; die Bundesausländerbe-
auftragte Marieluise Beck, seine Ehefrau, unterstützte ihn. Und Bürgermeister Henning Scherf (SPD) gab nicht nur den
Startschuss, sondern ließ sich auch zu dem Versprechen hinreißen, nächstes Jahr zumindest die Zehn-Kilometer-Strecke in
Angriff zu nehmen.
Pünktlich um 9 Uhr setzte sich das noch dicht gedrängte Feld der 3100 Läufer in Bewegung. Etwa eine dreiviertel Stunde
beziehungsweise 15 Kilometer später, beim Versorgungsposten an der Karl-Kautsky-Brücke, waren die Abstände bereits
groß. Dort warteten zwölf Helfer vom Bürgerzentrum Neue Vahr auf die Sportler, um sie mit Wasser und nassen
Schwämmen zu versorgen. Nach den ersten Athleten hatten die Helfer noch sehnsüchtig Ausschau gehalten. Doch als dann
das Hauptfeld anrückte, kam ihr Team ins Schwitzen: Die Streckenposten konnten die Wasserbecher gar nicht so schnell
füllen, wie die Sportler sie ihnen abnahmen.
Ab halb zwölf stieg die Spannung am Zieleinlauf: Wann biegt der erste Marathon-Mann um die letzte Kurve? Dicht ge-
drängt, warteten die Zuschauer hinter der Absperrung und nahmen die Athleten mit lautem Getöse in Empfang - begeistert
und mehrere Stunden lang. Viele Sportler hatten ihren ganz persönlichen Fan-Club dabei. Und die sorgten vor und im
AWD-Dome für Stimmung - ganz egal, ob ihr Held die Zielgerade nur noch humpelnd bewältigte oder einen flotten End-
spurt hinlegte. Nach dem Finish wartete die Dusche; außerdem gab es eine Massage unter freiem Himmel, Musik, Sieger-
ehrungen und die Gelegenheit, mit Familie, Freunden und Bekannten anzustoßen: Hauptsache geschafft!
"Ich habe mich hundertmal selbst besiegt", keuchte ein sichtlich erschöpfter Willi Lemke nach vier Stunden, 17 Minuten und
ein paar Sekunden im Ziel. Seine Bestzeit hat er zwar bei weitem verfehlt, dem Stolz über den Kraftakt tat dies aber keinen
Abbruch. Noch nie habe er sich so gequält, bekannte Lemke kurz hinter der Ziellinie.Magenkrämpfe begleiteten den Bild-
ungssenator schon recht früh, ab Kilometer 32 musste er sich mehrmals übergeben, und zweimal wollten Helfer gar die
Sanitäter rufen. Doch Lemke hielt durch, getragen von der Unterstützung am Wegesrand: "Ab Kilometer 33 war es entsetz-
lich, und ins Weserstadion wollte ich mich gar nicht mehr hineintrauen."  Aber, so sein Fazit: "Ich konnte gar nicht aufgeben.
Das hätte ich den Zuschauern, die mich die ganze Zeit unterstützten, nicht antun können."
Musik, Anfeuerungsrufe aus den Häusern und Kneipenbesucher, die sich mit dem Klappstuhl an den Straßenrand gesetzt
hatten - "Die Unterstützung war erstklassig", so Lemke, "die Leute wissen gar nicht, wie gut das den Läufern tut." Mit einer
Werder-Fahne in der Hand, die ihm seine Tochter Nele kurz hinter dem Findorfftunnel in die Hand gedrückt hatte, lief
Lemke schließlich in die Stadthalle ein - von Henning Scherf begrüßt, wie alle anderen Läufer auch.
Marathon-Splitter
Gestern Vormittag, 7.59 Uhr, Bahnhof Achim: Noch 61 Minuten sind es bis zum Start des 1. swb-Marathons, ein gutes
Dutzend Läufer im Regionalexpress nach Bremen sieht seine Felle davonschwimmen. Denn nichts geht mehr im Zug, ein
Triebwerkschaden hat die Lok gestoppt. Aufwärmlauf zur Bürgerweide? Schlechter Scherz. Warten auf den nächsten Zug?
Der kommt zu spät an. Schließlich freut sich ein Achimer Taxiunternehmen über unverhoffte Läuferfracht.
Papa Jörg läuft gerade beim Marathon, als der Rest der Familie die Bürgerweide erreicht. Nicht als Zuschauer, sondern
auf der Laufstrecke. Nils (7) und Svea Abel (9) dürften die jüngsten Starter beim gestrigen Bremer Marathon-Tag gewesen
sein. An der Hand ihrer Mutter Michaela kamen die Geschwister im Werder-Papageientrikot auf der Zehn-Kilometer- Dist-
anz ins Ziel: Nach 1:22:21 Stunden als 940. von 952 Läufern und unter dem Beifall und Hallo der staunenden Zuschauer.
Die Abels waren eigens aus Erlangen gekommen - wegen der Bremer Wurzeln von Papa Jörg.
Wenig los war an beiden Veranstaltungstagen bei der Sportler-Messe in Halle 5. Zum einen lag's sicherlich am Wetter, das
die Besucher an die frische Luft lockte, zum anderen wirkten die wenigen Stände in der ausladenden Halle verloren.
Das Weserstadion war Teil der Marathon-Strecke. Hinein kamen aber nur die Läufer, interessierte Zuschauer blieben
draußen. Was auf Unverständnis stieß - liebend gern hätten sich viele Bremer das Alternativ-Programm zum Bundesliga-
fußball in der Arena angeschaut. So blieb's bei dem, was im Fußball gemeinhin Geisterspiel heißt. Die Läufer konnten es
verschmerzen: An fast der gesamten Strecke wurden sie geradezu frenetisch von Zuschauern angefeuert.
Die vorläufigen Ergebnisse finden Sie auf der Website der Veranstaltung -- die vorläufigen NDM-Ergebnisse hier (PDF)

WESER KURIER vom 27. September 2005
Sieg im Einzel und der Mannschaft
Krage erfolgreichster Bremer
Bremen (sfy). Jens-Uwe Krage (LG Bremen Nord) wurde Dritter, norddeutscher Marathon-Meister und gewann zudem
mit der Mannschaft (Krage, Torsten Naue, Frank Themsen) den Titel; Michael Willner (LG Roadrunners-Buntentor) wurde
als Siebter schnellster Bremer des 10-Kilometerlaufes. Neben den beiden gewannen eigentlich alle, die sich am Sonntag auf
die Strecke des 1. swb-Marathons gemacht haben.
Einige Teilnehmer brachten zudem noch gute Resultate von den norddeutschen Meisterschaften mit. So gewann Udo Ruge
den Titel in der Altersklasse M50. Der Starter des SV Werder lief nach 2:56 Stunden ein und dürfte damit weitaus zu-
friedener gewesen sein als einer seiner Schützlinge. Udo Ruge ist nämlich der Trainer von Jan Oude-Aost, der in 2:48 Std.
hinter den eigenen Erwartungen zurück blieb.
Ebenfalls stressfrei dürfte Bernhard Memering (LGN) ins Ziel des AWD-Domes gelaufen sein, er belegte in 2:57 Stunden
den zweiten Platz in der Altersklasse M45 der norddeutschen Wertung. Schließlich steuerte Felix Richter-Hebel einen
dritten Platz in der Altersklasse M60 bei. Der Vereinskollege von Memering benötigte 3:24 Stunden für die 42,195 Kilo-
meter lange Strecke durch Bremen.
Die vorläufigen Ergebnisse finden Sie auf der
Website der Veranstaltung -- die vorläufigen NDM-Ergebnisse hier (PDF)

WESER KURIER vom 1. Oktober 2005
"Es gab nur hopp oder top"
Marathon-Organisator Utz Bertschy zieht Bilanz und übt Selbstkritik: Wir können weitaus mehr
Einige Tage Zeit, um die Premierenauflage des swb-Marathons sacken zu lassen, brauchte Race-Manager Utz Bertschy.
40 000 begeisterte Zuschauer und 3000 meist zufriedene Läufer hatten am Sonntag in Bremen die Kulisse für eine beein-
druckende Großveranstaltung gebildet. Im Hintergrund gab es aber auch Dissonanzen. Im Interview mit unserem Redakteur
Thorsten Waterkamp zieht Bertschy eine selbstkritische Bilanz.
Herr Bertschy, kurz und knapp. Ihre wichtigste Erkenntnis des Marathon-Wochenendes.
Bertschy: Das wichtigste war, dass Bremen den Marathon angenommen hat. Die Zuschauer waren begeistert - es war
Stimmung sogar an Stellen, wo ich das nie erwartet hätte. Das war toll.
Hatten Sie befürchtet, dass der Schuss nach hinten hätte losgehen können?
Naja, der Sonntag war der Tag der Entscheidung. Da gab’s nur hopp oder top. Es klappt selten, 40 000 Leuten zu sagen:
"Seid doch mal spontan." Und wenn es geregnet hätte wie jetzt gerade, wäre es vielleicht anders ausgegangen. Die Polizei
hat mitgeteilt, dass es kaum Verkehrsprobleme und Beschwerden gegeben hat, obwohl die Innenstadt flächendeckend ge-
sperrt war. Für uns ist das ein ganz wichtiger Hinweis: Wir können hier wieder so etwas stattfinden lassen.
Aber mit einigen Korrekturen. Die Läufer waren begeistert vom Marathon an sich, aber durch die Bank enttäuscht bis er-
bost über die ungenaue Streckenbeschilderung.
Das war tragisch. Wir sind um 4 Uhr morgens die Strecke abgefahren, da waren noch alle Schilder da, wo sie sein sollten.
Später fehlte dann mal hier ein Schild, mal da ein Schild, mal war eins versetzt. Die Kilometerangaben stimmten deshalb
nicht mehr. Wie auch immer das zustande gekommen ist, das Ergebnis haben wir zu vertreten. Jetzt bleibt uns nur, uns bei
den Läufern zu entschuldigen. Und zu sagen: Beim nächsten Mal gibt’s das Problem nicht mehr.
Das nächste Mal, wann ist das?
Der nächste Marathon findet am 24. September 2006 statt.
Ohne Diskussionen ums Preisgeld? 1500 Euro sollte der Gesamtsieger bekommen, nach dem Marathon hieß es, die Prämie
wäre an eine Mindest-Siegerzeit gebunden.
Es gibt den Grundsatz, dass nur für eine Zeit unter 2:20 Stunden gezahlt wird. Dazu stehe ich nach wie vor. Allerdings
müssen wir uns vorwerfen, dass wir es unpräzise kommuniziert haben. Gezahlt wurde jetzt trotzdem, weil ich vermeiden will,
dass es heißt: Die in Bremen ködern mit Siegprämien und halten ihre Zusagen nicht ein.
Aus dem Lager der Spitzenläufer hieß es, die 1500 Euro seien ohnehin "mickrig".
Die Frage ist, was ist ein Spitzenläufer? Insgesamt ist das ein weites Feld, über das man diskutieren kann. Auch eine Sieger-
zeit von 2:25 Stunden (die Zeit des Siegers Marek Drya; Anm. d. Red.) tut der Stimmung an der Strecke keinen Abbruch,
das haben wir doch gesehen. Tatsächlich sind die 2:25 aber eine eher dezente Leistung, bei allem Respekt.
Die Gleichung ist doch einfach: Höhere Prämien, bessere Zeiten, mehr Renommee für die Veranstaltung...
Das Preisgeld muss auch zukünftig zum Rahmen und zum Profil der Veranstaltung passen. Ich täte mich leichter, wenn es
Läufer gäbe, die mit Perspektive häufiger dabei wären und so eine Identifikation mit dem swb-Marathon herstellen könnten.
Schnelle Leute einzukaufen ist mit dem entsprechenden Budget relativ einfach. Solche zu finden, die nicht beliebig austausch-
bar sind, ist weitaus schwerer. Oder kennen Sie ad hoc eine aktuelle Marathonpersönlicheit neben Paul Tergat und vielleicht
Julio Ray aus Spanien?
Sie waren quasi Einzelkämpfer in der Organisation, dazu kam die Hamburger Marketing-Agentur. Für die Zukunft kann das
keine optimale Konstellation sein.
Man muss erst mal einen Dussel haben, der vornweg läuft... Aber im Ernst: Wir brauchen eine stärkere lokale Verankerung,
weil die Kommunikation und damit die Akzeptanz dann einfacher ist. Es gibt jetzt schon Ideen und Konzepte.
Eventuell auch einen Wechsel der Agentur?
Wir führen in den nächsten vier Wochen Gespräche, es wird mit Sicherheit personelle Wechsel geben. Es war letztlich viel
zu sehr auf eine Person konzentriert, das ist in der Form so nicht mehr durchführbar. Die Hamburger sind unser erster Ge-
sprächspartner. Wir können weitaus mehr als das, was wir gezeigt haben. Um das umzusetzen, werden wir die Organisation
anpassen. Viele Bereiche müssen professioneller betreut werden .
Trotz allem: Es habe sich gezeigt, dass Bremen hinter Hamburg eine Marathon-Alternative im Norden sei, hat ein Läufer
gesagt. Tut gut, das Lob, oder?
Natürlich. Der Marathon ist eine absolute Bereicherung für Bremen. Und man muss die Veranstaltung auch als Wirtschafts-
faktor sehen. Es gibt einen richtigen Marathon-Tourismus, warum soll der nicht auch hier Station machen. Mit unserer
Starterzahl sind wir gleich beim ersten Mal unter den Top Ten in Deutschland, es wird dabei viel Geld umgesetzt in Bremen.
Der Marathon ist angekommen in Bremen?
Ja, definitiv. Jetzt müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Denn wir haben Erwartungen geweckt, die wir beim nächsten
Mal bestätigen müssen. Jetzt sind wir gefordert.
Zur Person:
Utz Bertschy ist der Motor des neuen Bremen-Marathons und firmierte in der Organisation unter dem Titel Race-Manager.
Der 38-jährige ehemalige Leichtathlet, der selbst nie die 42,195 Kilometer gelaufen ist, leitet in Bremen ein Lauffachge-
schäft.
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